Ja, das ist so! Hätte ich gewusst, dass unsere Lucy keine Chance zum Überleben hatte, dann hätte ich sie nicht in ihrer letzten Nacht in der Tierklinik gelassen sondern mit nachhause genommen. Es tat mir später auch unendlich Leid wenn ich daran gedacht habe, wie sehr sie sich gefürchtet haben muss. So ganz alleine, ohne "ihre" Menschen. Ich mag gar nicht darüber nachdenken.Wir haben doch nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt!
Als dann am nächsten Tag feststand, dass keine Aussicht auf Erfolg besteht, sind wir hin gefahren, um sie einschläfern zu lassen. Sie war so voll mit Medikamenten, dass sie uns kaum wahr genommen hat. Ich saß dann bei ihr auf der Erde, sprach mit ihr und hielt ihren Kopf in den Händen, bis er immer schwerer wurde. Wenigstens war sie zum Schluß nicht alleine
Das auf dem Foto ist sie übrigens
LG
Orchideex
Antworten
Ergebnis 261 bis 270 von 649
-
02.03.2011, 21:22
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
-
02.03.2011, 21:24
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Hallo Corpag,
lass dich
. Es ist wirklich eine ergreifende Geschichte, an der Du und teilnehmen lässt. Danke.
Wer einmal ein völlig friedliches Sterben seines gesunden aber betagten Lieblings erlebt hat, dem fällt es noch schwerer, die Entscheidung für den letzten Atemzug bei einem anderen Liebling in die Hand zu nehmen- auch wenn es für das Tier eine Erlösung ist.
Ich habe nach dem Tod meiner geliebten Lilly als Andenken an sie und Dank, dass sie unser Leben mehr als 16 Jahre bereicherte, ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben.
Das Ende ihrer Geschichte setze ich jetzt hier noch einmal in den Strang. Das ist er:
"Lilly wurde fast 17 Jahre alt ohne auch nur einmal erkrankt zu sein. Ihren Doktor kannte sie nur von den alljährlichen Impfungen her. Vor Gelenkerkrankungen, Allergien, Krebs und was es noch alles gibt, blieb Lilly, Gott sei Dank, verschont.
Mehr oder weniger merklich wurde unsere Lilly alt. Schneeweißes Haar hatte Lilly ja immer schon. Aber sie wurde stiller, schlief mehr als sonst. Ihre Bewegungen, immer noch elegant, wurden langsamer. Ab dem 15. Lebensjahr ließ ihre Sehkraft nach, ab dem 16. auch das Gehör. Zum Schluss war Lilly blind und taub. Das hinderte sie aber nicht daran, ihr Leben so zu führen wie bisher. Lilly wurde nur noch anhänglicher und wollte nicht mehr allein bleiben, auch nicht für Minuten.
Zwei Tage vor ihrem Tod verweigerte Lilly ihr Futter und am letzen Tag auch das Wasser. Nun wusste ich, dass der Tag des Abschieds gekommen war. Sie bekam von uns noch einmal alle Liebe dieser Welt. Am letzten Abend sagte sie dann auf ihre Art, schon im Körbchen an meinem Bett liegend: „Adieu – habt Dank, wir sehen uns bestimmt irgendwann wieder!“ Meine Lilly sah mich mit ihren blinden Augen an und leckte noch einmal meine Hand. Dann schlief sie ein.
Ich fand vor lauter Kummer keinen Schlaf und lauschte ihrem Atem. Kurz vor dem Morgengrauen streichelte ich sie zum letzten Mal, dann schlief auch ich ein. Als ich zwei Stunden später wach wurde, war meine Lilly tot. Ich denke manchmal, dass Lilly erst in Ruhe sterben konnte als ich einschlief, weil Lilly meinen Kummer spürte. Sie starb ohne Schmerzen, an der Seite des Menschen, den sie liebte.
Lillys Tod liegt mehr als 16 Jahre zurück und mittlerweile haben wir den dritten Hund in der Familie. Ich liebe dieses Hündchen aber immer noch und Lilly wird auch für immer ihren Platz in meinem Herzen behalten".
