Einen Hund zu "kennen" oder mal ein paar Tage zu beherbergen ist eine ganz andere Nummer, als ihn dauerhaft und fest zu integrieren. Es spielt überhaupt keine Geige, ob die Hunde sich kennen oder nicht - es gibt soziale Hierarchien, Gewohnheiten, Rituale - all das wird durch den neuen Mitbewohner, um den dann auch noch eine Menge TamTam gemacht werden muss, gestört. Hier muss man bedacht agieren, um die Hunde nicht in unendliche Konflikte zu stürzen, und das muss man als Mensch/Primat, der ein ganz anderes Sozialverhalten hat, lernen.
Das kann man annehmen, und darauf aufbauend agieren, oderals Blödsinn abtun.
Es geht nicht darum, den Spiegel zu lesen, sondern Aktivitäten zu finden, die Muskulatur und Hirn gleichermassen ansprechen. Ein Nachmittag in der Rettungshundestaffel beispielsweise "schafft" einen Hund für ein ganzes WE, das erreicht man mit keiner noch so ausgedehnten Tour.Ich denke aber trotzdem, dass sie nicht damit ausgelastet ist, wenn sie nur so viel Auslauf hätte, wie Ben. Auch wenn ich zum Ausgleich mit ihr den Spiegel lese!![]()
IDu hast sie also für ihr Wohlverhalten - Nein folgen, kommen, im Platz bleiben - bestraft.ch bin bei all meinen Hunden nach dem selben Prinzip verfahren und das hat bei allen gut geklappt. Bei unerwünschten Verhalten gibt es es - je nach Situation - ein "aus" oder "Nein". Wenn der Hund sein Verhalten korrigiert, gibt es ein "Fein" und je nachdem ein Leckerchen.
Wenn das Fehlverhalten sich wiederholt, werde ich böser. In Majas Fall habe ich sie sehr böse mit "Maja, Nein", "Maja, komm" abgerufen, als sie ankam, habe ich sie Platz machen lassen und sie ignoriert. Ein bißchen.
Fehlverhalten kann man ignorieren, um es nicht zu verstärken, und in gewünschtes Verhalten umlenken. Sinnig wäre also gewesen, sie ins Platz zu legen, und dafür zu loben und zu belohnen. Tat und Belohnung/Sanktion müssen engstens miteinander verknüpft sein, damit der Hund das überhaupt in Verbindung bringen kann. Deine Hündin hat durch Dein Verhalten oben gelernt, dass sie mit einer schlimmen sozialen Strafe belegt wird, wenn sie gehorcht und im Platz liegt, ich glaube nicht, dass das in Deinem Sinne war.
Das klingt schon besser.Nach einer Weile habe ich sie wieder aufstehen lassen. Als sie Kurs auf die Kaninchen nahm, habe ich leiser "Maja, nein" wiederholt. Sie drehte sich unverzüglich ab und legte sich neben mich. Und blieb liegen. Da habe ich sie gelobt.
Ja. Schau Dir einen Altrüden, eine Leithündin an. Sie agieren SOUVERÄN und LEISE, über Gesten, Blickkontakt oder Ignorieren. Sie nehmen nicht jede Herausforderung an, weil sie über den Dingen stehen, und gar nicht einsehen, sich von jedem Rotzlümmel herausfordern zu lassen.Außerdem zum Rudelverhalten: Gerade im Rudel gelten doch sehr strenge Regeln und ganz klare Strukturen und Hierarchien. Ich glaube nicht, dass ein Hund, der da an einer Hierachie kratzt, damit rechnet, dass ihm nichts passiert? Wenn ich sehe, wie Hunde untereinander ein Fehlverhalten bestrafen, dann finde ich mich sehr nett. Aber vll. verstehe ich dich da miss?
Im übrigen hat Deine Hündin Deine Position doch gar nicht in Frage gestellt. Sie kennt doch Deine Regeln noch gar nicht, wie soll sie also wissen, dass sie ein Fehlverhalten gezeigt hat? Das muss sie erst lernen.
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 74
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20.05.2010, 01:02Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
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20.05.2010, 12:16Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
@die seewespe
ganz gut beschrieben, ich kann mir den text sparen :-)
lara
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20.05.2010, 13:23Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
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Geändert von Inaktiver User (25.05.2010 um 21:17 Uhr)
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20.05.2010, 13:43Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
Maya hat soviel Besitzer gehabt - meist hatte sie es nicht besonders gut.
Finya du solltest dir ganz sicher sein ob du sie nimmst und behälst. Die Arme hat es sicher nicht verdient noch einmal abgeschoben zu werden.
