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19.09.2010, 10:20Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
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19.09.2010, 10:23Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Ja.
Wie alt ist denn der Hund der Kollegin?
Auf jeden Fall kann Deine Nichte nicht voraussetzen oder erwarten, dass das bei ihrem Hund dann ebenso sein wird - schon gar nicht, wenn sie sich einen Welpen anschafft.
Dieser ist noch lange Zeit ein junger, lebhafter Hund, der ausgelastet sein will - oder sich wahlweise selbst eine Beschäftigung suchen wird (was der Wohnung sicherlich nicht zuträglich sein wird).
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20.09.2010, 13:25Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Ein wirklich guter Züchter wird keinen Welpen schon mit 8 Wochen abgeben. 10-12 Wochen sollten die Tiere schon sein.
@3146 den Züchter zu informieren halte ich für eine gute Idee.
Wie kann man nur auf den Gedanken kommen, ein Tier, egal ob Hund oder Katze den ganzen Tag sich selbst zu überlassen. Gerade der Hund ist ein Rudeltier und braucht die Gesellschaft. Dazu kommt, dass auch ein erwachsenes Tier nicht 9 Stunden einhalten kann.
Ich wäre da rigoros, ich würde die Nichte, wenn sie das Tier wirklich nimmt und nach einer Woche alleine lässt, anzeigen.
Ich drücke die Daumen, dass deine Nichte doch noch vernünftigen Argumenten zugänglich ist.
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20.09.2010, 14:52
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Bei dem meisten bin ich ja eurer Meinung, aber das mit dem späteren abgabezeitpunkt stimmt so einfach nicht. Es ist auch ein wenig verschieden von Rasse zu Rasse, aber für sehr viele Rassen (die meisten vermutlich) ist 8 Wochen, maximal 9 Wochen genau der richtige Zeitpunkt. Das ist bei Hunden was anderes als bei Katzen, wo es 12, besser 14 Wochen sein sollten. Hunde trinken nicht so lange Muttermilch und haben alles wichtige nach 8 Wochen "intus". Und bei einem Hund ist es sogar von Vorteil (wenn man einen Welpen möchte, ich bin ja eher der Grauschnauzen aus dem TH-Fan), wenn die Prägung auf seinen neuen Halter möglichst früh beginnt.
Ich kenne mehrere sehr gute, sehr verantwortungsvolle Züchter, die sehr genau schauen, wem sie ihre Welpen geben und die sich diesen echt aufopfern und nicht aus kommerziellen Gründen züchten. Sie tun für Mutter und Welpen das Beste und geben ihre Welpen alle trotzdem mit 8 Wochen ab (eine sogar mit 7,5 Wochen - das find ich aber echt grenzwertig. Sie sagt aber auch, das wäre rassespezifisch, früher hat sie mal eine andere Rasse gezüchtet, da blieben die Welpen 9 Wochen).
Ich musste ja auch für meinen Sachkundenachweis einiges lesen und lernen und ganz klar wird von Tierärzten eine Abgabe mit 8 Wochen beim Gros der Rassen befürwortet. Ich habe dafür meinen einzigen Fehlerpunkt in der Prüfung gehabt, weil ich auch 10 Wochen gesagt habe (ich dachte, länger ist immer besser). Man hat mir gesagt, dass das falsch ist.
Letztlich zeichnet sich aber ein WIRKLICH guter Züchter dadurch aus, dass er sich da nicht an strikte Zahlenvorgaben hält, sondern erkennt, was für den jeweiligen Wurf bzw. einzelne Individuen das Beste ist. Z.B. den selbstständigsten zuerst abzugeben und dem Sorgenkind eine Woche länger zu geben. Und ein guter Züchter erkennt auch, wenn es für die Hündin zur Zumutung wird und sie vor de Welpen "gerettet" werden muss - gibt es nämlich auch, insb. bei der großen Erstwürfen.Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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20.09.2010, 15:37Inaktiver User
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20.09.2010, 17:26Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Ole bekamen wir auch mit 8 Wochen. Das ist völlig normal, denn später ist die Bindung zu seiner Familienmeute zu stark und die Ablösung könnte dann schwieriger werden. Erscheint logisch und kenne ich nicht anders.
Liebe Grüße
Ahitte
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20.09.2010, 17:34Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Ich habe einer meiner Hunde erst mit 5 Monaten gekauft. Super sozialisiert, stubenrein und sehr brav. Da hat der Züchter gute Arbeit geleistet.
