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  1. Inaktiver User

    Hund als Partnerersatz

    Hallo!

    Hier hatte ich berichtet, daß wir für kurze Zeit auf den Hund gekommen sind . Eine schöne Zeit. So schön, daß wir sogar überlegen, in naher Zukunft selbst unser Leben mit einem Hund zu bereichern.
    Doch eine solche Entscheidung fällt man nicht von heute auf morgen. Schließlich kaufe ich keine Wohnzimmerkommode.
    Besagter Freund hat sich ziemlich spontan für seine Hündin entschieden. Und darunter muß sie jetzt - wie ich finde - leiden.

    Die letzten 4 Tage und Nächte hat sie wieder bei uns verbracht und gestern abend habe ich mein ungutes Gefühl zum Ausdruck gebracht (daß die Hündin zu viel allein ist, daß sie zu wenig Auslauf hat, daß es mir so vorkommt, als habe er sich einen Hund zugelegt, um nicht allein zu sein) und mit ihrem Besitzer gesprochen.
    Dieser hat offen geantwortet... daß er sich manchmal (nach einem 3/4 Jahr) mit dem Tier überfordert fühlt, daß er es sich einfacher vorgestellt hat, aber daß er sie über alles liebt und niemals abgeben würde.

    Mir macht das zu schaffen. Es nagt an mir. Und macht mich auch wütend. Einerseits geht es mich nichts an. Andererseits kümmern wir uns, stehen als "Paten" zur Verfügung, erleben das Tier und fragen uns, wie es ihr bei der ganzen Herumreicherei eigentlich geht. Und wie es werden soll, wenn er im nächsten Jahr beruflich noch mehr eingespannt ist.

    Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu empfindlich. Und unerfahren. Trotzdem habe ich den Eindruck, daß der Hund vor allem das Einsamkeitsgefühl seines Besitzers schmälern soll.
    Das íst auch eine Form von Egoismus.

    Was würdet ihr tun?

  2. Inaktiver User

    AW: Hund als Partnerersatz

    Wenn ich es wollen würde, würde ich helfen.

    Der Hund ist da und es müßig zu überlegen, ob das jetzt falsch oder richtig war, aus welcher Intention auch immer er angeschafft wurde.

    Wenn es nicht vertretbar ist, könnte man vielleicht doch die Gespräche dahin führen, ob es für den Hund nicht besser sein könnte, ein zu Hause mit mehr Zeit zu erhalten.

    Im Leben eines Menschen können sich viele Dinge ändern. Für den Hund an seiner Seite somit auch.

    Und sie sind anpassungsfähiger, als man denkt.

    Ich hab damals auch mit meiner Hündin froh und glücklich die ersten 4 Jahre verbracht. Alleinebleiben kannte dieses Tier nicht. Und dann änderte sich plötzlich alles. Es kam eine Trennung vom damaligen Lebensgefährten und ich stand vollberufstätig mit Hund, ohne Wohnung da.

    Ich weiß bis heute nicht wie ich es geschafft habe. Aber wo ein Wille ist, da auch ein Weg. Und das volle Bewusstsein, einmal Verantwortung übernommen, immer Verantwortung übernommen.

    Und so habe ich mich durchgekämpft. Und da waren auch Fremdbetreuungszeiten dabei, wo mir andere schlichtweg geholfen haben. Sonst wäre es streckenweise schwer geworden.

    Sie (mein Hund) ist ein sehr fröhliches, lebhaftes Tier. Heutzutage passen die Umstände wieder und sind sehr viel hundegerechter. :-)

    Was ich damit sagen will. Sie arrangieren sich auch mit neuen Situationen. Hauptsache ihre Bedürfnisse werden befriedigt (Hunde sind ein Stück weit Egoisten).

    Mir wäre wichtig zu wissen, ob der Besitzer in einer Notlage ist und versucht diese zu ändern, oder ob er generell so gerne damit weiterlebt, wie die Umstände gerade sind.

  3. Inaktiver User

    AW: Hund als Partnerersatz

    Hallo Peppi,

    vielen Dank für Deinen Eindruck und Deine Meinung.

    Natürlich, sie ist jetzt da und nun muß auch er sich ein an die Bedürfnisse des Hundes anpassen, was er m.E. nicht ausreichend tut.
    Wir helfen, indem wir sie zu uns nehmen, wenn er über Tage beruflich unterwegs ist. Daß wir sie dabei bereits in unser Herz geschlossen haben, muß ich nicht erwähnen, aber würde er uns fragen, ob sie ganz bleiben kann, würde ich aus guten Gründen – wenn man mich heute oder morgen fragt– ablehnen. Allerdings habe ich auch überhaupt nicht das Gefühl, daß er es als notwendig erachtet, gewisse Dinge zu hinterfragen. Daher: keine Notlage.

    Sie passt sich an. An die viel zu kleine Wohnung, an den kleinen Park vor der Tür, der als Auslaufoption reichen soll, an unterschiedliche Bezugspersonen (wir sind nicht die einzigen Betreuer). Mal ehrlich, was soll sie auch sonst tun?
    Anfangs habe ich es zwar auch schon kritisch gesehen (Was soll der denn mit einem Hund, der hat doch nie Zeit und ist immer unterwegs?), aber ihm durchaus zugetraut, sich nach der Entscheidung dafür gewissenhaft und verantwortungsvoll um das Tier zu kümmern.

