Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. User Info Menu

    Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    Hallo,

    ich gehe mit dem Gedanken schwanger, mir Eigentum zuzulegen.
    Bei den Anzeigen tauchen immer wieder Häuser aus Zwangsversteigerungen auf. Hat jemand Ahnung davon oder Erfahrung damit gemacht? Ich weiß echt wenig, nur soviel dass man das Haus nicht von innen besichtigen kann... Aber stimmt das überhaupt?

    Ich wäre über ein paar Berichte dankbar, damit ich das einordnen kann.

    LG Beni

  2. User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    Ich habe auch nur begrenztes Wissen dazu...

    Aber meistens kann man das Haus nicht von innen besichtigen.

    Steht aber auch immer dann dabei.

    Ist halt ein Überraschungsei.

    Manchmal gibt es ein Gutachten das einsehbar ist und weitere Informationen....

    Aber meist ist nur geschrieben Adresse... Was für ein Haus und fertig.

    Es kommt auch drauf an was du vor hast.

    Geht es dir nur um ein Grundstück? Dann kalkulierte Abriss und neubau mit ein.

    Wenn es dir aber um Grund + Haus ist.... Ist das Risiko sehr hoch.

    Viele(die meisten) fahren selbst an der Adresse vorbei um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

    Manche klingeln sogar und werden recht unfreundlich verscheucht.

    Meist sind hinter Zwangsversteigerung Dramen und Tragödien, die dazu geführt haben.

    Meine erfahrung:

    Bei zwangsversteigerungenen gibt es oft wartungsstau.

    Oft war einfach kein Geld da um Dinge in Ordnung zu bringen.

    Und je nach Region..... Z. B. München inkl. Speckgurtel ist der Verkehrswert allein irrsinnig hoch.... Und dann noch eine bruchbude. Das ist nur für einen Bauträger interessant, der danach Reihe Häuser drauf knallt.

    In der pampa dagegen, kann man teilweise wirklich Schnäppchen machen
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

  3. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    es gibt ein offizielles zwangsversteigerungsportal, da kannst du dir einen ueberblick ueber die angebote verschaffen, und da stehen auch alle rechtlichen dinge dazu drin, auch ob ein objekt besichtigt werden kann, oder vom ersteller des expose`s fuer die versteigerung auch von innen besichtigt werden konnte
    klick dich mal durch den link durch, dort steht alles was du wissen willst

    schau dir das mal an, dann hast du einen ersten ueberblick
    Justizportal - Verfahren
    und wenn du zeit hast, gehe einfach mal zum gericht und schaue dir an, wie so eine zwangsversteigerung ablaeuft

  4. User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    Früher waren Zwangsversteigerungen oft ein guter Deal - man wußte zwar nicht, was in der Wundertüte drin war, es gab manchmal ein Gutachten (aber nicht unbedingt ganz neu) und der Preis war dafür in der Regel sehr günstig. Außerdem fallen einige Kaufkosten weg.

    Inzwischen wird bei Zwangsversteigerungen (zumindest in den üblichen begehrten teuren Regionen) geboten, was das Zeug hält - weil der Markt leergefegt ist. Und das halte ich für ein unkalkulierbares Risiko.

    Das mag für Baugesellschaften, die auf Sanierung und Vermarktung spezialisiert sind, attraktiv sein - für Ottilie Normalverbraucherin ist das wie Casino. Und die Bank gewinnt immer...

    Fast alles geht heute im ersten Termin weg (da sind die Wertgrenzen noch höher - und die werden deutlich überboten).

    Was Du aber machen kannst, die Termine und Objekte aufschreiben (die im Aushang sind), ggf. mal hinfahren und versuchen, die Bank anzusprechen. Die verkaufen manchmal und streichen den Versteigerungstermin.

    Ein paar Versteigerungen zu besuchen ist auch ein sehr guter Rat - man bekommt ein Gefühl dafür, wie und wie hoch geboten wird und kann entscheiden, ob man dann noch interessiert ist.