Das Leben wäre ein Paradies auf Erden könnte nur jeder Mensch und jedes Tier so geliebt und umsorgt sterben wie Lilly damals.Geändert von Emie (02.03.2011 um 22:28 Uhr)
Viele Grüße
Emie
"Die Medizin ist so weit fortgeschritten, dass niemand mehr gesund ist"
Aldous Huxley
-
03.03.2011, 11:14Inaktiver User
-
03.04.2011, 22:48
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Ich mache mir heute noch Vorwürfe, dass ich das Körbchen unseres Strolchis in der letzten Nacht seines Lebens ins Bad gestellt hatte. Es war ihm am Tage nicht gut gegangen( er litt an Morbus Cushing) und die Ärztin, die ich angerufen hatte, meinte, ich solle warten, bis es ihm wirklich schlecht gehe und dann erst zu ihr kommen. Falls er sich erbrechen sollte, wäre es einfacher, ihn im Bad übernachten zu lassen. Am nächsten Morgen war er tot und ich war nicht bei ihm gewesen.
Bei unserem Ben, der letzten Herbst plötzlich herzkrank wurde, waren wir beim Sterben dabei. Er hatte während des Gassigehens einen Herzanfall bekommen und ich werde seinen Blick nie vergessen, als er schwer atmend in meinen Armen lag, während ich am Rande des Weges auf meinen Mann wartete, der uns zur Tierärztin bringen sollte. Ich fühlte mich so hilflos wie nie. In der Tierarztpraxis starb er dann und ich war so froh, dass mein Mann und ich Abschied nehmen konnten.
Ich musste keinen meiner Hunde einschläfern lassen, aber wenn ich jemals in diese schreckliche Lage komme, bin ich auf jeden Fall bis zuletzt dabei.
-
05.05.2011, 18:50
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Letztes Jahr mussten 2 meiner Katzen eingeschläfert werden und ich hatte sie beide dabei im Arm. Zuerst bekommen sie eine Narkose, bis sie tief schlafen und wie vor einer OP nichts mehr spüren, danach bekommen sie die letzte Spritze. Keine Sorge, sie spüren rein garnichts davon, sie gehen ganz friedlich über die Regenbogenbrücke.
-
22.07.2011, 18:36
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Hallo zusammen,
unser Kater musste vorgestern eingeschläfert werden. Er war sehr krank (Bauchspeicheldrüsenentzündung), sein Gewebe fraß sich sozusagen von innen her auf. Felix war unser erstes Haustier und lebte 9 Jahre bei uns.
Ich bin nur deswegen hier im Forum gelandet, weil ich Trost suche und mich viele Beiträge sehr berührten. Ich vermisse Felix ganz schrecklich, seinen Charakter, seinen Eigensinn und seine zwar eher seltenen, aber immer "ehrlich" gemeinten Zärtlichkeiten. Ich frage mich, án welcher Stelle ich anders oder früher hätte reagieren können, um rechtzeitig zu erkennen, was mit ihm war und ihn vielleicht zu retten.
Ich hielt sein Köpfchen in meinen Händen als er starb und habe es auch erlebt, dieses Seufzen. Meine Tochter und ich haben schrecklich geweint, die TÄ auch. Seitdem steht irgendwie die Zeit still. Jeden Moment erwarte ich, dass er die Treppe hochkommt, um die Ecke schaut oder uns mit einem Maunzer begrüßt.
Es ist echt schwer...
-
22.07.2011, 19:22
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Hallo Kath und erst einmal eine ganz feste

Zuerst einmal, Deine Entscheidung, den armen Felix bei einer so schweren Krankheit zu erlösen, war völlig richtig.
Hier steht einiges darüber http://www.idexx.de/tiergesundheit/l...titis_0209.pdf, allerdings verläuft diese Krankheit trotz tagelanger stationärer Behandlung häufig genug tödlich. Gibt es denn irgendeinen konkreten Anlass, wo Du meinst, Dir Vorwürfe machen zu müssen? Katzen sind doch fast Weltmeister im Verbergen von Schmerzen...
Bei meinem Kater wurde auch letztes Jahr im Spätsommer eine Bauchspeicheldrüsenentzündung festgestellt, aber auch erst, weil ich beim TA doch sehr hartnäckig war und die ganzen Geräusche im Bauch + das Schwanken zwischen Durchfall und Verstopfung nicht einfach so hinnehmen konnte. Allerdings hat mein Kater Glück, dass er nur die entzündliche Form hat und als Folge davon Diabetes bekam. Mein TA sagte damals, als ich meine Angst vor der nekrotischen Form ansprach, richtig feststellen könne man die nur durch eine Biopsie und das Wissen darüber hilft nicht viel weiter, weil es dafür keine wirksame Behandlung gibt, sondern lediglich palliative Massnahmen mit Verdauungsenzymen etc.
