Also, ich tu mich echt schwer mit der Frage, ob ich Freigang ermöglichen soll. Ich habe seit kurz vor Weihnachten 2 Katzen in Wohnungshaltung, da meine Katze, die ich 9 Jahre hatte, den Preis der Freiheit zahlen musste - ich habe sie tot im Nachbarsgarten gefunden. Bis dahin war sie aber meiner Ansicht nach eine sehr glückliche Katze. Ich hatte mir dennoch geschworen, meinen beiden Neuzugängen dieses mögliche Schicksal zu ersparen.
ABER:
Die Beiden haben soviel Energie und fühlen sich magisch vom draußen angezogen, sobald sie irgendwo einen Luftzug spüren (Türschwelle, Kellerfenster) zieht es sie sofort dahin und sie schnuppern und drängen sich dahin. Irgendwie tut mir das total Leid, aber auf der anderen Seite frage ich mich auch, wie man ihnen einen gesicherten Freigang angewöhnen könnte bzw. dass sie nur im Garten oder rund ums Haus bleiben? Ich denke das wäre beim Kater mit seinem Energiepotential gar nicht möglich. Andererseits ist er aber so ungestüm und unbeholfen, dass ein Freigang sicher sehr risikobehaftet ist .... meine Katze war ja immer sehr vorsichtig und es hat sie ja trotzdem das Leben gekostet ....
Ich habe auch hier den Strang mit den Miezen, die nach Umzug raus sollten gelesen und leider hat der ja auch sehr traurig geendet für den Kater Findus
Wie sind eure Meinungen? Hat jemand einen Tipp, wie ich den Katzen Freiheit ermöglichen kann, ohne ein zu hohes Risiko einzugehen? Ich denke mit "ein bisschen" (z.B. an der Leine oder so) macht man das Ganze für die Katzen eher schlimmer als besser .... denn dann können sie Blut lecken und es doch nicht komplett genießen.... es ist ein sehr schwieriges Thema für mich.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 36
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09.02.2009, 16:20Inaktiver User
Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
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09.02.2009, 16:30Inaktiver User
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Freiheit!
Meine erste Katze ist nach zwei Jahren Freigang gestorben, aber sie ist glücklich gestorben. Das Leuchten in ihren Augen, die gespannt stehenden Ohren wenn sie rausschoss, ihr Stolz, wenn sie eine Beute erlegt hatte: unbezahlbar. Sie im Haus zu halten wäre Folter gewesen.
Die Mieze jetzt haben wir schon 10 Jahre. Sie hat ein sehr vorsichtiges Naturell.
Unsere Nachbarn haben auch 2 Katzen verloren und beschlossen, die dritte als reine Hauskatze zu halten. Mir hat es jedes Mal das Herz gebrochen, wenn ich dieses unglückliche Tier gesehen habe. Irgendwann hat sie ihren Weg rausgefunden. Sie wirkte ab sofort so überwältigend viel glücklicher, dass es auch für die Nachbarn keine Frage ist.
Lieber ein kurzes und glückliches Leben als lebendig begraben ...
(Gilt auch für Menschen).
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09.02.2009, 16:47Inaktiver User
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
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Kennst du die Todesursache deiner ersten Katze? Schliesst du einen natürlichen Tod (irgendeine verborgene Krankheit, Tumor, blosses Alter etc.) aus?
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09.02.2009, 16:52
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Vergiss die Leine. Du hast recht, sie "riechen Blut" wenn du mit ihnen an der Leine rausgehst und sind danach umso unglücklicher drinnen.
Für mich ist die einzig akzeptable Lösung ein katzensicher eingezäunter, möglichst grosser Garten. Kostet aber ... Aber auch dann kann ein junger, energiegeladener Kater unzufrieden werden, wenn er nicht jedem Rascheln hinterm Zaun oder den Stimmen anderer Freigänger nachspionieren kann.
Bei uns ist dies allerdings die beste Lösung da meine auch schon älter sind und zu 99% zufrieden draussen im Garten sitzen und alles beobachten.
