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  1. Inaktiver User

    Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Liebe Community, mein Mann und ich möchten ein Haus kaufen, was bekanntermaßen derzeit nicht leicht ist.
    Nun haben wir ein Objekt gefunden, bei dem die Chancen gut stehen, es kaufen zu können, aber ...:

    Das Haus, einst ein einziges großes, ist in den 70ern in drei Wohneinheiten unterteilt worden, die aktuell vermietet sind. Eigentlich wollten wir in eine solche Lage (anderen kündigen zu müssen) nicht kommen, aber wir suchen schon seit über zwei Jahren und hatten schon fast aufgegeben. Die Mieter (zwei Paare, eine Einzelperson) sind relativ jung und wissen schon seit Längerem, dass Verkaufsgespräche laufen und alle Interessenten selbst einziehen möchten, und es ist auch eine Region, in der noch bezahlbare Wohnungen zu kriegen sind.

    Insgesamt handelt es sich um ca. 250 qm Wohnfläche, die wir über kurz oder mittellang gerne für uns alleine hätten. Erstens, um völlig unabhängig zu sein im Haus, zweitens haben wir Vorstellungen, wie wir umbauen wollen (auch für unsere Kinder, die aber dort nicht fest leben würden), und eine der Wohnungen möchten wir als FeWo nutzen.

    Wir müssten also für alle drei Wohnungen Eigenbedarf anmelden.

    Ich weiß, wir kommen um eine Beratung bei Fachmann/frau für Mietrecht nicht herum, aber vielleicht hat hier jemand entsprechende Kenntnisse oder Erfahrungen und kann etwas dazu sagen, ob es eine Grenze gibt, ab der EB nicht mehr als begründet angesehen wird. Also ob sich Mieter erfolgreich wehren könnten, da wir auch mit 180 qm Wfl. ausreichend "bedient" wären und ob wir damit rechnen müssten, dauerhaft die Immobilie nicht alleine bewohnen zu können, falls Mieter nicht freiwillig ausziehen würden.

  2. Inaktiver User

    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    So pauschal kann man das nicht beantworten, weil die Rechtslage regional sehr unterschiedlich ist.

    Selbst innerhalb eines Bundeslandes wird es anders gehandhabt.

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    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Das Haus, einst ein einziges großes, ist in den 70ern in drei Wohneinheiten unterteilt worden, die aktuell vermietet sind.
    Damit würdet Ihr kein Haus sondern 3 Eigentumswohnungen kaufen wenn es, so wie ich Dich verstehe, ein Haus ist, das insgesamt in WEG unterteilt ist. Demzufolge müsstet Ihr selbstverständlich 3x Eigenbedarf anmelden, was alles insgesamt separat zu betrachten ist, wie Du selbst sagst. Keine Ahnung, ob ich das wollen würde, also das "Gedöns", sollten sich die Mieter dagegen wehren.

    Ich würde an Eurer Stelle zu einem Fachanwalt gehen. Nur der kann in diesem und Eurem speziellen Fall die Rechtslage beurteilen.

    Du könntest unabhängig davon nach vergleichsweisen Urteilen aber natürlich schonmal googeln, insbesondere nach letztinstanzlichen Urteilen, was für ggf. ähnliche Fälle bisher ausgeurteilt worden sind. Diese sind einschlägig und es hat nichts damit zu tun, um welches Bundesland es sich handelt.
    Geändert von Vienna__ (07.03.2021 um 19:12 Uhr) Grund: ergänzt

  4. Moderation

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    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Ich würde vermutlich versuchen mit allen drei Parteien - vor dem Kauf - Abfindungsverträge abzuschließen - sich auf einen Rechtsstreit einzulassen, kann unter Umständen eine ganze Weile dauern und sehr zermürbend sein.

    Das Geld für die Abfindungen kann da gut investiert sein.



    Aber als erstes würde ich mich ausführliche anwaltlich beraten lassen.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  5. Inaktiver User

    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Soviel mal zu den Bundesländern

