Nein, bei Freigängern kann man nicht immer hinterher laufen. Aber Freigänger brauchen erstens nicht zu versuchen mit irgendwelchen gefährlichen Aktionen durch Lücken im Sicherheitssystem des Balkons durchzuschlüpfen, sondern können i.d.R. durch einen sicheren Ausgang raus wann immer sie wollen. Zweitens hatten und haben sie üblicherweise viele Gelegenheiten, all das zu üben, was sie brauchen, um draußen einigermaßen sicher zu sein (rein körperlich und auch verhaltenstechnisch).
Ich bin sehr dafür, ausgewachsenen Katzen auch was zuzutrauen, und das tue ich bei meinen Freigängern auch. Aber Wohnungskatzen haben nun mal nicht gelernt, wie man draußen überlebt und brauchen deshalb besonderen Schutz vom Besitzer.
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Thema: Abenteuer Zweitkatze
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27.06.2010, 10:49
AW: Abenteuer Zweitkatze
“You can tell how smart people are by what they laugh at.”
― Tina Fey
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27.06.2010, 10:58Inaktiver User
AW: Abenteuer Zweitkatze
Wobei ich es auch nicht gut fänd, einen Freigänger an einer stark befahrenen Straße direkt vor der Haustür zu haben!
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28.06.2010, 12:03
AW: Abenteuer Zweitkatze
Das ist alles auch richtig. Wie gesagt, der Balkon war nicht abzusichern, hab ich ja lang erzählt. Die beiden Katzen waren Wurfgeschwister und extreme Gegensätze: während Kim sich nicht mehr auf die Brüstung traute - quasi gelernt hat, dass das unangenehm für sie ausgehen kann - war Thalita so drauf, dass sie offensichtlich meinte: oh Klasse, noch mal. Wenn sie was gelernt hat, dann das grenzenlose Vertrauen in sich, dass ihr nichts passiert, und dass die Menschenmama wie ein verrücktes Huhn runterläuft und schimpft, sie ganz lieb auf den Arm nimmt und wieder hochträgt, sie also nicht mal selber laufen muss.Ich verstehe aber Deine Fassungslosigkeit (und ich ergänze mal um Wut) der Tierschutzorganisation gegenüber nicht.
Vor einem Jahr im April hast Du gepostet, dass Thalita vom Balkon des alten Reviers 9 mal abgestürzt ist (4. Stock/20 Meter Höhe - Deine Angaben).
Deine andere Katze ist 1 mal abgestürzt und wurde tierärztlich behandelt.
Im neuen Revier ergibt sich wieder das Thema Balkonsicherung.
Und wenn eine Katze einmal Balkon kennt, kann man sie nicht einsperren und nicht mehr auf den Balkon lassen - damit komm ich dann nicht klar, das sehe ich dann für mich Tierquälerei.
Meine Fassungslosigkeit bestand darin, dass man mich abgelehnt hat, ohne den jetzigen Balkon überhaupt zu kennen. Vielleicht wäre er ja durchgegangen - die Schwachstelle ist inzwischen behoben, noch mehr Sicherung kann ich nicht leisten. Vielleicht hätte man aber noch ganz andere Sachen angemerkt, die weder ich noch meine Katzen je in Betracht gezogen habe - wenn man DANN das Kätzchen verweigert, ist das nachvollziehbar. Aber einfach so in Ferndiagnose - so nach dem Motto: Ja nee, Ihnen ist ja schon mal ne Katze gestorben, weil sie da runter gefallen ist, Sie sind ja verantwortungslos! -, sich aufzuhalten an "Sie WOLLEN ihn ja nicht besser absichern" und das jemandem zu sagen, der sowieso schon trauert, das fand ich dann heftig, das hätte ich so nicht erwartet.
