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    Überfordert durch zweite Katze...???

    Um euch mein Problem zu schildern, muss ich leider etwas ausholen. Mein Mann und ich haben uns letztes Jahr einen 3-4 Jährigen Kater aus dem Tierheim geholt. Er ist super anhänglich, verschmust und überhaupt ein ganz toller Kerl. Freigänger mit Katzenklappe. Im Winter wollte er allerdings kaum raus und lag nur in seinem Kratzbaum und hat aus dem Fenster gesehen. Mein Mann und ich arbeiten beide, er war also relativ lange allein zuhause.
    Deshalb (und weil man in diversen Katzenforen ja schon fast als Tierquäler angesehen wird, wenn man ein Enzeltier hält) kam die Idee der Zweitkatze auf. Wir haben relativ lange überlegt, wobei ich bis zum Schluss nicht hundertprozentig überzeugt von der Idee war. Vor einer Woche haben wir nun eine kleine Katze (drei Monat alt) aus einer Pflegestelle geholt. Sie ist zuckersüß, wie alle kleinen Katzen, aber auch sehr lebhaft und selbstbewusst.
    Tja, und jetzt ist die Situation folgende: die ersten Tage haben sich die beiden eigentlich nur gefetzt, Haar sind geflogen, Blut ist aber nicht geflossen. Die Kleine springt unseren Kater gern von hinten an (soll sicher Spiel sein), aber er wirkt oft genervt. Gelegntlich spielt er aber auch mit. Sie liegen manchmal zusammen, fressen auch nebeneinander oder lassen sich beim Fressen zumindest in Ruhe. Allerdings ist mein Kater ganz anders als vorher, mir/uns gegenüber. Schmust wenig, haut manchmal (vermutlich, weil er eher mit einer Attacke der Kleinen rechnet als mit Streicheleinheiten). Nur nachts, wenn er bei mir im Bett schläft und die Kleine ausgesperrt ist, ist er wie immer. (Die Kleine muss nachts in ein Zimmer, sie ist viel zu lebhaft, und kostet uns zuviel Schlaf sonst).
    Nun zum eigentlichen Problem bzw. der Frage: woran merke ich eigentlich, ob ich meinem Kater tatsächlich einen Gefallen getan habe mit der Kleinen oder ob ich ihn nur stresse? Woran erkenne ich spielerisches Raufen und ernsthafte Prügelei?
    Und wie halte ich diese ganze Chaos aus? Mich stresst die Kleine nämlich genauso, wenn ich beobachten muss, wie sie den Großen verjagt (heute hat er sich ständig vor ihr nach draußen geflüchtet).
    Wäre schön, wenn jemand von euch hier Erfahrung mit sowas hätte und mir mal ein paar Tipps geben könnte zur Einschätzung der Lage... Danke!

  2. Inaktiver User

    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Hm, du hast quasi eine Dreijährige ins Haus geholt um einem Endzwanziger das Leben zu versüssen - kann schlecht funktionieren, oder??

    Wurdet ihr in der Pflegestelle nicht beraten, dass es günstiger wäre, eine vom Alter und Charakter passendere Katze zu suchen??

    Sicher wird das je älter die Kleine wird besser - aber das kann ja noch dauern. Und ist ja weder für die Kleine, die nicht weiß wohin mit ihrer Energie, noch für den Großen, der ja eher ruhig zu sein scheint, ein Spaß.

    Ich würd drüber nachdenken, ob ich nicht die Kleine zurückgebe und mir eine passendere Katze suche, weil das für alle beiden wohl entspannter wäre.

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    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Danke für deine Antwort, sowas ähnliches habe ich mir auch schon gedacht. Wir wurden leider kaum bzw. offenischtlich falsch beraten, denn die Dame aus dem Tierheim meinte, mit einem Kitten ginge es immer unproblematisch. Ansonsten wollte sie wohl in erster Linie ihre Katze vermitteln. Ist ja irgendwo auch ok. Ich tendiere mittlerweile auch zum Zurückgeben, das ginge auch, aber mein Mann will dann nie wieder einen Versuch starten. Naja. Vielleicht ist das auch besser so. Ich weiß es doch auch nicht. Immer, wenn ich mir sicher bin, dass die Kleine wegmuss, zeigen die beiden dann doch ihre friedliche Seite und ich denke, sie könnten doch Freunde werden. Ich könnte grade nur noch heulen, bin selber total fertig. Wenn ich geahnt hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich das ganze sowieso gelassen. Ich hab irgendwie das Gefühl, voll versagt zu haben. Dabei wollte ich doch nur alles richtig machen. Habe bisher nur Erfahrung mit Einzelkatern, die aber immer Freigänger waren und eigentlich nie einen besonders unglücklichen Eindruck gemacht haben, aber nach der Lektüre hier im Netz hatte ich plötzlich den Eindruck, eine zweite Katze sei ein absolutes Muss. Und es gibt wirklich so viele Bilder von zufriedenen Katzenpärchen...
    Geändert von Alisea (06.02.2011 um 15:29 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

  4. Inaktiver User

    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Es ist tatsächlich schwer einzuschätzen, ich hab das zwar auch schon gemacht, aber da war das Katzenbaby nicht so ein Wildfang, daher ging es nach anfänglichen Reiberein schon ganz gut.