    Beim derzeitigen Markt - bei dem sich fast jede Bruchbude verkauft (immer vorausgesetzt wir reden über begehrte Regionen) kann man leider davon ausgehen, daß in Zwangsversteigerungen nur landet, was sich absolut nicht verkaufen läßt. Denn der Verkäufer hat es sicher auf dem freien Markt versucht - und war erfolglos.

    Überleg: Stell eine Verkaufsobjekt online und die rennen die meist die Bude ein. Wenn das nicht der Fall ist, ist entweder der Preis absolut utopisch überhöht oder aber das Objekt absolut unterirdisch.

    Eine Zwangsversteigerung in unattraktiven Lage ist ebenfalls schwierig - denn das sind Regionen, wo man auch so was problemlos kaufen kann zu interessanten Preisen (aber dafür in einer uninteressanten Lage).
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  5. User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Beim derzeitigen Markt - bei dem sich fast jede Bruchbude verkauft (immer vorausgesetzt wir reden über begehrte Regionen) kann man leider davon ausgehen, daß in Zwangsversteigerungen nur landet, was sich absolut nicht verkaufen läßt. Denn der Verkäufer hat es sicher auf dem freien Markt versucht - und war erfolglos.

    Überleg: Stell eine Verkaufsobjekt online und die rennen die meist die Bude ein. Wenn das nicht der Fall ist, ist entweder der Preis absolut utopisch überhöht oder aber das Objekt absolut unterirdisch.

    Eine Zwangsversteigerung in unattraktiven Lage ist ebenfalls schwierig - denn das sind Regionen, wo man auch so was problemlos kaufen kann zu interessanten Preisen (aber dafür in einer uninteressanten Lage).
    Ein häufiger Grund für ZV ist auch die Auseinandersetzung zerstrittener Eigentümer- und Erbgemeinschaften. In solchen Fällen kann das Objekt durchaus lohnenswert sein.

    Zu den anderen Punkten volle Zustimmung.
    Ich habe soviel aus meinen Fehlern gelernt, dass ich erwäge, weitere zu machen.

  6. User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    ich hatte mich auch einmal für eine ETW interessiert, die in der ZV war.

    Die Wohnung konnte nicht besichtigt werden, weil einer der geschiedenen Eheleute noch in der Wohnung sass . .

    Man braucht vermutlich gute Nerven, um eine Immobilie aus der ZV zu kaufen. Letztendlich hängt vermutlich immer mindestens ein Schicksal dahinter.

    lg luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  7. User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    Ich kenne jemanden, der aus einer Zwangsversteigerung gekauft hat. Allerdings zu einer Zeit, als das zumindest finanziell noch interessant war.

    Die Tatsache, daß mit dem Verkauf sofort auch der Besitz übertragen wird, hat ihm insofern nichts genutzt, als die "Alteigentümer" einfach nicht ausgezogen sind (die hatten die Drohung der Bank schon ein paar Mal vorher und haben einfach gedacht, daß die Bank das nicht durchzieht - und ignorierten dann die neuen Tatsachen).

    Es bedurfte eines Anwalts, teurer Auseinandersetzungen mit Räumungsklage und letztlich eines Gerichtsvollziehers. Der bestellte Schlüsseldienst, Umzugswagen und außerdem das Jugendamt - da es Kinder gab - für den Fall, daß die Familie keine Unterkunft am Räumungstermin hätte, wären die Kinder vom Jugendamt untergebracht worden. All das durfte mein Bekannter finanzieren. Beim ersten Räumungstermin wurde dann (obwohl das ganze Aufgebot da war!) versprochen, daß man freiwillig auszieht. Alle rückten ab, die Kosten blieben natürlich. Ausgezogen wurde nicht. Also das Ganze ein zweites Mal. Mit den genannten Kosten. Natürlich hätte er es später wieder einklagen können. Womit er gutes Geld dem schlechten hinterhergeworfen hätte. Das Ganze zog sich deutlich über 1 Jahr.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  8. User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Beni Beitrag anzeigen
    Ich weiß echt wenig, nur soviel dass man das Haus nicht von innen besichtigen kann... Aber stimmt das überhaupt?
    Nicht immer. Es gibt durchaus ZVs, die im Sinne des Besitzers sind. In diesem Fällen kann man natürlich besichtigen, weil der Besitzer an einem hohen Verkaufspreis interessiert ist.

