Hallo zusammen,
habe die über die Tierhilfe Ungarn einen ganz armen Hund gefunden, den ich gerne adoptieren möchte.
Der arme Kerl wurde mit Erfrierungen an den Pfoten und einer schweren Entzündung am linken Hinterbein von einem Hof in Ungarn gerettet. Vor Schmerzen hat er sich die Erfrierungen abgekaut, die Pfoten konnten aber gerettet werden, allerdings musste ein Hinterlauf amputiert werden, da das Fleisch fast vollständig weggefault ist. Der liebe Kerl erholt sich gerade von der OP und läuft auch schon ganz passabel.
Laut der Pflegerin ist er ca. 3 Jahre alt.
Hat jemand von euch Erfahrung mit einem Hund mit Handicap?
Meine Wohnung befindet sich im 1. Stock, er müsste etwa 20 Stufen bewältigen.
Freu mich über Eure Infos.
Belledejour77
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Thema: Hund mit 3 Beinen:-(
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20.12.2009, 15:27
Hund mit 3 Beinen:-(
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20.12.2009, 16:48Inaktiver User
AW: Hund mit 3 Beinen:-(
in unserer Gegend lebt ein Hund mit drei Beinen, den seh ich öfter beim Spaziergang mit meinem Hund. Er ist recht groß, etwa Dobermanngröße. Er ist quicklebendig, freut sich seines Lebens und beim Laufen fällt es zunächst gar nicht auf, dass er nur auf drei Beinen läuft. Wie er mit Treppen klar kommt, entzieht sich leider meiner Kenntnis
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20.12.2009, 17:00Inaktiver User
AW: Hund mit 3 Beinen:-(
In einem Park in meiner Nähe gibt es 2 Hunde mit 3 Beinen. 1 Kleiner, bei dem man es nur merkt, wenn man genau hinschaut - er saust genauso über die Wiese wie jeder Andere. 1 Großer, der schwerer (ähnlich wie ein Labrador) und auch schon etwas älter ist und jetzt Mühe hat. Er legt sich öfters mal hin und kommt kaum alleine wieder hoch. Ich denke, es hängt sehr von Größe und Gewicht des Hundes ab - und letztlich auch von der Übung, die er durch rumlaufen bekommt.
Ich habe aber große Hochachtung vor Deiner Tierliebe.
In jedem Fall viel Freude und das nötige Quentchen Glück.
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21.12.2009, 10:56Inaktiver User
AW: Hund mit 3 Beinen:-(
Kannst Du den Hund in der Anfangszeit tragen, bis er sich in seiner Dreibeinigkeit sicher fühlt?
Ist Dir bewusst, dass Du Dir ein u.U. stark traumatisiertes Tier ins Haus holst, das ein enormes Mass am Geduld, Liebe, Zeit beanspruchen, Deinen Tagesablauf massiv stören kann, und dessen KLEINSTES Problem ggf. die körperliche Behinderung an sich ist?
Bist Du bereit und in der Lage (auch finanziell), für Tierarzt, Änderungen in Deinem Haushalt, Tiertrainer, Hundeschule zu sorgen?
Wenn Du diese Fragen mit einem klaren Ja beantworten kannst, wünsche ich Euch viel Freude miteinander
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Freunde haben einen blinden Hund aus Ungarn zu sich geholt. Sie hatten bereits eine Hündin zuhause, die daran gewöhnt war, mit einem weiteren Hund zu leben - gute Voraussetzungen also eigentlich. Es war aber trotz grosser Hunde-Erfahrung und Unterstützung wirklich guter Trainer eine phasenweise sehr schwierige und lange Zeit, bis der Hund sich so eingewöhnte, dass ein vergleichsweise unkompliziertes Leben möglich wurde. Unsere Freunde sind überwiegend zu zweit, da nur eingeschränkt berufstätig und selbständig, und sagen übereinstimmend, dass sie bei voller Berufstätigkeit beider und häufiger Abwesenheit eines von beiden das Ganze vermutlich nicht gepackt hätten. Auch nach über einem Jahr gibt es noch diverse Probleme, die längst nicht alle mit der Blindheit zu tun haben. Anfangs musste der Hund in der Wohnung an einer Wand mit der Leine fest gebunden werden, weil es ansonsten nicht möglich gewesen wäre, ihn auch nur kurzzeitig allein zu lassen. Der Hund musste ALLES komplett neu erlernen, er war das Leben im Haus und in der Interaktion mit anderen Hunden und Menschen überhaupt nicht gewöhnt.
Man darf bei aller Tierliebe und dem Mitleid, das man empfindet, die Belastungen, die so etwas mit sich bringen kann, nicht unterschätzen. Es ist wichtig, diese REALISTISCH einzuschätzen, und sich ehrlich zu fragen, ob man bereit und in der Lage ist, im schwierigsten Fall über Wochen im Ausnahmezustand zu leben: mit Unsauberkeit, Angst, unvorhersehbaren Reaktionen zurecht zu kommen, und zu verdauen, dass die "Liebe", die man dem Tier geben möchte, von diesem gar nicht verstanden, und somit zunächst von der menschlichen Perspektive betrachtet zurück gewiesen werden kann.
Hinter vielen wunderbaren Geschichten mit Nothunden steckt oft eine durchaus lange Anlaufzeit, in der beide, Hund und Mensch, viel lernen, und dabei viel Unbequemlichkeit in Kauf nehmen mussten. Das erfordert eine andere Form der Liebe, als viele Menschen, die über einen solchen Schritt nachdenken, sich das ausmalen: Die Liebe nämlich, die nachsieht, die immer wieder einen Anlauf wagt, die geduldig ist, lösungsorientiert, die zurück steckt, nicht etwa die romantisierte Form von Barmherzigkeit, die "Dankbarkeit" und daraus resultierend eine Art Selbstäufertum imaginiert, verbunden mit einem Kopfkino von heimeligen Tobe-, Spass- und Spielrunden im Garten, Kuscheleinheiten auf dem Sofa, ungestörtem Nachtschlaf und einem perfekt sozialisierten Hund, der sich problemlos in Hunde - und Menschengemeinschaften einfügt.
Das KANN so laufen. Oft genug läuft es aber anders, insbesondere, wenn man sich ein Überraschungspaket ins Haus holt, das man nicht in Ruhe kennen lernen kann, wenn die Betreuung, die mit der Vermittlung verbunden ist, nonexistent ist, und mit Abschluss der Übergabe beendet, und man ggf. über wenig eigene Hunde-Erfahrung verfügt.
Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist da meines Erachtens wichtigste Voraussetzung - weit wichtiger als jedes Mitgefühl, das dem Hund nur schadet, wenn es in einer Sackgasse aus Verzweiflung und "wie werd ich den wieder los?" endet.
Ich wünsche Euch und dem gebeutelten Fellbündel von Herzen alles Gute!
die Seewespe
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21.12.2009, 11:02Inaktiver User
AW: Hund mit 3 Beinen:-(
Ein sehr schönes und warmherziges Posting, Seewespe - und noch schöner, dass Du wieder da bist
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21.12.2009, 11:26Inaktiver User
AW: Hund mit 3 Beinen:-(
*froi*
Danke, schlamperl, für Deine lieben Worte


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