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  1. Registriert seit
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    Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Hallo zusammen,

    schon seit einiger Zeit lese ich hier im Forum mit und habe mich kurzerhand angemeldet, um Input und Erfahrungswerte von euch zu sammeln. Mein Mann und ich haben kürzlich ein Häusschen gekauft und sind im absoluten Zwiespalt, ob wir es nur aufhübschen oder doch für eine größere Summe komplett umbauen wollen.

    Zu den Eckdaten: Das Haus wurde 1990 gebaut und auch recht gut in Schuss gehalten. In den letzten 10 Jahren wurden Fassade, Fenster, Außentüren, Kleinkläranlage, Heizkörper und Heizung komplett erneuert, sodass wir da nichts anpacken müssten. Das Dach ist nicht mehr das Schönste, hält aber laut Dachdecker noch die nächsten 100 Jahre :) Auch die Lage ist top für uns, der Garten hat unsere Wunschgröße, es ist vollunterkellert, hat eine Garage. Man könnte eigentlich gleich einziehen und gut darin wohnen.

    Beim Kredit haben wir so wenig wie möglich aufgenommen und sind ohne Sondertilgung in 15 Jahren fertig mit abbezahlen (da wären wir Anfang/Mitte 40).

    Geplant war zu diesem Zeitpunkt die Böden vollständig zu erneuern, die Trennwand zwischen Küche und Esszimmer rauszunehmen und Bad und Gäste-WC zu erneuern. Diese Maßnahmen können wir von unserem Ersparten bezahlen und haben deshalb keine Renovierungskosten in den Kredit mit eingeplant.

    Ein kleines Manko hat das Haus natürlich auch: Die Aufteilung im Obergeschoss gefällt uns nicht ganz so gut. Das Dach ist sehr spitz und es gibt keinen Kniestock, sodass die Wände unter den Dachschrägen recht weit nach innen gezogen wurden. Daher hat das OG nur ca 43 qm, während das EG 65 qm hat.

    Im OG befinden sich derzeit ein kleiner Flur (2 qm), das Hauptbad (9 qm), Kinderzimmer (11 qm) und Schlafzimmer (23 qm). Noch haben wir keine Kinder, aber zwei würden wir uns wünschen. Theoretisch könnte man das Schlafzimmer noch teilen, dann hätte man zwei recht kleine Kinderzimmer mit ca 10 qm. Uns ist natürlich auch bewusst, dass man Kinder nicht so genau planen kann. Vielleicht bekommen wir auch nur eins oder gar keins.

    Meinem Mann juckt es jetzt in den Fingern die komplette obere Etage abzureißen und die Wände so hochzumauern, dass man zwei Volletagen hat (wäre baurechtlich zulässig) . Mir gefällt die Idee gut, aber ich sehe auch den großen zeitlichen und finanziellen Aufwand Wir müssten den Kredit auf jeden Fall aufstocken, wahrscheinlich bis zu 60.000 € mehr abbezahlen als eigentlich geplant. Außerdem müssten wir einen Architekten beauftragen, Bauantrag stellen ...

    Nun sind wir im Zwiespalt: Lohnt sich das für 22 qm mehr Wohnfläche und um die Dachschrägen loszuwerden?

    Ich finde 108 qm als reine Wohnfläche in Ordnung, vor allem da wir zusätzlich einen schönen Keller (70 qm) mit Fenstern haben, in dem sich Abstellkammern, ein ausgebautes (vom Vorbesitzer als Schlafzimmer genutztes) Zimmer, der Heizkeller und Wäscheraum befindet. Allerdings bin ich auch in einer kleinen Neubauwohnung groß geworden und wir haben es als 4-köpfige Familie auf 56 qm ausgehalten. Mein Mann ist auf einem Dreiseitenhof groß geworden und hat ganz andere Vorstellungen von Platz

    Ich hoffe es klingt jetzt nicht so als würde mein Mann seine Idee erzwingen wollen, wir sind beide noch offen für alles... trotzdem können wir uns nicht ewig Zeit für die Entscheidung lassen.

    Daher würde ich mich sehr über eure Ideen und Erfahrungen freuen, Denkanstöße können nie schaden. Wie würdet ihr es machen? Oder auch allgemeiner: wie habt ihr wichtige Entscheidungen beim Hausbau getroffen?


  2. Registriert seit
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Wann wollt ihr denn in das Haus einziehen?
    Wenn ihr nun den großen Umbau machen würdet: Würdet ihr dann noch wo anders wohnen? Dann würde ich es eher jetzt schon machen.
    Denn wenn ihr nun die "kleine" Variante wählt und in ein paar Jahren doch merkt, dass euch der Platz zu wenig ist, wird es wesentlich stressiger, wenn ihr den Umbau macht und monatelang auf einer Baustelle wohnt.

  3. Avatar von carassia
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Also, nach eigener Erfahrung würde ich sagen: Lieber jetzt den ganzen Dreck, als später "im laufenden Betrieb" wochenlang auf einer Baustelle leben. Und der erforderliche Kredit ist dann auch früher abgezahlt.


