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  1. Inaktiver User

    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist mir völlig neu, dass FIP ansteckend sein soll.

    Der Krankheit liegt der Corona-Virus zugrunde. Den tragen sehr viele Katzen in sich, ohne je an FIP zu erkranken.
    Das sie nicht erkranken, heißt ja nicht, daß sie sich nicht irgendwo mal angesteckt haben. Oder zumindest mit dem Virus in Kontakt kamen.

    Das Immunsystem ist eben häufig in der Lage, so Krankheiten erfolgreich in Schach zu halten.

    Beispiel: Herpes labialis (Lippenherpes) beim Menschen. Damit sind so 90-95 % der Menschen infiziert und normalerweise hat man keine Bläschen an den Lippen, weil das Immunsystem den Erreger in Schach hält. Bis man plötzlich eine schwere Erkältung o.Ä. bekommt, prompt bricht auch der Herpes labialis aus und man kriegt eine "Plaque-Schnüss", wie man in meiner rheinischen Heimat so schön sagt.
    Geändert von Inaktiver User (30.03.2011 um 15:59 Uhr)

  2. VIP

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    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Das Virus ist schon ansteckend, woher hätten sonst soviele Katzen (teils hohe) FCoV-Antikörpertiter. Der Nachweis von FCoV-Antikörpern bei einer Katze bedeutet erst einmal nur, dass ihre Abwehr sich mit dem Felinen Coronavirus auseinandergesetzt hat und spezifische, meist gegen Oberflächenmerkmale des FCoV gerichtete Antikörper gebildet hat (diese AK können nur gebildet werden, wenn bestimmte Zellen des Immunsystems im Körper mit dem Virus zusammentreffen).
    Nun muss aber nicht jede Katze, die sich irgendwann in ihrem Leben mit FCoV angesteckt hat, symptomatisch werden. (Bei sehr vielen - nicht allen - Infektionskrankheiten kommen sogenannte subklinische Verläufe vor. Beim Menschen ist das z.B. mit Röteln so: Viele bekommen von ihrer Röteln-Infektion gar nix mit, hatten sie aber definitiv - erkennbar an vorhandenen AKs.)

    Man geht allgemein davon aus, dass klinisch unauffällige Katzen, die hohe FCoV-AK-Titer haben, dieses Virus ausscheiden.

    Ein FCoV-Titer plus klinische Symptomatik (Fieberschübe, Nieren- und Leberprobleme, rezidivierende Entzündungen, Uveitis, Verwirrtheitszustände und andere Symptome von Seiten des zetralen Nervensystems, um nur einiges zu nennen) ist diagnostisch einigermaßen richtungsweisend, bei der trockenen Form der FIP ist aber leider erst der Pathologe, der es sicher sagen kann.

    Bei der feuchten oder exsidativen Form bildet sich im späten Stadium ein charakteristischer Erguss in der Bauchhöhle, Brusthöhle (führt zur Atmenot) und auch im Herzbeutel. Der Erguss kann am lebenden Tier mit den üblichen bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Sonografie dargestellt werden (oft ist das nicht nötig, weil die Bauchhöhlenergüsse vom Volumen her so heftig sind, dass die Katze einen typischen birnenförmigen Hängebauch hat, der sich verlagert, wenn man sie auf die Hinterbeine stellt). Diese Ergüsse entstehen durch eine Entzündung der serösen Häute, also des Bauchfells der Bauchwand und des Überzugs der Bauchorgane (dito Brustfell ...). Diese großen Oberflächen können in kurzer zeit relativ viel Flüssigkeit produzieren, die im Falle der FIP eine typische bernsteingelbe Farb, ein typisches spezifisches Gewicht und einen hohen Eiweißgehalt hat. Ein solches Punktat ist beweisend (die Prozedur ist für die Katze nicht schlimm).

    Wenn so ein Erguss vorliegt, zeigt sich die Katze normalerweise als schwerkrank bis moribund.

    Der Verlauf der trockenen FIP kann durchaus länger dauern, ohne Augen- und ZNS-Symptome hat man oft zuerst ein allgemeines Krankheitsbild vor sich und der FIP-Verdacht entwickelt sich erst mit zunehmendem Nichtansprechen auf alle möglichen Therapieversuche und den Fieberschüben.

