Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 13
  1. User Info Menu

    Grundbucheintragung

    Hallo liebe Forumsmitglieder!

    Mein Mann wird ein Haus plus Grundstück erben. Das Haus selber hat im Verhältnis zum Grundstück nur noch einen kleinen Wert. Davon soll auch ein Teil abgerissen werden und neu gebaut werden. Für den Neubau/Umbau steht gemeinsam gespartes Geld zur Verfügung.
    Ich bringe zudem noch ungefähr ein Fünftel des Erbes meines Mannes als geerbtes Bargeld mit ein für den Neubau. ( was dann noch fehlt wird entweder über private oder Bankdarlehen finanziert)

    Nun meine Frage. Ich möchte gerne zu 50% mit in das Grundbuch eingetragen werden, weil ich zu gleichen Anteilen mitbestimmen möchte, über die Immobilie. Im Gegenzug schwebt mir ein Vertrag vor, der beispielsweise im Trennungsfall beide eingebrachten Erbsummen berücksichtigt.

    Wir werden uns auf jeden Fall anwaltlich oder notariell beraten lassen. Vorher würde ich gerne Eure Meinungen lesen.

    Was wäre da besser? Anwalt oder Notar?
    Wäre eine 50:50 Grundbucheintragung ungerecht? Ist 50:50 wichtig?
    Wir sind verheiratet und haben eine Zugewinngemeinschaft.
    Was gibt es zu Bedenken bei der Grundbucheintragung?
    Ich habe leider noch viel zu wenig Ahnung vom Eigenheim und würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen mitteilt! Auf was muss ich achten? Wer berät uns am besten?

  2. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Könnt ihr abschätzen, wieviel Wert alles nach dem Neu- bzw Umbau sein wird?
    Wieviel ist das Grundstück derzeit Wert?
    Wie hoch ist Dein Anteil und wieviel Geld müsst ihr aufnehmen? Die Zahlen könnt ihr dann gegenüberstellen und ausrechnen, wie hoch der jeweilige Anteil.im Grundbuch ist.
    Mal ein Beispiel:
    Hauswert später 500.000 €
    Geld von Dir 150.000 €
    Grundstück jetzt 200.000 €
    Fehlbetrag 150.000 (Anteil von jedem 75.000)
    Damit bringst Du 225.000 € ein,
    Dein Mann 275.000 €
    In diesem Beispiel wäre Dein Anteil 45 %, seiner 55 %.
    Ich würde auch klären was nach einer Trennung passieren soll. Also wie wird der Wert geschätzt, wird verkauft, kann oder soll Einer den Anderen auszahlen. Gegebenenfalls würde ich sogar schon absichern, dass im Fall das Einer verstirbt, der Überlebende abgesichert ist und das Erbe (Nacherben?) geklärt ist. Hört sich unromantisch an, erspart aber Ärger.
    Beraten lassen würde ich mich in einer Kanzlei mit Anwalt und Notar

  3. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Zitat Zitat von Walltraud Beitrag anzeigen
    Wäre eine 50:50 Grundbucheintragung ungerecht?
    Ja, für deinen Mann schon.

    Zitat Zitat von Walltraud Beitrag anzeigen
    Ist 50:50 wichtig?
    Für dich vielleicht, z.B. bei einer Trennung. Ich würde mich auf keinen Fall darauf einlassen, auch nicht mit Vertrag im Trennungsfall.

    Zitat Zitat von Walltraud Beitrag anzeigen
    Ich möchte gerne zu 50% mit in das Grundbuch eingetragen

    werden, weil ich zu gleichen Anteilen mitbestimmen möchte, über die Immobilie.
    Warum? Du bringst auch nicht 50% des Kapitals ein.

    Wenn er von dir fordert, deinen Anteil des Geldes einzubringen, ohne Grundbucheintrag, nur mit entsprechenden Vertrag. Was würdest du denken?

    Ich würde dich nur mit den Anteilen ins Grundbuch eintragen lassen, die du auch einbringst. Das müsst ihr berechnen (lassen)

  4. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Ihr seid doch verheiratet in Zugewinngemeinschaft.

    Dann macht es im Trennungsfall keinen Unterschied, mit welchen Anteilen ihr eingetragen seid.

    Es wird das Endvermögen betrachtet, und das Anfangsvermögen - das sind auch die Erbschaften - abgezogen, und die Differenz wird ausgeglichen.

    Und da ihr jedenfalls beide ins Grundbuch kommt, kann auch nicht einer alleine über das Haus verfügen.

    Und der Umbau/Neubau wird mit gemeinsam gespartem Geld gemacht.

    Für mich ist in dieser Situation selbstverständlich, dass im Grundbuch 50:50 steht.

  5. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Ihr habt gemeinsame Kinder (das frage ich wegen eines eventuellen Erbfalles).

  6. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Danke für Eure Antworten. Es ist auf jeden Fall ein Berliner Testament angedacht und soll direkt im Zuge der Beratung mit aufgesetzt werden. Unsere Kinder wissen das schon. So war es auch in der vorherigen Generation. Wir haben unsere Kinder lange finanziell unterstützt, damit sie gute Ausbildungen machen konnten. Geerbt wird dann am Schluß.

