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  1. Avatar von Atis
    Registriert seit
    24.10.2006
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    15.827

    Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Das Sterben wird in unserer Gesellschaft weitgehend ausgeklammert und viele von uns waren noch niemals dabei, wenn ein Tier oder ein Mensch verstarb – und da mir immer wieder aufgefallen ist, dass viele nicht wissen, was dann eigentlich genau passiert, bzw. erschreckt reagieren, wenn es so weit ist, habe ich mich entschlossen, dazu einmal einen Thread zu eröffnen.

    Es ist ein sehr trauriges Thema , aber ich halte es für wichtig - auch, um Angst zu mindern...

    Obgleich ich seeeehr interessiert bin an spirituellen Dingen und in dieser Hinsicht auch selbst einiges erlebt habe, beschränke ich mich hier auf die KÖRPERLICHEN Symptome im Falle eines natürlichen Todes (also nicht beim Einschläfern oder im Falle zB eines tödlichen Unfalls).

    Diese Aufzählung dessen, was geschehen kann, ist nicht unbedingt vollständig. Wenn jemand noch etwas ergänzen mag – nur zu!


    Und es handelt sich um Dinge, die so ablaufen können – aber nicht müssen. Das Sterben ist sehr individuell.


    Viele Tiere, die bald sterben, stellen die Aufnahme von Wasser oder Futter ein.

    Manche Tiere sterben ganz ruhig oder sogar im Schlaf (dies habe ich allerdings selten erlebt), andere werden extrem unruhig, laufen umher und bewegen sich. Die Bewegungen können unkoordiniert wirken.

    Manchmal werden die Gliedmaßen aufgrund mangelnder Durchblutung kühler.

    Die Atmung verändert sich zum Schluss, das heißt, die Abstände zwischen den Atemzügen werden größer, das Atmen kann angestrengt wirken. Oft ist das Atemgeräusch deutlich hörbar.

    Ganz zum Schluss – und dieser Punkt ist mir besonders wichtig, denn es kann ziemlich beängstigend wirken, wenn man es nicht weiß – kann es passieren, dass sich der ganze Körper verkrampft. Das kann ein einziger Krampf sein (so habe ich es meist erlebt) oder mehrere kurz hintereinander. Ich habe das bei vielen Tieren (und auch bei Menschen) gesehen und weiß dann: Gleich hat er / sie es geschafft...

    Und noch etwas, was ebenfalls beängstigend sein kann: Manche Tiere „rufen“ zum Schluss. (Mir fällt jetzt kein besseres, für alle Haustierarten gültiges Wort ein – es ist eben je nach Tierart ein Winseln, Piepsen, Fiepen usw.).



    Vielleicht kann es, wenn man ein wenig darüber weiß, was geschehen kann, helfen, panische Reaktionen zu vermeiden.

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

    "Who's the freak now?"
    ("Ghosts")


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  2. Inaktiver User

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Ach Atis, es ist gut, dass Du es schreibst, aber ich darf irgendwie gar nicht daran denken, dass Ben sterben könnte! Oder sterben wird!

    Wie ist es denn, wenn ein Tier eingeschläfert wird? Schläft das einfach ein oder ist es ähnlich??

    LG
    Finja


  3. Registriert seit
    11.07.2003
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    3.447

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Ein Tier, das eingeschläfert wird, wird vorher vom Tierarzt betäubt. Es ist in Deutschland verboten, ein nicht betäubtes, d.h. narkotisiertes, Tier einzuschläfern. Das Tier bekommt eine Narkose, und wenn es schläft, wird die tödliche Spritze verabreicht. Der Tierarzt überwacht dann noch mit einem Stethoskop den Herzschlag und wartet, bis er sich sicher ist, daß das Einschläfern erfolgreich war.

    Das ist zumindest die ideale Variante.

