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  1. Inaktiver User

    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Zitat Zitat von Meagan Beitrag anzeigen
    Spatz, ich nehme an du hast den Hund an de Leine ? Üblicherweise reagieren Hunde an Leine vollkommen anders als freilaufend. Hast du es mal so versucht ? Oder ist die Umgebung zu gefährlich um ihn freilaufen zu lassen ?
    Ob nun gefährliche Gegend oder nicht: Es gehört sich nicht, seinen Hund freilaufend zu anderen hinlaufen zu lassen, OHNE sich vorher mit dem anderen Hundehalter zu verständigen.
    Und wenn dieser (warum auch immer) KEINEN Hundekontakt wünscht, dann muss man halt mit seinem angeleinten Hund vorbei.
    Spatz, was sind denn "so ungestüme wilde Hunde"?
    Kannst Du die Situationen, in denen er so reagiert, ein bisschen näher beschreiben?

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    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Ich versuchs mal. Also, momentan lassen wir Carlos nicht von der Leine (entweder die kurze 2 m oder die 10 m Schleppleine). Wir haben ihn ja noch nicht so lang und wissen nicht, ob er wirklich zurückkommt, wenn er z.B. auf Hasenjagd geht oder so . Vom Tierheim und der Hundeschule gab es ebenfalls den Rat, ihn vorläufig noch nicht loszuleinen.

    Wilde ungestüme Hunde - meistens ohne Leine - stürmen auf ihn zu, bellen ihn an (vielleicht freudig, vielleicht auch nicht, so genau kann ich es nicht immer beurteilen, denn ich kenne die ja auch noch nicht so lang ) und das reicht schon, dass er ausflippt . Bei manchen ist es so, dass sie ganz brav "Fuß" gehen und er anfängt zu knurren.

    Heute abend war ein solcher Geselle auf der anderen Straßenseite, da habe ich es mit "Sitz" und Sicht verdecken probiert und hatte Erfolg, nur blöderweise sind die uns einige Zeit später in einer engen Gasse begegnet und da half nix außer feste ins Geschirr greifen und später den Muskelzuwachs im Bizeps bewundern. Scheixxe .

    Ich kann ja auch nicht alle Menschen leiden und verstehe den Hund irgendwie, aber es ist halt schwierig, weil ich - wie gesagt - nicht so genau weiß, wie ich es dann richtig mache.

    In der Hundeschule war das Thema noch nicht dran .
    ... and nothing else matters

  3. Inaktiver User

    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Zitat Zitat von spatz Beitrag anzeigen

    Wilde ungestüme Hunde - meistens ohne Leine - stürmen auf ihn zu, bellen ihn an (vielleicht freudig, vielleicht auch nicht, so genau kann ich es nicht immer beurteilen, denn ich kenne die ja auch noch nicht so lang ) und das reicht schon, dass er ausflippt
    Völlig zu recht, Dein Hund verhält sich absolut okay - die anderen dagegen nicht.
    Wie schon geschrieben:
    Es gehört sich nicht, seinen Hund freilaufend zu anderen hinlaufen zu lassen, OHNE sich vorher mit dem anderen Hundehalter zu verständigen.
    Statt auf Deinen Hund einzuwirken, solltest Du daher in so einem Fall eher dem anderen Hundehalter Bescheid geben, dass er mal seinen Hund zurückrufen soll.

    So wie Du das Verhalten allgemein beschreibst, deutet es für mich auf Unsicherheit hin - er ist einfach in solchen Situationen überfordert, er kennt sich damit noch nicht aus und weiß auch noch nicht recht, wie er Dich/Euch in einer solchen Lage einschätzen kann - kann er sich auf Euch verlassen oder muss er die Führung übernehmen?
    Versuche, für ihn sicher und souverän aufzutreten - und pass auf, dass sich DEINE Unsicherheit in solchen Situationen nicht auf ihn überträgt (so wie momentan... Carlos bemerkt anderen Hund, Du auch... Du: Ach herrje, was nun!? - Versuch, Sicht zu versperren, ihn weiterzuziehen, festzuhalten... = Carlos: Da MUSS doch was nicht in Ordnung sein, wenn Chef (= das solltest Du sein....) sich soooo merkwürdig verhält!???? Da stimmt was nicht!! = ich zeig mal lieber, dass ich mich wehren kann!!!
    Also pass auf, dass sich Dein Verhalten nicht verselbstständigt - anderen Hund weit weg sehen (vielleicht sogar VOR Carlos...), automatisch anspannen, Leine fester packen... = siehe wie vor beschrieben, Carlos denkt "?? Da ist was im Busch!!"
    Besser:
    Versuch, locker zu bleiben, statt Sicht zu versperren oder festeres Leine packen lieber Hund ablenken, auf Dich konzentrieren - setz Deine Stimme ein, mach ihn auf DICH aufmerksam (auch ein Leckerchen ist erlaubt... bekommt er natürlich dann erst, wenn ihr am anderen Hund vorbei seid...).
    Ziel ist, ihm zwei Sachen zu zeigen, die er verinnerlichen sollte:
    Erstens: Mein Chef hat alles im Griff, ich kann mich IMMER darauf verlassen, dass er Situationen einschätzt und für mich/uns entscheidet, darum muss ich mich nicht kümmern.
    Zweitens: Chef ist interessanter als andere Hunde. Es lohnt sich, auf IHN zu achten. Kann ich auch ruhig, weil - siehe Punkt 1.

