Liebe Leute,
ich bräuchte mal Euren Rat!
Wir wollen uns schon seit längerem einen Hund anschaffen und haben jetzt einen sehr netten, fröhlichen und fitten Hund aus dem Tierschutz kennengelernt, der gut zu uns passen würde. Zu 98% waren wir entschlossen den Hund zu uns zu nehmen, erfuhren dann aber im Nachhinein, dass dieser Hund Leishmaniose hat. Habe daraufhin im Internet recherchiert und bin jetzt etwas verwirrt und ratlos. Es gibt Meinungsäußerungen von "ist zwar nicht heilbar, aber mit Medikamenten gut händelbar" (die Pflegestelle z.b. ist auch dieser Meinung) bis zu den schrecklichsten Krankheitsverläufen. Mir stellen sich da auch ganz praktische Fragen wie der finanzielle Aufwand, der da auf uns zukommen könnte und die Befürchtung, dass für einen chronisch kranken Hund keine Krankenversicherung abgeschlossen werden kann. Es wird auch vielfach die Auffassung vertreten, dass der Hund keine Impfungen mehr bekommen sollte um keinen Ausbruch der Krankheit zu provozieren, was Urlaubsreisen ins Ausland mit Hund unmöglich macht.
Eine chronische Erkrankung ist kein Hinderungsgrund für eine Adoption, aber ich wüsste doch gerne was ev. auf uns zukommt. Vielleicht hat die eine oder andere Erfahrungen und kann mir berichten. Vielen Dank im voraus und sorry für den etwas wirren Text.
Gruß Birthe
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Ergebnis 1 bis 10 von 12
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07.09.2009, 22:01
Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
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07.09.2009, 22:16
AW: Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
Zur Krankheit an sich kann ich Dir leider keinen Rat geben, aber:
Hast Du darüber einmal mit dem betreffenden Tierschutzverein gesprochen? Denn manchmal ist es so, dass sich der Tierschutzverein nach einer erfolgreichen Vermittlung weiterhin an den Behandlungskosten beteiligt (weil die Chance, dass das Tier vermittelt wird, dann viel größer ist). Hast Du schon einmal nachgefragt?
aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
(Asisah_Amar)
"Who's the freak now?"
("Ghosts")
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07.09.2009, 22:31
AW: Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
Nein, bis jetzt noch nicht, ist noch ein bisschen zu frisch das ganze.
Das Tierheim arbeitet nur mit Pflegestellen, wo man das Tier kennenlernen kann. Bei Adoptionsinteresse wendet man sich dann an eine Vermittlerin, die dann einen Hausbesuch macht und schaut, ob man geeignet ist, das Tier bei sich aufzunehmen.
Ich stelle mir vor, dass bei dieser Gelegenheit auch die Möglichkeit besteht solche Fragen zu stellen. Um aber nicht ihre und unser Zeit zu verschwenden möchte ich mich vorher so schlau wie möglich machen, um dann auch gezielt fragen zu können. Deine Anregung kommt auf jeden Fall mit auf meine Frageliste! Dank´ Dir!
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07.09.2009, 22:58Inaktiver User
AW: Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
Ich hab grad selber einen Hund aus Portugal mitgebracht und werd auch noch zwei weitere vermitteln, die ich dort in einer Tötungsstation gesehen habe.
Bedingung ist aber Leishmaniose-Freiheit!!!
Ich finde es fahrlässig, Leishmaniose-infizierte Hunde nach Deutschland zu bringen und so eventuell eine weitere Ausbreitung zu fördern. Ich finde, das ist kein wirklicher Tierschutz!!Geändert von Inaktiver User (07.09.2009 um 23:02 Uhr)
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08.09.2009, 10:22
AW: Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
Erst mal vorweg: LEISHMANIOSE IST NICHT HEILBAR!
Wer etwas anderes erzählt lügt! Die Behandlung der Krankheit, wenn sie erst mal ausgebrochen ist, kann sehr aufwendig und kostenintensiv sein. Es kann vorkommen, daß importierte Hunde aus Süd- oder Südosteuropa nicht nur mit Leishmaniose infiziert sind, sondern noch mit anderen Krankheiten, die vorwiegend im Süden auftreten. Das kann soweit gehen, dass ein Hund mit bis zu sieben (!) Krankheiten wie Leishmaniose, Babesiose usw. infiziert ist. Da gestaltet sich dann die Behandlung entsprechend intensiv und teuer.