    Folgende Bundesländer verfügen derzeit über Rechtsverordnungen zu Kündigungssperrfristen nach § 577a BGB
    Bundesland Geltungsdauer Städte und Regionen Sperrfrist
    Bayern 01.07.2012 bis 30.06.2022 115 Gemeinden 10 Jahre
    Berlin 01.10.2013 bis 30.09.2023 Stadt Berlin 10 Jahre
    Hamburg 01.02.2004 bis 31.01.2024 Stadt Hamburg 10 Jahre
    Hessen 01.09.2004 bis 31.12.2019 Darmstadt, Frankfurt/Main, Wiesbaden, Kelsterbach, Rüsselsheim, Kronberg i. Ts., Oberursel/Ts., Schwalbach a. Ts., Kelkheim, Maintal 5 Jahre
    NRW 10.02.2012 bis 31.12.2021 1) 4 Gemeinden: Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster bzw. 2) 33 Gemeinden: Aachen, Alfter, Bad Honnef, Bedburg-Hau, Bornheim, Bottrop, Dortmund, Drensteinfurt, Emmerich, Hattingen, Herzogenrath, Kerken, Kranenburg, Langenfeld, Leopoldshöhe, Leverkusen, Lindlar, Mettmann, Monheim, Neukirchen-Seelscheid, Niederkassel, Niederkrüchten, Ostbevern, Paderborn, Ratingen, Rheinbach, Roetgen, Siegburg, Wachtberg, Waltrop, Weilerswist, Willich, Würselen 1) 8 Jahre bzw. 2) 5 Jahre



    Quelle
    Eigenbedarfskundigung: Was beachten? Fristen & Rechte des Mieters

    ..........

    Weiter zu den QM

    Der Vermieter darf keinen überhöhten Wohnbedarf geltend machen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn eine Acht-Zimmer-Wohnung von einer einzelnen Person bezogen werden soll.


    Es gibt dazu keine gesetzliche QM Grenze.....

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    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    @luftistraus: Deine Quelle ist eine "Makler-Seite". Sie ist sicher nicht aussagekräftig. In gerichtlichen Verfahren über Eigenbedarfskündigungen sind doch ganz klar mit höchstrichterliche Urteile ausschlaggebend.

  7. Moderation

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    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Entschuldigung, wie kommst du auf den schmalen Pfad des 577a BGB?

    Wenn überhaupt eine Umwandlung erfolgt ist, dann offenbar in den siebzigern und keiner der "jungen" Mieter wird damals schon dort gewohnt haben - somit ist 577a in keiner Weise anwendbar.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

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    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich würde vermutlich versuchen mit allen drei Parteien - vor dem Kauf - Abfindungsverträge abzuschließen - sich auf einen Rechtsstreit einzulassen, kann unter Umständen eine ganze Weile dauern und sehr zermürbend sein.

    Das Geld für die Abfindungen kann da gut investiert sein.



    Aber als erstes würde ich mich ausführliche anwaltlich beraten lassen.
    Ganz genau so. Vllt. sind auch Abfindungsangebote gar nicht notwendig oder nur zum Teil etc.

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    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Insgesamt handelt es sich um ca. 250 qm Wohnfläche, die wir über kurz oder mittellang gerne für uns alleine hätten. Erstens, um völlig unabhängig zu sein im Haus, zweitens haben wir Vorstellungen, wie wir umbauen wollen (auch für unsere Kinder, die aber dort nicht fest leben würden), und eine der Wohnungen möchten wir als FeWo nutzen.
    Einem Mieter kündigen um dann eine Ferienwohnung daraus zu machen? Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das vor Gericht durchgehen würde. Und Kinder, die nicht nachweislich einziehen, helfen bei der Eigenbedarfskündigung überhaupt nichts. Ich wohne allerdings im Großraum München und da achten die Richter sehr genau auf die Verhältnismäßigkeit eines Eigenbedarfs.

    Ich schließe mich also meinen Vorschreiberinnen an. Mit den Mietern im Vorfeld reden und Boni in Aussicht stellen wie Übernahme der Umzugskosten, Verzicht auf vielleicht fällige Renovierungen oder ähnliche finanzielle Anreize.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  10. Inaktiver User

    AW: Eigenbedarfskündigung als Vermieter

    Zitat Zitat von Vienna__ Beitrag anzeigen
    Damit würdet Ihr kein Haus sondern 3 Eigentumswohnungen kaufen wenn es, so wie ich Dich verstehe, ein Haus ist, das insgesamt in WEG unterteilt ist. Demzufolge müsstet Ihr selbstverständlich 3x Eigenbedarf anmelden, was alles insgesamt separat zu betrachten ist, wie Du selbst sagst. Keine Ahnung, ob ich das wollen würde, also das "Gedöns", sollten sich die Mieter dagegen wehren.
    Sind das automatisch ETWs, wenn man sein EFH in drei separate Einheiten unterteilt und vermietet? Angeboten wird uns das Objekt als EFH.
    Dass wir dreimal kündigen müssten, ist klar. Die Fristen wären max. 6 Monate, keine der Mietparteien wohnt länger als acht Jahre dort, alle eher kürzer. Wir bräuchten erst mal nur die Hauptwohnung, um einziehen zu können, die anderen zwei müssten nicht sofort raus.

    Ja, das Gedöns scheuen wir auch. Vielleicht ginge es tatsächlich mit Aufhebungsverträgen und Abfindungsangeboten, die zB die Umzugskosten decken würden.

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