Hallo, Ihr Lieben,
hab mir noch überlegt, ob ich hier oder im Familienforum posten soll. Hab mich mal für hier entschieden. Es geht um meine Mutter und ihre Zwergkaninchenhaltung, die ich leider nicht optimal finde.
Mich würde mal interessieren, ob ihr da Handlungsbedarf seht und wenn ja, ... , tja, dann muss ich weitersehen:
Also ihrer Meinung nach ist es normal, dass Kaninchen in engen Ställen gehalten werden, so wie es früher eben war.
Sie hatte bis vor kurzem noch zwei, die sie in zwei benachbarten Ställen hatte, wo sie wenigstens noch sich gegenseitig als Gesellschaft hatten. Sie sind mittlerweile aber gestorben.
Nun hat sie von einer Bekannten vom Dorf wieder ein Kaninchenmännchen bekommen und soll noch eins zur Gesellschaft dazubekommen.
Was aber neben der Stallhaltung meiner Meinung nach nicht ganz richtig ist, ist, dass sie sie sehr selten mistet, also bestimmt nicht öfters als alle zwei Wochen. Ich finde, das geht gar nicht.
Aber wir zoffen und deswegen schon seit Jahren. Sie findet das o.k., und das sei ihre Sache. Wenn mir das so nicht gefällt, könnte ich das Kaninchen ja mit zu mir nehmen. Also immer gleich beleidigt. Ich wohne 50 km weg und bin auch jobbedingt nicht so oft da. Wenn ich zu Hause bin, biete ich auch oft an, die Kaninchenställe zu reinigen, was sie schon wieder als übergriffig empfindet und dementsprechend dann ablehnt.
Wie seht ihr das? Sehe ich das zu eng, weil es eben meine Mutter ist und ich bei anderen Leuten erstens das Ganze nicht ganz so streng sehen würde und, wenn ich doch Handlungsbedarf sehen würde, das auch viel einfacher wäre?
von den ganzen Bekannten und Verwandten in dem 300-Seelen-Bauerndorf kann ich leider gar keine Unterstützung erwarten, weil in ihren Augen die Stallhaltung ganz normal ist und sich mit meiner Mutter auch niemand anlegen möchte, eben weil sie immer Recht hat.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 20
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22.04.2010, 13:08
Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
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22.04.2010, 13:58
AW: Warum müssen manche Menschen Tiere halten?
Schwierige Frage. Wir brauchen nicht zu diskutieren, dass diese Haltung nicht optimal ist. Andererseits weiß ich auch, dass die Zustände wie du sie schilderst, für ländliche Haltung durch aus normal ist. Ich kenne das so aber nur von Stallhasen, die dann auch geschlachtet werden. Wenig Bewegung = wenig Energieverbrauch = schnelles Fleischwachstum. Du sagst aber, es seien Zwergkaninchen. Die werden wohl eher nicht geschlachtet?
Deine Ratschläge bzw. deine Empfehlungen empfindet deine Mutter als massive Einmischung. Sie sieht nicht die Notwendigkeiten, die du siehst. Auch wenn die Haltung nicht optimal ist - die Tiere sind gesund, werden wenn nötig medizinisch versorgt und haben ausreichend Futter? Wenn ja, wie willst du deine Mutter überzeugen, dass ihre Haltung verbesserungswürdig ist? Denn wäre der Stall dreckig, würden die Tiere ja krank ...
"Handlungsbedarf" was stellst du dir vor? Deiner Mutter die Tiere zwangsweise wegnehmen zu lassen? Auch wenn es dir schwerfällt und du anders handeltest. Deine Mutter kann, so lange die Tiere nicht gequält werden, die Tierhaltung so gestalten, wie sie das meint. Und Tierquälerei im juristischen Sinn liegt doch sicher nicht vor?Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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22.04.2010, 17:16
AW: Warum müssen manche Menschen Tiere halten?
Skirbifax, lieben Dank für deine Antwort.
Zu deiner Frage: Nee, Zwergkaninchen werden nicht geschlachtet, sie hält keine "Schlachthasen", wie so viele auf dem Land.
Du hast schon recht, Tierquälerei kann man das wohl nicht ganz nennen. Bei anderen Leuten bekomme ich es wohl nicht in dem Maße mit. Machen werde ich wohl wirklich nichts können.
Auch wenn ich es nicht verstehe. Wenn man zu wenig Zeit hat z.B. zum Ausmisten, es zwingt einen kein Mensch, Tiere zu halten. Aber wie du sagst, sie sieht das leider anders wie ich.
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22.04.2010, 20:04
AW: Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
Hm. Schwierig. Dass es in meinen Augen Tierquälerei IST, Tiere auf so engem Raum zu halten - juristische Definition und ländliche Traditionen und Gepflogenheiten hin oder her - muss ich wohl nicht extra betonen.

