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    ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    ... die sind das so gewohnt: den Spruch höre ich hier häufig, auf dem Lande.
    Gegenüber wohnt eine Familie mit einem Jack-Russel-Terrier. Der wird nie spazieren geführt.
    Der sei das so gewohnt, sagen sie.
    Immerhin konnte er bis vor kurzem noch frei im Dorf rumlaufen, bis sich eine andere Nachbarin beschwert hat, und den JRT Tierarzt-reif getreten hat (und zwar, weil der JRT das für "ihre wilden" Katzen bestimmte Katzenfutter vor ihrer Haustür weggefressen hat).
    Jetzt habe ich den JRT schon seit Monaten nicht mehr gesehen.
    Die gleiche Familie hält ein Kaninchen mit 2 Meeris zusammen. Im Sommer schmachteten die auch schonmal in der Sonne, bis sich jemand beschwert hat.

    Die Nachbarin mit den Katzen: will ja so tierlieb sein, und füttert die Streuner-Katzen durch. Gelegentlich stirbt dann eine der Katzen an Würmern, oder sonstigen nicht geimpften Krankheiten. Und dann heult sie wochenlang. Weil: ins Haus sollen die ja nicht, die würden ihr ja die Bude auf den Kopf stellen, oder rein pinkeln. Und einfangen könnte man sie nicht. Katzenfallen könnte man ja nicht leihen, die wären beim Katzenschutzbund immer verliehen. Und ins Tierheim sollten sie nicht. Und Zettel aufhängen tut sie auch nicht - die Katze letztens mit dem Halsband gehörte ganz sicher jemandem ... . Ich würde den Katzen wirklich gerne richtig helfen, kann ich aber so nicht ... .

    Der Nachbar, dessen Schafswiese an unser Grundstück grenzt, ist mir da schon lieber. Immerhin haben die Tiere Futter und Wasser, und werden, glaube ich, auch tierärztlich betreut. Vor 2 Jahren sind allerdings mehrere seiner Schafe an Blauzungenkrankheit gestorben - hat mich immer wieder traurig gemacht - war aber nicht seine Schuld, weil es da noch keinen Impfstoff gab. Trotzdem: fehlt den Tieren ein Salzleckstein, und der Winterverschlag ist sehr klein und nicht isoliert.

    Zwei Häuser weiter wohnen Leute, mit denen ich bekannt bin. Da war ich letztens zum Frühstück, und eine Katze lief über die Küchen-Theke. Ich: "Dürfen die bei Euch über die Theke laufen?". Sie: "Ja, eigentlich nicht", und zog die Katze (aber richtig fest) am Schwanz von der Theke runter. Und da lachte sie, nach meinem entsetzten Aufschrei, und meinte, die wären das ja so gewohnt . Und im letzten Jahr sind auch 3 ihrer Katzen und 1 Hund überfahren worden - weil sie gleich an der Hauptstrasse wohnen - das wird da so in Kauf genommen.

    Ehrlich: es nervt! Natürlich weiss ich, daß ich das aus einem relativen Blickwinkel sehen muss. Mein Mann und ich sind u.A. aufs Land gezogen, damit es unseren Tieren (Katzen) gut geht.
    Grüsse

  2. Inaktiver User

    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Ich glaube, der Schluss Stadtmensch = guter, tierlieber Mensch und Landmensch = automatisch böse oder gleichgültig Tieren gegenüber hinkt....
    Denkst Du, in der Stadt gibt es weniger Bosheiten oder Falschbehandlungen aus Dummheit?
    Da sind die Tauben und Enten, die mit Brot gefüttert werden, bis sie krepieren oder das Wasser im Tümpel umkippt...
    Mütter amüsieren sich über ihre Kinder, die die Stadttauben jagen (ach wie niedlich... die kriegen sie ja eh nicht - nein, aber was für ein Stress für die Vögel...)
    Stadthunde, die ihre täglichen Runden nur angeleint auf dem Asphalt drehen - ihr Leben lang.
    Kleintiere, die "zu Tode geliebt" in den Kinderzimmern vor sich hin existieren.
    Fische, deren Aquarien ausschließlich als Blickfang in Geschäften oder Lokalen, in Arztpraxen und Apotheken vegetieren - dauergestresst durch an die Scheibe klopfende "Fischfreunde".
    Und so weiter.
    Die Liste ist beliebig fortsetzbar.
    Dummheit, Ignoranz und Bosheit Tieren gegenüber ist leider nicht ortsgebunden.

