Leinenrucken kommt vor, und irgenwie musstest du dir helfen. Sehr gut war deine Reaktion, ihn danach zurückzubringen.
Ich würde keinen Blickkontakt aufbauen, sondern wegschauen, ein wenig schmatzen, auch nur die Seite zeigen. Und nicht beachten. Der Blickkontakt ist der nächste Schritt.
Sich nicht über den Hund beugen, aufrecht stehen und wie gesagt die Seite zeigen. Und wenn deine Bekannte noch einen Fuss ein wenig hebt, meint der Hund im Knigge-Schlaraffenland zu sein, eine der offensichtlichsten Beschwichtigunggesten.
Habe ich schon festgestellt, dass es so am besten läuft.
Viele Hunde fassen Blickkontakt als Übergriff und Bedrohung auf. Das Über-sie-beugen ebenfalls. Das Streicheln auch.
Das Schnappen ist zwar für uns Menschen gefährlich, für Hunde jedoch ist es der nächste Schritt zum "bleib weg". Schnappt ein Hund nach einem anderen Hund sieht man noch nicht einmal etwas an der Haut, weil diese nicht so angewachsen ist wie bei uns, sondern lockerer. Und die Haut ist dicker, beim Hund.
Deshalb ist der Hund noch kein Beisser, aber es muss ihm abtrainiert werden, selbstverständlich.
Ich rate dir auch, wenn du dich wirklich für das Thema interessierst, Bücher zu besorgen.
"Das andere Ende der Leine" ist m.E. das beste, was es auf dem Markt gibt. Denn es befasst sich mit den Fehlern des Menschen - ohne Zeigefinger.
Planet Wissen - Körpersprache der Hunde
Ein weiteres Buch ist Rugass, Beschwichtigungssignale beim Hund (Calming signals, gibts bestimmt auch aus zweiter Hand).
Das Anlegen der Ohren ist nie ein gutes Zeichen, es kann im Zusammenspiel mit der Rute und der allgemeinen Körperhaltung Angst, Fluchtverhalten, Angriffssignal sein.
Ich finde es im übrigen unverantwortlich vom Tierheim, einem offensichtlichen Nicht-Hundekenner einen derartigen Problemhund zum Gassigehen mitzugeben. Haben sie mit mir auch gemacht. Daraus wurde dann meine Bestie Bella, die nie ein unproblematischer Hund, aber ein sehr gelehriger und anhänglicher Hund wurde.
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Thema: Frage an Hundekenner
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23.02.2011, 19:26
AW: Frage an Hundekenner
Geändert von Quidam (24.02.2011 um 13:33 Uhr)
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I'm waiting for the other shoe to drop.
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24.02.2011, 13:31
AW: Frage an Hundekenner
Hi,
ich wollte dich keineswegs kritisieren! ich hätte wahrsch auch an der Leine geruckelt, als Quasi-Reflex, bei so einem uneinordnebaren Verhalten.
Nochmal zum rohen Ei: nicht, dass das falsch verstandne wird, ich lehne Gewalt gegenüber Hunden ab. Aber gerade unsichere Hunde BRAUCHEN ganz klare Grenzen innerhalb der sie sich bewegen können. Klar sollen sie erleben, dass Menschen ihnen nichts zu leide tun, sie brauchen aber auch klar Verhaltensregeln: Wenn man selber die ganze Zeit gutschi-gutschi mit dem hund umgeht, ihn bemitleidet und jegliche potentielle "Gefahren" meidet, ist man in seinen Augen keine Führungsperson, sondern ebenso eine Schissbuchse wie er selbst oder eine noch größere, der hund helfen muss.
Das nur mal generell.
Wenn die Trainerin so etwas sieht und unkommentiert/uninterveniert lässt...mh, nun ja.
Spielst du denn mit dem Gedanken, den Hund zu dir zu holen? Dann wäre ja ein Trainer von außen anzudenken, der mit dir mal ins TH geht. Ansonsten würde ich persönlich wohl doch erstmal das Gespräch suchen- mit wem auch immer. Viel Erfolg weiterhin, ich find's toll, dass du dich so einsetzt!
lg,a
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24.02.2011, 19:25
AW: Frage an Hundekenner
Nee, keine Angst, ich werde wegen dem Leinenruckeln nicht in Zukunft mit Asche auf meinem Haupt rumlaufen