    Verantwortung... das fehlt mir dabei. Ich rede nicht davon, daß man sich dem Tier und seinen Bedürfnissen unterordnen soll oder daß sich alles ändern muß, nur weil ein Hund mit im Haus lebt. Aber unter`m Strich vermisse ich hier eindeutig eine gewisse Kompromissbereitschaft zu Gunsten des Hundes.

  4. Inaktiver User

    AW: Hund als Partnerersatz

    Die kleine Wohnung ist sicherlich kein Hinderungsgrund. Klar ist was mit Garten auf dem Land prima.
    Auch sollte der Hund, wenn er schon ein paar Stunden Alleinesein überstehen muss, im Abendprogramm als Hauptprogrammpunkt auf der Tagesordnung stehen. Wechselnde Betreuungen finde ich nicht soooooooooo problematisch, wenn auch nicht optimal. Hängt aber sicherlich vom Tier ab. Ein dauerhafter Wanderpokal ist eine nicht zu akzeptierende Lösung.

    Du schreibst, dass hier keine Option auf Änderung besteht.

    Und dann würde ich dem Freund die Meinung ungeschminkt ins Gesicht sagen. Manchmal ist es die bessere Entscheidung, dem Tier zu liebe, eine Fehlentscheidung zu korrigieren.

    Was meinst du denn, wie er reagieren würde ? Was ist es für eine Rasse ? Labrador, wenn ich richtig in Erinnerung habe ?

  5. Inaktiver User

    AW: Hund als Partnerersatz

    Sicherlich gibt es Hunde, die schlechter gehalten werden. Die größere Not haben.
    Und nur weil ich in der Stadt lebe und kein Haus auf dem Land habe, kann ich trotzdem einen Hund halten. Und einen glücklichen noch dazu.
    Vielleicht sollte ich zusammenfassend einfach erklären, daß ich große Probleme damit habe, wie unser Freund für den Kauf und die Haltung argumentiert. Und daß ich nicht verstehe, warum man sich einen Hund zulegt, für den man eigentlich keine Zeit hat.
    (Übrigens beläuft sich das Nachmittags-/Abendprogramm auf kleinere Runden im Park, da man auch noch Arbeit mit nach Hause nimmt... )

    Meine Meinung habe ich gestern abend recht unverblümt auf den Tisch gelegt. Selbst wenn er im Ansatz Verständnis gezeigt und ich mögliche leise Zweifel untermauert hätte – die Scham über die Erkenntnis, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, würde verhindern, die Konsequenzen zu tragen. Die Konsequenz, den Hund abzugeben.

    Ich sollte mich dringend distanzieren.

  6. User Info Menu

    AW: Hund als Partnerersatz

    Liebe Turteltaub,
    solltest Du Dir doch jemals einen eigenen Hund ins Haus holen, wirst Du feststellen: 95 von 100 Leuten halten ihren Hund so, wie Du es wahrscheinlich nie tun würdest. Jedem könntest Du Argumente liefern, dass und warum es "so" nicht geht.

    Wirklich einschreiten – und da aber massiv mit dem Amtsveterinär – würde ich lediglich gegen offensichtliche Tierquälerei: Gewalt, kein Futter und Wasser, null Auslauf, zu lange Allein-Zeiten, Kette etc.

    Die Bedingungen mögen in Deinen Augen (in meinen wären sie es auch) nicht ideal sein. Aber er liebt seinen Hund, kümmert sich um "Parkplätze" (selbst diese Verantwortung spürt längst nicht jeder Hundehalter) und geht mit ihm raus.

    Solange ich nicht das Gefühl hätte, dem Hund ginge es wirklich schlecht dabei, würde ich ihm Deine Ansicht von Hundehaltung nicht aufdrücken.

    Du magst recht haben: Der Hund passt sich vielleicht deshalb an, weil er keine andere Wahl hat. Aber es gibt sooooo viele Hunde-Typen mit soooo vielen unterschiedlichen Bedürfnissen. So wie Du es schilderst, geht es Eurem Pflegehund aber doch gut?! Oder zeigt er Verhaltensauffälligkeiten?
    Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt – und nicht, was wir ersehnt haben. Arthur Schnitzler

  7. User Info Menu

    AW: Hund als Partnerersatz

    verstehe ich das richtig, du möchtest dass dein bekannter seinen hund abgibt?

    vielleicht wäre es für alle beteiligten besser, wenn du dich distanzieren könntest. manchmal ist "gut gemeint" das gegenteil von "gut".
    und inwiefern der strangtitel was mit dem problem (?) zu tun hat, erschliesst sich mir auch nicht.
    I slipped into the embrace of my wraparound shades.
    T.C.Boyle

    Don`t trust a perfect person and don´t trust a song that´s flawless.
    21Pilots

  8. Inaktiver User

    AW: Hund als Partnerersatz

    Hallo,

    @etain:
    Das mag alles sein, was Du da erwähnst. Aber ehrlich gesagt interessiert mich momentan einzig und allein die Betreuung und Pflege des Hundes, der mir anvertraut wird. Und nicht, wie andere das handhaben oder als richtig erachten. Und da warte ich nicht, bis tierquälerisch vorgegangen wird. Auch halbseidene Tierliebe ist nicht ausreichend. (Übrigens kenne ich sonst nur Hundebesitzer, bei denen sich die Vierbeiner rundum wohl fühlen!)

