Hallo,
mag ja sein, dass ich mich in einer Art midlife crisis befinde. Aber ich erinnere mich gerade stark an die Zeit, wo ich meinen Eltern ständig in den Ohren lag, da war ich so 10, so mögen mir doch bitte, bitte ein eigenes Pferd kaufen. Von mir aus auch ein Pony. Ist zwar nicht passiert, aber mein Vater hat mir damals eine Reitbeteiligung verschafft, wo ich immer reiten konnte, wann ich wollte. Pferd wurde nur von mir geritten. So weit so gut.
Dann sind die Jahre, ach was sag ich Jahrzehnte ins Land gegangen, als ich vor sechs Jahren - nach grübel 20 jähriger Pause - wieder mit dem Reiten begonnen habe.
Nach einem halben Jahr mit 10 -13 jährigen Mädchen in der Reitschule - jaaa ich bin mir auch durchaus bewußt, was das für ein seltsames Bild sein mußte - habe ich mir eine Reitbeteiligung gesucht. Das Pferd ist aber vor einem halben Jahr weggezogen, mitsamt der Besitzerin versteht sich.
Leider gewöhnt man sich so furchtbarschnell an ein Tier und ich vermisse sie immer noch.
Vor etwa einem viertel Jahr fing ich an, mir eine neue Reitbeteiligung zu suchen. Die Besitzer sind i.d.R. halb so alt wie ich. Dafür wissen sie, dass ich altes Weib sehr vorsichtig mit ihrem Alabasterroß umgehe.
Ich ertappe mich aber immer mehr bei dem Gedanken, dass ich keine Lust mehr habe auf Pferdebesitzerinnen Rücksicht zu nehmen. Ich will ein eigenes Pferd. Was mich hier im Münchner Raum ein kleines Vermögen kosten würde, ich meine die Unterbringung.
Gibt es hier auch Pferdebesitzerinnen, die sich mit über vierzig noch ein eigenes Pferd gekauft haben?
oder soll ich mir wieder eine Reitbeteiligung suchen?
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06.08.2009, 21:45Inaktiver User
eigenes Pferd mit über Vierzig?
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06.08.2009, 22:19
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
Hallo Lilly,
die Frage nach dem Alter lass ich mal dahingestellt, ich finde, das Alter spielt bei solchen Entscheidungen eher eine untergeordnete Rolle.
Aber was ich mich fragen würde ist:
Habe ich jeden Tag Zeit für das Pferd?
Wie passt das Pferd in mein Leben (Lebensgefährte, andere Hobbys, Beruf)?
Möchte ich eine Reitbeteiligung vergeben?
Kann ich die Unterbringungskosten, Tierarzt, Hufschied, usw. finanziell leisten?
Was möchte ich mit dem Pferd erreichen?
Ich persönlich habe auch eine Reitbeteiligung und empfinde es als angenehm nicht jeden Tag nach dem Tier schauen zu müssen, es zu bewegen, mich um Tierarzt oder Hufschmied zu kümmern. (Das mach ich natürlich, wenn ich darum gebeten werde und anteilig trage ich auch für einen Teil der Kosten bei)
Ich kann Dich aber verstehen, dass Du "Dein eigener Herr" sein möchtest, schließlich geht jeder anders mit seinem Pferd um und Du kannst frei entscheiden.
Den Traum vom eigenen Pferd hab ich trotzdem noch nicht begraben
Liebe Grüße
kaerra
Captain Knötti auf der Brücke seit Dez. 2010
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07.08.2009, 09:34
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
Hallo Lilly,
ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch ich stand vor kurzem vor der Entscheidung, habe jetzt aber doch wieder eine Reitbeteiligung. Vor allem eigentlich, weil wir uns Kinder wünschen und ein Haus bauen wollen. Da wäre ein eigenes Pferd einfach eine zu große Belastung gewesen (zeitlich und finanziell).
Auch mein letztes RB-Pferd ist weggezogen und ich war natürlich entsprechend traurig. Mit dem neuen RB-Pferd bin ich aber auch wieder sehr zufrieden.
Ich finde, gerade mit über 40 kannst Du die Tragweite Deiner Entscheidung eher abschätzen als in viel jüngeren Jahren. Die Besitzerin meines momentanen RB-Pferdes ist 21 und war am Anfang mit der Situation heillos überfordert. Sie hatte sich das alles einfacher vorgestellt, das Pferd erwies sich leider als sehr schwierig.
Mit über 40 wird Deine Familienplanung abgeschlossen sein. Das ist kein Schaden, wenn Du Dir ein Pferd kaufen willst.
