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  1. User Info Menu

    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Ich habe gerade ein wenig noch nach gelesen über Angst und Stress bei Hunden. Es passt so viel zu dem kleinen Kerl.

    Er ist völlig im Stress. Deswegen wird er gerade auch nur im Haus oder Garten "gehalten", bis auf die Spaziergänge, die halt sein müssen. Die sind nicht lange, aber ich fürchte, sie reichen vollkommen aus, um ihn in einen absolut nervösen Zustand zu bringen.

    Er ist jetzt erst eine Woche da, ich denke, noch etwas abzuwarten. Oder soll man rechtzeitig anfangen? Mir geht es um den Hund, nicht um mich.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

  2. Inaktiver User

    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Ich würde erstmal Ruhe reinbringen, einen verlässlichen Tagesablauf.
    Das dürfte schon viel helfen.
    Noch eines:
    Ich würde auch mal beim TA die Schilddrüse checken lassen, große Ängstlichkeit und Unsicherheit, auch Aggresssion, kann auch an einer Unterfunktion liegen.

  3. VIP

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    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Hi Bienie,

    ich würde ihn wirklich erst mal zur Ruhe kommen lassen, d.h. ihm vermitteln, dass er bei Dir sicher ist. Dazu musst Du selbst sicher sein. Dein Stresslevel draußen (man wartet ja schon auf ein "Ereignis") überträgt sich auf den Hund. Bau eine feste Bindung auf.
    Ganz wichtig: Nicht besonders auf seine "Anfälle" reagieren, also auch nicht betüddeln und bemitleiden, wenn er sich stresst.

    Ich habe eine schlimme Angstpatientin ist. Sie kommt zwar mit Hunden gut klar, bei ihr sind Menschen und Situationen problematisch. Beim Spazierengehen mit meinen beiden alten Hunden wirkt sie selbstsicher und vergnügt - solange keiner was von ihr will. Ohne die Ollen ist sie sehr ängstlich und klebt an mir bzw. verhält sich im Büro (da hab ich sie einmal pro Woche dabei) so, als wäre sie nicht da. Sie rührt sich nicht vom Fleck und stellt sich tot.

    Die Trainerin war vor dem ersten Besuch auf dem Trainingsgelände 2 Stunden bei uns zuhause und hat sich das Gefüge angeschaut (2 alte Hunde, davon einer taub, und die Junghündin, ich als Hauptbezugsperson und mein LG).
    Sie hat uns einfache Übungen aufgegeben, nur Blickkontakt - Lob und Leckerli (oder Lob und Streicheleinheiten), um die Bindung zu festigen. Die Kleine hatte zum Glück schon eine ganz gute Bindung, denn sie kam als Welpe zu mir. Bei Stress flüchtet sie bisher zu mir.

    Jetz trainieren wir Selbstsicherheit: Plastikfolien anschnüffeln, Hindernisse überwinden, gestern ging sie erstmals gaaaanz vorsichtig durch einen Reifen ... Aber wenn neue Menschen auf dem Trainigsgelände sind oder neue Trainer oder draußen Jogger ider Radler auf dem Kiesweg lärmen, dann ist alle Konzentration weg und sie scannt permanent das Gelände ab, der Schwanz ist bis zum Kinn eingekniffen und die Körpersprache sagt STRESS. Mit kurzem festen Körperkontakt und ruhigem "alles gut" kann ich sie meist wieder rausholen.

    Es geht sehr langsam, aber ich sehe eine Verbesserung.

    Vielleicht hast Du in der Nähe einen Hundetrainer, die sich auf Verhalten spezialisiert haben. Unsere Vet-Fakultät hier unterhält ein Institut für Verhaltenskunde, das auch berät.

    Hab Geduld!
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Liebe @katelbach,

    Geduld ist wichtig, ja das stimmt schon! Er ist zum Glück kein Dobermann, der mich zieht. Nur manchmal geht es schon auch an die Nieren, wenn er anfängt zu jammern, dann zieht er in verschiedene Richtungen, ist von nix mehr abzulenken (auch nicht von Leckerle) und hat anschließend richtigen "Dünnpfiff".

    Wir achten darauf, dass er viel Ruhe hat, so ist es z. B. morgens ganz gut, alles normal - nur am Nachmittag, dann geht es los.

    Er rennt auch auf alles zu: Vögel z. B. Er geht an allem vorbei, aber man spürt seinen Stress draußen, die Unruhe.
    Ich werde diese Woche mit ihm auch zur Tierärztin gehen, vorsichtshalber. Denn mit so viel Durchfall ist ja auch nicht zu spaßen. Vielleicht gibt es eine Lösung, wie man ihn langsm ruhiger bekommt und dann das Verhaltenstraining startet.
    Mit letzterem möchte ich einfach noch etwas warten.