    Kein Grundbucheintrag ist für uns beide keine Frage. Bei der Überlegung geht es nur um das Verhältnis der Eintragung. Auf gar keinen Grundbucheintrag würde ich mich auch nicht einlassen. In der Verwandschaft gab es leider so einen Fall. Trotz Zugewinngemeinschaft war die Person, die nicht im Grundbuch stand nach der Trennung wesentlich schlechter gestellt. (auch durch Kompromiss in der Scheidungsfolgenvereinbarung)

    Nach über 30 Jahren kann ich gar nicht mehr sagen wie hoch unser jeweiliges Anfangsvermögen war. Wir hatten beide keine Schulden und beide was gespart. Das haben wir aber in jungen Jahren mit junger Familie ausgegeben. Richtig gespart haben wir erst später, auch als sich beruflich Verbesserungen ergeben haben.

    Wir haben immer alles in einen Topf geschmissen.

    @Riosun ich möchte gleichberechtigt mitbestimmen, weil wir dieses Projekt gemeinsam gestalten werden.
    @Zuversicht2021 der jetzige Wert der Immobilie ist bekannt und wurde durch einen Architekten bewertet. Wie hoch der Wert nach Umbau sein wird, wissen wir noch nicht. Das kommt ja darauf an, was wir daraus machen. Ich möchte nur keine allzu großen Schulden mehr machen, da wir spätesdens in 9 Jahren in Rente gehen.

    Was macht rein rechtlich eine unterschiedliche Eintragung im Grundbuch aus?
    Geändert von Walltraud (18.05.2021 um 14:46 Uhr) Grund: Wort ergänzt

  7. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    @Wallztraud, Du hast im ersten Beitrag gefragt: Notar oder Rechtsanwalt? Ich denke, ein Notar wäre hier richtig, der weiß in Grundstücks- Erbschafts- und Trennungsfragen Bescheid. Der könnte auch gleich die Grundbucheintragung veranlassen, ein RA kann das nicht.

  8. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Bisher hatten wir auch nur Kontakt zu einem Notar. Dort wurde der jetzige Erbvertrag aufgesetzt. Eine Kanzlei mit Notar und Anwalt ist mir in der Gegend (noch) nicht bekannt.

  9. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Im Falle einer Trennung bei einer Zugewinngemeinschaft und wenn es bei beiden(!) einen Zugewinn gibt ist es egal, wer mit wieviel Prozent im Grundbuch steht. Sollte eine/r einen negativen Vermögensstand haben, so wird dieser allerdings mit Endstand Null angesetzt.... Und dann ist es mit fifty-fifty nicht mehr so doll.

    Und wer weiss ob die Zugewinngemeinschaft -aus welchen Gründen auch immer- auf alle Zeiten sinnvoll und günstig ist. Sollte das mal geändert werden (müssen) sieht es auch wieder anders aus.....

    Wie sieht es bei den Krediten aus ? Ich denke, da unterschreibt ihr gleichberechtigt, sprich die Bank kann sich an jeden von euch in vollem Umfang halten, wenn es mal irgendwo klemmt. Diese Unterschrift/Verpflichtung ist unabhängig davon, wer mit wieviel im Grundbuch steht.

    Ich jedenfalls würde an Stelle deines Mannes(!) nur soviel für dich eintragen lassen wie du einbringst sozusagen. Oder dich garnicht eintragen und mit dir einen Vertrag machen, der die Rückzahlung/Verzinsung deiner eingebrachten Mittel garantiert. Im Gegenzug natürlich auch die Kredite bei der Bank alleine unterschreiben. Das erspart sehr viel (möglichen) Ärger.

    Wenn es gut läuft ist es so oder so egal. Wenn alles den Bach runter geht ist es mit gegenseitigen fairen Regelungen meist nicht mehr weit her, deshalb: es gibt viel zu bedenken. Lasst euch beraten.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (18.05.2021 um 18:03 Uhr) Grund: Ergänzung
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  10. User Info Menu

    AW: Grundbucheintragung

    Zitat Zitat von Walltraud Beitrag anzeigen
    Was macht rein rechtlich eine unterschiedliche Eintragung im Grundbuch aus?
    Mit Zugewinngemeinschaft, Berliner Testament und wenn bei keinem der Zugewinn negativ ist (dazu müssten aber massive Schulden da sein, denn es haben ja beide geerbt) - keiner.

    50:50 - nichts anderes finde ich vernünftig und zu rechtfertigen in einer langen Ehe.



    Nach über 30 Jahren kann ich gar nicht mehr sagen wie hoch unser jeweiliges Anfangsvermögen war. Wir hatten beide keine Schulden und beide was gespart. Das haben wir aber in jungen Jahren mit junger Familie ausgegeben. Richtig gespart haben wir erst später, auch als sich beruflich Verbesserungen ergeben haben.
    Vermutlich waren das aus heutiger Sicht Peanuts.
    Wir haben das damals aufgeschrieben - mittlerweile geht das im Rauschen unter.

    Ihr könntet aber eure Erbschaften festhalten - das scheint ja eher nennenswert zu sein.

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •