Liebe Vio,
ich kann Dir nachfühlen, bei uns ist es (noch) nicht so weit. Aber wir werden in absehbarer Zeit unsere Puschel (Hündin) gehen lassen müssen.
Ich hatte mal einen Strang hier, sie hat Zucker... ungefähr Ostern wurde es festgestellt. Sie hat noch ein paar schöne Monate gehabt, inzwischen baut sie massiv ab, sie ist nur noch Haut und Knochen, aber sie hat keine Schmerzen und sie hat noch Spass am Leben. Aber sie wird von Tag zu Tag weniger und der Zucker zerstört ihre Organe, sie ist blind, die Leber ist fast hinüber (die TÄ sagt, es nutzen da auch keine Medis was, wir sollten es lassen), bis dato bekam sie Tabletten für ihre Schilddrüse, da sie schon seit Jahren damit Probleme hatte, die helfen inzwischen auch nichts mehr, sie verliert büschelweise ihr Fell, unterm Bauch ist sie schon ganz nackig.
Wir wagen nicht mehr in Monaten zu denken, sondern nur noch in Wochen/Tagen. Manchmal mag sie, die Verfressene, auch nix fressen. Wir sind totunglücklich darüber, aber es ist nicht zu ändern. Ich möchte nur, dass sie zuhause stirbt. Puschel wurde vor 9 Jahren neben meinem Bett geboren und ich habe sie damals abgenabelt und trocken gerubbelt und ihrer Mama an die Zitzen gelegtIch hätte im Traum nicht daran gedacht, dass ihre Mama sie überleben wird.... (die Dicke ratzt in ihrem Korb).... wir haben jetzt schon Angst vor dem Tag, an dem wir sagen müssen, dass es jetzt vorbei ist...
Ich weiß nicht, wie mein Mann und ich reagieren werden, obwohl wir uns mit dem Gedanken vertraut machen konnten.
Ich wünsche Dir, dass Du Paul loslassen kannst und alles Liebe für 2010.
Woody
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Ergebnis 31 bis 40 von 57
Thema: Gehen lassen müssen
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31.12.2009, 10:53
AW: Gehen lassen müssen
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
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31.12.2009, 10:57Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Lasst die Zeit gehen, es bleiben die schließlich guten Erinnerungen.
Alle Gute für 2010.
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31.12.2009, 11:01Inaktiver User
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31.12.2009, 20:39
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01.01.2010, 19:46
AW: Gehen lassen müssen
Das versteh ich gut - das ist mein Mikesch auch für mich

