Als unser Weißer ein Welpe war, sah er zuckersüß aus. Zu der Zeit waren alle im Knut-Fieber und riefen schon von weitem: "Ach, wie niedlich!!! Eine kleiner Knut!!!"
Natürlich wollten sich die Kinder und auch die Erwachsenen gleich auf ihn stürzen. Ich mußte sie regelmäßig abbremsen.
Später als tolpatschiger Junghund war es nicht anders.
Alle wollten ihn mal eben streicheln. Manche waren sogar so dreist und strichen ihn im Vorbeigehen gerade mal so über den Rücken.
Mittlerweile ist er sehr groß. (68cm Schulterhöhe). Trotzdem fahren alle auf ihn ab. Es macht wohl das "unschuldige" weiße Fell, seine braunen Augen und sein "Lächeln".
Dieser hat sehr große Ähnlichkeit mit unserem. Nur seine Augen sind dunkler.
Ich habe nichts dagegen wenn Fremde meinen Hund streicheln.
Vor einiger Zeit machte er Bekanntschaft mit einem spastisch gelähmten Kind.
Das Kind fuchelte mit seinen Händen um ihn herum und freute sich, dass es den Hund berühren konnte.
Unser Großer stand da und ließ es ganz ruhig und entspannt geschehen.
Ich persönlich habe lieber einen freundlichen Hund, anstatt einen "Giftzwerg"...
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03.12.2009, 13:05Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Geändert von Inaktiver User (03.12.2009 um 13:08 Uhr)
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03.12.2009, 13:08Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Ich habe fremde Menschen im Umgang mit meinen Hunden erst ganz selten distanzlos erlebt. Meistens stellen die Hunde selbst den Kontakt her, wenn ich es erlaube, und das entscheide ich je nach dem wie offen der andere Mensch dem Hund gegenüber scheint, ob ich glaube, dass es ihm angenehm wäre usw. In der Regel läuft es so ab, dass der Mensch zuvor irgendeine Art von Interesse signalisiert (beobachtet den Hund, strahlt, sagt "oh, der ist aber schön" o.ä.), der Hund geht auf den Menschen zu, schnuppert an ihm und berührt ihn dabei auch, der Mensch lässt seine Hand baumeln, wartet ab wie der Hund reagiert und je nach dem wird mehr oder weniger intensiv zurück berührt oder gestreichelt. Viele Menschen fragen sogar noch, ob sie den Hund anfassen dürfen.
Ich finde das völlig in Ordnung und auch gut so. Für meine Hunde als soziale Wesen sind das in der Regel angenehme Erlebnisse. Über Menschen, die wir später häufiger treffen, freuen sie sich, erkennen sie als "Bekannte" und begrüßen sie (genauso wie auch bei anderen Hunden). Die Menschen, die einmal Interesse an dem Tier gezeigt haben, freuen sich darüber in der Regel ebenfalls, besonder darüber, offensichtlich "erkannt" zu werden. Das sind positive Begegnungen zwischen Mensch und Hund, die ich, wenn ein Tier so sehr in die Gesellschaft eingegliedert ist und so nah und dicht unter dem Menschen leben soll, wie es bei dem Hund der Fall ist, wichtig finde.
Ich hatte bisher nur einen Hund, ein verstörtes, traumatisiertes Tier, der generell keinen Kontakt zu fremden Menschen wünschte. Er hat die Fremden einfach irgnoriert und ist entsprechend auf Distanz geblieben. Ein paar Mal haben Menschen versucht, ihn freundlich anzusprechen oder zu locken. Darauf reagierte er nicht, und das wurde akzeptiert. Niemand hat diesen Hund je zwangsgestreichelt (das hätte ich allerdings auch nicht zugelassen).
