Hallo liebe Tierfreunde
ich weiss nicht, ob das Thema hier Sinn macht, aber es beschäftigt mich immer mehr.
Ich bin ein absoluter Hundefan, bin mit zwei Hunden in meiner Urpsrungsfamilie aufgewachsen. Der zweite ist jetzt 15 Jahre alt und es wurde kürzlich ein Gehirntumor diagnostiziert. Es wird also nicht mehr lange leben und obwohl ich ihn seit Jahren nur noch in den Ferien sehe, macht mich das sehr traurig. Ich habe eine enge Bindung zu ihm und er war in gewisser Weise auch meine Möglichkeit, trotz der Unmöglichkeit in meinem eigenen Leben, zumindest manchmal mit einem Hund leben zu können.
Und das bringt mich zum eigentlichen Thema.
Ich bin Anfang/Mitte 30, lebe in einer 1-Zimmerwohnung in einer Großstadt und weiss deshalb nur zu gut, dass ich in absehbarer Zeit bzw. unter meinen jetzigen Lebensbedingungen keinen eigenen Hund werde halten können.
Ich bin als Angestellte in Vollzeit berufstätig, Single.
Alles spricht dagegen und ich bin oft wütend über den Egoismus mancher Menschen, sich trotz schlechter Bedingungen trotzdem für die Haltung eines solchen Tieres zu entscheiden (ich habe in meinem ehemaligen Wohnhaus die Haltung einer Dogge in einer Zwei-Zimmerwohnung miterlebt - furchtbar!).
Nun denke ich immer: Ok du wirst also erst in Rente gehen müssen, bis du dir ein Leben mit Hund ermöglichen kannst. Und das macht mich doch sehr traurig. Weil es eines der wenigen Dinge/Erlebnisse/Lebensformen in meinem Leben ist, die ich mir sehr wünschen würde.
Nun meine Frage an euch: Wem ist es ähnlich gegangen? Wer hat (wie?) vielleicht die Rahmenbedingungen seines Lebens geändert, um ein Leben mit Hund zu ermöglichen? Welche Möglichkeiten und Wege könnte es geben?
Ich habe auch schon daran gedacht, eine Patenschaft im Tierheim zu übernehmen. Aber in der Großstadt, in der ich lebe, bietet das Tierheim so etwas anscheinend aufgrund des großen Organisationsaufwands nicht an.
Danke an alle, die bis hierhin weitergelesen haben
Ich würde mich über irgendwelche Gedanken oder Anregungen sehr freuen!
Viele Grüße
Betty![]()
Antworten
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14.06.2009, 08:49Inaktiver User
Keine Chance auf ein Leben mit Hund
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14.06.2009, 09:30Inaktiver User
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Hallo Betty,
ich bin nicht von der Thematik betroffen, da ich eher der Katzen- und Schildkrötentyp bin (drei, bald vier Katzen, fünf Schildkröten), aber ich finde es gut, dass du dir Gedanken machst. Ich ärgere mich auch oft über Leute, die Hunde halten, aber keine Ahnung davon haben, was artgerecht ist.
Mein spontaner Gedanke: gibt es in deinem Bekanntenkreis Leute mit Hund, die für zwischendurch einen Gassigänger suchen? Für den durchschnittlichen arbeitenden Menschen ist es ja gar nicht so einfach, das zu organisieren.
LG,
Lakritze
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14.06.2009, 10:15Inaktiver User
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Hallo Lakritze,
danke für deine Antwort
Es gibt zwar im entfernteren Bekanntenkreis Hundehalter, aber meine richtigen Freunde (bei denen ich mir so eine Frage/ "Arbeitsteilung" vorstellen könnte) haben leider keine.
Durch meine Arbeitstätigkeit, könnte ich ja auch nur am Wochenende oder mal abends Zeit mit einem "fremden" Hund verbringen. Und da haben die eigentlichen Hundebesitzter wahrscheinlich selbst Zeit
Ich glaube, ich muss mir überlegen, was mir im Leben am wichtigsten ist und dann auch wirklich Entscheidungen fällen.
Das fällt mir generell eher schwer
Aber unsere Hunde (der andere wurde auch fast 15 Jahre alt und hat meine Kindheit begleitet) haben mich immer sehr glücklich gemacht und ich spüre wie gesagt wenig andere Lebensaspekte, die mir innerlich so nah sind.
Aber es passt einfach so absolut gar nicht in mein Leben, wie es zur Zeit ist
Wenn du Katzen hast, lebst du sicher eher ländlich oder?!
Katzen in Wohnungen finde ich ja auch meist schlimm. Es sei denn man nimmt eine auf, die nichts anderes kennt.
Liebe Grüße
Betty
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14.06.2009, 10:32Inaktiver User
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Hallo Betty,
nein, ich wohne in der Stadt, aber eher am Rand, und daher im Grünen (und im Erdgeschoß), sodass die Katzen Freigang haben können. Nur in der Wohnung täten sie mir wirklich leid (und ich mir auch, wenn ich ihre Temperamentsausbrüche zu spüren kriege - merke ich mitunter bei Schlechtwetter, wenn die Verlockung, draußen zu toben, gering ist.
)
Aber Hunde könnte ich so auch nicht halten, so groß ist mein Garten auch wieder nicht, außerdem bin ich durchaus mal 8 Stunden am Stück nicht da. Die Katzen stört das ja nicht, sind eh fast immer draußen unterwegs.
LG,
Lakritze
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14.06.2009, 11:14
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Liebe Betty,
bereits 2x habe ich 2 Haushalte erlebt, in denen die Hunde gemeinsam großgezogen werden.
Sprich: von Montag bis Freitags tagsüber Hundi bei Rentnerin, abends und am Wochenende bei Berufstätigem.
Aber: Du brauchst die entsprechende Hunderasse dazu....
Und: der Erziehungsstil muss derselbe sein...
Und: alle müssen sich einig sein, dass das einzig Wichtige ist, dass es dem Hund gut geht.
Und: Es muss geklärt sein, wer die Kosten trägt, sprich Tierarzt usw.
Natürlich muss Hundehaltung sowieso erlaubt sein.
Nur mit zwischendrin Gassigehen würde mir ein Hund zu leid tun. (Wenn er sonst den ganzen Tag allein zu Hause sein muss).
Also, in dem einen Fall ging das mit dem ersten Hund prima. Als der erste Hund gestorben war, haben sich diese wieder einen Hund gemeinsam angeschafft.
Dann starb die Rentnerin. Und deren "Kinder", die auch schon im Rentenalter waren, haben sich um den Hund gekümmert. Da gab es dann aber dauernd Stress, und die "Kinder" haben dann den Hund nicht mehr herausgerückt.
Vielleicht ist es einfacher, eine Annonce aufzugeben "Hundepatenschaft gesucht". Gibt sicher Familien, die froh sind, wenn mit Hundi regelmäßig Gassi gegangen wird. Auch da kann sich ein gutes Verhältnis aufbauen. Und Du hast dann auch einmal einen Urlaubshund.
Beim ersten Modell müssen die Leute schon sehr reif und verlässlich sein... und das über viele, viele Jahre. Schließlich muss es dem Hund gut gehen.
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14.06.2009, 11:26Inaktiver User
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Hallo Angie,
danke für deine Gedanken und Tipps.
Ich werde mal in dieser Richtung recherchieren.
Wenn ich dein Post lese, denke ich aber auch, dass ich vielleicht zu wenig kompetent bin, um das verantwortungsbewusst zu machen.
Unsere Hunde waren sehr liebenswürdige Tiere - mit vielleicht kleinen Macken
Erzogen, so dass sie aufs Wort hören, haben wir sie aber mangels Wissen und vielleicht auch Zeit, beide nicht. Mussten wir auch nicht so sehr, wie es in der Stadt notwendig ist, denn wir verfügten über einen Garten und Wiesen und Felder direkt hinter dem Haus.
Ich kenne mich diesbezüglich also nur bedingt aus.
Was aber ja nicht so bleiben müsste ...