  4. Inaktiver User

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Zitat Zitat von Atis Beitrag anzeigen
    Das Sterben wird in unserer Gesellschaft weitgehend ausgeklammert und viele von uns waren noch niemals dabei, wenn ein Tier oder ein Mensch verstarb – und da mir immer wieder aufgefallen ist, dass viele nicht wissen, was dann eigentlich genau passiert, bzw. erschreckt reagieren, wenn es so weit ist, habe ich mich entschlossen, dazu einmal einen Thread zu eröffnen.
    Finde ich sehr gut, Atis.
    Ich habe noch nie gesehen, wie ein Mensch oder ein Tier von alleine stirbt.
    Einmal war ich dabei, wie eine Katze eingeschläfert wurde und ich meine, dass sie geseufzt hat, nachdem das Herz aufhörte zu schlagen. Oder noch den allerletzten Atem ausgeblasen hat.
    Welche Tiere sind denn umhergelaufen und waren unruhig? Und welche Krankheit hatten sie? Ich nehme mal an, dass es dann nicht Altersschwäche war.

  5. Avatar von Atis
    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    15.827

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    finja, im Idealfall sollte das Einschläfern sehr sanft ablaufen, d.h., das Tier schläft durch das Betäubungsmittel ein und durch das eigentliche Einschläfern werden Herzschlag und Atmung langsamer und kommen schließlich zum Stillstand.

    Inari, das Seufzen der Katze kann das letzte Ausatmen gewesen sein. Oder sie wurde bewegt und dadurch wurde die verbliebene Luft aus der Lunge bewegt. (Noch etwas, das bei Mensch und Tier vorkommen und einen etwas erschrecken kann, wenn man es noch nie erlebt hat. Es kommt zB auch vor, dass man eine Art Stöhnen hört, wenn man einen verstorbenen Menschen bewegt. Nicht schlimm, wenn man weiß, dass das gelegentlich vorkommt.)

    Die Unruhe kann wohl bei allen Tieren vorkommen, persönlich erlebt habe ich es bei Hunden, Vögeln und Hamstern (und bei Menschen), und dies sowohl bei Altersschwäche als auch bei Krankheiten. Da wurden manchmal ganz unglaubliche Kräfte mobilisiert.

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

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  6. Inaktiver User

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Danke!!

    Als ich das letzte Mal beim Tierarzt mit Ben war, da saß eine Frau mit ihrem 17 jahre alten Yorksheir Terrier da und wartete auch. Der Hund war die letzten Tage in Behandlung gewesen und schlecht dran. Die Frau kam schon ein paar Minuten später weinend ohne Hund aus dem Behandlungsraum und ging ganz schnell weg.

    Aber so schnell geht das Einschläfern doch nicht, oder? Meint ihr, sie hat dann eher den Hund dagelassen. Sollte man nicht wenigstens dabei bleiben, bis die Narkose wirkt?? Danach wird der Hund doch nichts mehr mitbekommen, oder? Nach der Narkose?

    Oder denkt ihr, er merkt es, wenn jemand bis zum Ende dabei ist??
    LG
    Finja

  7. gesperrt Avatar von Ila
    Registriert seit
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    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Es geht sehr schnell. ich war schon einige Male dabei - und so traurig das jedes Mal ist: es war (und ist) mir eine Beruhigung, dass es wirklich so sanft ablief. Die Betäubungsspritze spüren sie überhaupt nicht (wenn sie richtig gesetzt wird), sie schliefen in meinen Armen ein und dann.... Ob sie gemerkt haben, dass ich da war? ich denke schon, zumindest war immer ein vertrauter Mensch bei ihnen.
    Wenn ein Tier schon sehr krank ist, so dass die Fahrt eine Belastung wäre, kommt der TA auch zu uns nach Hause

    wirklich traumatisch ist immer noch der Gedanke an meinen Kater, den ich in der Tierklinik zurückgelassen habe (ich glaubte, aus familiären Gründen nicht über Nacht bleiben zu können...ich hätte es DOCH tun sollen)...er musste alleine sterben und ich weiß nicht, ob sich jemand um ihn gekümmert, ihm sein Sterben erleichtert hat.)

  8. Inaktiver User

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Zitat Zitat von Atis Beitrag anzeigen
    Und es handelt sich um Dinge, die so ablaufen können – aber nicht müssen. Das Sterben ist sehr individuell.


    Viele Tiere, die bald sterben, stellen die Aufnahme von Wasser oder Futter ein.