Ich hab im anderen Strang ja Bilder gesehen - und mir wäre es genau so gegangen wie dir - sie ist eine Schönheit und sicher super Dankbar für Aufmerksamkeit-
Ist es da wirklich wichtig, ob sie apportiert? Ob sie Kommandos akkurat ausführt?
Nicht falsch verstehen, ein Hund sollte schon hören. Meiner kann das auch. Aber dieser Hund ist ja noch mal eine Ausnahme.
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20.05.2010, 14:13Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
So wie Dharma geht's mir auch.
Maya hat viel Leben in den Augen stehen.
Hat sie mal geworfen?
Ein Hund muss natürlich seinen Anlagen gemäß ausgelastet sein. Das kann aber verschiedene Formen haben.
Um ihre Jagdvergangenheit würde ich mir nicht viel Gedanken machen - da wird nicht viel gewesen sein.
Sie wird eine Grundausbildung haben, für nicht tauglich erklärt worden sein und die meiste Zeit im Zwinger gesessen haben bei besagtem Jäger, der hoffte mit ihr ein Schnäppchen zu machen und das war's.
Ich würde mal einen Termin mit ihr bei einem Jagdhundeführer machen - um mehr über sie zu erfahren.
Und dann vielleicht wirklich in Richtung Hunderettungsstaffel denken. Du hättest dann allerdings gleichzeitig ein neues, intensives Hobby.
Am meisten leidet sie wohl darunter, dass sie nicht so darf, wie sie könnte. Da leiden auch Jagdhunde von Hobbyjägern drunter, die nicht regelmäßig trainieren / jagen gehen. Ich denke, die Regelmäßigkeit ist das Wichtigste. Ob das dann Bällen vorstehen ist, eine spezielle Art Hundesport, die ihr entgegen kommt oder Rettungsstaffel / feste Fährtengruppe ist zweitrangig.
Fakt ist, Du hast mit ihr einen Bewegungshund.
D.h. sie wird nicht so glücklich mit dem Kaninchen auf dem Flokati sein, wie es Ben zu sein scheint.
D.h. die Ben-Nachära wäre eingeläutet und die ist dann ziemlich anders (obwohl ein Terrier auch seine Beschäftigung braucht - aber das war wohl die Familie / die Kinder in seinem Fall) ....
Passt das?
Für Dich?
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20.05.2010, 14:41Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
finja,
ich bin nicht verantwortlich für die Empfindungen, die Du auf mich projizierst. Es ist DEIN Bild von mir, und Du wirst Deine ganz eigenen Gründe haben, warum Du so über mich denkst, und mir eine verbissen Haltung unterstellen möchtest.
Es ging um das konkrete Vorgehen, das Du in der geschilderten Situation zeigtest, und das für einen Hund missverständlich war. Ziel eines Menschen, der mit einem Hund lebt, müsste meinem Verständnis nach sein, zunächst die Verhaltens- und Reaktionsweisen der fremden Spezies kennen zu lernen, und dann darauf aufbauend das eigene Verhalten so zu modifizieren, dass eine Verständigung möglich wird.Diesen Teil sehe ich etwas anders. Ich denke, wir sind uns einig, dass Hunde nicht geschlagen werden und das die positiven Eigenschaften/Verhaltensweisen von uns positiv verstärkt werden und belohnt!
Ich kann dabei nicht von meinem menschlichen Verständnis der Dinge ausgehen, sondern muss mich in den Hund hinein versetzen. Der Hund macht es mir dabei sehr leicht - er ist als extrem soziales Wesen sehr daran interessiert, sich mit mir gut zu stellen. Eigentlich also beste Voraussetzungen - immer vorausgesetzt, ich lege nicht meine menschlichen Massstäbe an.
Warum sollte sie sie achten, wenn sie sie doch locker überspringen kann? Sie kann sich über ihr Verhalten selbst belohnen, es ist also eine für sie erstrebenswerte Sache. Als Mensch muss ich nun einen Reiz dagegen setzen, der für den Hund NOCH höher rangiert - dann kann ich mit einem zügigen Lernerfolg rechnen.Es ist so, dass Maja auch die Umzäunung zu den Ställen überspringt. Sie achtet noch nicht mal die Umzäunung.
An Einsicht zu appellieren hat dagegen keinen Sinn, solange ein Verhalten so selbstbelohnend ist, und noch kein Weg gefunden wurde, sich Hunden telepathisch so mitzuteilen, dass sie unsere Überlegungen: Zaun soll Gelände vor Betreten schützen! - nachvollziehen können.