    Vielleicht lässt du den beiden noch ein bisschen Zeit und versuchst, die Kleine aktiv auszulasten in dem du mit ihr tobst?? Es ist natürlich jetzt auch nicht leicht zu beurteilen, ob das nur am Alter liegt oder auch am Temperament, das sich ja dann nicht mehr so sehr verändert, auch wenn die Kleine älter wird. Ich hatte eher immer sehr gemütliche und friedliche, ruhige Katzen - kenn aber auch die totalen Wildfänge, die sind dann auch lang so geblieben...

    Dass die Katzen gern Gesellschaft haben hab ich schon auch oft beobachet, ich weiß nicht, woher das Gerücht kommt, sie wären Einzelgänger. Selbst wilde Katzen sind ja meist in Gruppen.

    Andererseits wollte ich zu meiner Katze jetzt keine zweite mehr dazu tun, ich hab nicht das Gefühl, das fehlt ihr jetzt so schrecklich - dafür hat sie ja auch ihre 3 Hunde.

  5. Moderation

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    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Ich finde auch, dass du schlecht beraten worden bist, so ein junges Kätzchen zu einer ruhigen Katze dazuzunehmen. Andererseits ist eine Woche noch gar nichts. Bei der Vergesellschaftung braucht man auch Zeit. Die Idee von EWK, dass du das "Kleinkind" auslastest, finde ich gut.

    Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Katzen schnell wachsen. Das Temperament ändert sich allerdings nicht so ... Die Karten werden wieder ganz neu gemischt, wenn die kleine Katze auch raus darf. Momentan ist die ganze Energie ja noch "eingesperrt". In dem Moment, in dem sie raus dürfen, werden sie zu Hause meist ruhiger. Allerdings solltest du die Katze erst rauslassen, wenn sie kastriert ist, das dauert noch drei Monate. Schwierige Entscheidung. Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass es schöner ist, mehrere Katzen zu halten als nur eine Einzelkatze. Ich hatte/habe beides - ist wie immer aber auch Geschmackssache.
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  6. Moderation

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    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Also wenn kein Blut geflossen ist und die beiden sogar zusammen fressen und kuscheln, dann würde ich die Zusammenführung als durchaus gelungen betrachten.

    Bei einem Freigänger sehe ich absolut keinen zwingenden Grund, eine Zweitkatze dazuzusetzen, das mal vorweg. Aber jetzt ist die Kleine ja nun mal da. Falls Du Dich mit dem Gedanken trägst, die Kleine zurückzubringen und es mit einer anderen Katze noch mal zu versuchen, würde ich wohl eher abraten. Denn bei einer neuen Katze weißt du ja auch nicht, ob Dein Kater sich mit ihr verträgt oder nicht, auch wenn es ein ruhiges, sozial verträgliches Tier ist, kann es ja sein, dass sie Deinem Kater einfach unsympathisch ist. Und die Kleine akzeptiert er ja schon einigermaßen, und das nach nur einer Woche. Sicher wird sie auch früher oder später etwas ruhiger, so quirlig wie sie mit 12 Wochen sind, bleibt ja kaum eine Katze für immer.

    Ich hatte selber so eine ähnliche Situation, habe zu meinem eher ruhigen, gesetzten Kater (er war erst 1,5 - aber trotzdem schon eher ruhig und altersweise ) ein kleines quirliges Kätzchen dazu gesetzt. Auch meiner hat sich sofort von mir zurückgezogen, kam kaum noch von selbst zum Kuscheln, und wenn er doch mal kam, war er sofort wieder runter vom Schoß, sobald die Kleine ins Zimmer kam. Es hat einige Wochen gedauert, bis der Kater wieder einigermaßen "normal" war, und ein, zwei spezielle Dinge hat er erst nach mehreren Monaten wieder gemacht.

    Ich habe allerdings schon sowas erwartet, ich kenne ja meinen Pappenheimer, hatte aber meine Gründe, warum auch für ihn eine zweite Katze wichtig war.