War nicht toll aber war jetzt halt so.
Eigentlich bin ich weder der Gutschi-gutschi-Typ (ok, meine Gutschi-5-Minuten habe ich auch ab und an
), noch die die zu Gewalt greift. Mein Problem ist einfach wenn ich mangels Erfahrung keine Ahnung habe was grad angemessen ist, hätte ich ganz gerne eine Leitlinie von jemand der sich damit auskennt. Damit das das nächste Mal funktioniert.
Die habe ich von den TH-Leuten halt nicht bekommen und deshalb frage ich hier.
Von euch habe ich gute Tipps bekommen, obwohl das ohne den Hund oder die Situation zu kennen wirklich nicht einfach ist
Die Trainerin hat die Situation nicht mitbekommen, nur meinen Bericht darüber.
Natürlich träume ich ab und an davon diesen Hund zu mir zu nehmen. Schalte ich allerdings die Vernunft ein, ist das eher kein Hund für mich.
Aber natürlich würde ich den absoluten Traumhund daraus machen

Grüßle
TMGrüßle
TM
Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht. (Adenauer, Konrad)
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25.02.2011, 14:03Inaktiver User
AW: Frage an Hundekenner
Ich finde du gehst richtig damit um. Wegen dem Schnappen und forschen Angehen an deine Freundin, wäre vielleicht daran zu denken, die Hündin zunächst an einen Baskerville zu gewöhnen, bis du ihr Verhalten besser einschätzen kannst. Besser einmal zuviel den Maulkorb angelegt als einmal zuwenig - auch zum Wohl des Hundes. Ein nicht einfacher Tierheimhund, der bereits zugebissen hat, ist so gut wie nicht mehr zu vermitteln.
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27.02.2011, 18:19
AW: Frage an Hundekenner
Sodele, heute war ich mal wieder im TH, war zwar kein Gassihund frei aber jemand zum Quatschen da.
Tipp ist: Kurz halten und nicht dranlassen. Bei einem eigenen Hund könnte man andere Tipps geben.
Ich meine heraus gehört zu haben, dass sie das nicht so toll fanden dass ich den Hund gleich zurückgebracht habe. Hab dann erklärt dass es sich auf den Hund überträgt wenn das andere Ende der Leine ebenfalls unsicher wird, scheint sie eingesehen zu haben.
Grüßle
TMGrüßle
TM
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27.02.2011, 19:37Inaktiver User
AW: Frage an Hundekenner
Das ist ja wohl ein Witz... da scheinen ja die absoluten Fachleute tätig zu sein.
Warum sollte es für ein Verhalten und das Reagieren darauf verschiedene Tipps geben, abhängig davon, ob es DEIN Hund ist oder nicht?
Der Hund hat einen Grund dafür, warum er sich in dieser Situation so verhält.
Von diesem Grund abhängig ist die richtige Reaktion darauf, nicht davon, wem der Hund "gehört"...
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27.02.2011, 19:57
AW: Frage an Hundekenner
Grüßle
TM
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27.02.2011, 21:09Inaktiver User
AW: Frage an Hundekenner
Eine angemessene Reaktion auf ein gezeigtes Verhalten hat ja nichts mit Erziehen zu tun... wichtig wäre nur, dass sich ALLE Personen gleich verhalten.
Insofern sollte das Ziel eher sein, dass sie ergründen, warum und wieso tut dieser Hund das.
Und dann ALLE Gassigänger gleich instruieren, wie sie darauf reagieren sollten.
Dazu wäre es natürlich schon sinnvoll, wenn es nicht zuviele verschiedene Leute sind.
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27.02.2011, 21:11
AW: Frage an Hundekenner
Jepp, da gebe ich dir recht.
Leider ist das nichts was ich ändern kann.Grüßle
TM
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27.02.2011, 21:17Inaktiver User
AW: Frage an Hundekenner
Ja, das ist schade.
Leider fehlt in vielen Tierheimen und Tierschutz-Orgs. die Zeit und das Fachwissen.
Tierliebe allein reicht eben leider nicht.
Die Leute wollen sicher das Beste für die Tiere, nur leider geht das viel zu oft böse daneben.


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