Wenn es bei euch geht und du es dir leisten kannst, lass einen Zaun anbringen.Geändert von Noodie (09.02.2009 um 16:55 Uhr)
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If in hole
Stop digging
(Indian saying)
"Sie sind alt, wenn Sie sich bücken, um die Schuhe zuzubinden, und dabei überlegen, was Sie noch erledigen könnten, wo Sie schon mal da unten sind ..."
Eckart von Hirschhausen
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09.02.2009, 16:54Inaktiver User
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Ach mönsch.....wo´s mir gerade eh nicht so gut geht....finde ich auch noch diesen Strang und da hab ich jetzt direkt Pipi in den Augen wenn ich das lese

Hier die Katzengeschichten meiner Familie:
Unsere Molli war nur 5 Monate alt als sie unter die Räder kam. Bzw. sie wurde wohl von einem Auto an eine Mauer geschleudert, sie hatte keinerlei sichtbar Verletzungen blutete nur etwas aus dem Mund...........
Es war eine Katastrofe, die ganze Familie hat geheult. Aber sie war da, das war wichtig. Wir haben sie im Garten begraben, in einem weich ausgepolsterten Schuhkarton mit ihren Lieblingsspielsachen.
"Nie mehr eine Katze" war der erste Gedanke. Der Anblick des leeren Katzenzimmers (Wintergarten) war eine wahre Folter.
Also doch wieder eine Katze - aus dem Tierheim. Leila sollte eine reine Hauskatze werden, nie nie nie mehr würde mir eine Katze dem Straßenverkehr zum Opfer fallen. Sie war als Baby ins Tierheim gekommen und hatte nie Freiheit kennen gelernt. Also dachte ich, es wäre nicht so schlimm für sie wenn sie keinen Freigang bekäme.
Sie hatte im Zeitfenster der Sozialisierung auch wild gelebt und keine Menschen kennen gelernt, deshalb ist sie bis heute (7Jahre) sehr scheu und traut nur ihren allernächsten "Menschen-Verwandten".
Drei Jahre hielten wir sie in "Gefangenschaft", im Freien war sie an der langen Leine. Irgendwann wurde beschlossen, Leila soll frei sein, lieber in Freiheit sterben als jahrelang in Gefangenschaft leben müssen. Das war vor ca. 4 Jahren.
Sie wurde mit dem Freigang viel ausgeglichener, wirkte zufriedener und glücklich. Heute geht sie viel Nachts raus und verschläft ganze Tage.
Einmal kam sie früh um fünf nach Hause, schwer mitgenommen, blutend und zog das Hinterteil nach.
Sie lag tagelang auf dem Bett meiner Tochter, ging nicht mehr allein aufs Klos, putzte sich nicht, fraß nicht. Weinte vor Schmerzen wenn sie sich bewegte. Was in dieser Nacht passiert war wissen wir bis heute nicht. Sie hat sich erholt, auch wenn das zwei Wochen (von denen sie eine mehr tot als lebendig war) gedauert hat.
Ihr Schwanz ist irgendwie seit dem "komisch" und wenn man sie zu stark am Schwanzansatz berührt faucht sie. Ansonsten wurde sie wieder ganz gesund und geht weiter schön Nacht für Nacht auf die Pirsch
Ich würde nie mehr eine Katze einsperren.
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09.02.2009, 16:59
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Verliebte, sag bloß, du bist nicht mit einer offenbar schwerverletzten Katze zum Tierarzt gegangen???
Zum Thema: meine Katze ist seit Welpenzeiten eine Hauskatze und kennt es nicht anders. Ich würde sie nie rauslassen, da sie sich draußen nicht zurechtfinden würde. Auch wenn andere da vielleicht anderer Meinung sind, denke ich nicht, daß meine Katze durch die reine Wohnungshaltung irgendwie leidet. Andererseits würde ich eine Katze, die bereits Freigang kennt, niemals nur im Haus halten, da diese Katzen einfach das Bedürfnis haben, nach draußen zu gehen, und in der Wohnung unglücklich sind.
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09.02.2009, 17:24Inaktiver User
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Liebe Tszimisce, zum Zeitpunkt dieses Vorfalls wohnte ich bereits nicht mehr in dem Haushalt in dem auch Katze Leila zu Hause war und immer noch ist.