Meines Erachtens nach gibt es 3 Knackpunkte:
1. Kannst Du Dir es wirklich leisten? Bitte nicht zu knapp kalkulieren. Auch der tägliche Schnickschnack (Leckerlis, Mähnenspray, Fliegenspray, Huffett, neue Ausrüstung weil mal was kaputt geht), sowie Hufschmied, eventuell Reitstunden läppern sich. Vom Tierarzt mal ganz zu schweigen. Und ich kann Dir aus Erfahrung sagen, wenn Dich der Geldbeutel dann wirklich zwickt, macht das Hobby auf die Dauer keinen Spaß mehr. Und der Tierarzt wird kommen, früher oder später. Bitte hoff nicht auf Dein Glück, dass bei Deinem Pferd nichts passiert. Ich kenne niemanden, der wirklich auf Dauer ein solches Glück hatte.
2. Findest Du ein geeignetes Pferd? Hört sich banal an, ist es aber nicht. Wenn Du Dir eine Reitbeteiligung suchst, dann reitest Du das Pferd und wenn es nach ein paar Wochen doch gar nicht passt, dann suchst Du Dir eine andere RB. Die Chance hast Du beim eigenen Pferd nicht, denn nach wenigen Tagen Probereiten gehört es Dir. Leider sind die wenigsten Verkäufer wirklich ehrlich, nicht selten gibt es hinterher Probleme (so wie bei der Besitzerin von meinen momentanen RB-Pferd, die das Pferd sogar von einer -jetzt ehemaligen- Freundin empfohlen bekam). Sollte ich mir nochmal ein Pferd kaufen, dann nur in dem Fall, dass mein RB-Pferd verkauft werden soll und ich es dann übernehme. Das kenne ich und weiß, worauf ich mich einlasse.
Es ist wirklich sehr frustrierend, ein Pferd im Stall stehen zu haben, viel Zeit und Geld zu investieren und es klappt NICHTS und im schlimmsten Fall traust Du Dich gar nicht mehr zu reiten.
3. Kennst Du einen geeigneten Stall, wo Du Dich auf Dauern mit Deinem eigenen Pferd wohlfühlen würdest? Man möchte meinen, das ist einfach, aber genau dabei entscheidet sich oft, ob es einem mit dem eigenen Pferd Spaß macht oder nicht. Sind die Bedingungen für Reiter UND Pferd gut? Sind die Mitreiter nett? Wird das Pferd gut versorgt, kannst Du dem Stallbetreiber vertrauen? Ist es nicht zu weit weg? Liegt die Stallmiete und die Nebenkosten im Rahmen Deiner Möglichkeiten und im Rahmen dessen, was Du gewillt bist, auszugeben?
Gerade beim eigenen Pferd ist man da oft kritischer, als wenn man "nur" eine RB in dem Stall hat.
Dass Du genügend Zeit für das Pferd aufbringen könntest, unterstelle ich jetzt mal. Ich würde auf jeden Fall immer dazu raten, einen Stall zu wählen, wo das Pferd so gut versorgt wird, dass Du auch 1-2 Mal pro Woche nicht in den Stall gehen musst. Ob Du eine Reitbeteiligung möchtest ist Geschmacks- und Typsache, ich würde auf jeden Fall Eine wollen. Gerade in der Großstadt dürfte es ja aber eher einfacher sein, Eine zu finden. Bei uns auf dem flachen Land ist das fast wie ein 6er im Lotto, weil es einfach viel mehr Pferde gibt als Leute die reiten wollen (und es auch noch können).
Vielleicht kannst Du Dir die Entscheidung ja einfach offen lassen? Vielleicht läuft Dir einfach irgendwann ein Pferd "zu". Sprich, ein Pferd, das Du gut kennst, soll verkauft werden. Wenn Du es haben möchtest, dann kauf es. Einfach losziehen und Pferde bei Händlern oder bei Privat zu probieren - dabei hätte ich Bauchschmerzen. Da habe ich einfach schon zu viel erlebt und das Pferd entsprach hinterher nichtmal zu 50% dem, was der Besitzer gesucht und auch vermeintlich gekauft hat. Das fängt bei der Gesundheit an, denn sehr viele Verkäufer (auch privat) sind extrem trickreich. Da ist das Doping im Radsport ein Kindergeburtstag dagegen.
Der Versuch " ich kaufen mir ein Fohlen/junges Pferd und wir werden dann zusammen groß/erfahren" geht selten, eigentlich fast nie, gut.
Puh, jetzt habe ich schon einen Roman geschrieben und könnte noch viel mehr schreiben. Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht erschreckt
. Ein eigenes Pferd kann schon toll sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Viele Grüße
Felina (die früher schon mehrere eigene Pferde hatte)„Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“
Nicolas Chamfort
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07.08.2009, 10:33
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
felina hat im grunde alles gesagt. ich sage aber noch eines dazu: ich bin selber gerade 41 geworden und ich besitze bereits ein pferd. dieser schatz, den ich habe seit er fohlen war ist nun inzwischen 19 jahre. ich weiß nicht wie lange er noch hat, ich hoffe sehr lange, aber er wird aller wahrscheinlichkeit nach nunmal innerhalb der nächsten paar jahre sterben.
ich bin überzeugt davon, dass ich mir nach ihm wieder ein pferd anschaffen werde, denn es gibt nichts schöneres auf der welt.
mit dem alter hat das nichts zu tun.