    Bienie
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

  5. VIP

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    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Liebe Bienie,

    es ist auf jeden Fall sinnvoll, denke ich, quasi ab dem ersten Tag an der Bindung zu arbeiten. Eine gute Bindung gibt ihm die Sicherheit, dass Du sein sicherer Hafen bist und - ganz wichtig - dass Du entscheidest, nicht er.

    Einem Hund, der unsicher ist, tut ein souveräner Führer, der seine Gefühle im Griff hat und sich weder vom Hund noch von der antizipierten Stresssituation beeinflussen lässt, extrem gut. Ich merke das immer bei meiner Angstpatientin. Ich bräuchte da auch manchmal ein wenig mehr Wurstigkeit.

    Auch wenn Dein Hund Stress zeigt, sollte er keine Sonderbehandlung bekommen - im Sinne von Privilegien. Das ist sehr schwer, wenn ein Hund z.B. Angst zeigt, z.B. vor dem Gewitter, und man ihn dann hätschelt, in einem anderen Ton mit ihm redet und ihn betut, ihn auf die Couch lässt etc. oder ihn außer der Reihe mit Leckereien beschwichtigt. Das kann (muss aber nicht unbedingt) zur Verstärkung des Verhaltens führen.

    Warst Du mit ihm schon mal bei der Tierärztin? Es kann sein, dass er da auch explosiv ist.

    Katelbach
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    sonst normale Userin

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    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Ich denke schon, dass ich immer wieder unsicher bin, weil auch ich das erste Mal mit einem solchen "Raubtier" konfrontiert bin. Wobei ich schätzungsweise am Wenigsten genervt bin, das ist entweder der Hund oder diejenigen, die uns entgegen kommen. Insbesondere, wenn dann die anderen Hunde nicht mehr gehorchen und auf uns zukommen (zu meiner extrem erhöhten Freude dann).

    Eine Belohnung bekommt er nur, wenn er kommt, wenn ich ihn rufe, ansonsten nichts (also absolut keine Privilegien). Gestern haben wir ein wenig das "kommen" geübt mit anschließenden Streicheleinheiten. Er ist dann auf jeden zugerannt, um Streicheleinheiten zu bekommen, aha! Aber er war schon einmal abgelenkt.
    Er ist schon eine Schmusebacke, wenn er einen anschaut, dann möchte man ihn auch nur streicheln. Außer, wenn er eben den "Aggro" raus hängt.

    Zur Tierärztin geht es am Freitag. Überlege jetzt schon, wie ich das organisiere, sage nur Stichwort: Wartezimmer! Ich denke schon, dass er dann "explosiv" ist. So viele Eindrücke, Gerüche und Vierbeiner, da wird das kleine Hirn auf Dauerstress schalten und in die Offensive gehen.

    Bienie
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

  7. Inaktiver User

    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Zitat Zitat von bienie Beitrag anzeigen
    Zur Tierärztin geht es am Freitag. Überlege jetzt schon, wie ich das organisiere, sage nur Stichwort: Wartezimmer! Ich denke schon, dass er dann "explosiv" ist. So viele Eindrücke, Gerüche und Vierbeiner, da wird das kleine Hirn auf Dauerstress schalten und in die Offensive gehen.

    Bienie
    Warte doch draußen oder lass ihn im Auto (vllt. kann noch jemand mitkommen?).
    Es sollte für die Helfer kein Problem sein, Dir da eben Bescheid zu sagen, wenn ihr dran seid.

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    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warte doch draußen oder lass ihn im Auto (vllt. kann noch jemand mitkommen?).
    Es sollte für die Helfer kein Problem sein, Dir da eben Bescheid zu sagen, wenn ihr dran seid.
    Ich werde draußen warten müssen, da mache ich mir nix vor. Die andere kleine muss auch zum TA, naja, die Woche wird spannend.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

  9. Inaktiver User

    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Zitat Zitat von bienie Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, dass ich immer wieder unsicher bin, weil auch ich das erste Mal mit einem solchen "Raubtier" konfrontiert bin. Wobei ich schätzungsweise am Wenigsten genervt bin, das ist entweder der Hund oder diejenigen, die uns entgegen kommen. Insbesondere, wenn dann die anderen Hunde nicht mehr gehorchen und auf uns zukommen (zu meiner extrem erhöhten Freude dann).