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    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Zitat Zitat von Meagan Beitrag anzeigen
    Spatz, ich nehme an du hast den Hund an de Leine ? Üblicherweise reagieren Hunde an Leine vollkommen anders als freilaufend. Hast du es mal so versucht ? Oder ist die Umgebung zu gefährlich um ihn freilaufen zu lassen ?
    Sehe ich auch so. Üblicherweise reagieren Hunde an der Leine sehr viel besser, weil sie dort direkten Kontakt zum Hundehalter (über die Leine) haben. Es gibt allerdings auch Hunde(fest)halter, die so angespannt und gestresst an der Leine zerren, dass sich genau diese Anspannung auf den Hund überträgt.

    Zitat Zitat von spatz Beitrag anzeigen
    Wilde ungestüme Hunde - meistens ohne Leine - stürmen auf ihn zu, bellen ihn an (vielleicht freudig, vielleicht auch nicht, so genau kann ich es nicht immer beurteilen, denn ich kenne die ja auch noch nicht so lang ) und das reicht schon, dass er ausflippt . Bei manchen ist es so, dass sie ganz brav "Fuß" gehen und er anfängt zu knurren.

    Heute abend war ein solcher Geselle auf der anderen Straßenseite, da habe ich es mit "Sitz" und Sicht verdecken probiert und hatte Erfolg, nur blöderweise sind die uns einige Zeit später in einer engen Gasse begegnet und da half nix außer feste ins Geschirr greifen und später den Muskelzuwachs im Bizeps bewundern. Scheixxe .

    Ich kann ja auch nicht alle Menschen leiden und verstehe den Hund irgendwie, aber es ist halt schwierig, weil ich - wie gesagt - nicht so genau weiß, wie ich es dann richtig mache.

    In der Hundeschule war das Thema noch nicht dran .
    Spatz, kannst du dir vorstellen, dass sich deine Anspannung (vielleicht sogar Aufregung) auf den Hund überträgt. Gerade in der Situation in der engen Gasse? Ist nicht böse gemeint und bitte auch nicht falsch verstehen Kannst du dir vorstellen, dass dein Hund ganz anders reagieren würde, wenn jemand mit Hundeerfahrung und Ruhe die Leine halten würde?
    Es grüßt G. Butler
    51% Engel
    49% Teufel


    If the brain were so simple that we could understand it, we would be so simple that we couldn't.

    *Lyall Watson

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    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Danke für Eure Einschätzungen und Tipps .

    Ich habe am Freitag abend in der Hundeschule noch länger mit dem Trainer gesprochen, der ebenfalls meinte, der Hund sei unsicher. Sein Grundgehorsam wäre aber schon prima für die kurze Zeit, die er bei uns ist .

    Wir üben das jetzt. Und ja, Leckerchen sind auch erlaubt .
    ... and nothing else matters

  6. Inaktiver User

    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Zitat Zitat von spatz Beitrag anzeigen
    Ich versuchs mal. Also, momentan lassen wir Carlos nicht von der Leine (entweder die kurze 2 m oder die 10 m Schleppleine). Wir haben ihn ja noch nicht so lang und wissen nicht, ob er wirklich zurückkommt, wenn er z.B. auf Hasenjagd geht oder so . Vom Tierheim und der Hundeschule gab es ebenfalls den Rat, ihn vorläufig noch nicht loszuleinen.
    Hallo liebe Spatz,

    hierzu von mir Fragen: Arbeitest Du aktiv mit der Schlepp? Weisst Du, wie das funktioniert?

