Demnächst werde ich zum ersten mal in meinem eigenständigen Leben in eine Wohnung ziehen, die mehr als ein Zimmer hat. Deswegen spiele ich sehr intensiv mit dem Gedanken, mir endlich wieder eine Katze, bzw. eher einen Kater zuzulegen.
Im Vorfeld gibt es da für mich einiges zu bedenken, da ich zwar als Kind schon einen Kater hatte, der hatte aber ein riesiges Revier mit Garten, Feldern und einem Bach hinterm Haus. Ziemlicher Luxus also für so einen Tiger.
In meiner neuen Wohnung wird es höchstens zwei bis drei Zimmer zum Rumstromern geben. Reicht das überhaupt?
Dann werde ich unter der Woche bis nachmittags oder abends weg sein. Ist das für so ein Einzeltier überhaupt zumutbar?
Wo stellt man das Katzenklo am besten hin? Ich dachte ans Bad. Aber lässt sich in so einer kleinen Wohnung der Geruch - bei regelmäßigem Säubern natürlich - einigermaßen vermeiden?
Was ist mit Impfungen, Entwurmungen und Kastration? Alles nötig bei einem reinen Wohnungskater?
Und dann noch eine etwas andere, vielleicht etwas seltsam anmutende Frage, die aber auf lange Sicht eine Rolle spielen könnte: wenn man nicht ausschließt, in den nächsten zehn Jahren mal ein Kind zu bekommen, sollte man sich da überhaupt eine Katze zulegen? Von wegen Toxoplasmose ... Ich möchte einfach kein Tier zu mir holen und dabei schonmal einplanen, es möglicherweise irgendwann weggeben zu müssen.
Danke für die Info schonmal!![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 35
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15.05.2010, 11:21Inaktiver User
Paar Fragen zur Wohnungskatze
Geändert von Inaktiver User (15.05.2010 um 11:25 Uhr)
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15.05.2010, 11:45
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
1. Der Platz ist kein Problem, wenn Kratzbaum, Rennstrecken, Verstecke vorhanden sind.
2. Problematischer finde ich die Kombination "Wohnungskatze, Einzelkatze, VZ-berufstätig". Das kann sehr öde werden. Besser wären dann zwei Katzen, am besten ein Geschwisterpäärchen. Sind bei zwei Zimmern kein Problem. Meine zwei Katzen haben auch den Umzug von 130 qm² auf 55 qm² ohne murren geschafft. Und zwei Katzen machen einfach mehr Spaß, weil sie sich wirklich viel miteinander beschäftigen. Und keine Sorge - der Mensch bleibt trotzdem wichtig! (Einige haben ja Angst, bei zwei Tieren abgemeldet zu sein.)
3. Kommt auf die Wohnung an. Im Badezimmer ist immer Feuchtigkeit - das kann zusammen mit verstreuter Klumpstreu schmierig werden. Ideal sind natürlich Gästetoilette oder versteckte Ecken im Flur.
Bei täglicher Reinigung und hochwertigem Streu aus dem Fachhandel (kein Supermarkt-Streu!) riecht da nichts.
4. Kastration ist zwingend notwendig wegen Geruch und auch Verhalten.
Entwurmungen brauchten meine Katzen nie, Impfungen gegen Katzenseuche und -schnupfen sind auch bei Wohnungskatzen obligatorisch. Tollwut verlangen einige Katzenpensionen. Leukose ist ein Streitfall, bzw. Glaubensfrage.
5. Da habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung - um das Problem wollte ich mich kümmern, wenn es aktuell wird.
Katzen an sich sind nicht das Problem, aber man sollte wohl beim Säubern der Katzentoilette Vorsicht walten lassen - also Handschuhe oder Mann.
Wenn das aktuell wird, würde ich einfach noch mal den Gyn fragen, bzw. entsprechende Tests machen lassen. Katzen abgeben wegen Schwangerschaft gehört für mich in die Kategorie "Hysterie".
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15.05.2010, 12:58
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
Du kannst dich beim Arzt testen lassen, ob du Antikörper gegen Toxoplasmose im Blut hast: Menschen können sich nur einmal infizieren, danach sind sie immun, dann ist dein (potentielles) ungeborenes Baby auch sicher. Eine Toxoplasmoseinfektion verläuft meistens unauffällig, wie ein leichter grippaler Infekt oder eine kleine Darminfektion, oft auch ganz symptomlos; du weißt also nicht, ob du schon eine hattest, von damals, von deinem Kater.
