Das ist ja toll, katelbach.
Was bekommt sie denn.
Ich habe mal gute Erfahrung mit Clomipramin gemacht , war allerdings eine Katze. Plus Clickertraining , ohne Medis wäre sie anfänglich dafür viel zu panisch gewesen.
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06.09.2014, 11:06
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
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06.09.2014, 13:09
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
Sie bekommt Clomipramin 35 mg zweimal täglich, also nicht ganz 1,5 mg/kgKG. Wir haben damit angefangen, weil es der einizige SSRI ist, der zugelassen ist. Erste Wirkungen kamen schon relativ früh, so nach 2-3 Wochen. Sie verträgt es auch gut. Ich hätte bei Nichtansprechen aber auch mit anderen Wirkstoffen weiterprobiert.
Sie hat natürlich immer noch Angst vor den bisherigen Triggern, ist aber deutlich mehr "hier" als in der Angst. Zum Beispiel zeigt sie jetzt eher Meideverhalten, wenn sich große Männer mit grobmotorischen schlenkernden Bewegungen nähern. Früher ist sie erstarrt, hat gezittert undf fixiert, inzwischen weicht sie weiträumig aus, kommt aber sofort wieder auf den Weg zurück, wenn der Mann vorbeigegangen ist. Sie geht auch den anderen Hundebesitzern bei den Gassirunden nicht mehr so sehr aus dem Weg. Manche beschnüffelt sie sogar schon.
Das Training geht auch viel besser. Man merkt, dass ihre Konzentration besser ist und sie interessiert sich für mehr. "Angst macht dumm", sagt ein befreundeter Kinderpsychologe, der mit traumatisierten Kindern arbeitet. Das ist nicht nur beim Menschen so.
Ich hab viel zu lang gezaudert!
PS: Ich kenne noch einen Hund unter SSRI. Eine Hündin aus Ungarn oder Rumänien, die relativ ähnliche Symptomatik zeigte: Angst vor allem, Flucht oder Einfrieren, verlangsamtes Lernen, fast depressive Symptome ... Sie ist vermutlich wie meine Hündin sozialdepriviert aufgewachsen, meine hatte zusätzlich allerdings noch einige Spuren, die auf Misshandlung schließen lassen (oder unabsichtliche Grobheiten, weiß ich nicht). Diese Hündin bekommt Sertralin. Auch sie hat dadurch ein "freieres Hirn" und ist gelassener und trainierbar geworden.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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06.09.2014, 20:57
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
Ist wirklich toll, dass Deine Hündin so schnelle Fortschritte macht und schade, dass viele Haustiere die Chance nicht erhalten , da die Besitzer Vorbehalte gegen Psychopharmaka haben und mit einem Tier arbeiten, macht halt auch Arbeit.
Da ist abgeben im TH viel einfacher.
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07.09.2014, 11:06
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
Ja, taggecko,
da hast Du Recht. Die Irrmeinung, dass Antidepressiva dumpf, ferngesteuert und "süchtig" machen, grassiert ja heute noch - nicht nur bezüglich der Anwendung beim Tier. Die Kenntnisse über die gestörten Transmitterflüsse im Hirn und ihre Folgen haben sich noch nicht flächendeckend rumgesprochen.
Meine Trainerin zum Beispiel ist etwas angefressen, dass ich diesen Schritt nun doch getan habe. Man hätte doch mit Bachblüten und Globuli ... Habe ich übrigens lange Zeit probiert. Ich glaube sogar, ich habe kleine Verbesserungen gesehen, aber eben zuwenig.
Auch viele Kollegen haben nicht viel Ahnung und schüren dadurch die Vorurteile noch. Manche kennen nur Tranquillizer, die das Tier aber dumpf machen, und auf der anderen Seite kurzwirksame Angstlöser wie Alprazolam, die in solchen Situationen kontraproduktiv sein können, weil sie enthemmen, und weil außerdem sehr schnell Abhängigkeiten auftreten. Ich bin zum Glück vom Fach und kenne Spezialisten und ich kann gut recherchieren. D. h.: ich kann mit medizinischen Informationen umgehen. Zufällig habe ich auch eigene Erfahrung mit SSRI bei posttraumatischer Anpassungsstörung/Depression.
Trotzdem war die Entscheidung, meine Hündin zu behandeln, nicht leicht.
Ich nehme an, dass sie nie ein "normaler" Hund (so wie meine anderen Hunde, die von sehr engagierten Züchtrn stammten) werden wird. Aber das Leben scheint momentan leichter für sie zu werden.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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sonst normale Userin
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07.09.2014, 12:00
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07.09.2014, 16:07Inaktiver User
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
Was heißt schon 'normaler' Hund und was erwartet man von diesen?

Ich kenne kaum einen Hund - und ich kenne viele - der keine kleine Macke hat. Eine meiner souveränsten Hündinnen, die mir z.B. im Rudel eine wertvolle Assistentin ist, hat panische Angst vor Geräuschen, Drachen, Rolläden.
Sei froh, dass du den Weg für deine Angsttante gefunden hast. Jetzt kann sie ihre (und deine) Welt einigermassen entspannt wahrnehmen und geniessen. Vielleicht lernt sie ja ihre Angst zu überwinden, wenn sie erst mal die Erfahrung machen kann, dass die Auslöser nicht schlimm/böse sind.
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09.09.2014, 13:17Inaktiver User
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
Ich habe auch eine Frage, die hoffentlich hier noch nicht gestellt wurde:
sind eure Vierbeiner haftpflichtversichert?
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09.09.2014, 13:52Inaktiver User
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09.09.2014, 16:15
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
Natürlich!
Die Kleene braucht nur jemand vor Füße, Fahrrad, Auto zu latschen. Und das kann sie gut. Jedenfalls vor Füße laufen, vom Rest halte ich sie normalerweise fern.
Man munkelt, dass schon jemand erfolgreich Schadensersatz gefordert hat, der bei Anblick eines Hundes erschrocken ist und einen Unfall gebaut hat. Der Hund war angeleint und einfach nur anwesend.
Kann natürlich eine urban legend sein, zuzutrauen wäre es dem ein oder anderen Richter aber.
Grüßle
TM
Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht. (Adenauer, Konrad)
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09.09.2014, 17:52
AW: Der-ich-hab-mal-ne-Frage-egal-wozu-Fred
Thank you for observing all safety precautions.
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