    Du kannst die Schlepp nämlich dazu benutzen, Deinen Hund sukzessive an den Freilauf unter Einhaltung einer bestimmten Maximaldistanz und in Verbindung mit der Etablierung eines Abbruchsignals zu gewöhnen. Schrittweise hast Du dabei zunächst die Schlepp in der Hand, dann am Boden, im dritten Schritt wird sie langsam ausgeschlichen. Ziel ist die Etablierung einer "unsichtbaren" Leine.

    Gern fasse ich zusammen, wie das funktioniert, wenn Du das möchtest.

    Wilde ungestüme Hunde - meistens ohne Leine - stürmen auf ihn zu, bellen ihn an (vielleicht freudig, vielleicht auch nicht, so genau kann ich es nicht immer beurteilen, denn ich kenne die ja auch noch nicht so lang ) und das reicht schon, dass er ausflippt . Bei manchen ist es so, dass sie ganz brav "Fuß" gehen und er anfängt zu knurren.
    Hunde, die auf andere Hunde einfach zustürzen, sind schlecht bis gar nicht sozialisiert. In der Hundewelt ist das ein sehr unhöfliches Verhalten. Es ist Deine Pflicht als Mensch hier regulierend einzugreifen. Das funktioniert beispielsweise über Körperblocks - Du stellst Dich dem heran stürmenden Hund in den Weg und sorgst dafür, dass er sich nicht auf Carlos stürzen kann.

    Damit regulierst Du die Begegnung, entschärfst die Situation, und gibst Carlos das Signal: Wow, mein Mensch regelt das, ich kann mich entspannen!

    Solange Carlos an der Leine geführt wird und eher verunsichert ist, kann er solche Situationen nicht allein regeln!

    Wichtig wäre, dass Du mit ihm Routinen entwickelst, wie Du an angeleinten Hunden vorbei laufen kannst. Dazu ist es notwendig, dass Du Carlos Aufmerksamkeit auf Dich lenkst. Du wirst selbst am besten wissen, worauf Carlos gut reagiert - das solltest Du nutzen.

    Wichtig ist ausserdem, frontalen Blickkontakt zu unterbrechen.

    Wenn Dein Hund sich bei Begegnungen mit anderen Hunden auf Dich konzentriert, ist Hupe, ob die brüllen, geifern, sich in die Leine werfen, oder Salti schlagen - es interessiert weder Dich noch Deinen Hund. Eine gute Hundeschule sollte Dich dabei unterstützen, dieses Trainingsziel zu erreichen. Du kannst beim Training die Ablenkung langsam steigern - also weg vom Platz der Hundeschule, hinein ins Gelände, und dort beispielsweise mit einem Menschen üben, der einen souveränen Hund hat.

    Das ist wichtig, da Hunde Verhalten in verschiedenen Kontexten immer wieder neu üben müssen, bis sie es generalisieren.

    Heute abend war ein solcher Geselle auf der anderen Straßenseite, da habe ich es mit "Sitz" und Sicht verdecken probiert und hatte Erfolg, nur blöderweise sind die uns einige Zeit später in einer engen Gasse begegnet und da half nix außer feste ins Geschirr greifen und später den Muskelzuwachs im Bizeps bewundern. Scheixxe .
    In einer Notsituation ist das nicht anders machbar. Dennoch solltest Du bedenken, was Du Carlos mit Deinem Muskeleinsatz vermittelst: Du telegrafierst ihm damit: Oha, das ist hier ein bedrohliche Situation! Und genau das willst Du eigentlich nicht, denn das ist ein sehr schneller Weg, um sich einen Leinenpöbler heran zu ziehen.

    Du solltest nach Möglichkeit über die Leine keinen Druck aufbauen, und mit Carlos das trainieren, was Du weiter oben beschreibst: Dass er sich entweder absetzt, ohne dass Du dazu Druck anwenden oder ihn festhalten musst, und der Hund auch auf engem Raum vorbei geht. Wenn Du Dich vor Carlos stellst, und ihn abblockst, sollte das auch auf einem engen Weg funktionieren.

    Besser noch als den Hund sitzen zu lassen ist es, mit Hund in Bewegung zu bleiben, und mit Carlos einzuüben, dass er locker neben Dir läuft, und sich auf Dich konzentriert. Das geht auch auf engem Raum.

    Natürlich gibt es da drausen eine ganze Reihe Spezis, die ihre Hunde absolut gar nicht im Griff haben, und auch keine Lust, sich damit zu befassen. Das sind dann auf engem Raum sehr schwierige Situationen, für die es kaum ein Patentrezept gibt. Aber auch bei diesen ist es eine gute Sache, wenn Du es schaffst, die Aufmerksamkeit Deines Hundes auf Dich zu lenken, locker weiter zu gehen, und den Leinenpöbler zu ignorieren.