Ich wurde über dem "Unfall" informiert, habe die verletzte Katze in ihrer Genesungszeit mehrmals gesehen und wurde über ihren Gesundheitszustand auf dem Laufenden gehalten.
Ich habe mit meinem Exmann über das nötige Vorgehen gesprochen und war für einen Tierarzt-Besuch.
Er jedoch war eher dafür die Katze selbst gesund zu pflegen. Er meinte, man müsse ihr Stress beim Tierarzt, und evtl. Röntgen (und sich selbst eine Menge Kosten - ist meine Vermutung) ersparen. Und wenn es denn vorbei sein soll, dann soll es eben vorbei sein.......
Ich empfand das schon als sehr hart.
Gut, sie haben sich sehr gut um das Tier gekümmert und es ist ja auch alles wieder gut geworden, an den anderen Fall mag ich gar nicht denken........
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09.02.2009, 17:28
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Das war sehr verantwortungslos von deinem Exmann. Zum Glück ist es gut ausgegangen, vielleicht hatte sie einen angeknacksten Wirbel (Autounfall?) der dann wieder heilte, aber keine (andauernde) Nervenschädigung. Das einzige was für die Entscheidung deines Ex spricht ist dass es hätte verschlimmert werden können wenn man sie irgendwo hin getragen hätte. Aber TA's kommen ja auch ins Haus ...
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Eckart von Hirschhausen
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09.02.2009, 17:44Inaktiver User
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Ja, DAS sehe ich auch heute noch so.
Ja, es ist gut ausgegangen. Wie gesagt, bis auf den heute etwas eigentümlich mit einem Knick abstehenden Schwanz, wo man sie auf eine ganz besondere Weise nicht berühren darf.......
Man hat sie überhaupt nicht berühren dürfen, schon hat sie geweint. Sie haben sie tatsächlich tagelang wie ein rohes Ei behandelt. Es war wohl eine Tortur für alle Beteiligten, sie hin und wieder auf´s Katzenklo zu bringen. Als es dann endlich besser wurde ging es aber verhältnismäßig schnell wieder bergauf.
Wir haben nur alle gestaunt, wie schnell so ein Katzenfell struppig und glanzlos wird (und auch anfängt zu riechen), sobald eine Katze nicht mehr in der Lage ist, sich ausgiebig zu putzen. Normalerweise kannst du ja deine Nase tief im Fell des Stubentigers vergraben - der riecht immer soooo gut!
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09.02.2009, 18:10Inaktiver User
AW: Katzen-Freigang: Ist der Preis der Freiheit zu hoch ...
Hallo,
vielen Dank für eure Beiträge. Ich neige ja auch irgendwie dazu, den Beiden Freigang zu gewähren. Ich habe sie von einer Katzenschutzinitiative und dort wurde mir abverlangt, sie wegen der Gefahren im Haus zu halten. Angeblich waren es Wohnunskatzen - es sind Abgabetiere. Ich glaube da leider nicht richtig dran. Die Katzen haben bei mir genügend Platz und Auslauf im Haus, aber am liebsten sitzen sie am Fenster und sie sehen sehr wehmütig aus.
Ja ich schließe eigentlich einen natürlichen Tod aus. Sie war 9 Jahre alt und sehr fit. Es könnte auch eine Vergiftung sein, aber ich habe das nicht untersuchen lassen. Es hätte sie mir eh nicht zurückgebracht. Ich habe sie schön im Garten begraben. Sie zu finden war sehr schlimm, aber ich weiß trotzdem, dass sie vorher ein sehr schönes und ausgeglichenes Leben hatte - auch weil sie raus konnte.
Den Garten einzäunen kann ich nicht. Das wäre viel zu aufwendig und kann ich mir auch nicht leisten. Das Wohngebiet ist sehr ruhig und hat viele Gärten, aber die gefährlichen Strassen sind leider auch nicht weit und der Kater würde mit Sicherheit das gesamte Revier erkunden und das stelle ich mir schon sehr gefährlich für ihn vor. Leider.


.... es ist ein sehr schwieriges Thema für mich.
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