Siehe oben - das Überspringen, die Kaninchen sind als Reiz offenbar sehr verlockend.Ich habe sie mehrmals abgerufen und sie über den Zaun zurückgeholt. Das macht sie. Aber ich könnte sie stundenlang abrufen und sie für ihr Kommen loben, wenn sie danach wieder hin rennt.
Du wirst also entweder konstant vor Ort das Verhalten kontrollieren müssen, bis es so fest sitzt, dass es ein Automatismus ist - dazu muss aber der Anreiz entsprechend gewählt werden, es wäre also kontraproduktiv, genervt auf belohnende Verstärkung des erwünschten Verhaltens zu verzichten - oder eine Barriere errichten, die ausreicht, um unbeobachtetes Überspringen zu verhindern.
IIch sehe es so: Du erwartest von einem Hund verdammt viel, wenn Du davon ausgehst, dass drei Spaziergänge ausreichen, dass er selbstbelohnendes Verhalten, einen für ihn sehr positiv belegten, verlockenden Reiz, endgültig ablegt und freiwillig gegen lauter für ihn unangenehme Reize "eintauscht".ch wechsel mal das Beispiel!
Wenn ich mit ihr ohne Leine einen Feldweg langgehe, dann kommen wir an einer alten Gärtnerhütte vorbei. Es verfällt alles langsam. Früher wurden dort Hühner und Kaninchen gehalten, es ist also sehr interessant für Hunde!
Wenn sie eine Böschung runterhüpft, dann kommt sie da hin und stöbert durch die alten Gebäude. Das möchte ich nicht.
Beim ersten Mal habe ich sie abgerufen und sie ließ sich sehr lange Zeit mit dem Kommen. Ich habe sie gelobt, als sie kam und habe sie dann heran genommen, bis wir dran vorbei waren. Auf dem Rückweg habe ich sie vorher an die Leine genommen und als sie in die Richtung zog, folgt ein "Nein" und wir sind zügig dran vorbei.
Am nächsten Tag war sie wieder abgeleint, ich wollte sie vorher ranrufen, aber sie gab etwas Gas und war die Böschung runter. Diesmal habe ich sie schärfer zurückgerufen, an die Leine genommen und nicht mehr dick gelobt. Ich habe sie Fuß gehen lassen. Und nach einer Weile abgeleint.
auf dem Rückweg habe ich sie vorher zu mir gerufen, sie nicht angeleint, sie aber auf Zuruf ganz eng neben mir gehen lassen. Sie hat noch nicht mal in Richtung Böschung geguckt. als wir "bei Fuß" dran vorbei waren, habe ich sie gelobt und sie bekam ein Leckerchen.
Am nächsten Tag blieb sie oben an der Böschung stehen und weinte ein bißchen. (Hörte sich an wie: und hier soll ich jetzt nicht runter, weißt du wie toll das da ist?????
) Ich habe sie dann herangerufen und gelobt und Leckerchen gegeben und das Thema ab und die Böschung runter war erledigt. Seit dem ist sie mir nicht mehr ab durch die Hecke!
Wo siehst du jetzt mein Fehlverhalten?
Lernen bedeutet für Hunde lebenslanges Lernen. Es reicht nicht, ein Kommando einmal zu etablieren, es muss immer und immer wieder geübt werden, mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, in unterschiedlichen Kontexten - dieses "mit dem Hund arbeiten" sollte fester Bestandteil jeder Runde sein. Der Hund kann sich dabei beispielsweise Teile seines Futters verdienen, und hat auch noch Spass daran. Abwandlungen, neue Elemente, überraschende Wendungen machen die Sache spannend für ihn. Er lernt, sich auf Dich zu konzentrieren und zu schauen, was Du tust.
Das, was Du Dir wünschst - dass sich Verbundenheit zwischen Dir und der Hündin etabliert - entsteht über gemeinsame Arbeit beispielsweise ganz natürlich.
Ich bezog mich auf LEITTIERE. Dass Hunde sich untereinander auch anders verhalten können, ist klar, aber ein Rudel ist nur dann funktional, wenn es geordnete Strukturen hat.Da kenne ich aber ganz andere Hunde! Aber wirklich.
Ein Leittier sorgt im Rudel dafür, dass eine freundliche, friedliche, kooperative Grundstimmung erhalten bleibt. Es setzt die dafür notwendigen Impulse, ergo ist es sinnvoll, dass es ruhig und souverän agiert. Es ist Initiator, Aufpasser, Beschützer, Ressourcenmanager - aber auf Basis von KOOPERATION.