Und niemand verlangt, dass Du ihn sofort loslassen musst. Gib Dir ein wenig Zeit. Denk an ihn, trauere um ihn, weine um ihn. Und es kommt der Tag, da kannst Du ihn in Liebe loslassen und dich mit einem Lächeln erinnern
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01.01.2010, 20:54Inaktiver User
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02.01.2010, 16:25
AW: Gehen lassen müssen
Ich denke, auch Dein Herz weiss das... aber alles hat seine Zeit und auch Trauern hat seine Berechtigung
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04.01.2010, 14:43Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Liebe Vio, hallo alle zusammen,
ich habe unseren Colourpoint-Kater vor zwei Tagen einschläfern lassen.
Er wäre im Frühjahr 15 Jahre alt geworden. Wir hatten also durchaus eine lange Zeit zusammen, für die ich unendlich dankbar bin. Jimmy ging es seit etlichen Monaten nicht mehr so gut, aber gemeinsam mit unserer Tierärztin konnten wir ihn soweit stabilisieren, dass es noch Spaß am Leben hatte und so agil war, dass wir weiter über seine Rasanfälle durch die Wohnung lachen konnten. Vor vier Wochen saß er dann abends, als ich nach Hause kam, mit einer ganz dicken Backe an der Tür. Natürlich war es ausnahmsweise genau an diesem Abend so spät, dass unsere Tierärtzin nicht mehr erreichbar war und ich ihn deshalb in die Tierklinik bringen musste. Normalerweise fahre ich abends zwischendrin immer nach Hause, wenn es später wird oder ich anschließend noch etwas unternehme, weil ich die Tiere gut versorgt haben möchte...
In der Klinik wurde ein Abszess diagnostiziert, ein reiner Routineeingriff... Ich habe Jimmy schweren Herzens dortgelassen, weil mir schon zu diesem Zeitpunkt klar war, dass dies für mein kleines, sensibles und ängstliches Katerchen ein unglaubliches Trauma bedeuten würde. Und es kam, wie es kommen musste - davon, was ich mit der Kommunikations- und Informationslosigkeit der Tierklinik erlebt habe, berichte ich hier jetzt nicht, sonst wird mein Bericht drei Kilometer lang.
Ich habe nach sechs Tagen stationärem Aufenthalts ein völlig abgemagertes, hoch traumatisiertes Tier abgeholt. Steven King aus "Friedhof der Kuscheltiere" ließ grüßen... Seitdem habe ich mal alleine, mal gemeinsam mit ihm, gekämpft, nur stundenweise gearbeitet, um ihn zu pflegen und die Wunde zu versorgen und um bei ihm zu sein, nächtelang bei ihm gesessen, gebangt und gehofft. Tageweise ging es gut, er hatte zu meinem Erstaunen anfangs unglaublichen Appetit, aber neuralgische Aussetzer, die ich zuerst auf die OP geschoben habe. Diese Veränderungen (verzögerte Pupillenreflexe, leichte Kopfzuckungen etc.) haben sich aber verstärkt und nach Recherchen und Gesprächen mit meiner Tierärtzin war klar, dass Jimmy einen leichten Schlaganfall während oder nach der Narkose gehabt haben musste. Nach Weihnachten war endlich, endlich, die Wunde der Drainage soweit abgeheilt, dass ich ihm diesen schrecklichen Wundkragen abnehmen konnte und eigentlich wollte ich dann, wie mit meinem Mann ausgemacht, eine flasche Schampus auf die Genesung köpfen. Und genau zu diesem Zeitpunkt hat mein Kater "stop" gesagt und sich aufgegeben. Unser fröhlicher, liebenswerter Kommunikationskater, der mit mir aufgestanden, gleichzeitig auf's Klo gegangen ist, beim Zähneputzen auf der Waschmaschine saß, sich anschließend zum Zeitungslesen mit meinem Mann auf den Küchentisch gesetzt (bitte nicht weitersagen, er durfte das) und sich dazwischen mit uns unterhalten hat, wollte einfach nicht mehr. Es hat sich in einen Schrank gesetzt, nichts mehr getrunken und gegessen und wollte sich nicht mehr anfassen lassen. Ich habe es noch mit einer Aufbau-Paste und homöopathischen Mitteln versucht, aber es war eine Quälerei für ihn. Er ist in meinem Arm eingeschlafen. Und seitdem heule und heule ich und werde langsam, glaube ich, verrückt. Er war eine so ungewöhnliche Katze und mein Mittelpunkt zuhause, selbst beim Kochen saß er auf einem Stuhl neben mir und hätte am liebsten mit den Kochlöffel geschwungen... In den Urlaub sind wir immer gemeinsam gefahren (vorzugsweise Toskana mit Eeidechsenbeobachtung) und als Begrüßung hat er sich gleich vor der Haustüre gewälzt. Wellnessen fand er auch prima, weil dann nach der Sauna immer zwei Menschen zum ausgiebig Kuscheln da waren...
Ich würde am liebsten aus der Wohnung ausziehen, weil mich ALLES an ihn erinnert. Auch wenn ich weiß, dass es richtig war, wie sein Verabschieden abgelaufen ist und dass ich alles für ihn getan habe, bin ich fassungslos und hinterfrage alles wieder und wieder. Ich bin so unendlich traurig.
Lomuma
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04.01.2010, 16:01
AW: Gehen lassen müssen
((((lomuma))))
Du Arme!!! Ja, Tierkliniken....
davon kann ich auch ein Liedchen singen...

Grüssle Woody, ich stell Eurem Kater eine
hin...
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
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04.01.2010, 16:46Inaktiver User
AW: Gehen lassen müssen
Hi, Woodstock,
vielen Dank! Kaum gelesen und schon wieder seh' ich die Tastatur durch einen Tränenwasserfall...
Im Tierkrematorium war es auch schrecklich, zack, zack, im Flur bezahlt, Katze in einen schepprigen Karton, Danke, das war's. Ich war so paralysiert, dass ich keine Kraft mehr zum Protest hatte.
Lomuma


Ich weiß nicht, wie mein Mann und ich reagieren werden, obwohl wir uns mit dem Gedanken vertraut machen konnten.
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