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07.08.2009, 10:40Inaktiver User
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
Zeit habe ich, ja. Ich bin in der glücklichen Situation mir meine Zeit einteilen zu können. Das Pferd paßt sehr gut in mein Leben. Mein Partner würde das auch unterstützen.
Ich will vermutlich auch eine Reitbeteiligung vergeben, allerdings nicht aus finanziellen Gründen.
Kosten sind zwar hier im Süden sehr hoch, könnte ich aber wuppen.
Was ich mit dem Pferd erreichen möchte ? öhm...eine harmonische Pferd - Mensch Beziehung ? bin turniermäßig nicht ambitioniert, falls du das meinen solltest.
Na ja, Dressur will ich reiten, möglichst bis Klasse S...
okok, träumen wird man ja noch mal dürfen
liebe Grüße
lilly
und viel Erfolg beim hibbeln
bzw. viel Spaß
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07.08.2009, 10:44Inaktiver User
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
wow
danke Felina...da kommt die Pferdebesitzerin durch....
Was mir noch so einfällt und was ich so ein bißchen hab runterfallen lassen..ich fliege jetzt z.B. für vier Wochen in die USA. Von daher würde ich schon eine RB benötigen, habe aber auch zwei Freundinnen mit Pferd, die sich in meiner Abwesenheit kümmern könnten. Einer der Freundinnen würde sogar den (kostenlosen und regelmäßigen) Beritt übernehmen.
Ich habe ihr jetzt mal den Auftrag gegeben, die Augen auf zuhalten, weil sie mich und meine - na ja - Reitkünste ganz gut einschätzen kann. Am liebsten hätte ich ja einen Spanier....
rrrrr
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07.08.2009, 10:49Inaktiver User
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
Anubis...na da seid ihr ja schon ein halbes Leben zusammen. Schön
Pferde können ja bis 30 werden...aber hast recht, kommt halt drauf an, wie die Zipperlein, die ja irgendwann kommen, durchschlagen.
Mit dem Alter hat es bei mir insofern zu tun, dass ich viel vorsichtiger bin. Früher hättest du mich auf jedes Pferd setzen können. Mein letztes RB-Pferd hatte ein Stockmaß von knapp 1,80 m. Ich bin bedenkenlos mit ihr beim ersten oder zweiten mal alleine ins Gelände gegangen. Würde ich heute nicht mehr tun, auch wenn die damalige Besitzerin sagte, sie ist lammfromm im Gelände. Als ich drauf saß, kam mir das doch alles sehr hoch vor.
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07.08.2009, 11:13
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
Stimmt, ich hab das laaaaaange mitgemacht.
Ich bin jetzt 2 Jahre auf einem Spanier geritten und könnte mir auch vorstellen, mir mal Einen zu kaufen. Sind echt tolle Pferde, wenn auch meist eher temperamentvoll (ich mag das). Und die Größe ist halt doch handlicher als bei so nem Reit-Elefanten mit über 1,75 m (reite ich aktuell).
Wenn Du jetzt nicht unbedingt der Crack beim reiten bist, dann würde ich kein Pferd unter 6, eher sogar 7 oder 8 Jahren kaufen.
Super, wenn sich Deine Freundinnen für Dich umschauen. Vielleicht finden sie ja genau das richtige für Dich.
Und Deine Abwesenheit lässt sich bestimmt regeln. Alleine auf die Reitbeteiligung würde ich mich dabei allerdings nicht verlassen.
Schau doch mal bei Quoka.de rein, da ist grad ein toller Spanier (allerdings Schimmel) drinnen.
Ein eigenes Pferd ist schon toll und wenn Du es Dir leisten kannst und Dich Dein Partner unterstützt, dann spricht doch nichts dagegen. Es gibt blödere Dinge, wie man eine Midlife-Crisis ausleben kann
„Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“
Nicolas Chamfort
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08.08.2009, 08:18Inaktiver User
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
Frau, da sprichste wahre Worte!
Zum Thema Finanzen *räusper*
Ich habe jetzt mal grob 600 Euro pro Monat für alles (also Pension (ca. 350-400 Euro). Tier-OP und Tierarzt Versicherung, Sonderfutter, Chiropraktiker, Hufschmied und sonstigen Schnickschnack veranschlagt. Meinste, damit komm ich hin?
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08.08.2009, 13:56
AW: eigenes Pferd mit über Vierzig?
Ähm, ich hab zwar keine Ahnung von Reiten, Pferden oder deren Haltung - aber ich frage mich, warum in die Entscheidung für oder wider ausgerechnet das Alter "über vierzig" eine Rolle spielt? Wenn Du es Dir zeitlich und finanziell leisten kannst und die Versorgung auch bei Deiner Abwesenheit gewährleistet ist - warum denn dann nicht?


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