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14.06.2009, 12:45
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Hallo Betty,
ich habe vor einiger Zeit mal einen Bericht im Fernsehen gesehen, wo über eine "Hunde-Tagesmutter" berichtet wurde. Die Hundebesitzerin war in Vollzeit berufstätig und brachte ihren Hund morgens vor der Arbeit zur Pflegestelle. Nachmittags holte sie ihn dann wieder dort ab.
Das schien sehr gut zu funktionieren und alle Beteiligten machten einen zufriedenen Eindruck. Wäre das evtl. eine Möglichkeit für Dich? Dann würde ich vielleicht. mal eine Zeitungsanzeige aufgeben, bzw. mich in Zeitungen, Zoogeschäften, bei Tierärzten und im Internet auf die Suche nach entsprechenden Angeboten machen.
Die Hundehaltung wird dadurch natürlich teurer, als sie ohnehin schon ist. Säße das finanziell drin?
Ich kenne auch einige Leute, die ihr Tier mit zur Arbeit nehmen dürfen. (Und zwar in Firmen, wo man das nicht unbedingt vermuten würde: Da gibt's den Hund, der in der Taxizentrale schnarcht, die Katze im Rechtsanwaltsbüro, den Collie im Porzellangeschäft, den "Wachhund" unterm Schreibtisch beim Ordnungsamt und den Vierbeinigen Mitarbeiter im Büro vom Schlachthof - Fragen lohnt sich unter Umständen!)
Wäre in Deiner Wohnung Hundehaltung denn überhaupt erlaubt, oder müsstest Du erst mal umziehen? Bei einer 1-Zimmer-Wohnung ist sicherlich auch die Auswahl an Hunderassen etwas eingeschränkt; genügend Auslauf und Bewegung vorausgesetzt gibt es aber auch viele Hunde, die mit einer kleineren Wohnung völlig zufrieden sind.
Viele Grüße
Asilanom
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14.06.2009, 13:31Inaktiver User
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Betty, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich war jahrelang in einer ähnlichen Situation und habe es sehr bedauert, keinen Hund haben zu können: Zeitintensiver Fulltimejob, kleine Wohnung in der Großstadt ohne nennenswerte Grünflächen in der Nähe und dann auch noch eine 500km entfernte Wochenendbeziehung. Und ganz ehrlich: So gern ich einen Hund gehabt hätte (ich bin auch mit Hunden aufgewachsen), das hätte ich dem Tier nicht zumuten wollen.
Ganz davon abgesehen, dass es damals noch nicht so etwas wie Hundesitter und Co in meiner Nähe gab, hätte ich mich darauf auch nicht eingelassen. Es ist lediglich meine persönliche Meinung, aber ich finde es schon ziemlich strange, wenn man sich einen Hund zulegt, der dann u.U. sein Leben lang den größten Teil der Zeit fremdbetreut wird. Die beträchtlichen Kosten und der Zeitauffwand der damit verbunden ist, das Tier morgens hinzubringen und abends abzuholen, sollte auch nicht unterschätzt werden. Für mich wäre das nichts gewesen.
Seit fast vier Jahren und langer, reiflicher Überlegung habe ich nun endlich wieder einen Hund. Der bzw. sie kam aber erst dann in mein Leben, als die Umstände es ermöglicht haben. Sprich, ich bin beruflich inzwischen selbstständig, kann mir meine Zeit relativ frei einteilen und somit auch dem Auslaufbedarf meiner Hündin gerecht werden. Zudem lebe ich mittlerweile in einer Kleinstadt mit jeder Menge Wäldern, Feldern und Wiesen in direkter Nähe. Und ich habe noch meinen Mann an meiner Seite, der sich ebenfalls um den Hund kümmert und sie im Notfall auch mal mit ins Büro nehmen könnte.
Was das Mitnehmen zur Arbeit betrifft: Es gibt Arbeitgeber und Hunde, die damit überhaupt keine Probleme haben. Ein junger, lebendiger Hund ist im Büro meiner Meinung nach allerdings fehl am Platze. Mit einem etwas älteren, ruhigeren Tier wäre das aber sicher eine Option, wenn der Arbeitgeber es denn erlaubt.
