Ich verstehe es nur zu gut, wenn man das nicht kann, denn ich muss gestehen, dass ich an jenem Abend meinen Freund gebeten habe, nachzusehen, weil ich Angst hatte.

Ich hatte Angst davor, dass es tatsächlich "unser" Kater ist, Angst, welcher Anblick sich mir bietet, Angst vor der Gewissheit, dass er tot ist.

Würde ich ein Tier anfahren, ich müsste wahrscheinlich schon allein deshalb anhalten, weil doch immer noch die Möglichkeit besteht, dass es "nur" verletzt ist und gerettet werden kann.

Das war beim Nachbarkater nun mit Sicherheit leider nicht der Fall. Doch das konnte der Fahrer ja nicht wissen.

Fleetwood, auch ich bin vermutlich deshalb noch stärker gefühlsmäßig von dem aktuellen Vorfall betroffen, weil ich auch seit inzwischen vier Jahren meinen Kater vermisse und nicht weiß, was ihm wiederfahren ist. Er war kein Freigänger, er lief mir unbemerkt nach, als ich nach draußen ging und ist seither spurlos verschwunden.

Das treibt mich heute noch um. Ich kann besser mit dem Tod meiner zwei Katzen umgehen, die an FIP erkrankt und verstorben sind, obwohl auch das natürlich sehr schmerzhaft war, doch immerhin gab es einen Abschluss. Und auch mein Kater, der mit 15 Jahren an Leukose verstarb, war ein Einschnitt, doch er hatte immerhin ein langes Leben und die Nachbarkatze wurde kaum ein Jahr alt.