Guten Morgen,
vielen Dank für Eure Antworten.Meine Argumentation meinem LG gegenüber war so ähnlich.
Ins Büro mitnehmen geht leider nicht. Ich sitze mitten in der Produktion mit viel Krach und Gefahren, mein LG zwar "komfortabel", aber auch dort ist kein Platz und ich nehme an, ein Hund auch nicht gern gesehen.
Ich bin aus allen Wolken gefallen, als er mit der Idee kam. Früher wollte er immer eine Katze, allerdings ist er allergisch und ich komme mit Katzen so überhaupt nicht klar.
@Vio: Genau! Das habe ich ihm auch gesagt. Ich habe ihn auch gebeten, sein Problem mit meiner Abwesenheit noch mal genau zu definieren (wenn ich da bin, sitzt er meist den ganzen Abend vorm Computer - wieso braucht er mich plötzlich, wenn ich nicht da bin), aber da hat er schon geschmollt.
Ich habe vorgeschlagen, das hiesige Tierheim aufzusuchen und sich zu erkundigen, ob dort Tierpaten oder Gassigänger gesucht werden. So könnte er erstmal gucken, wie er diese Art von Verpflichtung in den Alltag integrieren kann, aber das wollte er nicht.
Mein LG kommt übrigens aus einer Hundehalterfamilie. Seine Mutter hatte früher 3, allerdings hatten sie ein Haus mit umzäunten Hof und es war immer jemand da (Großeltern im Haus).
Ich hatte mir immer vorgestellt, einen Hund zu holen, wenn ich mal in Rente bin, so dass ich auch Zeit habe.... aber bis dahin sind's noch 34 Jahre...
Achso, zum Gassigehen kam dann auch die Bemerkung, da ich früh aufstehe, wäre die "Frühschicht" selbstverständlich meine. Ich finde, wenn er die treibende Kraft hinter dem Hund ist, soll er gucken, dass er ihn auch versorgt, also dann eben nicht so lange schlafen (was nicht heißt, dass ich nie gehe). Er ist auch einer, der das Haus nicht mehr verlässt, wenn das Thermometer sich 0°C nähert - wer geht dann mit dem Hund??
@angie: Unsere Nachbarn haben alle Katzen, und mit den direkten haben wir nicht wirklich Kontakt. Unsere "Hausmeister" kämen in Frage, aber sie tun schon sehr viel für uns in Sachen "Hausdienste" (Mülltonnen fahren, wenn wir dran sind bspw.), da will ich ihnen nicht noch einen Hund überlassen. V.a. wäre er dann quasi "ihr Hund", nicht mehr "unser Hund" - er wäre ja meist dort. Und ich glaube, wenn sie einen wollten, hätten sie einen.
Ich glaube, er sucht einfach nach einer Kompensation. Aber ein Tier sollte das nicht sein, nicht so, wie wir derzeit leben.
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Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 35
Thema: Hund und berufstätig
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24.01.2010, 08:25Inaktiver User
AW: Hund und berufstätig
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24.01.2010, 08:42Inaktiver User
AW: Hund und berufstätig
Vishnja, nach allem, was du erzählst, würde ich nicht nur von einem Hund abraten, sondern verbieten!
Kann sich dein LG nicht ein Aquarium zulegen?
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24.01.2010, 09:39
AW: Hund und berufstätig
Hallo Vishnja,
ich möchte Deinem Partner nicht zu nahe treten, aber Euer Problem liegt doch woanders als in der Hundehaltung.
Ich finde es erstaunlich, dass ein erwachsener Mensch solche Schwierigkeiten hat mit dem Alleinsein. Er hält Deine Abwesenheit bei beruflich bedingten Reisen nicht aus? Du schreibst, es seien etwa 20 Prozent Deiner Zeit – also, wenn ich richtig gerechnet habe, im Schnitt 1 Tag pro Woche. Wobei es ja dann überhaupt nicht mal ganz Tage, sondern nur die Abende sind, die er allein verbringen muss. Und diese Leere möchte er sich ausgerechnet mit einem Hund füllen?
Er schafft es nicht mal, diesen einen Abend pro Woche auszuhalten, und einem Hund würde er zumuten, 5 ganze Tage die Woche alleine zu sein?
Wie die anderen schon geschrieben haben: Geht gar nicht.
Grundsätzlich nicht, und in besonderen Situationen wie Krankheit des Hundes schon dreimal nicht. Von Opfern solcher Hundehaltungs-Versuche sind die Tierheime und Vermittlungsseiten voll.Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt – und nicht, was wir ersehnt haben. Arthur Schnitzler
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24.01.2010, 10:03Inaktiver User
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24.01.2010, 10:28
AW: Hund und berufstätig
Ich habe rund acht Jahre gewartet bis ich mich wieder für einen Hund entschieden habe, genau aus dem Grund, dass ich beruflich viel zu eingespannt war um mich adequat um einen Hund zu kümmern.
