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    Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Hallo,

    ich habe mal ein paar Fragen und hoffe, dass mir hier jemand diese beantworten kann.

    Letztes Jahr bin ich in das Haus meines Lebenspartners gezogen. Von Anfang an war klar, dass ich ihm Miete zahle. Nun ist es aber so, dass ich schon einiges in das Haus investiert habe zwecks Renovierung. Auch ein Auto habe ich finanziert. Gedacht ist es nun so, dass ich keine Miete mehr zahle und die Summe (welche nicht gering ist, ca. 80.000 €), "abwohne".

    Jetzt sind wir gerade dabei einen Partnerschaftsvertrag aufzusetzen für den Fall, dass ihm etwas passiert. Wie formuliert man sowas? Vor allem, wie ist das eigentlich. Ich wohne zwar das Darlehen ab und zahle keine Miete, aber er hat ja schließlich auch einen nicht unerheblichen Nutzen von dem neu renovierten und gestalteten Lebensraum und nutzt diesen ja auch ab. Oder bin ich zu kleinlich und denke falsch?

    Noch zur Info: Wir haben vor, entweder noch dieses, spätestens nächstes Jahr zu heiraten. Er möchte mich auf jeden Fall absichern. Doch wie sieht das aus? Mit einer Heirat alleine ist das doch nicht getan oder?

    Auch hat er noch einen Sohn aus einer vorher gehenden Ehe. Zu diesem hat er jedoch keinen Kontakt und hat auch ein Testament (wurde noch vor meiner Zeit aufgesetzt), dass dieser das Haus nicht bekommen soll, sondern die Schwester meines Lebenspartner.
    Ich selbst habe zwei Kinder.

    Schon mal herzlichen Dank im Voraus!

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    AW: Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du 80.000€ in das Haus deines Partners gesteckt. Das Geld hast du als Darlehen gegeben. Dieses Darlehen wird nun monatlich durch deinen Vorteil, kostenlos bei ihm wohnen zu können, getilgt.

    Du zahlst doch aber nur für deinen Anteil Miete und nicht für das ganze Haus.

    Diesen Vertrag solltet ihr auf jeden Fall schriftlich und notariell mit eingetragenem Wohnrecht und entsprechender Trennungsvereinbarung fixieren.

    Die Ehe würde insofern eine Änderung bewirken, als dass du dadurch einen Erbteilsanspruch erwirbst.

  3. Moderation

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    AW: Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Zitat Zitat von bigbri Beitrag anzeigen
    ... Auch hat er noch einen Sohn aus einer vorher gehenden Ehe. Zu diesem hat er jedoch keinen Kontakt und hat auch ein Testament (wurde noch vor meiner Zeit aufgesetzt), dass dieser das Haus nicht bekommen soll, sondern die Schwester meines Lebenspartner.
    Ich selbst habe zwei Kinder....
    Testament selber aufgesetzt oder nach vernünftiger Beratung durch Notar oder Rechtsanwalt?

    Wenn er nur diesen einen Sohn hat:
    So lange ihr nicht verheiratet seid, ist der Sohn sein gesetzlicher Erbe. Wird er mit rechtssicherer Formulierung vom Erbe ausgeschlossen, steht ihm dennoch ein Pflichtteil zu. Wenn ihr verheiratet seid, erbst du mit dem Sohn zu gleichen Teilen, bei Ausschluss vom Erbe erhält er einen Pflichtteil. Deine Kinder werden durch die Heirat nicht zu seinen Erben, es sei denn, er würde sie adoptieren. Dass ihr keine gemeinsamen Kinder habt, muss auch bedacht werden.

    Durch Übertragungen an Dich kann man den Pflichterbteil des Sohnen reduzieren, gegebenenfalls werden sie aber berücksichtigt, wenn sie beim Tod noch nicht 10 Jahre lang her sind.
    A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
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    AW: Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Was ist denn besser? Beratung beim Rechtsanwalt oder beim Notar?

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    AW: Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Zitat Zitat von bigbri Beitrag anzeigen
    Was ist denn besser? Beratung beim Rechtsanwalt oder beim Notar?
    bei einer person, die beides ist?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

  6. Moderation

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    AW: Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Fachanwältin für Erbrecht.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Zitat Zitat von bigbri Beitrag anzeigen
    Oder bin ich zu kleinlich und denke falsch?
    Ich sehe da unterschiedliche Fragen - was wie geregelt werden soll und wie das dann gefasst wird.