Du kannst auch die Katze testen lassen, auch sie entwickelt eine Immunität, gefährlich ist vor allem die Erstinfektion. Eine Impfung gibts wohl noch nicht, soll aber in Entwicklung sein.
Wenn weder du noch deine Katze immun sind, kannst du sie notfalls nur während deiner Schwangerschaft aus dem Haus geben. Und wie schon gesagt wurde, vermeide den Kontakt mit Katzenkot, auch das Einatmen von kontaminiertem Staub. Lass jemand anders das Katzenklo reinigen, oder benutz Handschuhe und Mundschutz und wasch dir anschließend gründlich die Hände. Zur Reinigung der Räumlichkeiten wird ein Dampfreiniger empfohlen, weil Desinfektionsmittel weitgehend nutzlos sind.
Also ich würde mich nicht wegen einer unbestimmt später geplanten Schwangerschaft davon abhalten lassen, mir jetzt eine Katze zuzulegen. Oder zwei.
Wenn du schon emsig am Kindermachen wärst, würde ich auch raten, den Erfolg und die Geburt abzuwarten, aber so?Ich habe eine Wassermelone getragen.
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15.05.2010, 16:43
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
Hallo
ich finde es auch sehr problematisch ein Tier alleine zu halten va wenn Du so wenig zuhause bist
Wir haben an Klumpstreus viel ausprobiert und sind bei denen mit dem Babypuderduft aus Kanada( sind verschiedene Marken und ich finde alle gut)hängengeblieben.
Kastration sehe ich auch als ein Muss an, drei Zimmer sind kein Problem,auch für zwei Tiere nicht
Zur Toxoplasmose
Hier geht es ja vorwiegend um Freigänger und um Essen welches aus Beeten und co kommt.
Die wenigsten Frauen, die jahrelang Katzen halten,sind T. positiv,dh sie hatten es alle nicht was mich vermuten lässt dass es nicht so häufig ist. Wenn Du schwanger bist kann Dein Partner das Klo saubermachen oder Du nimmst Einmalhandschuhe. Ich selber habe seit ich neun bin Katzen,immer mehrere, allerdings nie Freigänger,und ich bin T.negativ.
Darüber mach Dir also mal garkeine Gedanken,selstw enn Du es is dahin noch nicht hattest git es ganz einfache Wege die Gefahr zu umgehen
Sie ist wieder da....
Aller guten Dinge sind 3!!! *
M (1/08), Li (12/09), La (10/11)
* Das hat sogar Talea erkannt
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15.05.2010, 17:01Inaktiver User
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
1. und 3.-5.: Schließe mich den Vorrednerinnen an.
Was 2. angeht: Ich wollte eigentlich 2 Katzen (eben auch wg. Berufstätigkeit), hab mich im Tierheim aber in eine Kätzin auf den ersten Blick verliebt, die leider mit anderen Katzen nicht verträglich ist. Hab dann im TH die Situation geschildert, die Tierpfleger meinten, das wäre kein Problem bei solchen Diven, für die wäre das Alleinsein auch ok, Katzen schlafen ja auch viel.
Mittlerweile ist es so, dass ich in (hoffentlich noch sehr ferner) Zukunft keine Einzelkatze mehr holen würde, und zwar wegen des Urlaubs - da habe ich nämlich regelmäßig ein schlechtes Gewissen, wenn Lili eine Woche lang immer nur zwei Kurzbesuche pro Tag vom Katzensitter bekommt.
Im normalen Alltag kommen Lili und ich prima zurecht und sie langweilt sich auch nicht - die meiste Zeit, die ich nicht da bin, verschläft sie (das merke ich immer, wenn ich frei habe, da ändert sie ihren Rhythmus nicht, nur weil ich zuhaus bin).
Hast du eigentlich einen Balkon? Lili hat den Balkon sehr gern, da kann man schön gucken und lauschen und schnuppern und in der Sonne liegen.
PS: Lilis Klo steht klumpstreubestückt (ohne Duftstoffe) im Gang und wird täglich gereinigt - da riecht nix. Das Klo der Nachbarskatze steht im Bad (die Badezimmer grenzen aneinander) und wird nicht täglich gereinigt, da riecht schon mal was durch den Abfluss rüber. Ich denke, tägliches Reinigen und trockenes Raumklima sind das A und O zur Geruchsprävention.Geändert von Inaktiver User (15.05.2010 um 17:04 Uhr) Grund: PS hinzugefügt
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15.05.2010, 17:06
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
Zur Toxoplasmose: Wenn Du erst in ein paar Jahren Kinder möchtest, wirst Du Dich vermutlich schon wesentlich früher anstecken (wenn Du jetzt schon die Katzen bekommst), oder Du hattest es schon (wie meine Vorschreiberinnen schon gesagt haben). Falls Du es, bis Du schwanger wirst, noch nicht bekommen hast, dann muss eben der zukünftige Vater Deines Kindes für die paar Monate das Klo schaufeln. Hat ja auch was...

