Unsere Hündin (Jack Russell-Dackel-Mix, 9,5 Jahre) hat innerhalb der letzten zwei Tage drei Krampfanfälle. Das hatte sie im Oktober 2010 zum ersten (und bis gestern auch letzten) Mal. Wir waren im Oktober beim Nottierarzt und danach auch nochmal bei der "Haus-" Tierärztin, die meinten beide, wir sollten abwarten und beobachten und uns erstmal keine Sorgen machen. Morgen bringe ich die Kleine natürlich zum Tierarzt, doch ich wollte hier mal nachfragen, ob jemand so etwas kennt:
Unser Hund versteift sich und spreizt einzelne Körperglieder, z.B. ein Vorderbein, krampfartig ab, der ganze Körper ist unter Spannung, die Augen weiten sich und die Pupillen vergrößern sich aufs äußerste. Sie zappelt nicht, speichelt nicht, kein Schaum an der Schnauze, kein Unter-sich-machen. Ich meine auch, dass sie immer bei Bewusstsein ist. Das geht so ca. 20 Sekunden und dann ist es wieder vorbei.
Die Kleine hat eine nicht therapierbare Verwachsung am zentralen Nervenkanal an einem Hinterlauf, dank Teufelskralle-Tabletten läuft und rennt sie aber ohne Probleme. Kann es damit zusammenhängen?!
Danke für Eure Tipps!
lemontree
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Thema: Hund hat Krampfanfälle
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24.02.2011, 21:51Inaktiver User
Hund hat Krampfanfälle
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24.02.2011, 22:03
AW: Hund hat Krampfanfälle
Klingt ein bisschen nach Epilepsie. Ferndiagnosen sind natürlich unmöglich - Dein TA wird sicher noch mehr mögliche Ursachen kennen.
Alles Gute für Deine Hündin.
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24.02.2011, 22:13Inaktiver User
AW: Hund hat Krampfanfälle
lemontree,
das muss Dein TA untersuchen. Die Beschreibung klingt nach einem epileptischen Anfall, für den es jedoch verschiedene Ursachen geben kann, beispielsweise auch solche, die mit dem Hirn primär gar nichts zu tun haben (extracerebrale Anfallsursachen) - das kann nur Euer TA diagnostisch abklären.
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24.02.2011, 22:26
AW: Hund hat Krampfanfälle
Warum meinst Du, es könne mit der Gabe von Teufelskralle zusammen hängen? Hat Euch die TA auf diese mögliche Nebenwirkung hingewiesen oder überdosiert Ihr das Ergänzungsmittel, um einen Erfolg zu haben?
Wenn sie den Hinterlauf normal bewegt und auch sonst gelenkig und elastisch ist, spricht es ja für den Therapieerfolg. Wie lange erhält sie das Mittel? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem ersten Krampfanfall und der Gabe von Teufelskralle?Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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24.02.2011, 22:31
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25.02.2011, 06:54Inaktiver User
AW: Hund hat Krampfanfälle
Ich denke, es ist Epilepsie.
Jack-Russel-Terrier haben eine genetische Disposition dafür, soll heißen es kommt bei dieser Rasse öfter zu dieser Erkrankung.
Das muss aber nichts heißen, sicher sollte man das im Auge behalten, und auch tierärztlich kontrollieren lassen.
Aber ich kenne durchaus Hunde, die damit sehr alt geworden sind.
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25.02.2011, 10:12
AW: Hund hat Krampfanfälle
Besonders bei epilepiformen Anfällen, und danach hört sie die Beschreibung zweifellos an, welche nach gründlicher Untersuchung durch den Tierarzt als idiopathische Epilepsie bezeichnet werden, sollte in Erwägung gezogen werden, dass neben anderen Ursachen eine Stoffwechselstöhrung Auslöser sein kann. Das Stoffwechselgeschehen beeinflusst auch das Gehirn, so das es zu Anfällen kommen kann.
Bei meinem Rüden ist das so. Tierärztliche Untersuchungen samt Bilddarstellung des Kopfes haben seinerzeit keinen eindeutigen Befund ergeben. Ich habe über das Auftreten von Anfällen Buch geführt, in der Form, dass ich sämtliche Gegebenheiten und Situationen auch zwischen den Anfällen in meine Beobachtungen mit einbezogen habe. Nach einiger Zeit habe ich festgestellt, dass es immer zu Anfällen kam, wenn der Kleine mehr als normalerweise getreidehaltiges Futter gefressen hatte, also z. B. Reis, Nudeln oder auch Trockenfutter, welches einen recht hohen Getreideanteil enthielt. Das von tierärztlicher Seite keine weitere Hilfe zu erwarten war, auch weil die Anfälle selten genug kamen um auf die Gabe von nebenwirkungsvollen Medikamenten zu verzichten ("Zum Glück" muss ich im Nachhinein sagen), habe ich die Ernährung des Hundes komplett umgestellt. Kein Getreide mehr! Das ist heutzutage recht einfach, da es selbst genügend Fertigfutter-Sorten gibt, die völlig getreidefrei sind. Seitdem gab es nicht einen einzigen Anfall mehr! Seit gut fünf Jahren!