Das, was ich jetzt schreibe, kann Dir zwar Felix leider nicht wiedergeben (das kann Felix nur selber, wenn er Dir irgendwie durch ein Rascheln, einen Sonnenstrahl zu verstehen gibt, dass er immer noch da ist, nur halt jetzt in einer anderen Dimension), aber Dir vielleicht sagen, daß Du nicht alleine bist mit dem ganzen Kummer.
Alles LiebeLeben sollte mehr sein als nur überleben
Vitam et sanguinem pro Rege nostro, sed avenam non!
Blut und Leben für unseren König, aber keinen Hafer!
Merke: grosszügige Leute bieten dem Bedürftigen alles an, nur nicht das, was er wirklich braucht (aus einem Buch von George Mikes)
-
22.07.2011, 19:39
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Liebe Marion387,
danke für deine tröstlichen Worte.
Felix hatte schon drei Tage schlecht gefressen und war so anders. Und ich war beruflich in dieser Zeit sehr viel unterwegs und habe das einfach nicht rechtzeitig registriert. Am dritten Tag habe ich dann für den Folgetag einen Termin bei der TÄ ausgemacht und nachts verschwand er. Am nächsten Tag habe ich stundenlang gesucht, bevor ich ihn fand - er hatte sich schon draußen im Gebüsch zum Sterben zurück gezogen.
Die ersten Tage der TÄ-Behandlung waren dann auch ganz gut, sein Zustand besserte sich. Bis vorgestern dann (er war stationär bei der TÄ, die sich wirklich sehr liebevoll um ihn kümmerte) der Anruf kam, dass ich sofort vorbeikommen solle, um eine Entscheidung zu treffen.
Auch wenn ich weiß, dass jede andere Entscheidung seine Qual nur verlängert hatte und ich ihn gehen lassen musste, tue ich mich unendlich schwer damit. Er war im besten Alter (9) und hätte es einfach verdient, noch ein paar schöne Jahre zu haben.
Vor allem die Wochenende werden schlimm werden . Ich bin viel allein und habe dann immer mit ihm gesprochen. Ich weiß, dass das blöd klingt, aber er war wie ein sehr guter Freund für mich, der immer da war..
Wohlmeinende Menschen in meinem Umfeld empfehlen mir, mir sofort wieder eine Katze zuzulegen - als wenn die meinen Felix ersetzen könnte!?
Danke nochmal und gut zu hören, dass solche Krankheiten auch gut bzw. besser ausgehen können, und deinem Kater alles Gute.
Liebe Grüße
-
22.07.2011, 20:12
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Na ja, wenn die Grossmutter stirbt, holt man sich ja auch nicht grade direkt eine neue aus dem Altersheim, oder?
Als mein Finchen vor fast 2 Jahren starb, war mein Kater trotzdem das einzigste Wesen, dass mir wirklich über den Verlust hinweggeholfen hat. Er war immer da, ganz in meiner Nähe, kuschelte sich nachts in meinen Arm, und liess sich wiederstandslos von mir das Fell vollheulen. Vor allem: er war immer da und ansprechbar, gab keine unerbetenen Ratschläge und so ein warmes, kuschliges Fellmonster zu spüren, ist ganz einfach wunderschön.
Ich habe auch Angst, ihn zu verlieren...
Liebe GrüsseLeben sollte mehr sein als nur überleben
Vitam et sanguinem pro Rege nostro, sed avenam non!
Blut und Leben für unseren König, aber keinen Hafer!
Merke: grosszügige Leute bieten dem Bedürftigen alles an, nur nicht das, was er wirklich braucht (aus einem Buch von George Mikes)
-
22.07.2011, 20:47
AW: Wenn Euer Tier stirbt - Körperliche Aspekte
Du hast Recht, ich sehe das genauso. Ich kann mein Katerle nicht einfach so ersetzen, ich kann den Kummer nicht einfach zudecken, sondern ich muss da durch. Später - vielleicht - aber jetzt ist es noch viel zu früh (für mich).
Es ist tröstlich, die Erinnerung an schöne, spaßige genauso wie innige Momente zu haben. Wenn es morgen hoffentlich nicht mehr regnet, werde ich sein Grab im Garten schön gestalten - er liegt an seinem Lieblingsplatz zwischen Kirschbaum und Hecke...
Und es hat mich getröstet, so viele ähnliche Erfahrungen hier zu lesen. Lieben Dank an alle!
Auf bald und ich danke dir für deine Worte.
Liebe GrüßeGeändert von Kath59 (22.07.2011 um 21:05 Uhr)




Zitieren
