Das hat mit blöd sein nichts zu tun. Aber ohne dass ich Hunde vermenschliche: hier kommt mir doch der Gedanke, dass Hunde auch nur Menschen sind. Es gibt immer welche, die andere bei jeder Gelegenheit zurechtweisen wollen - und welche, denen das einfach kein so dringendes Bedürfnis ist.
Eben, deshalb würde ich einen RR auch sicher nicht empfehlen. Genau das wird hier ja gesagt und von dir bis zur Unkenntlichkeit relativiert. Dass ein RR eben aller Wahrscheinlichkeit nach einen größeren Erziehungsaufwand erfordert und daher als Anfängerhund für eine Familie weniger geeignet ist als andere. Und wenn der RR weniger geeignet ist, dann gibt es halt auch Rassen, die sich tendenziell besser dafür eignen.
Auch wenn dich der Verweis auf eine gewisse Erfahrung nun wieder als zu laienhaft verärgern sollte: ein Mops oder Zwergpudel, der zur Gefahr für Leib und Leben wurde, ist mir eben noch nicht untergekommen.
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Thema: Familienhund - Tipps gesucht
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11.10.2011, 09:46Inaktiver User
AW: Familienhund - Tipps gesucht
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11.10.2011, 12:44Inaktiver User
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Ich bevorzuge da eher eine Betrachtung, die nicht auf Annahmen und Spekulationen beruht.
Was sagt das aus? Sagt es, dass Kleinhunde Menschen und insbesondere Kinder nicht verletzen können? Ganz sicher nicht.Eben, deshalb würde ich einen RR auch sicher nicht empfehlen. Genau das wird hier ja gesagt und von dir bis zur Unkenntlichkeit relativiert. Dass ein RR eben aller Wahrscheinlichkeit nach einen größeren Erziehungsaufwand erfordert und daher als Anfängerhund für eine Familie weniger geeignet ist als andere. Und wenn der RR weniger geeignet ist, dann gibt es halt auch Rassen, die sich tendenziell besser dafür eignen.
Auch wenn dich der Verweis auf eine gewisse Erfahrung nun wieder als zu laienhaft verärgern sollte: ein Mops oder Zwergpudel, der zur Gefahr für Leib und Leben wurde, ist mir eben noch nicht untergekommen.
Es weist vor allem darauf hin, dass Bisse von Kleinhunden meist nicht zur Anzeige gebracht werden. Aktenkundig werden Beissvorfälle eher von grossen Hunden, insbesondere wenn diese ein schwarzes Fell haben. Bisse von kleinen Hunden werden dagegen häufig als Kavaliersdelikte betrachtet.
Mein Bruder hat nach einem Biss von einem Dackel (der im übrigen durch meine Eltern auch nicht zur Anzeige gebracht wurde) beinahe seine Hand verloren - entscheidend war hier nicht die Grösse des Hundes, sondern der Umstand, dass Hundebisse schwere Infektionen nach sich ziehen können.
Im übrigen geht der weitaus grösste Anteil der Beissvorfälle auf das Konto der "Familienhunde", die "so mitlaufen" und eher wenig bis keine Ausbildung / Kontrolle erfahren. Das mag erklären, warum beispielsweise Rassen wir der RR diesbezüglich wenig auffällig sind: Menschen, die sich für diese und ähnliche Rassen begeistern, bieten ihren Hunden häufig neben guter Auslastung auch eine gute Erziehung und Sozialisierung.
Man kann nicht verallgemeinernd sagen, dass ein RR,Weimaraner oder Dobermann keine Anfängerhunde sind - entscheidend ist eher die Motivation des Hundeführers, mit seinem Hund zu arbeiten. Hier kann ein Anfänger genauso gute Erfolge hinsichtlich Verträglichkeit und Gehorsam erzielen wie ein alter Hase.
Und eben weil die Mehrzahl der Beissvorfälle von sog. Familienhunden ohne vernünftige Ausbildung ausgeht, ist es mir ein Anliegen darauf hinzuweisen, dass es extrem fahrlässig ist, eine Hundeauswahl nach vermeintlicher "Familienfreundlichkeit" zu treffen. Ich bleibe dabei: Nicht die Rasse ist entscheidendes Kriterium, sondern die Bereitschaft, mit seinem Hund zu arbeiten, und diesen zu einem vernünftigen Sozialpartner zu erziehen.
