Das sinkende Krebsrisiko bei Hündinnen ist größtenteils eine Mär und folgt ungefähr der gleichen Logik wie das kupieren von Ruten, damit sich der Hund daran nicht verletzen kann. Überhaupt eine Auswirkung hat sowieso nur eine Frühkastration (die dafür viele andere Nachteile mit sich bringt).
Scheinschwangerschaften sind von der Natur so vorgesehen und erstmal nicht bedenklich.
Ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema: tierarzt-lensahn.de/wissenswertes/kastration.pdf
Generell ist der Eingriff bei Rüden kleiner und somit potienziell weniger gefährlich und somit einer Kastration von Hündinnen vorzuziehen, wenn's unbedingt sein muss. ABER es spielen viele Faktoren eine Rolle! Deswegen ist es immer eine Einzelfallentscheidung. Sucht Euch einen guten Tierarzt (bitte keinen der nur seine Kasse klingeln hört) und sprecht mit ihm die Vor- und Nachteile in genau Eurem Fall durch.
Das kastrierte Hunde dick werden ist Blödsinn - Futter macht dick, nicht die Kastration! Einige Hunde entwickeln mehr Hunger - aber da ja nun im Normalfall der Mensch das Futter einteilt, gibt's eben nicht mehr Futter und Hund bleibt rank und schlank.
Ich hatte in meinem Leben zwei Mal kastrierte Rüden in meinem Haushalt (beide Male aus gesundheitlichen Gründen). Der eine war schlank und aktiv genau wie vor der Kastration. Der anderen war scheinbar etwas träger geworden (und daraus resultierend musste die Fütterung angepasst werden), aber war immer noch vernünftig zu motivieren. Aber er nicht sowieso im Alter träger geworden wäre, weiß ich nicht.
Die Gefahr der Inkontinenz bei Hündinnen großer Hunderassen ist leider erheblich, variert aber auch nach OP-Methode. Eine ewig Urin verlierende Hündin ist aber wirklich überhaupt gar kein Spaß :-(
Als Jugendliche hatte ich eine (ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen) kastrierte Hündin. Sie hatte keinerlei Probleme damit. Ich kenne aber gerade bei Hündinnen auch einige andere Fälle in punkto Inkontinenz.
Beachten sollte man das es bei Kastrationen immer eine Umstellungsphase gibt - der Hund bleibt nicht so wie direkt nach der OP. Er oder sie muss sich erst an den veränderten Körper gewöhnen und es ist eben auch eine OP, nach der der Hund Genesungszeit braucht.
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02.07.2011, 19:46Inaktiver User
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
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02.07.2011, 21:31Inaktiver User
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
Also mein Rüde, 10 Jahre, Labrador-Dt.-Dogge und noch irgendwas Grosses-Mix wurde vor 7
Jahren kastriert, ging einfach nicht anders.Mein Mann war verstorben und auf mich hörte er damals nur
wenn er wollte....
Sobald eine Hündin, egal ob gross oder klein, im Dorf läufig wurde, war er auf und davon, ich hatte
auch immer Angst er läuft vor ein Auto oder so.....
ER hat das damals gut weg gesteckt, wurde gelassener und auch (bisschen) gehorsamer mir gegen-
über, gutmütig war er immer schon.Einzige "Nebenwirkung": er ist extrem verfressen, aber auch das war er vorher schon, das Tier hat immer Hunger und wenn jemand Tipps hat, einen Nicht-Diabetiker, gesund
und schon älter, von dem Gefühl ,ständig fressen zu "müssen" runter zu kriegen: bitte her damit !!
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02.07.2011, 21:39
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02.07.2011, 22:01Inaktiver User
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
Ich habe meine beiden Hündinnen auch immer nach der ersten Hitze kastrieren lassen, es gab bisher noch keine Probleme und es sind auch große Rassen.
Interessanter Artikel!Vorteile
Durch die Kastration wird die Sexualfunktion irreversibel und zeitlebens ausgeschaltet. Damit fallen auch die hygienischen Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit dem blutigen Läufigkeitsausfluss weg.