Meine Gedankenspielerei geht auch noch weiter: Eine Familie will sich einen Hund zulegen und man prüft auf Herz und Nieren, guckt sich die Umgebung an, schönes Haus mit Garten, alles sicher, perfekt. Sieht alles nach wunderbarer, gut situierter Durchschnittsfamilie aus, in der sich alle gut um den Hund kümmern können. Woran erkennt man als Vermittler denn, dass eins der Familienmitglieder aus Frust im Job jeden abend alles und jeden prügelt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist? Sowas gelingt uns doch schon bei unseren Kindern nicht, die in der Vorzeige-Nachbarschaft leben, gerade weil alles getan wird, um die Fassade zu wahren! Aber sorry, vielleicht geht das hier jetzt doch zu weit. Wenn ich dran denke, dass ich eigentlich gar nix lostreten wollte, hänge ich hier ganz schön tief drin!

Thalita hatte leider Übung im freien FallZweitens hatten und haben sie üblicherweise viele Gelegenheiten, all das zu üben, was sie brauchen, um draußen einigermaßen sicher zu sein (rein körperlich und auch verhaltenstechnisch).
, sie kam aber offensichtlich so unglücklich auf, dass sie es nicht überlebt hat. Viele haben mir danach gesagt, dass es doch seltsam sei, dass sie überhaupt bei einem Sturz ums Leben gekommen ist - Katzen fallen aus großer Höhe doch immer auf die Füße, normalerweise täten sie sich da nichts. Ich weiß nur, 20 cm mehr nach links oder rechts aufkommen, und sie hätte überleben können. Wie gesagt, zur Erhöhung ihrer Sicherheit hatte ich den Balkon noch mals umgeräumt. Aber das hat ja dazu erst beigetragen, dass die Aktion halsbrecherisch wurde - das Tier war nicht aufzuhalten.
Das wird der Freund damals wohl auch gemeint haben: Sie muss die Gegebenheiten kennen lernen, die nicht zu ändern sind, sie muss lernen, dann zurecht zu kommen, damit sie selbst dafür sorgen kann, dass ihr nichts passiert. Und wir, ihre Menschen, müssen lernen mit der Angst zu leben, dass ihnen was passieren kann. Mir ist das sehr schwer gefallen. Auch Freigänger tapsen mal daneben: wenn alle mit der Straße und den Autos drauf umzugehen wüssten, würde keine Katze mehr überfahren.Ich bin sehr dafür, ausgewachsenen Katzen auch was zuzutrauen, und das tue ich bei meinen Freigängern auch. Aber Wohnungskatzen haben nun mal nicht gelernt, wie man draußen überlebt und brauchen deshalb besonderen Schutz vom Besitzer.
@joker
bitte nicht missverstehen, mir geht es nicht um Rechthaberei oder sowas. Es gibt nur mehr als Reduzieren auf Schwarz und Weiß.

ThalitaUnter dem offensichtlichen Chaos ist die Welt absolut in Ordnung!
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28.06.2010, 12:23Inaktiver User
AW: Abenteuer Zweitkatze
Hallo Thalita,
es tut mir ehr leid, dass du deine Katze durch diesen schrecklich Unfall verloren hast
.
Ich kann die Bedenken der Vermittler theoretisch schon auch verstehen, halte die pauschale Ablehnung allerdings für wenig zweckdienlich (und auch nicht sehr freundlich dir gegenüber). Es wäre sicher besser gewesen, sich weiter mit dir zu besprechen, eventuell hätten sie auch noch gute Tipps gehabt. Fakt ist außerdem, das jeder, der eine Katze möchte, sich auch eine besorgen kann. Das macht dieses Vorgehen für mich ganz unabhängig von deiner Person um so weniger verständlich. Wenn nicht von ihnen, dann eben von wem anders. Klar, die Organisation kümmert sich in erster Linie um ihre eigenen Schützlinge und vermittelt bei berechtigten Bedenken natürlich nicht. In deinem Fall hätte man mögliche Sicherheitslücken aber sicher beprechen und eventuell Verbesserungsvorschläge machen können. Dehalb wundert es mich ein wenig, dass anscheinend noch nicht einmal eine Vorkontrolle stattgefunden hat.
Das sehe ich auch so.