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    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Ich glaube, der Schluss Stadtmensch = guter, tierlieber Mensch und Landmensch = automatisch böse oder gleichgültig Tieren gegenüber hinkt....
    Nein, um himmels willen, so ist das auch nicht gemeint. Nur: als ich noch in der Stadt gewohnt habe, habe ich solche Dinge nicht so mitbekommen, da lebte halt eher jeder für sich, und man hatte deren Tiere nicht so ständig vor der Nase. Bzw. haben hier einfach noch viel mehr Leute Haus- und Nutztiere.
    Grüsse

  4. Inaktiver User

    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Hallo Borealis!

    Also ich geh mal davon aus, dass Du vorher nicht so die "Landlebenerfahrungen" gemacht hast? Ich kann mir vorstellen, dass das zunächst etwas befremdlich ist.
    Die Sache mit dem Jack Russel und die mit den Katzen ist auch echt heftig. Aber ich persönlich kenne solche Geschichten komischerweise nur aus dem TV und dann auch nur aus Großstädten. Animal Hoarding, Crazy Cat Ladies, etc verbinde ich jetzt nur mit vereinsamten Städtern, die in der anonymisierten Gesellschaft nicht zurecht kommen.
    Aber da kann man mal sehen wie sich Klischees und Vorurteile immer wieder aufheben.

    Ich muss aber ehrlich sagen, hier:
    Trotzdem: fehlt den Tieren ein Salzleckstein, und der Winterverschlag ist sehr klein und nicht isoliert.
    musste ich doch etwas schmunzeln. Schafe sind durchaus in der Lage auch im tiefsten Winter komplett ohne Stall/Unterstand, etc auszukommen. Die Tatsache, dass Dein Schäfer ihnen einen Verschlag zur Verfügung stellt, zeugt für mich schon von hoher Aufgeklärtheit und Tierliebe und ist wirklich toll von ihm.
    Kannst Du jeden Winkel der Weide und des Unterstands einsehen? Bist Du sicher, dass er keinen Mineralstein irgendwo angebracht hat?

    Auch das mit den überfahrenen Tieren: geht durch Euer Dorf dann eine Bundesstraße? So oder so... die Tierbesitzer lassen ihren Katzen halt Freilauf, was ich persönlich super finde. Aber hat natürlich den Nachteil, dass die Tiere Gefahr laufen überfahren zu werden. Das wissen denke ich alle Katzenbesitzer, die ihren Tieren Freilauf gewähren. Also Ja, das wird so in Kauf genommen... aber nicht nur auf dem Dorf.

    Insgesamt muss ich sagen, dass ich bestimmte Verhaltensweisen gegenüber Tieren auf dem Land nicht schlimm finde. Aber im Gegensatz zu Dir bin ich auch damit aufgewachsen. Von einem Milchviehwirt mit Hunderten von Tieren kann man nicht verlangen, dass er für jede Kuh einen Namen hat und Jeder morgens vorm Melken einmal übern Kopf streichelt.
    Grausamkeit gegenüber Tieren verurteile ich natürlich in jeglicher Form, aber ich finds da schon schlimmer, wenn (Stadt-)Menschen ihre Hunde mit Leberwurstbroten mästen, oder das schon erwähnte Animal Hoarding, als wenn ein Schäfer mal den Salzleckstein vergisst.

  5. Inaktiver User

    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Waldseepiratin nimmt mir die Worte aus den Fingern...

    Ich bin auf dem Land geboren, gleich nebenan ein Hof...



    Auf dem Land ist ein Tier immer noch ein Tier - wir in der Stadt vergessen das häufig.

    Im Süden (Italien, Portugal, Spanien z.B.) leben Tiere wie Hund und Katze meist auch nicht im Haus. Hunde die draußen leben gibts in der Stadt ja meist nicht.

    Wenn ic (wir haben Hund und Katze) dann aber Leute sehe, die einen Husky haben und in einer Wohnung leben, oder einen Windhund und mit ihm so normal Gassi gehen wie ich mit meinem Malteser - dann ist das nicht mehr Artgerecht.

    Oder der Border Colli der eingeht vor Langeweile weil sein Besitzer ihn sich holte "weil er so niedlich ist" - Artgerecht ist das nicht.

    Was wir in der Stadt oft haben sind überbehütete, verzogenen, verwöhnte und eben nicht artgerecht gehaltene Tiere.

    Und dann prallt Landleben und Stadtleben schon mal aufeinander.

  6. Inaktiver User

    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Süden (Italien, Portugal, Spanien z.B.) leben Tiere wie Hund und Katze meist auch nicht im Haus. Hunde die draußen leben gibts in der Stadt ja meist nicht.
    Ich hab aber in den letzten Jahren in Portugal und Spanien erlebt, dass sich die Einstellung dort ganz langsam auch wandelt. Industrienationen ahoi!