    Wenn ich mich um ein Tier nicht angemessen kümmern kann, dann kaufe ich mir keins.

    Zitat Zitat von Etain Beitrag anzeigen
    So wie Du es schilderst, geht es Eurem Pflegehund aber doch gut?!
    Wenn ich den Eindruck haben würde, daß es ihm gut geht, hätte ich mich nicht an dieses Forum gewandt.

    @fiorina:
    Nein, das hast Du falsch verstanden. Ich möchte nicht, daß sein Herrchen ihn wieder abgibt, sondern ich würde mir wünschen, daß er sich um sein Tier kümmert. Und zwar so kümmert, wie es dem Tier angemessen ist.
    Mit dem Strangtitel wollte ich zum Ausdruck bringen, daß ich den Eindruck habe, er soll eine große Lücke füllen. Dabei wird aber vergessen, daß ein Hund mehr braucht als nur ein paar Runden im Park und Streicheleinheiten auf dem Sofa .

  9. Inaktiver User

    AW: Hund als Partnerersatz

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ist es für eine Rasse ? Labrador, wenn ich richtig in Erinnerung habe ?
    Hab ich ganz vergessen zu erwähnen... Du hast fast richtig gelegen ... es ist ein Labradoodle.

  10. User Info Menu

    AW: Hund als Partnerersatz

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo,

    @etain:
    Das mag alles sein, was Du da erwähnst. Aber ehrlich gesagt interessiert mich momentan einzig und allein die Betreuung und Pflege des Hundes, der mir anvertraut wird. Und nicht, wie andere das handhaben oder als richtig erachten. Und da warte ich nicht, bis tierquälerisch vorgegangen wird. Auch halbseidene Tierliebe ist nicht ausreichend. (Übrigens kenne ich sonst nur Hundebesitzer, bei denen sich die Vierbeiner rundum wohl fühlen!)

    Wenn ich mich um ein Tier nicht angemessen kümmern kann, dann kaufe ich mir keins.


    Wenn ich den Eindruck haben würde, daß es ihm gut geht, hätte ich mich nicht an dieses Forum gewandt.

    @fiorina:
    Nein, das hast Du falsch verstanden. Ich möchte nicht, daß sein Herrchen ihn wieder abgibt, sondern ich würde mir wünschen, daß er sich um sein Tier kümmert. Und zwar so kümmert, wie es dem Tier angemessen ist.
    Mit dem Strangtitel wollte ich zum Ausdruck bringen, daß ich den Eindruck habe, er soll eine große Lücke füllen. Dabei wird aber vergessen, daß ein Hund mehr braucht als nur ein paar Runden im Park und Streicheleinheiten auf dem Sofa .
    Grundsätzlich gebe ich Dir ja recht - bevor man sich ein Tier anschafft, überlegt man sich gut, ob man ihm gerecht werden kann. Dazu ist es im konkreten Fall jetzt aber zu spät.
    Vielleicht denkt der Hundebesitzer ja doch noch über Deine Worte nach und sorgt für etwas mehr Abwechslung für den Hund - wer weiß.
    Ansonsten hilfst Du denke ich mal am besten, in dem Du Dich einfach um den Hund kümmerst, wenn Bedarf ist und ihr Zeit habt.
    Unsere alte Hündin war in der Beziehung Beschäftigung allerdings sehr genügsam. Streicheleinheiten auf der Couch und kurze (SEHR kurze) Spaziergänge, das war genau ihr Ding. Sie empfand es im Grund als sehr lästig, dass diese Menschen immer so viel Bewegung brauchten und sie mit musste. Am liebsten hat sie Stundenlang in einer Pappkiste im Keller geschlafen - auch nicht unbedingt der Platz, den ich mir ausgesucht hätte, aber es war ihre Wahl und sie hatte ein ganzes Haus zur Verfügung.
    Was sie nur gar nicht leiden konnte war, wenn sie ihre gewohnte Umgebung verlassen sollte. Also bei Freunden über mehrere Tage "deponieren" wäre undenkbar gewesen. Keiner hätte ein Auge zugetan in der Zeit.
    Ich denke, wenn der Hund wirklich wesentlich mehr Abwechslung/Bewegung bräuchte, dann würde sein Herrchen das über kurz oder lang so deutlich merken, dass er freiwillig für Abhilfe sorgen würde. Wer lässt sich schon gerne die Wohnung demolieren?

    Ist es denn noch ein junger Hund? Oder war er aus dem Tierheim? Gerade Tierheim-Hunde sind oft sehr anpassungsfähig und genügsam, weil alles besser ist als im Tierheim zu leben.
    „Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“
    Nicolas Chamfort

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