    Locker bleiben muss dabei nicht nur Carlos - auch Du musst lernen, Dich zu entspannen. Deine Entspannung überträgt sich direkt auf Carlos.

    Liebe Grüsse
    c_f
    Geändert von Inaktiver User (02.11.2012 um 13:58 Uhr)

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    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Danke für Deine ausführliche Erklärung @Chironex_fleckeri .

    Schleppleinentraining habe ich mir erklären lassen (und mich auch darüber belesen) und befolge die Tipps, das klappt auch ganz gut . Zum Ableinen reicht es aber noch lange nicht , Hasen sind nämlich sehr sehr spannend, findet Carlos .

    Das "Unsicherheitsproblem" haben wir gestern abend in der Hundeschule geübt und da hat es ganz gut geklappt *freu*. Es ist nämlich ein rüpeliger Labbi dabei, den Carlos nicht leiden kann und der mußte als Übungsobjekt herhalten . Mit allen anderen Hunden, egal ob Rüde oder Hündin, versteht er sich erstaunlicherweise gut, nur der Labbi geht gar nicht ....

    Der Hundetrainer glaubt übrigens, dass Carlos ein Schäferhund-Retriever-Collie-Leonberger-Mix sein könnte . Wir werden es wohl nie erfahren, aber das macht ja auch nix ....
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    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Hat der Trainer gesagt du bekämst den Jagdtrieb unter Kontrolle ?
    Gruss
    Meagan

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    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Darüber haben wir noch nicht gesprochen, erst mal muß der Grundgehorsam sitzen . Solange das nicht funzt, kommt er nicht von der Leine. Bei mir geht er ja ganz prima, aber Herr Spatz und Spatz jun. berichten immer mal wieder über Probleme beim Gassigang und ich würde jetzt auch noch nicht die Hand für ihn ins Feuer legen ...
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  10. Inaktiver User

    AW: Familienhund - Tipps gesucht

    Kontrolle ist eine Illusion.

    Ein Jäger wird immer ein Jäger sein, man muss es ihm nicht beibringen, die Voraussetzungen für den Ablauf der einzelnen Jagdsequenzen (die man kennen sollte, wenn man einen Jagdhund hat) sind in seinem Genom verankert und werden schon mit minimalen Reizen, beispielsweise beim Welpen über kullernde Objekte, getriggert. Ein Welpe mit Jagdhundgenen wird sehr früh beginnen, beispielsweise Insekten oder Vögel zu "jagen", und die meisten finden das bei dem kleinen Kerl witzig und harmlos - dort aber liegen die Anfänge, und damit auch der Anfang der Arbeit.

    Hatte ein Hund erste Erfolge, beispielsweise beim Hetzen, ist er neurologisch quasi auf "Droge" - das Verhalten ist so selbstbelohnend, dass es schwierig ist, dem etwas entgegen zu setzen. Jeder Erfolg wirkt wie Schmieröl auf die Bahnen, die das Verhalten in der Folge immer weiter begünstigen.

    Ich lebe seit 13 Jahren mit Vollblutjägern - was hilft?

    a) Frühzeitig mit dem Training beginnen, ein Abbruchsignal etablieren, und üben, üben, üben.

    b) Distanzen festlegen - die Chance, dass einem Abbruchsignal Folge geleistet wird, steigt, je näher der Hund am eigenen Einflussbereich ist. Die Arbeit mit der Schleppleine leistet hier wertvolle Dienste

    c) in wildreichen Gegenden stets, und damit meine ich ausnahmslos, die Aufmerksamkeit am Hund und der Umgebung haben. Kein Kaffekränzchen beim Waldspaziergang, keine Telefonate, kein Ipod auf den Ohren, kein gemütliches Walkingründchen mit Freunden - Hundezeit ist Hundezeit, wenn man mit einem Jäger im Wald ist.

    Essentiell ist, die hundliche Körpersprache kennen zu lernen. Wer darin Übung hat, wird nur selten kalt erwischt.

    d) Verhalten umlenken, Alternativen anbieten: Dummytraining, Mantrailing, Fährten beispielsweise

    e) Interessant sein und bleiben, Hund kopfmässig fordern, eine gute Bindung auf- und ausbauen.

    f) damit leben lernen, dass es eine absolute Sicherheit nie geben wird.

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