    Ich bin auf dem Land/im Wald aufgewachsen, hab dann während des Studiums in einer mittelgroßen Stadt gelebt und bin jetzt wieder auf dem Land. Zwar anderes Bundesland, aber trotzdem.
    Interessant fand ich früher und auch jetzt wieder wenn Freunde mir berichten, dass sie ihre Pferde (meist Islandponys, Shetties, etc) in Robusthaltung haben und Spaziergänger sie darauf ansprechen, dass die armen Tiere ja nur einen Unterstand haben und keinen warmen Stall. Das sind dann ausnahmslos Stadtmenschen und die werden dann schonmal etwas hitzig und meinen das wäre ja Tierquälerei

    Dass es für so ein Pferd viel mehr Tierquälerei wäre es mit seinem dicken Winterfell in einen vielleicht auch noch beheizten Stall zu stellen, wissen die natürlich nicht.

    Ich hab übrigens mal eben was rumgesucht zum Thema Schafe und es scheint wohl so, dass es aus Tierschutzgründen verboten ist diese Tiere in einen beheizten Stall zu stellen.

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    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Von einem Milchviehwirt mit Hunderten von Tieren kann man nicht verlangen, dass er für jede Kuh einen Namen hat und Jeder morgens vorm Melken einmal übern Kopf streichelt.
    Also mein Nachbar kennt jeder seiner 150 Kühe mit Namen und erkennt sie am Euter

    Grundsätzlich kann einem der Umgang mit den Tieren auf dem Lande rustikaler vorkommen. Aber der Hund ist dort oft zB. ein Arbeitstier und kein Accessoire, Kuscheltier oder Kindersatz. Die Katze soll das Haus mäusefrei halten (unsere ist zB. nur Abends drin und sonst tagsüber und nachts draußen, auch im Winter).

    Und ein Schaf oder ein Pferd kann denn Winter sehr gut auch draußen ab im Gegensatz zu uns Heizungs-Menschen

    Klar, Ausnahmen gibt es überall.

  8. Inaktiver User

    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Zitat Zitat von NethyBridge Beitrag anzeigen
    Also mein Nachbar kennt jeder seiner 150 Kühe mit Namen und erkennt sie am Euter
    Pfffff... 150 ist ja ne Kleinst-Kuh-Familie

    Ich war mit dem Bauernssohn von uns gegenüber in einer Klasse und deswegen oft bei denen im Heu spielen. Ich glaube der hatte bestimmten Schweinen Namen gegeben.
    Die hatten eine kleine Kaninchen-Zucht... natürlich haben wir Kinder die ab und zu auf den Arm genommen und bekuschelt. Manchmal kam dann halt die Bäuerin und hat eins mitgenommen und gemeint "der ist bestellt für gleich". Wir Kinder wussten genau was das heisst und haben beim anschließenden "Vorbereiten" *hust* auch schonmal zugeguckt. War für uns nichts besonderes.

  9. Inaktiver User

    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    nun ja mit dem dicken Fell eines Schafes möchte ich auch nicht einem beheizten Stall stehen....

    In Portugal ändert sich ja einiges und sogar die Spanier bekommen ja doch etwas mit *g* Hier gehts aber auch mehr um das Verständnis, dass es ich bei Haustieren eben auch um Lebewesen handelt und nicht um Sachen. Bei einigen Haltungen dort sträuben sich mir die Haare.

    Auf dem Land ist es rustikaler schön gesagt. Stimmt ja auch.

    Die Auswüchse der Massentierhaltung sind weniger schön. Da müssen wir noch den Dreh bekommen.

    Übrigens hatte ich ein Pferd, ein Vollblut, der war auch lieber draußen.
    Und selbst unser Hund, ein Malteser, liegt gern im Garten, egal wie das Wetter ist (nur kein Regen )

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    AW: ... ach, die sind das so gewohnt ... und die 'Tierliebe' auf dem Lande

    Borealis,

    ja ob Land oder Stadt, es gibt immer solche und solche.

    Ich lebe auf dem Land und versorge meine Katze sehr gut. Sie hat Freigang und wird ausreichend entwurmt und geimpft.

    Mein LG hat Landwirtschaft, ja ich oute mich, dort werden die Katzen entwurmt und geimpft auch, jedenfalls die Katzen die wirklich zum Hof gehören. Kastration ist leider nicht das Thema dort, aber kommt nach und nach jetzt auch.
    In die Wohnung kommen sie nicht, haben allerdings genug Plätze die warm sind und wo sie sich verkriechen können.

    Der Hund wird nicht noch spazieren geführt. Er ist den ganzen Tag frei auf dem Hof. Hat ganz viel Auslauf. Und er ist jetzt Rentner und kann auch nicht mehr so gut laufen.
    Er wird auch entwurmt und geimpft.

    Zum Thema Massentierhaltung möchte ich nix schreiben.
    Meine große Maus und mein kleiner Mann. Die wertvollsten Geschenke!

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