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11.10.2011, 12:51Inaktiver User
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Das liegt ja auch im Trend, alles optimieren und erarbeiten zu wollen, egal ob es um Männer, Kinder oder Hunde geht.
Du hast deinen Ansatz, ich hab meinen.
Und ich bleib ebenfalls dabei, dass es durchaus Hunde gibt, mit denen man nicht erst erarbeiten muss, dass sie ein Kind nicht zurechtweisen wollen. So einem Hund würde ich dann tatsächlich nicht trauen, ich denke das ist über die Rasse hinaus eben auch eine Frage des Charakters. Und einen Hund der zu sowas neigt kann man maximal kontrollieren - vertrauen findet für mich auf einer anderen Ebene statt.
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11.10.2011, 12:57Inaktiver User
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Das sehe ich anders! Die Rasse ist AUCH ein Kriterium neben der Bereitschaft zur Erziehung und Beschäftigung natürlich. Wofür haben wir denn sonst Hunderassen? Hunde einer bestimmten Rassen bringen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bestimmte Eigenschaft mit oder eben nicht mit (immer von guten Zuchten ausgehend!).
Im Schnitt gesehen ist es nun mal so, dass bei der Anforderung "guter Familienbegleithund, der nicht extrem viel Erziehungs- und Auslastungsarbeit braucht" Rassen wie z.B. Retriever (ja, das sind Jagdhunde, aber 1. Saisonjäger und 2. Apportierer!), Möpse, Leonberger mit einer viel, viel höheren Wahrschienlichkeit gut abschneiden, als Rassen wie z.B. RRs, Weimis und Dt. Jagdterrier.
Der Umkehrschluss heißt natürlich auch nicht, dass kein Hundeanfänger und keine Familie einem Deutsch Drahthaar gerecht werden kann, aber - seien wir mal ehrlich - die meisten können es nicht! Die, die es können, suchen bis auf sehr wenige Ausnahmen aber auch nach einen Hund, der viel gearbeitet werden soll - dann können diese Rassen natürlich wieder sehr gut passen.
Von Schönrederei halte ich gar nichts. Die Überforderten Hundehalter sind sehr selten die, die beim seriösen Züchter eine zu ihnen passende Rasse gekauft haben, sondern die, die sich den RR oder den Weimi angeschafft haben, weil er so gut zur Wohnzimmererinrichtung passt, oder weil sie nicht ehrlich zu sich waren und von einer ganz anderen Auslastung ausgegangen sind, als sie eigentlich leisten können und/oder wollen.
Die TE hat übrigens erklärt was sie sich unter einem Familienhund vorstellt! Und nicht einfach nur "Familienhund" geschrieben. Auch schrieb sie nirgendwo, dass sie ernsthaft über einen RR nachdenkt, sondern nur, dass ihr Sohn die niedlichen Welpenbilder toll fand (und im jugendlichen Leichtsinn den Hund sofort genommen hätte).
Mein Mann hat eine deutlich zusehende Narbe im Gesicht - von Nachbars Dackel-Mix. Der hat dem damals 3-jährigen ins Gesicht gebissen. Dackel zähle ich übrigens nicht zu den Familienhunden, sondern zu den Vollblut-Jagdhunden :-)Mein Bruder hat nach einem Biss von einem Dackel (der im übrigen durch meine Eltern auch nicht zur Anzeige gebracht wurde) beinahe seine Hand verloren - entscheidend war hier nicht die Grösse des Hundes, sondern der Umstand, dass Hundebisse schwere Infektionen nach sich ziehen können.
Und sicherlich richten größere Zähne mehr Schaden an, als kleine. Aber ob ein Bordercollie, ein Pudel, ein Retriever oder ein Rottweiler ins Gesicht oder in den Hals beißt ist völlig egal - die Zähne reichen locker aus, um schwer zu verletzen oder zu töten.
Bei Kleinkindern und im blödsten Fall auch bei Erwachsenen reichen da auch Dackelzähne für, wenn z.B. direkt die Halsschlagader getroffen wird.
Die Zähnchen da im Mund sind dafür da feste Tierhäute mit ordentlich Fell oder Borsten aufzureißen - da ist dünne Menschhaut kein sonderliches Hindernis.Geändert von Inaktiver User (11.10.2011 um 13:02 Uhr)
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11.10.2011, 19:41
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Die Bereitschaft allein nutzt nicht viel, wenn man sich einfach noch nicht in Hunde "eingehört" hat und bar jeglicher Erfahrung sich gleich einen Hund zulegt, der dem Halter einiges abverlangt, es sei denn, man gehört zu den wenigen absoluten Hundeverstehern (solls ja geben). Mein erster Hund war ein Terrier, von der Größe her handlich, aber charakterlich nicht für einen Anfänger geeignet, wir haben ewige Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Rudel ausfechten müssen, jeden Tag von neuem musste ich ihm beweisen, dass ich und nicht der Boss war.