Es kommt immer darauf an wie die Aufzucht beim Züchter ist. Sitzen die Welpen ohne viel Kontakt und Reize im Zwinger, ist es besser er kommt da so schnell wie möglich raus. Kümmert sich aber ein Züchter sehr gut, sozialisiert und beschäftigt sich mit den Welpen, dann stört es auch nicht, wenn er mit 10 Wochen abgegeben wird.
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20.09.2010, 19:01Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Ich denke, der Haken hier liegt nicht beim Abgabezeitpunkt...

Welches der beste, günstigste, idealste ist, darüber gibt es in x Hundeforen immer wieder seitenlange Threads und Diskussionen.
Fakt ist jedenfalls, vor der 8. Woche ist es sogar tierschutzrechtlich verboten.
Wann danach der für grad DIESEN Hund, diese Rasse, dieses zukünftige Mensch-Hund-Team der beste Termin ist, das wird ein wirklich guter Züchter sicher zu beurteilen wissen.
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20.09.2010, 19:50Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Hallo 3146,
ich habe selbst einen Jagdhundmischling – einen von der Sorte, der (ebenso wie in der Rassebeschreibung von Vio zu lesen ist) viel Temperament hat, ausgelastet werden muss und eine konsequente Führung braucht.
Als mein Hund jung war, war er so gut wie nie alleine. Aber es stimmt schon: er hat gedöst, wenn niemand zu Hause war. Allerdings erst, nachdem er die Wäschekörbe ausgeräumt und einzelne Stücke in Fetzen gerissen hat, Mülleimer ausgeleert, vermeintlich Schmackhaftes gefressen und sich anschließend quer durch die Wohnung übergeben hat und zeitgleich die Nachbarschaft darüber informiert hat, dass im Hause Rezeptfrei gerade niemand zugegen ist.
Deine Nichte möge sich vorstellen, nach einem vielleicht anstrengenden Arbeitstag ihre Wohnung zu betreten und sie in diesem Zustand vorzufinden. Zusätzlich erwartet sie nun noch ein Hund, der sich den ganzen Tag über ausgiebig gelangweilt hat und nun überschüssige Energie loswerden will. Es ist nämlich ein Trugschluss zu glauben, dass man ein solches Powerpaket mit einer müden Runde um den Block auslasten kann. „Auslasten“ bedeutet Kopfarbeit, fordern, Training und nicht eine Stunde lang blöd rumlaufen und schnüffeln lassen.
Vermutlich wird deine Nichte regelmäßig nach der Arbeit einkaufen müssen – noch mehr Zeit, in der der Hund alleine ist. Wie sieht es mit Freunden aus? Ein Jagdhund, der den ganzen Tag nicht gefordert worden ist, wird abends kaum ruhig in einem Cafe oder Restaurant liegen bleiben, sondern seinem Frauchen eindrucksvoll klarmachen, dass nun Action angesagt ist. Auf Dauer macht das ziemlich einsam, denn einen solchen Hund will auch niemand in seiner Privatwohnung haben.
Und zum Thema „Studenten“ und „Ausweichstellen“: Einen jungen Hund, der in seinem Wesen noch nicht gefestigt ist, würde ich niemals in die Hände von Fremden geben, weil ich wenig Lust hätte, die Erziehungsversuche wechselnder Bezugspersonen auszubaden. Mein Hund hat seit über einem Jahrzehnt außer mir nur eine einzige Bezugsperson, bei der er tagsüber untergebracht ist, aber er weiß ganz genau, dass er dort den Larry machen kann und es dauert regelmäßig, bis er mir gegenüber wieder umgeschaltet hat. Vielleicht sollte deine Nichte sich mal fragen, ob sie mit ihrem Auto ähnlich sorglos umgehen und es so unkritisch in fremde Hände geben würde… und ob man mit einem Tier nicht noch eine Spur sorgsamer umgehen sollte, als mit einer Sache.
Alles in allem halte ich die Idee deiner Nichte für ausgesprochen naiv. Trotzdem viel Glück, sie wird es brauchen.
Gruß Rezeptfrei
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20.09.2010, 20:03Inaktiver User
AW: Hund für voll berufstätige Nichte?
Schön (=treffend) beschrieben, Rezeptfrei!



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