  4. Registriert seit
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Ich sag auch: Wenn es gemacht werden soll, dann lieber jetzt als später.

    Ich würde es nicht machen, einfach weil ich es nicht bräuchte. Was macht man denn mit mehr Platz, letztendlich nur noch mehr Schnulli in die Wohnung stellen :D Mir sind hier schon unsere 90 qm zu groß, wir nutzen das einfach nicht. Und ich finds sogar schwierig die Wohnung "voll" zu bekommen, wir haben Schränke da ist kaum was drin, die aber angeschafft wurden, damit der Raum wohnlicher wird.

    Aber da hat halt jeder auch andere, eigene Ansprüche. Für mich müsste so ein "Aufbau" Sinn mitbringen, einfach nur mehr Platz haben wäre mir kein Argument und in dem Fall auch finanziell gesehen nicht wert.

    Für Kinder finde ich Platz wichtig, als Kind nutzt man das aber auch. Ich würde es dann vielleicht von der gewünschten Kinderanzahl abhängig machen, 22 qm wäre ja wahrscheinlich dann ein Kinderzimmer mehr.


  5. Registriert seit
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Zitat Zitat von Traummalerin Beitrag anzeigen
    . Allerdings bin ich auch in einer kleinen Neubauwohnung groß geworden und wir haben es als 4-köpfige Familie auf 56 qm ausgehalten. Mein Mann ist auf einem Dreiseitenhof groß geworden und hat ganz andere Vorstellungen von Platz
    Dieses Problem hatten wir auch. Ich habe es in unserer ersten gemeinsamen Mietwohnung kaum ausgehalten . Für meinen Mann war es Gewohnheitssache. Wir haben dann ein Haus gebaut. Nicht so, wie ich es von Kind an gewohnt war, aber so, dass wir beide damit gut leben konnten. Mittlerweile wohnen wir 47 Jahre darin.

    Ich würde auch sofort das Haus so herrichten, dass ihr für lange Zeit Ruhe habt. Deinen Mann wird es sowieso immer umtreiben, besonders, wenn er das Handwerker-Gen hat. Bei uns war es so. Für evtl. Änderungen war immer ich die treibende Kraft .
    Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.
    Gustav Heinemann


  6. Registriert seit
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Zitat Zitat von Stierfrau123 Beitrag anzeigen
    Wann wollt ihr denn in das Haus einziehen?
    Wenn ihr nun den großen Umbau machen würdet: Würdet ihr dann noch wo anders wohnen? Dann würde ich es eher jetzt schon machen.
    Denn wenn ihr nun die "kleine" Variante wählt und in ein paar Jahren doch merkt, dass euch der Platz zu wenig ist, wird es wesentlich stressiger, wenn ihr den Umbau macht und monatelang auf einer Baustelle wohnt.
    Wir wohnen derzeit in einer günstigen Mietwohnung. Da wir auch nur 110 000 € aufgenommen haben, fressen uns weder die Miete noch die Kreditrate auf und wir haben keinen argen Zeitdruck. Natürlich ist es trotzdem schöner, wenn die Doppelbelastung wegfällt. Wenn wir die "kleine Variante" machen, würden wir wahrscheinlich Ende das Jahres einziehen. Die andere Variante würde sich bestimmt deutlich länger ziehen, da ja erstmal die Planung/Statik gemacht werden muss, der Bauantrag gestellt und die Umbauarbeit an sich gestemmt werden muss. Es ist halt diese Grundsatzentscheidung, die uns umtreibt. Braucht man diesen Platz sooo dringend, dass man einige Jahre mehr abzahlt und den Einzugstermin ein ganzes Stück nach hinten schiebt?


  7. Registriert seit
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Entschuldigt bitte den Doppelpost, ich hatte es mit dem Zitieren noch nicht raus.

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Also, nach eigener Erfahrung würde ich sagen: Lieber jetzt den ganzen Dreck, als später "im laufenden Betrieb" wochenlang auf einer Baustelle leben. Und der erforderliche Kredit ist dann auch früher abgezahlt.
    Das ist auch unser Gedanke, deswegen ist es eine "Ganz oder gar nicht"-Entscheidung.


    Zitat Zitat von Copic Beitrag anzeigen

    Ich würde es nicht machen, einfach weil ich es nicht bräuchte. Was macht man denn mit mehr Platz, letztendlich nur noch mehr Schnulli in die Wohnung stellen :D Mir sind hier schon unsere 90 qm zu groß, wir nutzen das einfach nicht. Und ich finds sogar schwierig die Wohnung "voll" zu bekommen, wir haben Schränke da ist kaum was drin, die aber angeschafft wurden, damit der Raum wohnlicher wird.

    Aber da hat halt jeder auch andere, eigene Ansprüche. Für mich müsste so ein "Aufbau" Sinn mitbringen, einfach nur mehr Platz haben wäre mir kein Argument und in dem Fall auch finanziell gesehen nicht wert.