Menschen als distanzlose Grabscher habe ich erst ganz selten erlebt (und das unabhängig von der Hunderasse und -größe). Wenn denn überhaupt, ich kann mich im Moment an keinen konkreten, unangenehmen Fall erinnern. Und selbst wenn, dann wäre ich selbstverständlich eingeschritten. Es ist nicht Sache des Hundes und schon gar nicht Sache fremder Menschen, die womöglich gar keine Ahnung von Hunden haben, sondern einfach nur lieb und freundlich zu dem Tier sein wollen, dies sinnvoll zu reglementieren. Das ist allein Sache des Hundehalters und seine Aufgabe.
Keiner meiner Hunde hat bisher je aufdringlich nach irgendwelchen fremden Menschen gestunken. Meine Katzen, die einen weniger intensiven Eigengeruch haben, hingegen schon.
Mir und meinen Tieren sind die gerne-Tierstreichler jedenfalls herzlich Willkommen
. Sowieso eigentlich fast jeder Mensch, der meine Tiere gern hat und Interesse an ihnen zeigt. Ich finde das super.
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03.12.2009, 13:46Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Ich mag Tiere gerne und freue mich, wenn ich Fell streicheln kann und es dem Tier auch gefällt. Ich führe ab und an mal Hunde aus und habe sie gerne beim Wandern dabei.
ABER:
Es geht mir manchmal auf den Keks, wenn Hundebesitzer es ihren Hunden überlassen Kontakt aufzunehmen, wie hier so oft geschrieben wird, ohne zu fragen, ob das okay ist. Auch wenn das Schnüffeln für Hunde wichtig ist, muss ich das nicht zu jeder Gelegenheit hinnehmen.
Manchmal möchte ich einfach auf Distanz bleiben: wenn ich helle und/oder empfindliche Kleidung anhabe, der Hund sabbert, ich meine Hände in dem Moment nicht "schmutzig" machen möchte (mir wird oft die Hand abgeschleckt, anscheinend schmecke ich gut), etc....
Eine freundliche Bitte, den Hund etwas zurückzuhalten, stößt dabei nicht immer auf Verständnis und man wird gleich in die Ecke "die mag keine Tiere, mit der stimmt irgendwas nicht" gestellt.
Das war jetzt OT, merke ich gerade, aber ich lasse es trotzdem mal stehen...
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03.12.2009, 14:03Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
und du hast recht, ich begegne auch ungern Hundehaltern die ihre Hunde nicht mal an die Leine nehmen, wenn man sie darum bittet.
Ich hatte schon die eine oder andere unschöne Begegnung mit solchen Hundehaltern..............meine Hunde sind immer angeleint, außer an dafür vorgesehenen Flächen, wie Hundefreilaufflächen und Wiesen.
Wenn ich auf weiter Flur alleine unterwegs bin, dann lass ich sie auch mal so laufen, aber immer nur einen und sobald mir ein Mensch entgegen kommt, ran rufen anleinen.
Sauer werden kann ich dann wenn der andere Hund nicht angeleint ist, ich habe gut 120 kg an den Leinen hängen, die das nicht lustig finden wenn ihnen ein fremder Hund von hinten in die Haken geht.
Ich habe die Taktik entwickeln meine Hunde dann loszulassen
hat mir aber auch schon Pöbeleien eingebracht.
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03.12.2009, 14:04Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Nein marlien du hast völlig Recht.
Es ist wirklich nicht nötig dass jeder Hund an jedem hochspringt. Meiner darf das auch nicht. Und warum auch?
Bei den Herrchen und Frauchen seiner Hundefreunde darf er das - da gibts manchmal ein Leckerlie nebenbei. Aber wenn wir normal auf der Strasse gehen kann er überall rumschnüffeln nur nicht an fremden Leuten.
Ich muß das selbst auch nicht haben.
So ein wenig Rücksicht ist das Mindeste was ich erwarte!
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03.12.2009, 14:13Inaktiver User
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03.12.2009, 14:24Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Wenn ich schreibe, dass ich es meinen Hunden überlasse, in Kontakt zu gehen, dann geht dem voraus, dass Mensch Kontakte wünscht. Das heisst jedoch nicht, dass ein Hund das ähnlich sehen muss, und das finde ich okay so. Ausserhalb meines Grundstücks läuft ein Hund bei Fuss, oder bleibt auf Entfernung nach Kommando stehen. Ich würde nicht zulassen, dass ein Hund einfach auf einen Spaziergänger oder Jogger zustürzt, es gehört für mich zum Grundgehorsam, der gegeben sein muss, dass Hunde sich fremden Menschen nicht einfach so nähern, geschweige denn sie anspringen, und es ist meine Aufgabe zu gewährleisten, dass das funktioniert.ABER:
Es geht mir manchmal auf den Keks, wenn Hundebesitzer es ihren Hunden überlassen Kontakt aufzunehmen, wie hier so oft geschrieben wird, ohne zu fragen, ob das okay ist. Auch wenn das Schnüffeln für Hunde wichtig ist, muss ich das nicht zu jeder Gelegenheit hinnehmen.
Manchmal möchte ich einfach auf Distanz bleiben: wenn ich helle und/oder empfindliche Kleidung anhabe, der Hund sabbert, ich meine Hände in dem Moment nicht "schmutzig" machen möchte (mir wird oft die Hand abgeschleckt, anscheinend schmecke ich gut), etc....
Dennoch, mir sind Tierstreichler nicht in jedem Fall willkommen, und ich halte es für potenziell gefährlich, die Sache so zu sehen, weil ich nicht davon ausgehe, dass jede Spezies so veranlagt ist wie wir Menschen, und weil ein Hund ein Hund ist, keine Maschine. Was 100 x gut geht, kann beim 101sten Mal daneben gehen, zum Schaden von Mensch und Hund, und dann ist das Geschrei gross. Primaten stellen Kontakt über Berührung her. Hautkontakt ist für sie im sozialen Miteinander eine feste Grösse. Für Hunde gilt das nur sehr bedingt, und ich sehe nicht ein, warum ich ihnen meine Art diesbezüglich aufzwingen oder händeringend gegen die Auswirkungen, das dieses für Hunde u.U. sehr bedrohliche Verhalten hat, ankämpfen muss.
McConnell, Professorin für Zoologie an der Universität Wisconsin-Madison, drückt es so aus:
(Partricia B. McConnell, Das andere Ende der Leine, Piper Verlag, S. 42 - 48)Das Allerhöchste an Freundlichkeit (bei Menschen) ist es, tief in seine Augen zu sehen und ihn direkt auf den Mund zu küssen. Mmmmh, so schön und liebevoll. Allerdings nicht, wenn Sie ein Hund sind. Diese ach so freundliche Primantenannäherung ist in der Hundegesellschaft absolut ungezogen. Sie könnten genauso gut auf den Kopf eines Hundes pinkeln.
Direkte Annäherungen mit dem Kopf voran können für Hunde bedrohlich sein, besonders für scheue bei der Begegnung mit unbekannten Menschen oder Hunden. Beobachten Sie, wie sich zwei gut sozialisierte, aber einander unbekannte Hunde im Park begrüssen. Der höflichste aller Hunde nähert sich von der Seite an, vielleicht in einem 90 Grad Winkel. Sie vermeiden direkten Blickkontakt. (..) Ich muss inzwischen Tausende von Hunden gesehen haben, die sich wohlfühlen, wenn man bei der Begrüssung neben ihnen steht und sie zu sich kommen lässt, die aber aggressiv bellen, sich nach vorne werfen und möglicherweise sogar beissen, wenn man direkt auf sie zugeht, direkt in ihre Augen starrt, und mit der Hand über ihren Kopf tätschelt. (...)
Wenn Sie das nächste Mal einen Hund sehen, den Sie begrüssen möchten, bleiben Sie ein paar Schritte vor ihm stehen, stellen sich eher neben als vor ihn, und vermeiden Sie es, ihm direkt in die Augen zu sehen. Warten Sie, bis der Hund von alleine bis zu Ihnen gekommen ist. Tut er das nicht, möchte er nicht gestreichelt werden.