Ich habe aber auch die Erfahrung, dass es gar nicht so einfach ist, den Hund im Notfall unterzubringen. Die meisten Freunde sind vollberufstätig oder haben kleine Kinder und damit nicht auch noch die Zeit, auf einen lebendigen Hund aufzupassen. Mit Hundepensionen tue ich mich sehr schwer, das ist wirklich nur für den absoluten Ausnahemfall eine Option.
Wie gesagt, das will alles gut überlegt sein und in Deiner aktuellen Situation würde ich lieber auf einen eigenen Hund verzichten - dem Hund zuliebe. Du bist ja nun noch jung und sicher wird sich in Deinem Leben auch vor Eintritt ins Rentenalter noch die richtige Gelegenheit bieten, wieder einen Hund an Deiner Seite zu haben.
Gruß, SpellboundGeändert von Inaktiver User (14.06.2009 um 13:42 Uhr)
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14.06.2009, 13:44Inaktiver User
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Auch einen großen Dank an dich

Zu den finanziellen Aspekten müsste ich mich auch noch informieren.
Aber ich denke, die Bezahlung eines Hundesitters könnte ich mir definitiv nicht leisten.
Und ich sehe das ähnlich wie Spellbound: Wenn der Hund mehr fremdbetreut ist als bei mir, dann macht es irgendwie keinen Sinn mehr.
Tja die Aussichten werden immer düsterer ...
Ich werde das sicher nicht leichtfertig machen!
Darauf kannst du dich verlassen
Ich fürchte, ich bin wieder mal dem Punkt, an dem ich mir grundsätzlich die Frage stellen muss.
WIE WILL ICH LEBEN?
Spellbound, deine Veränderungen (Kleinstadt, Selbständigkeit ...) hast du sicher nicht allein aufgrund eines Hundewunschs vorgenommen oder?!
War das Zufall bzw. waren es pragmatische Entscheidungen oder hast du deinem Leben eine neue Richtung gegeben, die u.a. auch die Hundehaltung möglich gemacht hat?
Auch für dich eine Danke
Betty
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14.06.2009, 18:25
AW: Keine Chance auf ein Leben mit Hund
Ich beschäftige mich jetzt nach sechs Jahren wieder mit dem Thema Hund in meinem Leben.
Meinen letzten Hund hatte ich gemeinsam mit meinem damaligen Partner. Ich habe sehr viel gearbeitet und bin auch viel für die Arbeit gereist, er hatte einen flexiblen Tagesablauf und konnte so gut für den Hund sorgen und wir hatten ein Hundeparadies vor der Tür: einen eigenen großen Garten und nebenan einen Bauern, der ihn gern auf den großen Obsthof mitgenommen hat, damit er bei seiner Arbeit Gesellschaft hat.
Seit dem haben sich meine Lebensbedingungen sehr geändert und ich habe jahreslang sehnsüchtig aber konsequent keinen Hund angeschafft, weil ich nicht ausreichend und umfassend für ihn sorgen könnte.
Jetzt stehen die Sterne gut. Ich bin Freiberuflerin und kann mir häufig meine Zeit selbst einteilen. Ich lebe in einer großen Stadtwohnung, die aber in der Nähe eines Riesenparks liegt und ich habe mit meinem neuen Partner ein Wochenendhaus auf dem Land in dem es einen großen Garten und Felder, Wiesen, Wälder Seen drum rum gibt.
Außerdem würde ich mit meinem Hund zu einer Hundeschule gehen, die auch eine sehr gute und liebevolle Tierpension betreibt. Dann ist er in Ferien oder während meiner Geschäftsreisen an einem Ort den er gut kennt mit Menschen die auch schon bekannt sind.
Also die Voraussetzungen sind da und für mich war wichtig, dass diese nicht nur für die nächsten ein, zwei Jahre so sein werden, sondern (hoffentlich, wenn das Schicksal es gut mit mir meint) über einen langen Zeitraum so bleiben werden.
Da mein Lebenspartner noch nie mit Hund gelebt hat, habe ich auch schon überlegt erst einmal eine Pflegestelle für einen Hund anzubieten, damit wir gut prüfen können ob auch für ihn ein Leben mit Hund infrage kommt.



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