Zwei bis drei Zimmer reichen an sich schon, und man kann die Fläche für Katzen deutlich erhöhen durch jede Menge Regale, Schränke etc. auf die die Katzen springen / klettern können. Für Katzen sind solche hohen Orte übrigens sehr wichtig, daher sollte man bei nur 2 bis 3 Zimmern den Katzen soweit wie möglich erlauben, auf die Möbel zu klettern. 2 bis 3 Zimmer und keine erlaubten höheren Ebenen ist schon recht wenig.
Wenn Du oft den ganzen Tag weg bist, ist das für eine Einzelkatze schon nicht ideal. Grundsätzlich würde ich raten, keine Wohnungskatze einzeln zu halten. Katzen brauchen einfach Kommunikation mit Artgenossen, damit sie nicht sozial verarmen. Gerade wenn das Tier den ganzen Tag alleine ist, tut es ihm gut, wenn es bissl input von einer anderen Katze bekommt. Selbverständlich gibt es da aber auch Ausnahmen, z.B. ältere Tiere, die sich nicht mit anderen vertragen, oder ein Tier mit Behingerung etc. - da wird man bei Bedarf sicher fündig. Aber eine junge, gesunde Katze würde ich nicht alleine in eine Wohnung sperren, wo den ganzen Tag niemand zu Hause ist.
Was das Katzenklo angeht - die Faustregel ist für jede Katze ein Klo plus ein Klo extra. Je nach Katze tut es sicher auch ein Klo pro Katze, aber drunter würde ich auf keinen Fall gehen. Wenn Katzi mit der Klo-Situation nämlich nicht zufrieden ist, führt das sehr schnell dazu, dass sie sich einen für sie geeigneten Ausweich-Platz sucht - der dem Besitzer oft nicht unbedingt gefällt (WoZi-Teppich, Bett,...). Idealerweise sollte man nicht unbedingt das Standard-Streu aus dem Supermarkt nehmen - diese grauen Steinchen sind oft recht spitz, je größer die Katze desto eher tut das unter den Pfoten weh - und sie wird versuchen, das Klo zu meiden. Außerdem ist der Staub von dem Zeug nicht unbedingt gesund. Ideal ist nach meiner Erfahrung sandartiges Streu (das gibt's auch je nach Vorliebe mit und ohne Babypuder-Duft).
Zum Geruch: Je besser das Futter, desto weniger riecht das Klo. Und desto seltener muss Katze auf's Klo. Meine Katzen werden roh gefüttert (vorher hochwertiges Feucht-Futter), und seit ich das mache, riecht das Klo gar nicht mehr. Grund: in qualitativ schlechtem Futter sind sehr viele Inhaltsstoffe, die die Katze nicht verwerten kann. Das läuft also durch die Katze durch, beansprucht den Organismus unnötig, und kommt hinten wieder raus (Und da ja hauptsächlich das unnötige Füllmaterial, sprich Abfall, rauskommt, riecht das entsprechend). Je weniger Dreck also im Futter ist, desto mehr kann die Katze verwerten, desto weniger scheidet sie aus.
Kastration: auf jeden Fall. Katzen können, wenn sie nicht gedeckt werden, dauerrollig werden. Sehr unangenehm für das Tier. Und für den Besitzer ist jede Rolligkeit recht nervig. Meine Kleine Katze war schon sehr früh rollig (gut 4 Monate alt, daher noch nicht sterilisiert), deswegen habe ich das einmal mitgemacht - furchtbar. Und Kater sollten bei Wohnungshaltung besser auch frühzeitig kastriert werden. Ansonsten kann man sie kaum in einer kleinen Wohnung halten - da wird der Freiheitsdrang zu groß, das wäre eine ziemliche Quälerei für das Tier. Kater wird dann wahrscheinlich auch anfangen, das Revier zu markieren, und nicht-kastrierter-Kater-Pipi ist mörderisch...
Impfen: Du kannst viele Erreger mit Deinen Schuhen ins Haus tragen, von daher würde ich die Wohnungskatzen genauso impfen wie Freigänger. Eventuell gibt es da Impfungen, die man nicht braucht (keine Ahnung, meine müssen regelmäßig in die Katzenpension, also sind sie geimpft und ich habe mich damit nicht weiter beschäftigt), aber der TA kann Dir da sicher weiterhelfen.