Ausführliche Informationen findet man hier:
krankheiten
Die Seite wird von Dr. Torsten Naucke, einem Parasitologen, betreut. Wer ganz genau über die Problematik der sogenannten Mittelmeerkrankheiten informiert sein möchte kann sich auch an Torsten Naucke direkt wenden, der ist super-fit in dem Thema. Es gibt auch ein spezielles Forum, in dem sich betroffene Hundehalter austauschen:
Leishmaniose-Forum e.V. - Powered by vBulletin
Jeder, der sich für einen infizierten Hund interessiert, sollte sich nicht auf die - teilweise die Krankheiten herunterspielenden oder sogar unwahren - Aussagen von manchen Tierschützern verlassen, sondern sich vor der Adoption des Hundes ausführlich informieren. Und zwar da, wo neutral über die Probleme berichtet wird. Gleichzeitig muss man sich darüber klar sein, dass es nicht immer leicht ist, mit einem erkrankten Hund zu leben. Wer sich bewusst dafür entscheidet und damit auch gut umgehen kann, der sollte es tun. Wer keine entsprechenden Erfahrungen hat und auch finanziell nur begrenzte Möglichkeiten, der sollte doppelt so lange überlegen, bevor er den Hund aufnimmt.
Obwohl ich selbst aktiv im Tierschutz arbeite und mir die Hunde durchweg leid tun sehe ich den ins uferlose geratenen Import von Hunden aus dem Süden sehr kritisch. Besonders, seit bekannt ist, dass man Welpen und Junghunde aus Osteuropa, welche z. B. nicht auf den Märkten an deutschen Grenzen verkauft werden konnten, per Lkw quer durch Europa karrt, bis nach Spanien, ums sie dann unter dem Deckmantel "Tierschutz" hier in Deutschland an den Mann/die Frau zu bringen. Da unterstützt dann so mancher Tierfreund, der denkt, ein Tier, das er aufnimmt, "gerettet" zu haben, unbewusst die skrupellosen Massenvermehrer.
Li Gr UteGeändert von Rana (08.09.2009 um 10:25 Uhr)
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08.09.2009, 12:04
AW: Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
Wieso habt ihr denn von der Krankheit erst im Nachhinein erfahren? Ich finde, eine verantwortungsvolle Tierschutzorganisation sollte einem Interessenten sowas als Erstes sagen. Nicht erst warten, bis sich die Leute in den Hund verlieben und ihn dann aus Mitleid mitnehmen.
Beim Hund meiner Schwägerin bestand Verdacht auf Leishmaniose. Daher haben wir viel gelesen und die Aussichten sind ja wirklich erschreckend. Der Test bei besagtem Hund war negativ, aber die erfahrene Tierärztin ist sich trotzdem fast sicher, dass der Hund Leishmaniose hat. Leider verträgt er Medikamente generell sehr schlecht und daher wurde entschieden, ihn leben zu lassen so lange es relativ beschwerdefrei geht und ihn dann eben zu erlösen, wenn es zu schlimm wird
Ich glaube, mit diesen Aussichten würde ich den Hund nicht nehmen. Man gewöhnt sich so sehr an ein Tier und zu sehen, wie es dem geliebten Vierbeiner immer schlechter geht, ist wirklich hart. Teuer ist die ganze Behandlung auch noch.
Außerdem würde ich eine Organisation, die mir eine solch wichtige Information erst im Nachhinein gibt, nicht unterstützen wollen.
Könnt ihr nicht vielleicht einen Hund aus Deutschland finden, der auch gut zu Euch passen würde? Wenn nicht im Tierheim, dann vielleicht in privaten Kleinanzeigen. Da suchen doch auch immer wieder ganz nette Kerlchen ein neues Zuhause, weil ihre Besitzer sie aus irgendwelchen Gründen nicht mehr behalten können (z.B. Scheidung).„Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“
Nicolas Chamfort
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08.09.2009, 12:08
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08.09.2009, 12:10Inaktiver User
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08.09.2009, 12:37Inaktiver User
AW: Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
liebe birthe,
ich plädiere auch eher zu adoption NEIN - auch wenn einem dabei das herz blutet.
ansonsten schließe ich mich felina an,ich finde es auch nicht gerade seriös,wenn dir diese wichtige information vorenthalten wurde.
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08.09.2009, 12:37
AW: Adoption ja oder nein - Erfahrungen mit Leishmaniose
Ich möchte noch erwähnen, dass die in Deutschland durchgeführten Leishmaniose-Tests nicht in allen Fällen und für alle Hunde zuverlässig sind. Das bedeutet, dass man durchaus einen Leishmaniose-infizierten Hund bekommen kann, ohne es zu wissen, obwohl der Test negativ ausgefallen ist. Dieses Risiko, und andere, ist vielen Leuten gar nicht bewusst, wenn sie sich für einen Auslands-Hund interessieren.
Und noch was: Das Fachwissen so mancher "Tierschützer", besonders wenn es um gesundheitliche Themen geht, ist oftmals mehr als mangelhaft. Informationen, welche möglichen Interessenten weiter gegeben werden, sind in vielen Fällen schlicht und einfach falsch (siehe: Leishmaniose ist heilbar) und eigentlich ist es dem Hundeinteressenten gegenüber Betrug, solche Behauptungen aufzustellen. Der Hund wird unter falschen Voraussetzungen aufgenommen und wenn der neue Besitzer ihn erst mal hat wird er ihn kaum zurück geben wollen.
Li Gr UteGeändert von Rana (08.09.2009 um 14:42 Uhr)


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