    Eine Belohnung bekommt er nur, wenn er kommt, wenn ich ihn rufe, ansonsten nichts (also absolut keine Privilegien). Gestern haben wir ein wenig das "kommen" geübt mit anschließenden Streicheleinheiten. Er ist dann auf jeden zugerannt, um Streicheleinheiten zu bekommen, aha! Aber er war schon einmal abgelenkt.
    Er ist schon eine Schmusebacke, wenn er einen anschaut, dann möchte man ihn auch nur streicheln. Außer, wenn er eben den "Aggro" raus hängt.

    Zur Tierärztin geht es am Freitag. Überlege jetzt schon, wie ich das organisiere, sage nur Stichwort: Wartezimmer! Ich denke schon, dass er dann "explosiv" ist. So viele Eindrücke, Gerüche und Vierbeiner, da wird das kleine Hirn auf Dauerstress schalten und in die Offensive gehen.

    Bienie
    Hallo Bienie,
    so einen "Angstbeißer" haben wir auch. Er lebt jetzt seit 8J. bei uns und ist inzwischen13J. alt. Es ist seltsam mit ihm, ängstlich im Sinne von, ich drohe dir jetzt mal bzw. schnappe und knappse auch , wenn du mir zu nahe kommst, reagiert er nur außerhalb des Hauses.
    Beim Tierarzt, in der Hundepension, auf dem Hundeplatz der Hundeschule kann er auch mit anderen Hunden entspannt umgehen. Über die Jahre ist es besser geworden, aber in letzter Konsequenz nie ganz verschwunden.

    Am sichersten fühlt er sich mit meinem Mann. Der strahlt viel mehr Ruhe aus als ich. Ich werde schneller panisch, wenn uns mal wieder ein unangeleinter, unerzogener Hund entgegen kommt. Nach dem Motto: Meiner tut nix. Meiner aber schon.
    Diese Anspannung spürt er natürlich und reagiert entsprechend.

    Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem "Raubtier" (sind sie ja eigentlich gar nicht ).Sie sind ja liebenswerte, zu bedauernde Geschöpfe. Von daher lohnt sich der Aufwand, die tägliche Anspannung.

    LG

    Aber ein dickes Fell bzw. entsprechende Antworten solltest du dir zulegen. Mit einem "Problemhund" lernt man die anderen Hundebesitzer kennen. Ich könnte ein Buch der "Dummen Sprüche" verfassen... erst gestern wieder:
    Wir rufen schon von weitem : Bitte nehmen sie ihren Hund an die Leine. Es kommt, was kommen muss, obwohl unserer ganz deutlich droht, bleibt der andere Hund nicht stehen, unserer schnappt... Reaktion des anderen Hundebesitzers: warum er seinen Hund nicht anleint, der bleibt doch nicht stehen, wenn er einen anderen Hund sieht...

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    AW: Ein kleiner Angstbeisser

    Liebe anjou,

    das gibt mir schon etwas Mut. Ja richtig, man liebt diese kleinen "Monster" so, ich hänge sehr an dem kleinen Früchtchen und versuche, so ruhig wie möglich zu sein.

    Wenn er Angst hat, dann hocke ich mich hin und im Garten, schlüpft er quasi unter die Arme und in den Schoß. Ein wenig ruhiger ist er auch dann unterwegs, wenn ich mich zu ihm knie.
    Was gerade komisch ist: Er hat plötzlich Angst vor dem Dunkel draußen, er bellt Leute an, die von weiter her kommen oder gehen, andere Hunde sowieso. Mit den Nachbarn aber im Garten, da kuschelt er am Liebsten. Der kleine Wurm muss fürchterliche Angst haben, aber vor was?

    Im Haus fühlt er sich wohl sicher, da ist er ein ganz anderer Hund. Er sieht auch viel gelassener aus, nicht so angespannt.

    Jaja, die anderen Hundebesitzer: "Der tut nix" - ja schon, aber MEINER!!! Ist mir schon mal passiert, als wir die andere kleine relativ "neu" hatten und sie ebenfalls immer unberechenbar war. Ich habe sie dann hoch genommen (das hat ihr geholfen, das Ganze von oben zu betrachten). Einmal kam einer mit seinem Rottweiler vorbei (unangeleint, aber "bei Fuß") und meinte pikiert, was ich denn hätte, "ach Gott ach Gott, meiner tut doch nix". Ich antwortete nur: Schön für Sie und Ihren Hund, ich tue das nämlich für IHREN Schutz!

    Mit dieser kleinen Maus verträgt sich unser Neuankömmling übrigens blendend. Sie rennt schon sofort los, wenn er nur einen "Hickser" lässt.

    Man lernt tatsächlich dazu, auch über sich selbst.

    Bienie
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

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