Deine Idee, dass dein Freund sich erst einmal im lokalen Tierheim engagieren soll, finde ich sehr gut!
Ein Hund (wenn er jung zu euch kommt) lebt zwischen 10 bis 15 Jahre mit euch und muss bei allen Lebensschritten, die ihr vielleicht noch vorhabt in euer Leben passen.
Umzug, neuer Job, Familie gründen...die Hundebedürfnisse sind dann auch zu berücksichtigen.
Wie lebt ihr? Wohnung? Haus? Gibt es einen Garten? Hundefreilaufflächen in der Nähe? Wenn ihr in der Stadt wohnt - Hunde sind nicht immer gern gesehen und müssen sich die raren Grünflächen mit vielen anderen teilen. Wenn ihr ländlich wohnt, müßt ihr dafür sorgen, dass euer Hund nicht jagt etc.
Neben den "normalen" Gassirunden gehört ja die Hundeerziehung auch dazu. Also Samstag nicht ausschlafen, sondern in die Hundeschule. Jeden Tag üben.
Wenn ein neuer Hund zu euch kommt, sollte einer von euch Urlaub nehmen, damit der Hund sich eingewöhnen kann...
Ich lebe seit November mit einem Welpen zusammen. Glaub mir, in der Anfangszeit habe ich pro Tag nur 4 Stunden von zu Hause aus arbeiten können. Die restliche Zeit war ich auf die ein oder andere Weise mit Hundedingen beschäftigt. Und am Anfang mußte der Hund nachts auch mindestens alle drei Stunden raus...
Für den Hund bin ich in eine Wohnung mit Garten umgezogen, in einen anderen Stadtteil, der mehr Auslaufmöglichkeiten bietet...erst als all das feststand habe ich den Schritt Richtung Hund gewagt und sehr viel grausames erzählt was Hunde so anstellen können, damit mein Freund alle Untiefen der Hundehaltung kennt. (So als Tipp, leih dir den Film Marley und ich aus der Videothek und guckt euch den an. Leichte Unterhaltung aber ein kleiner Eindruck was Hunde so mit deinem Leben anstellen können). Oder guck mal hier:
Wie war Euer Hund und wie ging es Euch? - dogs Magazin - Forum
und auch sehr schön:
Krawallmaus®
Jetzt ist er gut vier Monate und ich schaffe es sechs Stunden von zu Hause aus zu arbeiten. Er kann 1-2 Stunden allein bleiben aber nur wenn ich ihn vorher gut ausgelastet habe mit einem guten Spaziergang.
Und so schließe ich mich allen anderen Schreibern an: das Problem liegt nicht darin, dass euch ein Hund in eurem Leben fehlt...
(Als ich noch hunde-los lebte, spottete mein Mann, dass ich nie hübschen Männern hinterher schaue, er vielmehr eifersüchtig auf meine sehnsüchtigen Blicke die ich den Hunden hinterher warf war...doch Sehnsucht ist das eine, Verantwortung für ein Hunde-Leben etwas ganz anderes).
Und ansonsten: schenk deinem Freund einen virtuellen Hund als App auf dem iPhone oder ein Stofftier.
Außerdem: wenn er den Hund will, dann muss er auch bereit sein die Allein-Verantwortung für das Tier zu tragen. Wenn du morgens mit ihm spazieren gehen magst, prima. Aber magst du mit 39° Fieber nicht bei -10° raus, dann ist es ihm die Verantwortung zu tragen. Das würde ich an deiner Stelle auch wirklich unmissverständlich klar machen.Geändert von wildebeest (24.01.2010 um 10:35 Uhr)
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24.01.2010, 10:45
AW: Hund und berufstätig
Ich hatte beim Lesen deines ersten Postings denselben Eindruck wie Etain. Auch so das "Schmollen" bei einem "nein", und dann auf deine Frage hin, wie er sich das genau vorstellt, "da kommt nichts mehr".
Sei mir bitte nicht böse, aber mich erinnert sein Verhalten so ein bisschen an ein Kind, das von seiner Mutter ein Spielzeug verwehrt bekommt.
Für mich scheint das Problem auch irgendwo in eurer Beziehung zu liegen.
Wie schon mehrfach gesagt, in eurer Lebenssituation spricht wirklich alles dagegen, einen Hund zu halten. Das muss deinem LG doch eigentlich von selbst klar sein.
Der Hund wäre letztendlich der Leidtragende.
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24.01.2010, 11:32
AW: Hund und berufstätig
Ein Hund ist ein sehr sehr soziales Tier, der leidet, wenn er regelmäßig so lang allein ist!!!! Vor allem, wenn, wie Du sagst, ihr dann noch abends oft unterwegs seid.
Außerdem: es ist schon eine große Verantwortung. Ich habe nicht den Endruck, dass Du einen Hund möchtest und ich vermute, dass es dann in Zukunft viel Streit ums Tier geben wird.
Aber am allerschlimmste finde ich die Begründung Deines Mannes für einen Hund: er soll ihm die Zeit versüßen, wenn Du nicht da bist

Wie egoistisch ist das denn???
Wir haben einen Hund über eine Tierhilfeorgansation bekommen. Er geht tagsüber mit meinem Mann ins Büro. Ansonsten hätte ich dem niemals zugestimmt, mein Mann übrigens auch nicht. Überlegt allein mal, wie lange der arme Hund dann das Pippi aufhalten muss, wenn er 10 Stunden allein ist?!
Mein Mann wollte den Hund auch lieber als ich, aber ich hab ihn auch sehr gern. Ich stehe sehr sehr früh auf morgens und bin nicht bereit, noch früher aufzustehen, um auch noch mit dem Hund zu gehen. Also übernimmt das mein Mann. Tagsüber tobt er mit ihm auf der Wiese hinterm Büro, abends gehe ich dann mit ihm.
Ihr müsst bei Wind und Wetter raus, egal, ob grad zuhause schöner ist oder ihr eigentlich lieber was anderes machen wollt. Nehmt ihr einen Welpen, müsst ihr angfangs sehr sehr viel Zeit und Geduld aufbringen, denn er muss ja alles erst noch lernen. Nehmt ihr einen älteren Hund aus dem Heim o.ä., gerade dann braucht er doch viel Zuwendung und gemeinsame Zeit mit seinen Herrchen, damit er Vertrauen aufbauen kann.
Ganz ehrlich: so wie Du es schilderst, fände ich es absolut verantwortlungslos, wenn ihr Euch einen Hund anschafft. Dann lieber ein Aquarium oder eine Horde Meerschweinchen.No hell below us, above us only Sky...
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24.01.2010, 11:37Inaktiver User
AW: Hund und berufstätig
Hallo,
ja, ich glaube auch, das Problem liegt woanders. Ich habe auch schon eine Idee, wo, aber das wäre dann ein wenig offtopic...
"Verbieten" kann ich ihm nichts. Er ist ja erwachsen. Aber ich kann ihm sagen, dass ich in unserer gemeinsamen Wohnung keinen Hund dulde. Ich glaube, er hat das kapiert, auch wenn es ihm nicht gefällt.
Wie anfangs mal geschrieben, bin ich auch nicht sicher, ob er es wirklich ernst meint. Er nutzt manchmal solche "Schocker", damit ich auf etwas ganz anderes gestoßen werde, ohne wirklich dieses Extrem auch wirklich zu wollen.
"Schmollen" war vielleicht übertrieben - er verhält sich ganz normal, will aber über dieses bestimmte Thema nicht mehr sprechen, hat quasi kapituliert. Ich hätte es gern diskutiert und mir seine Ideen angehört. Erstaunlicherweise hat er alles mögliche an Fakten recherchiert (Hundesteuer, Kranken- und Haftpflichtversicherung, Futter, Bewegung), "nur" nicht den täglichen "Aufenthaltsort" des Hundes... 
Auch was Wildebeest über ihren Welpen schrieb, bestätigt mich jetzt umso mehr: Hund? Nein! In dieser Situation zumindest nicht. Welche sich aber - zumindest ist es so geplant - auf Jahre hinweg nicht ändern wird.
Ich danke Euch für Eure Meinungen. Jetzt werde ich mir meine Gedanken machen zu dem Problem, das ihn vermutlich eigentlich umtreibt und hoffe, wir können es lösen.

PS: Ich lese gerade noch das Posting von Zitronengras. Ich fände es genau so verantwortungslos, wenn wir uns unter unseren Lebensumständen einen Hund "zum Zeitvertreib" anschaffen würden. Ich hatte gedacht, vielleicht hat ja irgendwer hier eine ähnliche Konstellation und einen Tipp, wie es geht, dass das Tier nicht zu kurz käme. Ihr habt mich allesamt aber bestärkt, dass es nicht geht.
Wie gesagt, ich glaube, der Hund ist eine fixe Idee, und ich muss jetzt tiefer bohren, um das eigentliche Problem freizulegen.
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24.01.2010, 11:54Inaktiver User
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24.01.2010, 12:08
AW: Hund und berufstätig
Jou, find ich echt toll, dass Du offen bist für unsere (Gedanken-) Anregungen. Bin gespannt auf Deinen nächsten Thread "Mein Partner kann schlecht allein sein." Dazu hätte ich auch allerhand zu sagen.
Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt – und nicht, was wir ersehnt haben. Arthur Schnitzler


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