    Wenn Du den Kaufpreis finanzieren mußt, kann es mit der Bank schwierig werden. Also unbedingt die Bank von Beginn an ins Boot holen.
    Keiner kann verhindern, dass ich klüger werde (Konrad Adenauer).

  9. User Info Menu

    AW: Haus aus Zwangsversteigerung - Erfahrungen?

    Ich habe vor Jahren mal mehrere Einzimmerwohnungen in einer Studentenstadt ersteigert. Waren damals sehr günstig. Besichtigen konnten wir die Wohnungen vorher nicht, aber wir sind vorbei gefahren und haben den Hausmeister angesprochen, daher war uns klar, dass das Haus in Ordnung war und schlimmstenfalls die Wohnungen renoviert werden mussten. Das ist aber bei sehr kleinen Wohnungen überschaubar.

    Es gab sehr ausführliche Gutachten von gerichtlich bestellten und vereidigten Gutachtern, die Kurzversion war auf der Internetseite des Gerichts einsehbar, die ausführlichen Gutachten konnte man bei Gericht einsehen.

    Allerdings hatte der Gutachter auch kein Zugang zu den vermieteten Wohnungen, konnte also auch nur Bausubstanz und Co. bekunden.

    Vorteil war, dass man geringere Kaufnebenkosten hat, da man ja keinen Makler und Notar zahlen muss und Grunderwerbssteuer fällt auch weg.
    Ausserdem hat man nach Ersteigerung ein ausserordentliches Kündigungsrecht, falls die ersteigerte Immobilie vermietet ist.

    Wichtig zu wissen: Wenn man bietet, muss man einen bestimmten Anteil des Betrages vor Ort leisten und das geht zumindestens bei unserem Amtsgericht nicht in bar.
    Wir haben damals Wochen vorher einen bundesbankbestätigten Scheck beantragt und dem Versteigerer vorgelegt. Dieser Scheck kostet einiges und ist nur kurz gültig, das dafür ausgegebene Geld ist dann weg, auch wenn es mit der Ersteigerung nicht klappt.
    Es kann durchaus auch passieren, dass das Objekt kurzfristig aus dem Versteigerungskalender genommen wird, weil es zu einer Einigung gekommen ist.

    Also ganz ohne Erfahrung auf diesem Gebiet ist es schon riskant, insbesondere wenn es gleich ein ganzes Haus sein soll. Zum einen weil der Gutachter ja oft selbst nicht alles ansehen konnte, zum anderen aber auch, weil man die Gutachten nicht nur lesen, sondern auch verstehen muss.

    Wir hatten damals Glück, aber ich habe mir danach immer wieder Objekte angeschaut und bin immer wieder auf Formulierungen gestoßen, die in meinen Aufgen auf ein zu großes Risiko hinwiesen, z. B. Hinweise auf fehlende Baugenehmigungen oder ungeklärte Wegerechte, Hinweise auf Rechtsstreitigkeiten....

    Als mein Sohn eine Stelle in einer Großstadt angenommen hat, habe ich mir dort auch mal das Versteigerungsportal angeschaut: Es war leer. Also in begehrten Städten balgen sich oft Investoren um die Projekte, so dass es gar nicht erst zu Versteigerungen kommt und schon gar nicht zu Schnäppchen.

    Also in meinen Augen ist es extrem wichtig, den Markt zu kennen, um abschätzen zu können, wieviel die angebotene Immobilie wert ist. Davon muss man dann Renovierungskosten abziehen für den worste case und dann hat man in etwa einen Betrag, den man maximal bieten sollte.

    Schaut euch doch einfach mal die Versteigerung eines Objekts an und versucht den zuständigen Rechtspfleger zu sprechen. Er wird euch sagen können, ob ihr die Sicherheit mit einem Scheck begleichen könnt oder wieviel Wochen vorher wieviel auf dem Konto eingezahlt werden muss und wann/wo man die Gutachten einsehen kann.

    An die Daten für Zwangsversteigerungen kommt man übrigens kostenlos, dafür muss man keinen Versteigerungskalender bei zweifelhaften Maklern abonieren.

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •