Hallo!
Ich habe hier schon oft mitgelesen. Nun habe ich ein Anliegen, zu dem ich euch um Rat fragen möchte.
Mein Mann und ich überlegen, ob wir uns einen Hund anschaffen (aus dem Tierheim). Wir sind beide gerne und viel draußen, gehen spazieren oder wandern, laufen skates und fahren Rad, also hätte ein Hund mit uns genügend Bewegung.
Nun meine Bedenken:
Ich bin Grundschulehrerin und daher jeden Morgen durchschnittlich von halb 8 bis ca. halb 2 in der Schule. Manchmal sind nachmittags Termine (ca. 10 - 15 pro Jahr), da bin ich nachmittags auch noch in der Schule. Die unterrichtsfreien Zeiten von Lehrern sind ja bekannt, ich hätte in diesen Phasen also wesentlich mehr Zeit für einen Hund.
Mein Mann ist ganztags berufstätig, außer einen Tag in der Woche, an dem er von zuhause arbeitet, sodass er beim Hund wäre und auch mit ihm rauskönnte.
Kann man unter diesen Umständen einen Hund halten?
Dass für die beruflichen Langtage ein Hundesitter von Nöten wäre (wir haben einige freundliche Nachbarn und Familie von uns würde das wohl auch gern übernehmen), ist uns klar. Wir würden ihn auch erst nächstes Jahr in den Sommerferien anschaffen, weil ich dann mehrere Wochen freie Zeit hätte, in denen er sich eingewöhnen kann.
Aber geht es einen Hund werktäglich etwa 5 Stunden allein zu lassen? Wie handhabt ihr das mit euren Hunden?
Über Antworten würde ich mich sehr freuen,
Cessy
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Ergebnis 1 bis 10 von 41
Thema: Hund und Berufstätigkeit?
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29.11.2010, 18:31
Hund und Berufstätigkeit?
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30.11.2010, 09:12
AW: Hund und Berufstätigkeit?
...gehen tut das schon, bei manchen hunden...aber 5 stunden ist relativ lang. ich hatte eine ähnlich situation, da hiess es dann einfach eine stunde früher aufstehen, und ordentlich laufen mit dem hund, dann füttern....und in der regel ist er nach 45-60 min laufen auch so müde, dass er die zeit schäft...aber besser wäre es schon wenn er zwischendurch auch mal raus könnte...denn eine hundenblase hält zwar sowas schon mal aus...aber unbedingt gut ist es nicht auf dauer. kannst du da vielleicht jemanden organisieren für vormittags?
ansonsten finde ich es vernünftig, dass ihr euch die eingewöhnugsphase so setzt, dass du lange zeit ferien hast...ich würde auch in dem tierheim das so erklären, dass es ein hund sein müsste, der alleine bleiben kann...dann sehe ich eigentlich keine probleme, wünsch euch viel glück!
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30.11.2010, 09:25Inaktiver User
AW: Hund und Berufstätigkeit?
Außer dass die meisten Tierheim ihre Schätzchen lieber bei sich verschimmeln lassen, als sie einem Menschen mitzugeben, der BERUFSTÄTIG ist
... gehtjagarnich... armes Tier.. fast so schrecklich wie keinen eigenen Garten zu haben.
Ich finde übrigens 5 Stunden überhaupt nicht zu lang - wie Monsterweib schon schrieb: Vorher gut auslasten, dann ist das ok.
Und eben nach Feierabend schon mal direkt den Spaziergang einplanen - das schränkt einen schon ein, das sollte man nicht unterschätzen (kein spontanes "ach, wir gehen noch mal auf nen Kaffee" mit den Kollegen oder Shoppingtour nach Feierabend - erstmal wartet der Hund... bei JEDEM Wetter...)
Und:
Hund muss alleine sein lernen und können.
Auch ein erwachsener Hund, der das schon gewöhnt war, muss es in einem neuen Zuhause, mit neuen Bezugspersonen, neu kennenlernen.
Also:
Dafür Zeit einplanen und in dieser das auch üben!
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30.11.2010, 09:50Inaktiver User
AW: Hund und Berufstätigkeit?
Eine Freundin von mir nimmt sich immer alte Schätzchen aus dem Tierheim, weil die ganze Familie vormittags weg ist. Mittags trudeln dann Frau und Kinder langsam ein.