Was das Beleidigtsein Deiner Mutter über Deine "Einmischung" betrifft: In einem solchen Fall würde ich mich auch massiv einmischen. Es ginge mich nichts an, was meine Eltern oder Schwiegereltern mit sich selbst anstellen, aber hier sind andere Lebewesen betroffen und da finde ich es völlig in Ordnung, sich einzumischen.
Hast Du Deiner Mutter einmal gesagt, dass es Dir weh tut, zu sehen, wie die Tiere gehalten werden?
Wie wäre es, wenn Du das Kaninchen wirklich mitnimmst, wie sie es ja vorgeschlagen hat, und in einem Tierheim oder einer Pflegestelle unterbringst? Da stehen die Chancen nicht sooo arg schlecht, dass es dann ein besseres Leben erwarten könnte...
aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
(Asisah_Amar)
"Who's the freak now?"
("Ghosts")
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22.04.2010, 20:19
AW: Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
Hallo, Atis, ja, das mit dem Mitnehmen hat sie nicht wirklich ernst gemeint. Wenn sie jetzt dieses Kaninchen nicht zufällig bekommen hätte,wäre sie mit jemand anders im Dorf ins Gespräch gekommen und hätte paar Wochen später ein anderes...
Sie möchte einfach im Garten paar Kaninchen haben, und fertig! Dass sie ihnen eigentlich nicht wirklich gerecht wird, dass schon längst bekannt ist, dass diese Haltung in engen Stellen nicht so das Wahre ist, ist egal.
Ich sag da schon jahrelang was. Wenn ich sagen würde, dass mir das weh tut, dann sagt sie, denen ginge es gut, und ich würde maßlos übertreiben. Die Frau hat immer Recht. Und wenn man ihr nicht Recht gibt und eine andere Meinung hat, dann ist sie extrem beleidigt
Solange es rechtlich keine Tierquälerei ist, ist es immer schwierig.
Ich überlege auch hin und her. Schade, dass du nicht in meiner Nähe wohnst. Du würdest es bestimmt schaffen, sich mit ihr anzulegen.
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22.04.2010, 20:52
AW: Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
Was hat sie denn von den Kaninchen?
Sieht sie sie als so eine Art Gartendeko?
Das ist eine richtig blöde Situation... Eben weil (leider!!) juristisch gesehen da nichts zu machen ist. *grummel* Und weil Deine Mutter offensichtlich völlig uneinsichtig ist. (Ich kapiere auch immer dieses Argument nicht, das - in diesem Fall die Art der Haltung - sei schon immer so gewesen und deshalb schon okay so. Dann mögen diese Leute doch auch bitte wieder ohne Strom und fließendes Wasser leben, hat ja schließlich auch über Jahrtausende funktioniert, nä?
)
*überleg und grübel* Wenn Du ihr anbietest, ein Gehege zu bauen, so dass die Kaninchen Freilauf haben? Und wenn Du ihr sagst, dann wäre Dir auch wohler und Du würdest lieber zu Besuch kommen als jetzt, wo Du immer sehen musst, wie die Tiere auf engem Raum gehalten werden?
(Falls jetzt jemand kommt und sagt, so ändert man im Grunde nix, Tausende andere werden immer noch so gehalten: Ja, stimmt leider. Aber für DIESES Tier würde sich etwas ändern!)
aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
(Asisah_Amar)
"Who's the freak now?"
("Ghosts")
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22.04.2010, 21:20
AW: Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
Atis, es ist lieb, dass du dir Gedanken machst. Dir geht es, wenn du siehst, dass es Tieren ideal gehalten werden, wohl auch so wie mir.
Das mit dem größeren Gehege hab ich mir auch schon überlegt, als sie noch die vorigen zwei Kaninchen hatte. Da kamen dann 1000 Ausreden, sie beharrt auf ihrem Standpunkt "Die haben es gut", und für ein größeres Gehege habe sie keinen Platz, und dann braucht man ja zwei Gehege, und, und, und...
Es ist wohl auch so, dass generell das nicht so gute Verhältnis zwischen uns da mit reinspielt. Sie kann es einfach nicht ab, dass ich eine andere Meinung habe und schon gar nie zugeben, dass ich zumindest nicht ganz falsch liege.
Deshalb reagiert sie auch extrem ungehalten, wenn ich was sage. Es wäre auch einfacher, wenn nicht alle in so einem kleinen Dorf ihre Einstellung teilen würden. Das jetzige Kaninchen hat sie ja auch noch von einer Frau, die selbst schon im Tierschutz aktiv war bzw. ist und dennoch, zumindest was die Kaninchenhaltung angeht, so unkritisch eingestellt ist.