Kooperation erreicht man nicht über Druck und Aggression.
Wichtig wäre also, als menschliche Leitfigur für
--> überschaubare soziale Strukturen zu sorgen. Dazu würde auch gehören, die Rudelbildung Deines alten Hundes und des Neuzugangs sinnvoll zu unterstützen, statt sie über Primatenverhalten zu unterminieren.
--> für besagte friedliche und entspannte Grundstimmung zu sorgen - Loben, zur Kooperation und erwünschtem Verhalten motivieren statt abstrafen und ständig überall Verbote zu etablieren (Umlenken unerwünschten Verhaltens auf erwünschtes Verhalten)
--> einhaltbare, klare Regeln aufzustellen. Das bedeutet auch, dass ich als Mensch verstehen muss, wie selbstbelohnend ein Verhalten ist. Je selbstbelohnender, desto schwieriger ist es also für den Hund, Regeln einzuhalten, und desto intensiver muss ich, je nach Charakter des Hundes, daran arbeiten.
--> gute Kommunikation zu fördern, also dafür Sorge zu tragen, dass mein Hund mich versteht, wir in gutem Kontakt zueinander stehen, über gemeinsame Arbeit miteinander wachsen
--> Verlässlichkeit sorgen. Damit Hunde sich entspannen können, müssen sie sich ihren Menschen anvertrauen können. Als Gewohnheitswesen helfen ihnen feste Routinen dabei, die ihrem Alltag angstauslösendes Unberechenbarkeitspotenzial nehmen.
--> Spiel, Entspannung, Bewegung, FREUDE etablieren.Geändert von Inaktiver User (20.05.2010 um 14:48 Uhr)
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20.05.2010, 15:06Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
Seewespe

Maya wird wohl noch viel Zeit brauchen Vertrauen in Finya zu bekommen - vor allem auf Dauer. Sie weiß ja nicht ob sie nicht wieder abgeschoben wird.
Das werden ganz kleine Schritte sein müssen. Sie ist erst 7 Jahre alt (oder schon, je nach dem) - aber lernen kann ein Hund auch im hohen Alter noch - selbst unser Kleiner lernt noch gern Neues.

Konsequenz ist das A und O - aber nicht nur in der Hundeerziehung.
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20.05.2010, 16:18Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
warum solltest du nicht fragen, ich habe kein problem damit

suchspiele kann jeder machen, ist ganz einfach. zeige ihr einen gegenstand und verstecke den, dann geh mir ihr diesen gegenstand suchen (solange sie den nicht apportiert musst du mit gehen) wenn ihr das ganze gefunden habt kräftig loben.
fährtenarbeit ist etwas schwieriger zu erklären so auf die schnelle, da findest du ganz sicher was im internet.
die grundlage vom apportieren habe ich dir schon beschrieben, lass sie zuerst den gegenstand tragen und lotse sie an der leine dann zu dir, dass sie dir den gegenstand in die hand abgibt.
seewespes vorschlag mal bei einer rettungshundestaffel vorbeizuschauen finde ich super, das schafft den hund total
lara
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20.05.2010, 21:05Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
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Geändert von Inaktiver User (25.05.2010 um 21:17 Uhr)
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20.05.2010, 21:46Inaktiver User
AW: Wer kennt sich mit Jagdhunden aus?
Es gibt aber auch Hunde die schneller lernen. Ich habe z.B. so ein Exemplar. Da reicht wirklich zwei oder dreimal und sie hats kapiert. Ich habe aber auch eins das braucht definitiv länger.
Kommt auf die Rasse und auch auf den Hund drauf an.
Erzogen scheint sie ja ganz gut zu sein. Mutig bist du aber trotzdem, sie schon ohne Leine laufen zu lassen. Das hätte ich mich nun nicht gleich getraut, ich muss den Hund immer erst lesen lernen.
Das bringen von Gegenständen kannst du ihr auch mit den Clicker beibringen. Ich weiß auch von anderen Jagdhundebesitzern, die keine Jäger sind, dass sie Würstchenwasserfährten legen und die Hunde müssen dann auf dieser "Fährte" suchen. Ich habe das aber noch nie gemacht.
Reizangel, powert den Hund aus, sie kann vorstehen und man kann auch noch Gehorsam üben, z.B. Down.



Ich kenne Maja schon länger und die Hunde kennen sich auch schon länger. Es war also nicht so, dass ich einfach einen wildfremden Hund angeschleppt habe. Das würde ich bei zwei Kindern auch nicht machen!
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