Bei älteren Hunden ist das nach einer Eingewöhnung gar kein Problem. Es sei denn, er hätte ein grundsätzliches Problem mit dem Alleine sein.
Bei einem Welpen ist es ein Ding der Unmöglichkeit.
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30.11.2010, 10:01
AW: Hund und Berufstätigkeit?
Sicherlich hat es ein Hund deutlich besser bei einer netten Familie, bei der er täglich fünf Stunden alleine bleiben muss, als in einem Tierheim, in dem er die meiste Zeit ohne menschliche Ansprache im Zwinger sitzt.
Viel länger als fünf Stunden täglich sollte man ihn aber nicht alleine lassen und ich würde schon bei der Auswahl des Hundes gezielt darauf schauen, dass ich mir keinen Vierbeiner ins Haus hole, der Alleine bleiben nie gelernt hat und dem ich es erst mühsam antrainieren müsste.
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30.11.2010, 10:08
AW: Hund und Berufstätigkeit?
Hallo Cessy,
schön, dass ihr euch vorher Gedanken macht.
Ich kann mich den Vorschreiberinnen nur anschliessen.
Grundsätzlich geht das schon, es ist eine Frage des Hundes (Alter, Rasse, Charakter) und eurer Organisation.
Ich würde einen älteren Hund aus dem TH nehmen, mit jungen Hunden oder gar Welpen geht das sicherlich nicht. Dann würde ich mir anfangs einige Wochen Urlaub nehmen, Vielleicht die Weihnachtsferien und dann kann Dein Mann auch noch 2 Wochen danach nehmen um den Hund an das Alleinsein in der neuen Umgebung zu gewöhnen.
Aber leider gibt es immer Tierheime, die keine Hunde an berufstätige Menschen vermitteln.
Ein älterer Hund kann zwar i.d.R. besser alleine bleiben, ABER da stehen evtl. eure Hobbies wie Skaten, Fahrrad fahren dagegen, falls der Hund älter ist und evtl. Vorerkrankungen hat (HD. Arthrose..) und das nicht mehr mitmachen kann.
Bitte auch das abwägen.
Was macht ih im Urlaub? Kann der Hund mit, wenn nicht wohin wollt ihr ihn bringen?
Wohnt ihr in Miete oder Eigentum. Falls Miete, müsste ihr eine Einverständniserklärung des Vermieters für das TH abgeben. Habt ihr Kinder? Plant ihr welche. Auch das bitte vorher überlegen.
E gibt aber unzählige Hunde in Tierheimen, die alleine bleiben können. Ihr müsst das gut abwägen und euch Zeit nehmen...Geändert von Gilgit (30.11.2010 um 10:34 Uhr)
LG Gilgit
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30.11.2010, 10:10Inaktiver User
AW: Hund und Berufstätigkeit?
hmmm ich weiß nicht.
5 Stunden ist eine ganz schön lange Zeit. Habt ihr die Möglichkeit 3 Wochen Urlaub zu nehmen um dem Hund die Eingewöhnung leichter zu machen?
Ihr müßt ja erstmal testen wie lange der Hund allein bleibt ohne Theater zu machen, in die Wohnung zu pinkeln oder das Haus auseinander zunehmen oder noch schlimmer zu bellen und zu jaulen, dass die Nachbarn die Polizei holen.
Ein Hund der eingewöhnt ist kann auch mal 5 Stunden allein bleiben. Nicht jeder der einen Hund hat ist zuhause.
Wir haben einen Hund, der ist jetzt 14 und der kann nicht mehr lange allein bleiben, weil er nicht mehr so lange anhalten kann wie früher - aber ich arbeite auch zuhause so dass das kein Problem ist, ich lasse ihn zwischenzeitlich in den Garten. Anders würde es schwierig werden.
Ich hatte immer Hunde und war immer Vollzeit berufstätig. Oft konnte ich aber die Hunde tagsüber bei einer Freundin oder meinen Eltern parken.
Für die Zeit an der du auch Nachmittags nicht da bist solltet ihr euch um einen Hundesitter bemühen. Ich finde 10 Stunden für ein Tier allein schon ziemlich heftig.
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30.11.2010, 13:44
AW: Hund und Berufstätigkeit?
Ich denke schon, dass sich eure Berufstätigkeit mit einem Hund vereinbaren läßt.
Ich würde nur keinen Junghund oder Welpen nehmen. Da braucht es über ein Jahr, bis die fünf Stunden allein sein können.