    Ich hab's dann einfach ausgesessen, Streitereien als notwendig akzeptiert und ignoriert. Und mittlerweile verstehen sich beide ganz wunderbar, gehen sogar gemeinsam draußen auf Streifzug etc.

    Was bei uns gut geholfen hat: Es gab zu Anfang einige Plätze im Haus, die die kleine Katze nicht erreichen konnte (weil sie noch nicht so hoch springen konnte), wo der Kater seine Ruhe hatte.

    Will Dir also Mut machen, falls Du die Kleine behalten willst. Was Du so schreibst, scheint sich alles im normalen Rahmen zu bewegen.
    “You can tell how smart people are by what they laugh at.”

    ― Tina Fey

  7. Inaktiver User

    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Zitat Zitat von Alisea Beitrag anzeigen
    Immer, wenn ich mir sicher bin, dass die Kleine wegmuss, zeigen die beiden dann doch ihre friedliche Seite und ich denke, sie könnten doch Freunde werden. Ich könnte grade nur noch heulen, bin selber total fertig.
    Ich sehe die Situation NICHT kritisch, Du mußt viel mehr Geduld haben.

    Nach meiner Erfahrung ist die Vergesellschaftung von Katzen immer nervig und stressig für alle Beteiligten, Katzen wie Menschen.

    Sie liegen auch zusammen, daß ist ein gutes Zeichen. Er akzeptiert sie also grundsätzlich.
    Und die Katze wird ja auch älter und vernünftiger.

    Das Dein Kater weniger schmusig wird, ist auch normal: Einzelkatzen sind sehr auf den Menschen bezogen, werden aber sofort wieder katziger, wenn eine zweite Katze ins Spiel kommt.

    Also: Nur Geduld und Nerven behalten !

  8. Inaktiver User

    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Katzen schnell wachsen. Das Temperament ändert sich allerdings nicht so ...
    Ich finde schon, daß erwachsene Katzen erheblich ruhiger sind als Kleine.

    Unsere Racker sind mit 8 Monaten PERMANENT durch die Gegend getobt, mit einem Jahr waren sie schon ruhiger, mit 3 haben sie meist geschlafen.

  9. Moderation

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    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Meine Kleine war ja auch mehr als quirlig, die kam eher daher, als hätte man ihr intravenös Espressos verabreicht. Aber auch sie ist deutlich ruhiger geworden. Zwar immer noch lebhafter als mein ruhiger Alt-Kater, aber kein Vergleich mehr zu dem, wie sie als Kätzchen drauf war.

    Eine charakterliche 180 Grad Wende hat sie nicht hingelegt, genau so wenig wie mein schon immer eher ruhiger und vorsichtiger Kater, aber sie ist eindeutig "erwachsen" geworden und damit auf Dauer gut verträglich für Kater und Menschen im Haus.
    “You can tell how smart people are by what they laugh at.”

    ― Tina Fey

  10. User Info Menu

    AW: Überfordert durch zweite Katze...???

    Erstmal ganz herzlichen Dank an euch alle, die ihr geantwortet habt. Mittlerweile bin ich jetzt auch wieder etwas entspannter, zum einen, weil ihr mir Mut macht, zum anderen, weil die beiden gestern abend dann auch noch beide recht friedlich beieinander lagen. Ich hatte gestern auch noch mit der Pflegemamma der Kleinen telefoniert, die mir verischerte, dass sie sie grundsätzlich zurücknehmen würde - was mich auch irgendwie entlastet, denn ich will nicht, dass sie ins Tierheim muss. Und mit meinem Mann ahbe ich jetzt vereinbart, dass wir bis Ende dieser Woche eine entgültige Entscheidung treffen. Im Moment sieht es aber so aus, als ob sie bleiben dürfte. Ich wollte ja unter anderem eine zweite Katze, dass unser Kater nicht völlig allein ist, wenn wir mal im Urlaub sind zum Beispiel. Und wenn wir die Kleine jetzt zurückgeben würden, würde ich sicher so schnell keine Vergesellschaftung mehr versuchen, wenn überhaupt.
    Ich hätte halt nicht gedacht, dass es sooooo stressig ist (und Geduld ist nicht grad meine Stärke, das muss ich zugeben ...). Bisher habe ich nur Erfahrung im Zusammenführen von Rennmäusen - und die sind da auch nicht gerade unkompliziert, aber verglichen mit diesen Katzenviechern doch absolut pflegeleicht.Da hats auch immer geklappt, manchmal hats halt etwas länger gedauert, aber wenn sie zusammen waren, dann waren sie auch zusammen, nicht so unentschlossen wie die Mietzis.

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