    Es geht um die 80000, es gibt die Situation vor der Heirat und danach, es geht um den Erbfall an sich, nicht nur um die Investitionen ins Haus.

    Und "gegen wen" sollst du abgesichert werden?
    "gegen" den Sohn?

    Hat das Haus einen Mietwert von 1600 (so dass die Hälfte 800 wäre)?

    Ist es "sein Auto" oder das gemeinsame?

  8. Moderation

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    AW: Investitionen ins Haus des Lebenspartners - wir verrechnen?

    Zitat Zitat von bigbri Beitrag anzeigen
    ich habe mal ein paar Fragen und hoffe, dass mir hier jemand diese beantworten kann.

    Hatten wir das nicht schonmal? Oder mehrmals? Egal.

    Willst du das wirklich alles vermengen? Dein Geld, die Miete, die Ehe, die Kinder, die Testamente...

    Ich würde das Geld, daß du ihm für Haus und Auto gegeben hast, als Kredit betrachten, den er an dich zurückzahlt, während du weiterhin Miete zahlst. Das ist einfach "ordentlicher" und entsrpicht einem geregelten Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter. Außerdem kann er die Kreditzinsen möglicherweise von der Steuer absetzen. (Dieses Vorgehen kann aber vielleicht im Fall der Scheidung -- ich weiß, ihr seid noch nicht einmal verheiratet, aber trotzdem -- zu unerwarteten Effekten beim Zugewinnausgleich führen, das müßte man sich ansehen.)

    Dann kannst du das Geld für deine Absicherung verwenden. 80T plus ein Auto ist jetzt nicht gerade ein Pappenstiel.

    • Welchen Güterstand plant ihr für eure Ehe, und inwiefern soll der Partnerschaftsvertrag da modifizierend wirken?
    • Wirst nach der Hochzeit weiter Miete zahlen?
    • Wäre es für euch eine Alternative, daß du Miteigentümerin des Hauses wirst, anstatt daß er dir dein Geld zurückzahlt -- als solches, oder in Naturalien (ich bin kein Fan von Rückzahlung in Naturalien...)?
    • Wenn dein Geld als Mietvorauszahlung betrachtet wird, braucht ihr einen Mietvertrag. Der sollte berücksichtigen, was passiert, wenn du ausziehen willst oder mußt. (Achtung, bei Mietverträgen zwischen Ehegatten vermutet das Finanzamt schnell Unterschleif.)
    • Wie nötig ist für dich eine Absicherung, oder wird es sein? Gegen welche Fälle? Welche Art der Absicherung?
    • Wird er sein Testament ändern? Im Moment steht dir nichts zu, auch nicht dein Geld zurück. Als Ehefrau hättest du Anspruch auf einen Pflichtteil gegen den Sohn als Haupterben.
    • Was steht in deinem Testament?


    Ich würde sagen, einigt euch erst mal, wie das Ergebnis aussehen soll:
    • Wie wollt ihr zusammen leben?
    • Was wollt ihr dem anderen geben, wenn etwas schiefgeht (Todesfall, Krankheit, Bankrott, Scheidung, ...?)
    • Wie wollt ihr eure jeweiligen und möglicherweise gemeinsamen Kinder berücksichtigt sehen?

    Wenn das geklärt ist, überlegt euch, wie ihr das am angenehmsten zu erreichen findet (aber verliebt euch nicht in euren Plan, es kann sein, daß der nicht das erwünschte Ergebnis liefern kann, dann wird der Anwalt das sagen und euch Alternativen vorschlagen.)
    Und dann: Zu einem geeigneten Anwalt, der euch das rechtssicher in Papier gießt. (Vielleicht nach einem Gespräch mit dem Steuerberater...)

    Zitat Zitat von bigbri Beitrag anzeigen
    Oder bin ich zu kleinlich und denke falsch?
    Kleinlich? Du leihst ihm 100T Euro (so etwa, je nach Kosten des Autos), über, was, 120 Monate (10 Jahre, bei ~800 Eu Miete), ohne Vertrag, ohne Zinsen, ohne Sicherheiten und ohne Kreditwürdigkeitsprüfung?
    Ihr müßt ganz dringend mal ein Gespräch führen, bei dem die Zahlen auf den Tisch kommen, und die Erwartungen aneinander. Wenn er es als selbstverständlich betrachtet, daß seine Verlobte sein Auto und seine Immobilienrenovierung (erst mal) finanziert, ist das kein gutes Zeichen.
    Geändert von wildwusel (22.07.2020 um 18:43 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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