Manchmal finden sich erwachsene, gut sozialisierte Hunde, die von ihren Vorbesitzern aus persönlichen Gründen abgegeben werden müssen. Scheidungshunde oder die Familie muss umziehen oder der Halter wird so krank, dass er den Hund nicht mehr versorgen kann.
Wenn ihr euch für eine bestimmte Rasse interessiert, dann findet man diese Hund häufig unter "Hunderassenamen-in-Not" als Retriever-in-Not oder ähnliches.
Diese Hunde haben häufig den Vorteil, dass sie gut erzogen wurden, ihre Vorgeschichte bekannt ist und sie schon gelernt haben auch mal allein zu bleiben.
Trotzdem stimme ich auch den Vorschreiberinnen zu: seit ich einen Hund habe, fällt spontanes durch-die-Stadt-bummeln aus. Mein Rythmus passt sich an die Bedürfnisse des Hundes an.
Darüber müßt ihr euch im klaren sein.
Die Idee die langen Sommerferien zur Eingewöhnung zu nutzen finde ich sehr gut. Auch die Möglichkeit, dass die Nachbarn mithelfen. Vielleicht wäre es da gut, dass ihr diese Nachbarn ein wenig in die Auswahl miteinbezieht. Nicht jeder traut sich jeden Hund zu.
Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: immer mehrere Möglichkeiten in petto haben was die Hundebetreuung angeht. Der Hundesitter kann auch mal krank werden und du hast einen wichtigen Termin. Die Nachbarn sind im Urlaub etc.
Da ist es gut, wenn es noch weitere Alternativen gibt, die der Hund vorher schon kennen gelernt hat.
Plant auch Zeit für Hundeschule ein. Vielleicht kann der neue Bello schon viel, aber im Zusammenspiel mit euch verändert sich dann alles. Und dort lernt ihr mindestens genauso viel wie euer Vierbeiner.
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02.12.2010, 07:48Inaktiver User
AW: Hund und Berufstätigkeit?
5 Stunde wäre für mich absolute Obergrenze zum regelmäßigen alleine bleiben, machbar ist es aber schon. Ein Hundesitter wäre auch noch eine Möglichkeit!
Bedenke nur, dass dein Tag ja nicht nur aus "Schulzeit" besteht. Einkäufe, Arztbesuche und andere Termine müssen auch noch untergebracht werden. Viele Leute vertun sich da mir ihren außerhäusigen Zeiten - realistisch sind sie fast täglich doch mindesten 1-2 Stunde länger außer Haus.
Viele Tierheimhunde bleiben nicht alleine - und je nach Fall reichen da auch 6 Wochen nicht, um dem Hund das entspannte alleine-bleiben beizubringen.
Ihr solltet Bedenken, dass der Hund, dann allerdings auch wirklich beschäftigt werden sollte, wenn ihr Zuhause seid. Andere Hobbies/Ausgehen bei denen der Hund nicht mit kann sollten dann auf ein minimum reduziert werden.
Gerade, wenn ihr viel Sport macht und aktiv seid, bedenkt, dass ein junger Hund im Wachstum (je nach Rasse 1.5-2 Jahre) erst langsam aufgebaut werden muss. Gebt den Knochen Zeit in Ruhe zu wachsen! Und auch ein älterer Hund oder kranker Hund braucht ausreichend Beschäftigung und Zuwendung auch wenn er nicht (mehr) mit zum Laufen/Skaten/Radfahren/etc. kann.
Es kann schwierig werden zu einem bestimmten Termin einen Hund zu finden (also zum ersten Ferientag). Die Tierheime sind zwar voll, aber es wird nur ein geringer Teil der Hunde überhaupt für Euch in Frage kommen.
Viel Glück bei der Entscheidungsfindung. Und solltet ihr euch für einen Vierbeiner entscheiden, wünsch ich dem Hund und euch viele schöne gemeinsame Jahre!
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02.12.2010, 08:07Inaktiver User
AW: Hund und Berufstätigkeit?
hm ... du bist ca. 6 Stunden in der Schule, dann kommt noch der Weg hinzu ...
Ich würde abraten, denn ich bin mir nicht sicher, ob es für einen Hund wirklich so viel besser ist, statt im Tierheim, wo er immerhin unter seinesgleichen ist, jeden Tag (!) mindestens (!) 6 Stunden ganz allein zu sein.


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