    Manche Tiere sterben ganz ruhig oder sogar im Schlaf (dies habe ich allerdings selten erlebt), andere werden extrem unruhig, laufen umher und bewegen sich. Die Bewegungen können unkoordiniert wirken.

    Manchmal werden die Gliedmaßen aufgrund mangelnder Durchblutung kühler.

    Die Atmung verändert sich zum Schluss, das heißt, die Abstände zwischen den Atemzügen werden größer, das Atmen kann angestrengt wirken. Oft ist das Atemgeräusch deutlich hörbar.

    Ganz zum Schluss – und dieser Punkt ist mir besonders wichtig, denn es kann ziemlich beängstigend wirken, wenn man es nicht weiß – kann es passieren, dass sich der ganze Körper verkrampft. Das kann ein einziger Krampf sein (so habe ich es meist erlebt) oder mehrere kurz hintereinander. Ich habe das bei vielen Tieren (und auch bei Menschen) gesehen und weiß dann: Gleich hat er / sie es geschafft...

    Und noch etwas, was ebenfalls beängstigend sein kann: Manche Tiere „rufen“ zum Schluss. (Mir fällt jetzt kein besseres, für alle Haustierarten gültiges Wort ein – es ist eben je nach Tierart ein Winseln, Piepsen, Fiepen usw.).


    .
    Ich habe meine Mutter im Sterben begleitet. Bei ihr ist es genauso gewesen.

    Da scheint es also zwischen Mensch und Tier keinen großen Unterschied zu geben.

  9. Avatar von Noodie
    Registriert seit
    23.07.2005
    Beiträge
    6.566

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da scheint es also zwischen Mensch und Tier keinen großen Unterschied zu geben.
    Ich meine ich habe es mal im Tibetanischen Totenbuch gelesen dass auch Insekten den gleichen Sterbeprozess durchlaufen wie wir oder Tiere. Auf der körperlichen Ebene gibt es keine grossen Unterschiede wenn es zuende geht.

    Danke Atis für diesen Strang. Ich habe einmal dem Sterben zugeschaut, bei meinem Hund Bandhi damals. Sie bäumte sich auf, verkrampfte sich und schrie kurz auf, und fiel dann in sich zusammen. Ich war sehr geschockt damals - da wusste ich noch nicht dass das dazu gehört. Das war sehr traumatisch ...
    .
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    If in hole
    Stop digging
    (Indian saying)


    "Sie sind alt, wenn Sie sich bücken, um die Schuhe zuzubinden, und dabei überlegen, was Sie noch erledigen könnten, wo Sie schon mal da unten sind ..."
    Eckart von Hirschhausen

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

  10. Avatar von Atis
    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    15.827

    AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte

    Zitat Zitat von Ila Beitrag anzeigen
    er musste alleine sterben und ich weiß nicht, ob sich jemand um ihn gekümmert, ihm sein Sterben erleichtert hat.)
    Ach Ila... Ich / Wir haben auch schon so viele Fehler gemacht, die uns immer noch im Herzen weh tun.

    Versuche, Dir keine Vorwürfe zu machen. Ich bin überzeugt davon, dass kein Lebewesen beim Sterben allein ist! Ich bin überzeugt, dass man von bereits "Vorangegangenen" abgeholt wird.
    Und Dein Kater weiß, wie sehr Du ihn liebst - ganz sicher.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da scheint es also zwischen Mensch und Tier keinen großen Unterschied zu geben.
    Stimmt, im Grunde gibt es keinen Unterschied...

    Zitat Zitat von Noodie Beitrag anzeigen
    Ich war sehr geschockt damals - da wusste ich noch nicht dass das dazu gehört. Das war sehr traumatisch ...
    Ja, wenn man nicht weiß, dass das Teil des normalen Sterbeprozesses ist, kann es sehr schockierend sein. Schön ist es natürlich auch dann nicht, wenn man es weiß. Ich finde es immer wieder schlimm, wenn eines unserer Tiere stirbt, ich habe immer das Gefühl, ein Teil von mir stirbt auch. Aber zumindest gerät man nicht in Panik, sondern weiß, gleich hat er / sie es geschafft und dem Tier oder dem Menschen geht es dann gut...

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

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