liebe lomuma,
ich verstehe deine Traurigkeit und deine Verzweiflung so gut!!!!
Diese fast menschliche Nähe zwischen Jimmy und euch ähnelt sehr der Beziehung zwischen Paul und mir.
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Thema: Gehen lassen müssen
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04.01.2010, 17:37Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
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05.01.2010, 11:04Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Liebe Vio,
vielen Dank für Deine Antwort!
Kannst Du Dir vorstellen, jemals wieder eine Katze nach Paul zu Dir zu holen? Ich schwanke zwischen dem Wunsch, sofort wieder so einen lustigen Gesellen haben zu wollen und der Vernunft, die mir sagt, dass
Jimmy niemals ersetztbar sein wird...
Unsere ältere "Zweitkatze", eine liebe, aber eben viel unabhängigere und autarker lebende Main Coon, genießt den Prinzessinnenstatus momentan
eher, als dass sie einen Spielkameraden vermissen würde – soweit ich das beurteilen kann.
Traurige Grüße
Lomuma
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05.01.2010, 17:02Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Liebe Lomuma,
eine Katze nach Paul gibt es nicht! Du verstehst, wie ich das meine.
Noch ist für mich der Zeitpunkt nicht gekommen, darüber nachzudenken. Jule fühlt sich sehr wohl, obwohl sie den halben Tag alleine ist. Sie entwickelt eine unglaubliche Nähe zu mir, schmust ständig und schläft allabendlich neben meinem Gesicht in meinem Bett. Anfangs plagte mich mein Gewissen, weil sie Paul nicht mehr hat und ich bis nachmittags weg bin. In den Pausen bin ich heim gefahren, um nach ihr zu sehen. Sie schlief! Ich beobachte eventuelle Verhaltensänderungen (Stereotypien, Aggressionen, Fressverhalten usw.), aber nichts dergleichen passiert. Solange das so bleibt, bleiben wir zwei Weiber alleine.
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05.01.2010, 19:41
AW: Gehen lassen müssen
Liebe Vio,
ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst. Vor fast 2 Jahren wurde mein Kater eingeschläfert.
Es fing an, dass er nichts mehr gefressen hat und nur noch schlief. Dann bin ich mit ihm zur TÄ. Sie hat dann im Bauch einen Knoten entdeckt, konnte aber nicht mit 100 %iger Sicherheit sagen, was es ist. Wir haben für den nächsten Tag einen OP-Termin ausgemacht.
Ich brachte ihn in die Praxis ohne zu wissen, ob ich ihn jemals wiedersehen werde. Ich habe mich von ihm verabschiedet und dabei bitterlich geweint. Er hat mich nochmal angejault, als wolle er sagen "mach dir keine Sorgen".
Nach einer Stunde kam der Anruf von der TÄ, dass er total verkrebst ist und man nichts mehr machen könne. Sie wollte dann nur noch mein Einverständnis, dass sie ihn gleich einschläfern.
Ich war damals auch fix und fertig und hab mich gefragt, was wäre gewesen wenn, wieso, weshalb, warum.
Er wurde immerhin stolze 13 Jahre alt.
Ich denke mal, dass das Wichtigste ist, dass du bei ihm warst auf seinem letzten Weg. Auch wenn du die Praxis verlassen hast, als er noch "wach" war. Ich musste das auch. Anscheinend läuft das in den Praxen so.
Du hast nichts falsch gemacht. Die Frage, ob ich nicht doch noch länger bei ihm hätte bleiben sollen, habe ich mir auch oft genug gestellt.
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05.01.2010, 20:38Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Ihr lieben Mitfühlenden! (ich nenne keine Namen, weil ich niemanden vergessen will)
Ich danke euch sehr für eure verständnisvollen und beruhigenden Worte!Ihr helft mir über meinen Schmerz und meine Trauer hinweg zu kommen. Dadurch, dass ihr erzählt, wie es euch ging, fällt mir Pauls Verlust ein bisschen leichter. Ein bisschen!
Ich kann hier nachlesen, dass ihr ebenso von Warums geplagt ward, ihr genau so gelitten habt. Das tröstet mich.
Auch heute lief ich wieder durch die Stadt, als mir unvermittelt die Tränen in die Augen schossen. Ich laufe dann blind weiter und lenke mich ab. Zuhause sitze ich oft tatenlos rum und starre Löcher in die Luft. UND rufe Paul! Ich denke, gleich kommt er zur Tür rein und kuschelt sich an mich, legt sich frech auf mein aufgeschlagenes Buch oder setzt sich auf die Tastatur. Die Tatsache, dass er definitiv nie wieder zur Tür rein kommt, sich auf mein Buch legt, sich an mich schmiegt..........macht mich unsagbar traurig!