Wurmkur: Würde ich nur bei Bedarf machen. Die Kur ist ja auch eine Belastung für die Katze, also sollte man es nicht einfach aufs Geratewohl machen.
Soo, das ist ja jetzt ein langer Text geworden... Hoffentlich ist mir hier keiner eingeschlafen...
“You can tell how smart people are by what they laugh at.”
― Tina Fey
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15.05.2010, 17:54
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
Soweit ich weiß geben Tierheime,und auch veranwortungsvolle Züchter,Tiere als Einzeltiere garnicht mehr her, ausser sie sind Einzelgänger. Im Tierheim muss man auch unterschreiben dass man das Tier kastrieren lässt
Sie ist wieder da....
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M (1/08), Li (12/09), La (10/11)
* Das hat sogar Talea erkannt
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15.05.2010, 18:08Inaktiver User
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
Meine beiden Zicken wären jede für sich heilfroh, wenn sie "Einzelkatze" wären... die können sich gar nicht ab, das ist Zickenterror pur.

Allerdings sind es Freigänger und haben auch ein ganzes Haus zur Verfügung, sie können sich also aus dem Weg gehen.
Es ist also bei Katzen wirklich sehr individuell, ob sie gern ganz allein sind oder sich zu zweit wohler fühlen.
Wenn Du zu einer Einzelkatze tendierst, würde ich ein erwachsenes Tier nehmen, da kann man Dir beim Züchter oder im Tierheim schon sagen, welche Einzelgänger ist.
Wenn's zwei werden sollen, wie hier schon gesagt, am besten Geschwister und dann als Jungtiere.
Kastrieren muss auf jeden Fall sein, ein unkastrierter Kater stinkt Dir die Bude voll, dass es kracht, da kriegt man einen echten Eindruck von biologischer Kriegsführung...
Und eine unkastrierte Katze, die rollig wird, schreit dermaßen rum, dass Du auf sicher Ärger mit den Nachbarn kriegst... wobei dann auch noch die Gefahr einer Dauerrolligkeit besteht, wenn nicht kastriert wird, also - viel Spaß, das geht gar nicht
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15.05.2010, 18:20Inaktiver User
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
Ganz lieben Dank für die ausführlichen Antworten!

Der Kater damals war auch absoluter Einzelgänger. Und für zwei Katzen braucht man auch zwei Klos, und in einer kleinen Wohnung riecht es dann auch schnell nach Katze, oder?
Nicht falsch verstehen, ich liebe die Biester.
Ich möchte nur nicht den Wohlfühlfaktor der Wohnung dafür opfern. Katze selbst soll sich wiederum natürlich auch wohlfühlen ...
Aber natürlich werde ich das vom Einzelfall abhängig machen.
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15.05.2010, 19:02
AW: Paar Fragen zur Wohnungskatze
In dem Fall würde ich mal in Internet stöbern. Es gibt immer wieder Notfall-Katzen, die dringend einen Einzelplatz bräuchten, aus welchem Grund auch immer. Aber die meisten Leute, die sich für Katzen interessieren, haben ja schon welche und können deshalb keine Einzelgänger-Katze unterbringen.
Vom Geruch her hätte ich (bei guter Fütterung) keine Bedenken, aber es ist natürlich verständlich, wenn man in einer 2 - 3 ZKB keine 2 bis 3 Katzenklos aufstellen möchte. Noch dazu sollen die ja nicht direkt nebeneinander stehen, sondern möglichst weit verteilt.
Aber behalte auf jeden Fall im Hinterkopf, dass manche Katzen auch mehr als ein Klo haben möchten. Manche sind da pingelig, und mögen z.B. nicht in ein schon benutztes Klo gehen, und gerade wenn Du 8 - 10 Std nicht im Haus bist, könnte das ein Problem werden, das nur durch ein 2. Klo zu lösen ist. Leider machen Katzen halt oft auf Probleme aufmerksam, indem sie sich neue Klo-Plätze suchen - das kann ziemlich schnell ziemlich stressig werden, wenn man nicht sofort richtig drauf reagiert / reagieren kann.
Versteh mich nicht falsch, ich male nur ungern den Teufel an die Wand, und die meisten Katzen passen sich ganz wunderbar an. Aber man sollte halt nicht aus allen Wolken fallen, wenn doch was anders läuft als erwartet.“You can tell how smart people are by what they laugh at.”
― Tina Fey


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