Der größte Vorteil der Kastration ist jedoch die Verhinderung von Mammatumoren, vorausgesetzt, die Hündin wird vor der ersten Läufigkeit kastriert. Wird bis nach der zweiten Läufigkeit mit der Operation gewartet, so ist das Risiko für Gesäugekrebs gleich groß wie bei einer sexuell intakten Hündin, nämlich 26 Prozent. Eine Kastration nach der zweiten Läufigkeit reduziert also das Risiko für Tumoren der Milchdrüse nicht mehr.
Auf die normalen Hormonveränderungen nach der Läufigkeit reagieren einige Hündinnen mit psychischen Störungen, eventuell auch mit Gesäugeanbildung, der so genannten Scheinträchtigkeit. Dieses für Hund und Besitzer gleichermaßen unangenehme Verhalten verschwindet mit der Kastration vollständig.
Durch die Kastration können außerdem Erkrankungen von Eierstöcken und Gebärmutter, vor allem die häufig vorkommende Gebärmuttervereiterung, verhindert werden.
Quelle: Kastration - Pro & Kontra
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02.07.2011, 22:24Inaktiver User
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
lies das pdf, das ich verlinkt habe (bzw. nicht verlinkt, weil von kommerzieller Seite, sondern nur angegeben) dort ist es erklärt. Das Risiko sinkt nur (und auch dann nicht extrem), wenn vor der ersten Läufigkeit kastriert wird, dieses bringt aber so viele andere Nachteile mit sich, dass die Kastration nicht auf Grund vom zweifelhafter Krebsvorsorge erfolgen sollte.
Es gibt gute Gründe Rüde oder Hündin zu kastrieren - Krebsvorsorge ist keiner! Und spielt hier in dem im Strang gegeben Fall sowieso keine Rolle, weil es sich hier nicht um Frühkastrationen handelt.
Gute Gründe wäre z.B. gesundheitlich beim Rüden wiederkehrende Prostataprobleme bei der Hündin wiederkehrende Gebärmutterentzündungen.
Haltungstechnische Gründe wären alle, bei denen nicht garantiert werden kann, dass keine ungewollten Welpen entstehen.
Hypersexualität beim Rüden ist ein weiterer Grund (manche Rüden reiben sich dauerhaft wirklich extremst auf).
Wie im Eingangsposting können sich Lebensumstände so ändern, dass nach Absprache mit einem TA eine Kastration sinnvoll sein kann. Generell sollte man da eher zum Rüden tendieren, weil die OP einfach "harmloser" ist - ABER wie schon gesagt: es können auch Gründe für eine andere Vorgehensweise sprechen.
Gute Gründe für und gegen Kastrationen werden auch im Artikel genannt.
Ich würde das ganze mit einem TA meines Vertrauens für genau meinen Einzelfall durchsprechen. Habe ich keinen TA meines absoluten Vertrauens würde ich mehrere aufsuchen und es durchsprechen und hören, was sie dazu zu sagen haben (und dabei im Hinterkopf behalten, wodran die TAs am meisten verdienen).Geändert von Inaktiver User (02.07.2011 um 22:32 Uhr)
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02.07.2011, 22:57
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
Das sagst Du zu allgemein. Die "Vorsorge" ist nicht zweifelhaft, sondern senkt das relative Risiko für Mammatumoren beim Hund um nahezu 100% (wohlgemerkt das relative Risiko) bei einer Frühkastration (vor der ersten Läufigkeit oder im Welpenalter, letztere wird hauptsächlich in den USA (dort minimalinvsiv als Entfernung der Ovarien, der Uterus bleibt drin und entwickelt sich nicht weiter) durchgeführt).
Die Kastration der Hündin bis spätestens zur zweiten Läufigkeit senkt das relative Mammatumorrisiko immer noch im Bereich von über 95%. Die Kastration DANACH, nach der dritten Läufigkeit und später hat kaum noch einen Einfluss.
Der Einfluss der Sexualsteroide während des Zyklus auf das Brustgewebe ist ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung von Mammatumoren (ebenso bei der Frau - hier gibt es nicht umsonst antiöstrogene endokrine Therapien bei Hochrisikopatientinnen).
Das Pyometrarisiko bei der älteren Hündin ist auch so ein Thema. Die meisten werden erst vorgestellt, wenn die Uterushörner prall wie Fahrradschläuche (voll mit Eiter) und kurz vor dem Platzen sind. Es ist dann nicht nur eine hochriskante OP wegen des Risikos einer Bauchfellentzündung, sondern die Hündinnen sind meist von der Kreislaufsituation her sehr elend und sie haben massiv erhöhte Harnstoffwerte etc. Ist immer eine notfallmäßige OP beim Risikopatienten, die auch nicht immer gut geht..
Und grundsätzlich verändern sich Rüden nach der Kastration oft mehr als Hündinnen. Sie werden durch den Überhang an weiblichen Hormonen oft für andere Rüden interessant, die anderen "belästigen" sie, reiten auf, dann gibt es häufig Zoff.
Fett werden Hunde durchs Futter, also durch den Besitzer. Da hast Du voll Recht.
Es gibt inzwischen Futter für kastrierte Tiere: male neutered und female neutered.
Aber der Stoffwechsel verändert sich bei beiden Geschlechtern, ebenso der Körperbau. Das ist einfach eine hormonelle Geschichte.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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02.07.2011, 23:49Inaktiver User
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
Die mir bekannten Studien sagen anderes aus (siehe z.B. das pdf in dem Studien zitiert werden - andere Links habe ich nicht auf diesem Rechner). Das Risiko sinkt nur(!) im Falle einer Frühkastration - also vor der 1. Läufigkeit - erheblich - nämlich um ~100%. Da diese aber entwicklungsbedingt erhebliche(!) Nachteile mit sich bringt, ist es mehr als fragwürdig das Tumor-Risiko zu senken, aber dafür eben andere Probleme in Kauf zu nehmen.
Die Literatur gibt übrigens ein Sinken des Mammatumor-Risiko von 84% bei Kastration zwischen 1. und 2. Läufigkeit an - und das nenne ich nur geringe Risikominderung - vor allem bei den Nachteilen, die die Operation mit sich bringt!
Und es ist ja nun auch bei weitem nicht so, dass jede intakte Hündin Mammatumore bekommt! (Genau deshalb passt auch der kupier Vergleich - die Hündin könnte eventuell Mammatumore bekommen, sie könnte aber auch bis an ihr natürliches Lebensende pumperlgesund sein. Genauso wie der Jagdhund sich seinen Schwanz im Gestrüpp verletzen könnte, er könnte aber genauso gut bis ans Lebensende einen heilen Schwanz haben).
Nach der 2. Läufigkeit (und darum geht es bei der TE ja wohl) sinkt das Risiko gar nicht mehr.
Was das zu späte zum Tierarzt gehen bei Gebärmutterentzündungen mit Kastration oder nicht zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Das man seinen Hund gut im Auge behält, ist wohl selbstverständlich.
Scheinschwangerschaften sind keine Krankheit, sondern normal für Caniden und im Normalfall völlig unproblematisch, wenn's von Menschen nicht zum Problem gemacht wird.
Das es akut gesundheitliche Probleme geben kann, die eine Kastration nötig machen, ist unbestritten. Die Gebärmutter wird heute meist übrigens nicht mehr 'rausgenommen, sondern "nur" noch die Eierstöcke.
Gerne wird auch fälschlicherweise die Risikominderung von Gebärmutterhalskrebs angeführt. Dieses kommt bei Hunden extrem selten vor, kann also außer acht gelassen werden.
Häufig? Na ja... es kommt vor, ja. Aber häufig geht so. Zumal es ja nun auch nicht so ist das ständiger Kontakt zu anderen unkastrierten Rüden in jedem Fall gegeben ist. Außerdem kann man dann als Gegenbeispiel wieder angeben, dass intakte Rüden oft/manchmal gar nicht miteinander klar kommen. Was da das kleinere Übel ist/sein kann...?Und grundsätzlich verändern sich Rüden nach der Kastration oft mehr als Hündinnen. Sie werden durch den Überhang an weiblichen Hormonen oft für andere Rüden interessant, die anderen "belästigen" sie, reiten auf, dann gibt es häufig Zoff.
Und man kann anführen, dass kastrierte Rüden generell verträglicher sind und es einfacher ist Hundesitter/Pensionen etc. zu finden - auch das ist für mich Bequemlichkeit und kein Kastrationsgrund (genauso wie die generell Verträglichkeit).
Man muss sich das Ganze auch nicht schön reden . Es handelt sich um eine OP - d.h. es gibt einige Risiken! Bei der Hündin ist es ein relativ großer Eingriff, beim Rüden ein relativ kleiner. Risiken und Folgeprobleme gibt/kann es bei beiden geben. Tiere haben ein Geschlecht und bringen geschlechtsspezifische "Probleme" mit sich - das ist normal und gut und richtig so. Tier aus Bequemlichkeit zu operieren ist Schwachsinn.
Im Fall der TE hört es sich so an, als wäre die Kastration der Hunde sinnvoll. Ob es in ihrem Fall sinniger ist die Rüden zu kastrieren oder die Hündinnen, kann nur als Einzelfall entschieden werden.Geändert von Inaktiver User (02.07.2011 um 23:56 Uhr)
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03.07.2011, 01:20
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
mein rüde ist kastriert, er war damals ca. 14 Monate alt
meine erfahrung: die op an sich war komplikationslos - laut TA,
er war nach nachlassen der narkose auch wieder recht schnell fit,
danach keine Verhaltensveränderung in Bezug auf andere Rüden - unkastriert oder kastriert hat hier keine rolle gespielt - entscheidend war immer der jeweilige Charakter des anderen Hundes - entdweder die können sich riechen oder nicht
keinerlei gesteigerte Verhaltensauffälligkeit in der Nähe von einer läufigen Hündin, weder jaulen noch Futter verweigern oder so, wir können wunderbar auch mit Hündinnen in der heissen zeit spielen und spazieren gehen
Gewichtszunahme gabs keine
Gern und viel gefressen hat er schon vorher und sich auch gern bewegt auch heute noch, auch wenn er dem "mit frauchen joggen gehen" nicht so viel abgewinnen kann wie mit anderen hunden über die wiese toben :-)
also wir hatten keine negativen begleiterscheinungen nach der kastration
meine freundin hat ihren rüden mit 6 jahren kastrieren lassen (aus den gleichen gründen wie du) und hat auch keinerlei veränderungen an ihm festgestellt - ausser eben das durchdrehen bei läufiger hündin hat aufgehört - es interessiert ihn schlicht einfach nicht mehr :-)
grüße
jasmintee
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03.07.2011, 08:05
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
Deshalb schrieb ich "relatives Risiko". Ist dasselbe Thema wie der Nutzen des Mammographiescreenings.
Ist mir auch nicht klar, aber man sieht in der Praxis/Klinik selten frühe Stadien, die man noch versuchen könnte, konservativ anzugehen. Immer nur die schwer kranke Hündin, bei der es um Leben und Tod geht, also die Indikation zur notfallmäßigen OP.
Vor der ersten Läufigkeit.
Was völliger Quatsch ist.
Das stimmt eben nicht. Ein aggressiver Rüde bzw. einer mit Aggressionspotential, das nicht sexuell/hormonell getriggert ist, bleibt aggresiv. Also wenn es sich um Eifersucht, Futter-/Besitzneid, Revierverhalten etc. handelt. Ich lebe in einer Gegend, in der sich eine Reihe von Neu-Hundebesitzern sehr wundert, dass ihre Eunuchen supergiftig sind bzw. durch den Eingriff nicht zum Lamm wurden. ((Viele denken ja gar noicht drüber nach und lassen ihre Jungs kastrieren und glauben, das spart Erziehung.))
Wir empfehlen darum grundsätzlich vor der Kastration, die aus Verhaltensgründen gewünscht wird, eine Chip-Implantation, weil ,man hier sehen kann, ob das Verhalten mit der hormonellen Situation zu tun hat.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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03.07.2011, 11:20Inaktiver User
AW: Halten von Rüden und Hündinnen zusammen
Genau das habe ich doch geschrieben (und es findet sich auch im Artikel) - natürlich ersetzt Kastration keine Erziehung. Es ist noch nicht einmal 100% garantiert, dass sich ein Kastrat wirklich nicht mehr für's weibliche Geschlecht interessiert.
Das Beispiel war, dass ich mit der gleichen Logik sagen kann, dass Kastraten Probleme mit unkastrierten Rüden haben (bzw. die Rüden mit ihnen) wie das Kastraten unkomplizierter sind mit anderen Hunden. Beides kann sein, muss aber nicht sein.


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