Bei den Vorkontrollen, die ich durchgeführt habe, musste ich auch auf genau so etwas achten und bei ungünstigen Gegebenheiten wurden keine Freigänger vermittelt, sondern reine Wohnungskatzen empfohlen.
Die Vorkontrollen dienen in der Regel ja nicht einer Durchsuchung des Haushalts, sondern vor allem der Information vor Ort und dem gegenseitigen Kennenlernen, um offene Fragen zu klären und Tipps zu geben. Auf solche Dinge wie stark befahrene Straßen und ungesicherte Fenster und Balkone musste ich aber auch immer achten. Das steht auch in den Kontrollbögen und wird natürlich offen mit den neuen Haltern besprochen.
Liebe Grüße
Romy
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28.06.2010, 13:32
AW: Abenteuer Zweitkatze
Danke erstmal fürs Mitgefühl, allen, nicht nur dir, romysophie! Zuerst hab ich auch gesagt, ist okay, dann behalten Sie das Kätzchen eben, es gibt noch andere Stellen. Der Vorschlag "Nun kommen Sie doch erst mal her und gucken Sie es sich an", ist mir nicht über die Lippen gekommen - eben weil es noch andere Stellen gibt. Und ich wäre auch längst nicht so verstört gewesen, wenn man zuerst gesagt hätte: "Wir haben Bedenken, wir würden uns gern vor Ort ein Bild machen." Aber das war ihr offenbar nicht in den Sinn gekommen. Spitzfindigkeiten.
Trotzdem - war ein ganz süßes Tierchen gewesen. Hat nicht sollen sein. Es wird an wen anders vermittelt werden, wo es dann vielleicht sogar Freigang hat. Auch nicht das schlechteste.

ThalitaUnter dem offensichtlichen Chaos ist die Welt absolut in Ordnung!
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28.06.2010, 14:35
AW: Abenteuer Zweitkatze
Hallo Thalita,
natürlich bin und war ich nicht in Deiner Situation und kenne auch Deinen Balkon nicht, meine Reaktion nach dem ersten Sturz wäre nur vermutlich anders ausgefallen.
Wobei ich nicht weiß, ob Du immer wieder davon ausgegangen bist, dass der Balkon nun sicher war.
Und alles kann man nie ausschließen.
Hätte ich aber Zweifel an der Sicherheit gehabt, hätte ich die Katzen nicht mehr draufgelassen.
Meine merkwürdigen Begegnungen mit Schutzorganisationen:
70qm für 2 Katzen minimum...wir hatten gerade umgebaut und ich zählte laut die qm zusammen...nein, ich kam nicht weit.
Die Frau war aber insgesamt sehr unhöflich.
Das Wesen der Katze konnte nicht beschrieben werden (Wie soll sie schon sein?).
Katze ungeimpft.
Der Preis war relativ hoch.
Habe ich im Prinzip nix dagegen - aber ungeimpft?
Als ich zögerte (nicht wegen des Preises, sondern bekennend wegen des Impfstatus) kam dann die Wohnungsgrößenkillerfrage mit abgewürgter Antwort.
Ein anderes Mal konnte sich die Pflegestelle auch kaum trennen.
Es wurde schlussendlich bemängelt, dass ich nicht vorhatte, meine Terrassentür zu vernetzen...ja - nun.
Ich hab aber auch sehr nette Stellen kennengelernt.
Liebe Grüße,
MatratzeNow, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.
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29.06.2010, 11:19
AW: Abenteuer Zweitkatze
Hallo Matratze,
es gibt Balkone, die sind nicht abzusichern, bei meinem alten war das so. Und ich denk mal, ob dann Balkon ja oder nein, kommt dann auf den Halter und die Katze an. Andere würden sie nicht auf den Balkon lassen - dann muss man das m. E. von Anfang an durchziehen, und das hab ich verpasst. Erst drauf lassen und später einsperren, nee, das kann ich nicht, und das hätte sie sehr unglücklich gemacht. Sie ist Katze, sie hat schon nicht das Glück, durch Wiesen streifen zu dürfen, sondern hat nur einen kleinen Balkon, auf dem sie den Wind spüren und die Vögel hören kann. Also habe ich den Balkon so gut abgesichert wie es mir möglich war und mich entschlossen zu akzeptieren, dass immer etwas passieren KANN, aber nicht muss. Lieber fünf Jahre glückliche Katze als 18 Jahre unglücklich und sehnsüchtig, weil eingesperrt. Die Katze ist nicht dazu da, mich glücklich zu machen, sondern ich muss dafür sorgen, dass sie glücklich ist. Dann bin ich es auch, und ich bekomme es von ihr zurück. Mit Thalita war das so.