Jede andere Mutter wäre froh, wenn sie Kinder hätte, die sich - mal ganz allgemein gesprochen - über andere Lebewesen, ob Mensch oder Tier - Gedanken machen würden.
Wenn ich zur Zeit eine Beziehung hätte, jemand, der mich unterstützen würde... Na ja, wer weiß, wie sie das dann auffassen würde, ob es dann einfacher wäre. Meine Ex-Partner, die sie auch kannten, konnten mich alle verstehen, dass ich mit ihr solche Schwierigkeiten hatte. Oh, Mann! Meine Schwester, die weiter weg wohnt und alle paar Monate zu Besuch kommt, würde sich niemals mit meiner Mutter anlegen.
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22.04.2010, 21:33
AW: Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
Liebe Gitta,
die Kanninchen sind doch nur "Show"
In Wirklichkeit geht es doch wohl darum Euere Positionen zu klären und das geht bei Euch halt über die Viecher.
Um eine erwachsene Beziehung zu Deiner Mutter zu bekommen musst Du in einem Punkt den Kampf ausfechten, egal was--die Viecher gehen auch--und Du darfst nicht kneifen.
Deine Mutter will doch nur austesten, ob sie Dich noch im Griff hat und Du bietest ihr dann eine oberflächliche Diskussion. Aus dem Tochterverhältnis kommst Du nur raus, wenn Du ihr Respekt abnötigst.
Sicherlich gibt es mindestens ein Thema in dem Du ihr überlegen bist. Schnapp Dir das Theme und lass sie gegen die Wand laufen, dann freundlich aufhelfen und meistens ist dann auch schon alles geklärt.
Viel Glück und ein wenig Mut wünscht
jackpot
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22.04.2010, 23:08
AW: Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
Ich glaube auch: das ist ein Nebenschauplatz. In Wahrheit geht es um Eure Mutter-Tochter Beziehung.
Kaninchen: In Österreich ist diese Haltung (Einzelhaltung, enge Boxen) mittlerweile lt. Tierschutzgesetzt VERBOTEN.
Vermutlich gibt es am Land aber noch genug Kaninchen, die unter diesen Bedingungen gehalten werden. (das ist traurig)
Aber Tierschutz bzw. Tierschutzgesetze verbessern sich eben langsam und auch das Umdenken in den Köpfen der Menschen braucht Zeit.
Aber steter Tropfen höhlt den Stein...
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23.04.2010, 09:23
AW: Die Kaninchenhaltung meiner Mutter
Hallo, jackpot,
mir geht es schon um die "Viecher". Als sie paar Wochen lang keine hatte, war ich eigentlich erleichtert und hatte gehofft, dass sie sich nun keine mehr anschafft, zumal sie ihnen ja auch kaum die nötige Zeit widmet, die sie ja durchaus hätte. Ich denke halt anders als sie. Wenn ich mir Viecher anschaffe, dann gehört vor allem auch dazu, dass ich zumindest mal mir die Zeit nehme, auszumisten. Sonst würde ich´s ganz lassen.
Dass sie mich im Griff haben und klein halten will, ja, das stimmt leider. Mir kommt es so vor, als sei das ihr Lebensziel. Deswegen kann sie es auch die kleinste Kritik oder auch nur Meinungsäußerung von meiner Seite nicht ertragen. Das macht es ja so schwierig.
Wenn es um ein Thema geht, wo es um Tatsachen geht, reagiert sie genauso eingeschnappt, indem sie dann zum Beispiel in verächtlichem und beleidigtem Tonfall sagt "Ja, mir ist das doch auch egal." Sie KANN nicht damit umgehen, dass ich mich irgendwo besser auskenne.
Vielen Dank, das kann ich gebrauchen.
Sumpfhuhn, in unserer Mutter-Tochter-Beziehung liegt natürlich auch vieles im Argen. Aber wie Atis sagt, wenn sie mich verletzt oder mir zu verstehen gibt, dass, das das, was ich denke oder fühle, egal ist, damit muss ich für mich selbst klarkommen. Aber wenn es eben um andere Lebewesen geht, das hat doch noch eine andere Dimension.
Schon klar, dass es den Tieren bei anderen Leuten oft noch schlechter geht. Nur da bekomme ich es halt nicht mit. Wenn man da alles immer wüsste...
Dass das in Österreich verboten ist, ist ja schon mal ermutigend. Kannst du das meiner Mutter mal sagen?
Ja, die können sich leider nicht selbst wehren und Druck ausüben. Sie sind uns ausgeliefert. Deswegen ist die Geduld der Leute, denen sie nicht egal sind, dann schon manchmal an der Grenze.


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