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11.10.2011, 23:04
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Ich würde schon grundsätzlich sagen, dass ein Hund einer z.B. Schutzhunderasse mehr Risiko mit sich bringt als beispielsweise ein Hütehund oder ein Apportierhund, da er stark "führer"orientiert gezüchtet wird und genau auf die Schutzeigenschaften, Mannschärfe etc. in der Zucht Wert gelegt wird. Er wird im vermuteten Ernstfall schneller seinen Chef verteidigen.
Ich habe aber nahezu alle schlechten Erfahrungen mit Hunden in der Gewichtsklasse zwischen 2 und 10 Kilo gemacht. Nicht, weil das besonders scharfe Rasen wären, sondern weil die Besitzer so ignorant waren und glaubten, Dominanz, Aggresssivität und vor allem Erziehung seien bei solchen Handtaschen-Accessoires kein Thema. Und weil sie nicht eingreifen, sondern einfach dabeistehen und selbst Angst vor dem eigenen Hund haben. ((Klar, wenn der Hund der Chef ist.))
Die unerzogenen und bissigen Zwrge, die für jede Impfung sediert werden müssen, teils mit dem Blasrohr, die kennt jeder Tierarzt. Große Hunde sind heutzutage meist einigermaßen sozialisiert und erzogen und kommen mit Mensch und Fremdhund meist besser klar.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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11.10.2011, 23:23Inaktiver User
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Was hat das mit Trend zu tun?
Wer ausser dem verantwortlichen Menschen sollte einem Hund denn beibringen, sich in der Menschenwelt und menschenkompatibel bewegen zu können?
Vertrauen entsteht durch gemeinsame, freudige Arbeit, an der beide, Hund und Mensch, Spass haben, und bei der sie lernen, sich aufeinander zu beziehen, und einander zu verstehen.Du hast deinen Ansatz, ich hab meinen.
Und ich bleib ebenfalls dabei, dass es durchaus Hunde gibt, mit denen man nicht erst erarbeiten muss, dass sie ein Kind nicht zurechtweisen wollen. So einem Hund würde ich dann tatsächlich nicht trauen, ich denke das ist über die Rasse hinaus eben auch eine Frage des Charakters. Und einen Hund der zu sowas neigt kann man maximal kontrollieren - vertrauen findet für mich auf einer anderen Ebene statt.
Es gibt bei Lebewesen keine Verhaltensgarantien, und es ist fahrlässig anzunehmen, dass es die geben könnte. Das ist eine Scheinsicherheit, die meines Erachtens dazu führt, dass ein Mensch seine Verantwortung vernachlässigt, und die Probleme begünstigt.
Es ist beispielsweise erschreckend, wie viele Menschen, die mit Hund leben, nicht einmal die absoluten basics des hundlichen Ausdrucksverhaltens kennen.
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11.10.2011, 23:31Inaktiver User
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Die Bereitschaft ist Voraussetzung dafür, sich überhaupt einfühlen zu können. Das ist ein Lernprozess, der voraus setzt, dass man a) lernen möchte, und b) bereit ist, die dafür notwendigen Beobachtungen inklusive der Geduld und kritischen Selbstreflexion, die das verlangt, zu machen.
Dass die Mehrzahl der Beissvorfälle von scheinbar harmlosen Familienhunden ausgeht, ist doch gerade Beleg dafür, dass es hier an einer grundlegenden Bereitschaft mangelt, und nicht daran, dass man sich eine schwierige Rasse ausgesucht hätte.
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11.10.2011, 23:38Inaktiver User
AW: Familienhund - Tipps gesucht
Das ist mir zu verkopft, ich arbeite nicht mit meinen Tieren (und auch nicht mit oder an meinen Kindern oder meinem Mann), ich leb mit ihnen. Bindung entsteht nicht nur durch Arbeit, bei Kindern nicht und auch nicht bei Hunden. Find ich eine trostlose Sichtweise.
Ich wart schon auf die ersten Hunde mit burn out...
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11.10.2011, 23:43Inaktiver User



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