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03.12.2009, 14:32Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Mein Hund ist kein öffentliches Spielzeug. Ich habe ihm beigebracht, auf fremde Leute auf der Straße nicht loszugehen und als er Welpe war habe ich auch nicht erlaubt, ihn im Vorbeigehen zu streicheln. Bei einem Welpen ist es auch sinnvoll, weil er lernen soll, wer seine Bezugspersonen sind und wer nicht. Natürlich durfte jeder, den ich kenne oder der mich besuchte mit dem Hund spielen. Sprich: Personen, zu denen ich Kontakt hatte, durften auch meinen Hund anfassen. Ganz abgesehen davon, dass mein Hund einfach mein Eigentum ist und ich sehe es nicht ein, dass jeder auf ihn losgehen kann, bloß weil er so niedlich aussieht. Ich gehe auch nicht, Jacken oder kuschelige Schals fremder Menschen zu streicheln, weil sie schön und weich sind. :)
Heute muss ich sagen, dass ich mit meiner Erziehung durchaus zufrieden bin. Der Hund ist an anderen Menschen schlicht nicht interessiert und ziemlich distanziert. Er knüpft den Kontakt erst an, wenn er sieht, dass ich mit einer Person vertraulich umgehe.
Darüber hinaus gibt es viele Menschen, die sich nicht wünschen, dass ein fremder Hund sie beschnuppert. Ich hätte es auch nicht gerne. Deswegen denke ich, dass es richtig ist, den Hund entsprechend zu erziehen.
Zum Glück treffe ich viele gut erzogene Menschen. Viele sprechen mich an, weil das Tier wunderschön ist und man kann einfach an ihm nicht vorbei gehen. Aber kaum jemand versucht, den Hund einfach so, also ohne zu fragen, zu streicheln.
Ist das der Fall z.B. in der U-bahn, sage ich einfach "Bitte nicht streicheln." Und wenn eine blöde Bemerkung kommt, antworte ich einfach nicht mehr oder höchstens "Sie auch." :)
Auch mit Kindern habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die meisten stellen ganz viele Fragen
und dann fragen sie lieb, ob man den Hund streicheln könnte.... Und die meisten Kinder sind so nett, dass ich es ihnen immer erlaube. Die meisten bedanken sich immer sehr höflich. Sie benehmen sich viel besser als Erwachsene.
Ja, heute profitiere ich wirklich davon, dass der Süße ziemlich streng erzogen wurde. Meine Gäste fühlen sich nicht bedroht (und nicht alle mögen Hunde), weil das Tier einfach seinen Platz kennt. Und kein Mensch wird von ihm angesprungen, auch nicht, wenn der Hund ohne Leine läuft.
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03.12.2009, 14:52Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Auch ein Biologe (oder gerade ein Biologe) unterscheidet zwischen Verhaltensweisen von Menschen und Primaten.
Und natürlich zwischen Menschen und Hunden.
Ich lese gern im Tierforum
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03.12.2009, 15:11Inaktiver User
AW: Fremdstreichler an meinem Hund
Dass Menschen anders miteinander kommunizieren als Hunde oder andere Tiere unter ihres gleichen, dürfte doch jedem bewusst sein. Der Hund als hoch domestiziertes Haustier kann inzwischen mit der menschlichen Kommunikation jedoch in der Regel schon eine Menge anfangen. Zumindest scheint er sie besser zu verstehen, als es einigen Menschen umgekehrt gelingt, den Hund in seiner Natur zu verstehen und auf seinem Niveau mit ihm zu kommunizieren. Dieses Schicksal, das der Mensch dem Tier seine eigene Art aufzudrängen versucht, teilt der Hund mit den meisten Tieren, wenn nicht mit allen, nur hat er sich durch die lange Zeit des engen Kontakts zwischen Mensch und Hund dem vergleichsweise besser anpassen können.
Geändert von Inaktiver User (04.12.2009 um 21:47 Uhr) Grund: Tippfehler...


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