Das ist auch jetzt der Punkt, der mich bei der kleinen Bauernhofkatze beschäftigt. Wenn sie nicht permanent drinnen bleibt, sondern mit zunehmendem Neugieralter auf den Hof darf, und sei es nur ein einziges Mal, dann kann ich sie nicht nehmen. Man darf einer Katze nicht verwehren, was sie schon kennt.
Ich denke auch, wenn ich euch jetzt so lese, es gibt unter den Vermittlern solche und solche, und wenn mir das nochmal passieren sollte, werde ich mich nicht mehr so aufregen. Ich war darauf halt nur nicht gefasst. Komisch, auch wenn ich das meinen Freunden hier erzähle, staunen die mich an und fragen, ob ich wirklich eine Katze wollte oder tatsächlich nach der Kronprinzessin der Familie gefragt hätte. Meist glaubt man wirklich, bei dem Überschuss an Katzen wären die Vermittler froh über jedes Tier, das sie abgeben können. Und es ist doch sicher auch so, dass die meisten Tierhalter und deren Zuhause in Ordnung sind, während die wenigen Tierquäler in die Zeitung kommen und das Bild bestimmen.
Ein Baum, der fällt, macht eben mehr Krach als ein Wald, der wächst.
Aber ich will ja nicht ausschließen, dass ich da wieder auf´m Holzweg bin.

ThalitaUnter dem offensichtlichen Chaos ist die Welt absolut in Ordnung!
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29.06.2010, 12:12
AW: Abenteuer Zweitkatze
Aber auch Katzen, die nicht draußen waren, können einen Drang nach draußen verspüren. Ich habe meine nicht rausgelassen, bevor sie kastriert waren. Aber so die letzten vier Wochen hat einer der beiden immer wieder auf dem Fensterbrett vor der Terrasse gesessen und gemaut, weil er raus wollte. Er kannte "draußen" definitiv nicht.
Unser zweiter hat nicht diesen Drang. Er liegt heute zwar auch auf der Terrasse, verlässt aber den Garten nicht sehr häufig und bleibt v. a. immer in der Nähe. Bei ihm könnte ich mir auch vorstellen, dass es ihn nicht stören würde, ließe ich ihn ab heute nicht mehr raus.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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29.06.2010, 13:45
AW: Abenteuer Zweitkatze
Ich hatte den Eindruck, meine zwei hatten sich ihr Revier schwerpunktmäßig aufgeteilt: Thalli draußen, Kim drinnen. Beide duldeten einander.
Unter dem offensichtlichen Chaos ist die Welt absolut in Ordnung!
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29.06.2010, 13:51
AW: Abenteuer Zweitkatze
@Thalita
Sei mit bitte nicht böse, aber ich kann mir fast nicht vorstellen, dass der Balkon nicht sicher zu machen ist.
Hast Du mal eine Fachfirma zu Rate gezogen? Es gibt so gut wie nichts, was die nicht vernetzen können. Und zwar halbwegs unsichtbar, bzw. so, dass der Gesamteindruck der Fassade so wenig wie möglich verschandelt wird. Ich habe seit 7 Jahren Katzen und bisher 3 wirklich ungünstige Balkone gehabt. Da hätte ich sowieso nur einen Fachmann rangelassen. Eben aus dem Grund, weil ich meine beiden Katzen auch unbeaufsichtigt auf dem Balkon lassen will.
Klar, so ganz billig ist das nicht...




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