Es muss nicht zwingend an der Fütterung liegen, das unerklärbare Anfälle auftreten, aber es ist aus meiner Sicht eine recht einfache Möglichkeit, durch Futterumstellung den Versuch zu machen, eine Änderung herbeizuführen.
Natürlich kann man sagen, "Der Hund bekommt doch schon seit Jahren dasselbe Futter und hat es immer gut vertragen". Dazu gebe ich zu bedenken: Bei einem älter bzw. alt werdenden Hund verändert sich das Stoffwechselgeschehen, zwar schleichend, aber doch unaufhaltsam. Diese Veränderungen können bis dahin nicht vorhandene Probleme mit sich bringen.
Teufelskralle über einen längeren Zeitraum würde ich einem Hund nicht geben. Magen-Darm-Probleme mit starken Schmerzen werden häufig dadurch hervorgerufen. Möglicherweise auch Stoffwechselstöhrungen.Die Kleine hat eine nicht therapierbare Verwachsung am zentralen Nervenkanal an einem Hinterlauf, dank Teufelskralle-Tabletten läuft und rennt sie aber ohne Probleme. Kann es damit zusammenhängen?!
Ausführliche Infos bezüglich Epilepsie gibt es auch hier, von der "Epilepsie-Päpstin" schlechthin:
Epilepsie beim Hund - Epilepsie-Fibel für Hundehalter | Startseite | Epilepsie-Fibel für HundehalterGeändert von Rana (25.02.2011 um 10:15 Uhr)
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26.03.2011, 21:26Inaktiver User
AW: Hund hat Krampfanfälle
Hallo an alle, die mir auf meine Frage geantwortet haben,
ich möchte mich bedanken und entschuldigen - ich habe zwar zeitnah alles gelesen und es hat mir sehr weitergeholfen, hatte aber letztens so viel Trouble, dass ich erst jetzt zum antworten komme.
Neuester Stand: Es ist keine Epilepsie und es ist keine irgendwie geartete Grunderkrankung festzustellen, die es erklären würde. Was Genaueres weiß man aber auch nicht. Seitdem gab es einen weiteren derartigen Anfall. Mehr als da sein und im Arm halten können wir nicht tun. Was ich bisher über Epilepsie bei Hunden gelesen habe (danke für die Empfehlungen!), lässt mich annehmen, dass "echte" Epilepsiekrämpfe noch mal was ganz anderes sind.
Ich hatte damals ein neues Leckerli ausprobiert, 100% Getreide, dass kann der Auslöser gewesen sein. Die latente Neigung zum Krampfen an sich hat aber wahrscheinlich komplexere Ursachen. Der Hund hat vor 9 Monaten sein Frauchen verloren (verstorben) und hat große Verlassensängste. Das war mir gar nicht so bewusst, weil man sie nie gut alleine lassen konnte und sie auch vor dem Tod des Frauchens mehrmals einige Wochen lang bei uns war und uns als "Zweitzuhause" und "vorübergehende Ersatzfamilie" gut angenommen hatte. Aber "vorübergehend" und "endgültig" sind doch Zweierlei und der Knirps hat wahrscheinlich mehr gespürt, begriffen und durchgemacht, als es äußerlich den Anschein hatte. Und so ein permanentes Stresserleben kann eine Krampfneigung verursachen, erklärte mir mein TA.
Nochmal danke an alle,
lemontreeGeändert von Inaktiver User (26.03.2011 um 21:30 Uhr)
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26.03.2011, 21:44Inaktiver User
AW: Hund hat Krampfanfälle
Liebe Rana,
danke für deine ausführliche Antwort. Die Situation ist inzwischen ganz ähnlich wie bei dir, eine völlig unklare Befundlage. Ich bin einerseits froh, dass es selten genug vorkommt und keine regelmäßigen Mediamente gegeben werden müssen, andererseits passiert es auch zu selten, um wirklich erkennen zu könne, wo ist denn jetzt die Parallele, woran liegt's?! Mit den Stoffwechselveränderungen hast du sicherlich recht, es gibt Sachen, die verträgt sie nicht mehr bzw. nicht mehr in den Mengen wie früher und so etwas könnte dahinter stecken. Aber ich vermute inzwischen ganz stark, dass es etwas Orthopädisches ist und werde künftig mal darauf achten, ob es passiert, nachdem sie z.B. irgendwo hoch- oder runtergesprungen ist oder sich gereckt hat. Aber das ist nur so eine Idee.
LG, lemontree
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27.03.2011, 09:41Inaktiver User
AW: Hund hat Krampfanfälle
Das solltest Du nicht tun.
Ein Anfassen im unbewussten Zustand (der Hund ist ja während eines Krampfanfalls nicht "ansprechbar") bewirkt bei Tieren, dass der Fluchtreflex ausgelöst wird (auch z.B. beim Erwachen aus einer Narkose).
Dieses kann Krämpfe auslösen (Narkose erwachen) bzw. verstärken, wenn der Hund wie in Eurem Fall bereits krampft.
Also, lieber nicht anfassen und weitgehend in Ruhe lassen - abwarten, bis der Krampf vorbei und der Hund wieder "klar" ist.


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