    Für Kinder finde ich Platz wichtig, als Kind nutzt man das aber auch. Ich würde es dann vielleicht von der gewünschten Kinderanzahl abhängig machen, 22 qm wäre ja wahrscheinlich dann ein Kinderzimmer mehr.
    Freut mich sehr, auch eine Meinung in dieser Richtung zu hören :) Wir gehören auch nicht zu den Leuten, die gerne Dinge horten. Wir haben jahrelang auf 39 qm gewohnt und uns hat es nicht gestört. Wir haben uns jetzt etwas vergrößert, da wir uns beide weiterbilden und ein Arbeitszimmer dafür (und für mein Hobby Malen) doch sehr praktisch ist. Das Arbeitszimmer ist ja eigentlich als Kinderzimmer gedacht und hat ca. 9 qm. Es ist nicht riesig, aber auch keine Besenkammer.

    Ich sehe es bei meinen Neffen und Nichten, dass auch viel im Wohnzimmer gespielt wird oder die Hausaufgaben am Esstisch gemacht werden. In den Teeniejahren sieht das aber wahrscheinlich auch wieder anders aus.

    Zitat Zitat von Klarinette Beitrag anzeigen
    Dieses Problem hatten wir auch. Ich habe es in unserer ersten gemeinsamen Mietwohnung kaum ausgehalten . Für meinen Mann war es Gewohnheitssache. Wir haben dann ein Haus gebaut. Nicht so, wie ich es von Kind an gewohnt war, aber so, dass wir beide damit gut leben konnten. Mittlerweile wohnen wir 47 Jahre darin.

    Ich würde auch sofort das Haus so herrichten, dass ihr für lange Zeit Ruhe habt. Deinen Mann wird es sowieso immer umtreiben, besonders, wenn er das Handwerker-Gen hat. Bei uns war es so. Für evtl. Änderungen war immer ich die treibende Kraft .
    Magst du erzählen, wie groß ihr euer Haus gebaut habt und falls ihr Kinder habt wie groß die Kinderzimmer sind? :)
    Das Handwerker-Gen hat er auf jeden Fall, auch das Talent und fachliche Know-How ist ihm gegeben. Trotzdem müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht verrennen. Leider haben wir auch schon einige Negativbeispiele mit erlebt, wo Bekannte jahrelang am Haus geschuftet und eine ewige Baustelle eröffnet haben.


  8. Registriert seit
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Wie ist denn die Grundstücksgröße? Wäre eine weitere Option, das Haus nicht groß zu verändern, sondern einen Anbau zu erstellen? Z. B. Modulhaus, 1- oder 2-geschossig? Dann müsste nur der Durchgang geschaffen werden, z. B. bei einem vorhandenem Fenster?
    Für oben Außentreppe und Eingang erstellen?

    Im Alter hättet ihr somit unten ein Schlafzimmer und könntet oben vermieten.

  9. Avatar von twix25
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    An die Frage hänge ich mich dran....geht nicht ein Anbau!?
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

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  10. Registriert seit
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    AW: Zwiespalt - Wie viel an bestehendem Haus umbauen?

    Zitat Zitat von Lizzy1234 Beitrag anzeigen
    Wie ist denn die Grundstücksgröße? Wäre eine weitere Option, das Haus nicht groß zu verändern, sondern einen Anbau zu erstellen? Z. B. Modulhaus, 1- oder 2-geschossig? Dann müsste nur der Durchgang geschaffen werden, z. B. bei einem vorhandenem Fenster?
    Für oben Außentreppe und Eingang erstellen?

    Im Alter hättet ihr somit unten ein Schlafzimmer und könntet oben vermieten.
    Das Grundstück hat 600 qm, aber ein Anbau ist nur sehr schwer möglich. Es ist etwas schwierig zu beschreiben, aber das Grundstück hat leichte Hanglage, sodass der Keller auf einer Seite ebenerdig ist und auf der anderen Seite auch noch ein gutes Stück über der Erde ist. Daher haben wir auch in allen Kellerzimmern relativ große Fenster.
    Auf der ebenerdigen Seite ist allerdings schon die Garage direkt am Haus angebaut, auf dem Garagendach ist die Terasse, die man vom Wohnzimmer und Flur aus begehen kann. Auf den anderen Seiten geben die Abstandflächen keinen Anbau her.

    Wir hatten auch schon die Überlegung, die Terasse zum Wohnraum umzufunktioneren. Allerdings müssten wir erst prüfen ob die Statik das hergibt. Außerdem ist die große Terrasse wirklich schön und wir würden sie im Sommer gern als "Außenwohnzimmer" und zum Grillen nutzen, da wir von der Wohnebene ja nicht ebenerdig in den Garten kommen. Andererseits nutzt man die Terrasse ja auch nicht ganzjährig, vielleicht sollten wir das doch nochmal in die Ideenfindung einbeziehen.

    Korrigiert mich falls ich falsch liege, aber so ein Anbau wird doch sicher im selben preislichen Rahmen liegen, wie das Haus aufzustocken, oder?

    Aber auch von der Ästhetik her würde es nicht passen, da der Flur und das Gäste-WC schon wie ein Anbau gestaltet sind und die Garage auf der anderen Seite direkt am Haus angebaut ist. Das wäre mir dann zu verbastelt.
    Geändert von Traummalerin (13.01.2020 um 15:43 Uhr)

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