    Ich wünsche Euch sehr, dass das Katerchen keine FIP hat!

    Viel Glück!
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  3. Inaktiver User

    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das sie nicht erkranken, heißt ja nicht, daß sie sich nicht irgendwo mal angesteckt haben. Oder zumindest mit dem Virus in Kontakt kamen.
    Genau und deshalb ist auch nicht FIP ansteckend, sondern das Virus.

    Eine Katze kann sich mit dem Corona-Virus anstecken, ohne dass bei bei der Virus-Träger-Katze FIP ausgebrochen ist. Und eine Katze kann sich an einer an FIP erkrankten Katze genauso gut auch
    nicht anstecken. Und selbst wenn sie sich ansteckt, heißt es noch lange nicht, dass sie auch an FIP erkrankt. Das ist mein Wissensstand und auch die Erfahrung, die ich - leider - drei Mal zu viel machen musste...

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    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Leider gibt es noch nichts Neues. Gestern sollte eigentlich das Ergebnis der Blutuntersuchung angekommen sein, aber das Labor hat die Probe noch gar nicht bekommen. Wir sollen heute nochmal anrufen und nachfragen.

    Unser KAterchen ist munter und vor allem frech wie immer. Er nimmt normal am Leben teil, frißt auch wieder ganz normal, nimmt aber nicht wirklich zu. Er bekommt brav seine Medikamente, um die Entzündung zu hemmen und das Immunsystem zu stärken.
    Wir haben es mal mit Butter versucht (Tip vom Arzt), die wir ihm samt Medikament ins Fell streichen. DAS kann er so gar nicht leiden. Aber solange er es abschleckt, ist uns das egal. Vorher haben wir echt alles versucht: das zerstoßene Medikament in Vitaminpaste oder in Leberwurst eingerührt, zuletzt in Sahne in einer Spritze verabreicht- nichts.

    Wir sehen mal, wie es weitergeht, aber dass hier Ruhe eingekehrt ist, kann ich nicht gerade behaupten.

  5. Inaktiver User

    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    @Katelbach,

    danke für Deine ausführlichen Erklärungen.

    Ist diese trockene FIP - hierum handelt es sich ja wohl, wenn er wirklich FIP haben sollte - dann auch letztendlich letal ?

  6. VIP

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    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ist diese trockene FIP - hierum handelt es sich ja wohl, wenn er wirklich FIP haben sollte - dann auch letztendlich letal ?
    Letzten Endes ja. Leider. Es gibt wohl protrahierte Verläufe mit etwas besseren Phasen, d.h. man kann den Patienten einige Zeit auf einem Level halten, ohen das er zu sehr unter der Krankheit leidet, aber die Katze ist krank. Eine Heilung gibt es bisher nicht. Die granulomatösen Veränderungen der Organe (auch im Gehirn) schreiten fort, Entzündungen und Fieberschübe treten immer wieder auf oder bestehen chronisch.
    Bei FIP ist das immunologische Geschehen sehr komplex.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Wenn er es hat, dann wird er in jedem Fall sterben. Soviel ist uns klar. Da das Ergebnis immer noch auf sich warten läßt, hoffen wir immer noch, dass er vielleicht nur sein trübes Auge verlieren könnte und nicht gleich sein Leben.

    Wir haben Angst vor 2 Dingen:

    1) dass wir in jedem müden Blick gleich eine Verschlecherung entdecken oder

    2) umgekehrt wir bei jedem guten Tag einen Aufwärtstrend erkennen.

    Wie können wir in einer solchen Situation möglichst objektiv erkennen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, ab dem es keine Hoffnung mehr gibt und wir ihn besser von seinem Leiden und Leben erlösen?
    Denn wir lieben unser Katcherchen so sehr, dass wir in keinem Fall wollen, dass er leidet!

  8. Inaktiver User

    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Zitat Zitat von nicole-kruemel Beitrag anzeigen
    Wie können wir in einer solchen Situation möglichst objektiv erkennen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, ab dem es keine Hoffnung mehr gibt und wir ihn besser von seinem Leiden und Leben erlösen?
    Liebe Nicole,
    das ist bei Katzen leider immer sehr schwer zu sagen .... Sie können auch übel leiden, ohne das man es mitkriegt, leider.

    Du schreibst weiter oben

    Unser KAterchen ist munter und vor allem frech wie immer. Er nimmt normal am Leben teil, frißt auch wieder ganz normal, nimmt aber nicht wirklich zu. Er bekommt brav seine Medikamente, um die Entzündung zu hemmen und das Immunsystem zu stärken.
    das er normal frißt - das würde ich mal als Hauptindikator nehmen. Die meisten kranken Tiere - inklusive des Menschen - signalisieren durch Einstellen der Nahrungsaufnahme, daß sie nun nicht mehr wollen. Bei Tieren kann man dann entsprechend agieren .... (während man als Mensch eine Magensonde bekommt und noch ein paar Monate leiden "darf" ).

    Und kommuniziert das auch Eurem TA, das es für Euch am wichtigsten ist, das Eure Katze nicht unnötig leidet.
    Die meisten TA sagen zwar klipp und klar, wenn sie meinen, daß das Tier erlöst werden muß ... es gibt aber auch welche, die weiter und weiter rumdoktern, um für den Tierhalter den Abschied weiter rauszuzögern.

    Ich wünsche euch alles Liebe - ich weiß, wie es Dir geht. Unsere Katze, unsere kleine Prinzessin, ist kürzlich mit nur 3 Jahren von jetzt auf gleich todkrank geworden und wir mußten diese Entscheidung auch treffen, bei ihr sehr schnell .....

    Sie ist übrigens höchstwahrscheinlich an (Nieren-) Leukose gestorben - über die es auch heißt, es wäre hoch-ansteckend. Nun, unsere beiden anderen Katzen sind trotzdem leukose-negativ.
    Von daher: Macht Euch nicht zu verrückt wegen der anderen Katzen.

    Liebe Grüße

    Lorelei
    Geändert von Inaktiver User (01.04.2011 um 13:35 Uhr)

  9. VIP

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    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Liebe Nicole,

    ich habe in vielen Jahren mit meinen eigenen Tieren und mit Patienten gelernt, das die Tier uns zeigen, wenn sie nicht mehr wollen. Wenn sie Schmerzen habe, wenn sie nicht mehr aufstehen oder gehen können, wenn sie sehr dement und desorientiert sind oder beim Versagen von Organfunktionen, dann ist es einfach zu sehen.
    Aber auch sonst. Sehr kranke Tiere verlieren das Interesse an allem. Manche verziehen sich auch. Sie meiden den den Kontakt mit Artgenossen und ihren Menschen.

    Du schreibst ja, dass Euer Kater im Moment ganz gut drauf ist. Solange er sich so präsentiert, hat er wohl schon Lebensfreude.

    Ich habe es immer so gehalten: Wenn (m)ein Tier zu allem Hilfe brauchte oder schwere Atemnot hatte, oder Krämpfe, gar nichts mehr fressen wollte oder auch nichts mehr bei sich behielt, nur noch mit Hilfe von Infusionen knapp am Leben gehalten werden konnte, sich in eine andere Welt (geistig) zurückzog, immer wieder umfiel, ..., dann war der Zeitpunkt nahe. Und sie sind alle in meinen Armen oder auf meinem Schoß eingeschlafen.
    Wenn es soweit ist, dann findet ihr sicher einen Tierarzt, der zu Euch nach Hause kommt.

    Es ist immer ganz furchtbar, ein geliebtes Haustier gehen zu lassen und selbst die Entscheidung zu treffen. Auf der anderen Seite können wir unseren vierbeinigen Gefährten eine Verlängerung ihres Leidens ersparen. Im Gegensatz zu unseren nächsten Menschen. Die müssen aufgrund einer verqueren Rechtsprechung oft am Ende ihres Lebens grausame und entwürdigende Zustände ertragen. Und glaube mir, ich weiß, wovon ich rede.

    Alles Gute
    Katelbach
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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  10. Inaktiver User

    AW: Katze hat Virus - ohnmächtiges Bangen und Hoffen!

    Zum richtigen Zeitpunkt wurde von Lorelei und Katelbach schon alles gesagt - daher bleibt mir nur noch Euch alles Gute zu wünschen!

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