Wenn dann meine Tränen in Jules Fell tropfen und sie mich so süß anguckt, finde ich Ruhe.
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06.01.2010, 17:29
AW: Gehen lassen müssen
Liebe Vio,
das Gefühl, dass er jederzeit hereinkommt kenne ich auch. Die ersten Tage als ich immer nach Hause gekommen bin, dachte ich mir: Jetzt kommt er gleich aus seinem Gebüsch gesprungen und streicht mir um die Beine. Dann musste ich mich erst wieder erinnern, dass er nicht kommen wird.
Oder morgens, wenn ich aufgestanden bin ist er immer sofort ins Zimmer gekommen und hat mich begrüßt. Das hat natürlich auch sehr gefehlt.
Auch wenn du es jetzt nicht glauben kannst: Der Schmerz lässt nach. Er hört zwar nie ganz auf, aber er lässt nach. Kopf hoch, das wird schon.
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06.01.2010, 18:31Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Zum Dreikönigstag hatte ich Freunde und meine Mutter zu Besuch. Ich glaube meine Mutter hat ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu zu M-D!
Ich verwöhnte ihn zu sehr, er macht sich nicht nützlich, er könnte doch Mäuse jagen gehen. Sie mag Hunde mehr, das räumt sie auch ein (wenn sie denn den Hof bewachen
). Ich
ihn bedingungslos los. Und von daher: ICH verstehe es auch, wenn jemand seinen Weggefährten, und sei es ein "Tier", gehen lassen muss.
Und so hat M-D denn auch bei mir "Narrenfreiheit".
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06.01.2010, 20:14Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Sag deiner Mutter einen schönen Gruß:
"...Auch das Halten einer Katze, wirkt sich auf ältere Menschen positiv aus. Das Streicheln einer Katze - wie auch eines Hundes - erfüllt die Sehnsucht nach Nähe und Zärtlichkeit, wirkt beruhigend, und es werden Glückshormone ausgeschüttet. Das verlangsamt die Herzfrequenz und senkt den Blutdruck."
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06.01.2010, 22:10
AW: Gehen lassen müssen
Ich erwarte bei bestimmten Schattenbewegungen, die ich aus dem Augenwinkel wahrnehme, immer noch unsere Familienkatze, die vor über 10 Jahren gestorben ist - und ich wache auch immer noch gelegentlich auf, die Beine um eine Phantomkatze arrangiert.
Es hört nicht auf, jedenfalls nicht, wenn keine andere Katze diese Stellen einnimmt. (Die im Herzen hat sowieso jedes geliebte Wesen für immer und für sich allein.)Ich habe eine Wassermelone getragen.
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14.02.2010, 01:48Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Maunz hatte zum zweiten Mal Atemnot. Am Montag war ich guter Hoffnung, dass er sich wie schon vor langer Zeit, wieder beruhigt. Und er beruhigte sich. Aber ich sagte mir, hält es länger als ein bestimmte Zeit an, dann muss ich mit ihm zur TÄ. Und Donnerstag Abend, nach dem Fressen ging es ihm wieder schlecht. Daher war der Anruf bei der TÄ am Freitag keine Frage, mit dem klaren Hinweis am Telefon, dass ich möglicherweise das letzte Mal meine Liebe ihm erweise. Und dass es dringend sei.
Von einer gründlichen Untersuchung kannte die TÄ Maunzl und mich, und sie wusste auch, dass ich mir gründlich Gedanken machte. Ich vertrau(t)e ihr. Sie schaute sich den kleinen Kerl an, sagte mir, was sie machen werde, und gab danach mir die Gelegenheit, dass er meinen Armen einschläft. Seine Körperspannung wich, er war so friedlich. Dann half sie ihm. Und ich konnte von ihm Abschied nehmen.
Diese Momente vergesse ich nicht. Und wir besprachen, wann ich ihn beerdigen werde. Ich wusste vorher nicht, ob ich es durchstehe. Die Gedanken vorher waren schon schrecklich genug. Wenn auch damit in der akuten Situation nicht mehr fremd. Und aus der Ferne hatte ich ja auch schon Paul begleitet. Gehen lassen müssen. Ich habe funktioniert, auch wenn ich hoffte, dass es vielleicht doch noch eine kleine schöne Zeit mit dem kleinen Kerl geben könnte.


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