Ich würde gerne mal ein paar Meinungen hören zu folgendem Thema:
Wir wohnen zur Zeit im Haus meines Freundes. Er hat das Haus vor zig Jahren gekauft und wohnte dort schon mit der Ex-Freundin und dem gemeinsamen Sohn.
Als wir uns kennenlernten, bin ich damals mit in das Haus gezogen, sein Sohn ist zu 50% bei meinem Freund, zu 50% bei der Mutter und hat in "unserem" Haus natürlich sein eigenes Zimmer.
D.h. ich wohne mit in seinem Haus und beteilige mich an den Nebenkosten. Ansonsten zahle ich nichts denn ist und bleibt sein Haus, auch im Falle einer Trennung.
Es stand immer schon die Frage im Raum, ob wir irgendwann mal ein anderes Haus suchen und kaufen denn sein altes Haus hat ein paar Nachteile, ich zähle sie hier nicht alle auf aber wir können uns aus verschiedenen praktischen Gründen nicht vorstellen, den Rest unseres Lebens in diesem Haus zu verbringen.
Mein Freund hat immer gesagt, wenn wir uns ein neues Haus kaufen würden, würde er es gern allein bezahlen um einfach klare Finanzen zu haben und im Falle einer Trennung keine Auseinanderrechnerei hätten. Er würde ja sowieso dort wohnen bleiben mit seinem Sohn, ich hingegen würde auf jeden Fall in meinen Heimatort zurückkehren.
Die letzten 2 Jahre trat das Hauskauf Thema in den Hintergrund. Wir hatten beide viel um die Ohren, beruflich und privat und für dieses Thema wenig Zeit und Muße. Ist ja auch nicht so das das gegenwärtige Haus nicht auch schön ist.
Nun erwarten wir Nachwuchs. Lange geplant, lange gewünscht und endlich scheint es sich zu erfüllen. Und natürlich kommt jetzt wieder die Hausfrage auf. Denn obwohl unser gegenwärtiges Haus gemütlich und hübsch ist, mit einem Kleinkind, zwei Erwachsenen und einem Heranwachsenden wird es eng, sehr eng!
Wir haben jetzt einige Male wieder über Häuser gesprochen und festgestellt, das mein Freund seine Meinung im Laufe der letzten Jahre geändert hat. Mittlerweile würde es ihm mehr gefallen ein Haus gemeinsam zu kaufen, mit gleichen Pflichten und Rechten. Wir wollen auch irgendwann heiraten, er fänd es schön auch gemeinsames Eigentum zu haben.
Ich muss ehrlich zugeben, ich bin nicht scharf darauf, mich zu 50% zu beteiligen. Denn im Falle einer Trennung (man muss ja an alles denken und ich bin ein pragmatischer Mensch) würde ich weiterhin auf jeden Fall in meinen 50 km entfernten Heimatort zurückkehren. Auch mit einem gemeinsamen Kind. Ich würde also das Haus eh nie für mich beanspruchen wollen.
Ich habe zudem meine Eigentumswohnung, die vermietet ist, noch nicht abbezahlt. Sie trägt sich durch die Miete selbst aber nichtsdestotrotz ist es eine Verschuldung.
Würden wir jetzt ein Haus gemeinsam kaufen, könnte er seinen halbigen Anteil so aus der Tasche bezahlen. Er hätte das Geld dafür und müsste nichts finanzieren. Ich könnte lediglich einen Teil bezahlen, müsste den Rest finanzieren. Das wahrscheinlich auf lange Zeit denn die nächsten 2 Jahre werde ich ja nicht Vollzeit arbeiten und dadurch weniger Geld zur Verfügung haben.
So, mein Bauchgefühl suggeriert mir, das es nicht unbedingt ratsam wäre ein Haus gemeinsam zu kaufen, wo der eine Partner (ich) sich hoch verschulden muss, der andere Partner gar nicht. Findet Ihr nicht auch, das das von vornherein ein Ungleichgewicht reinbringt?
Im besten Fall hätte ich meinen Anteil in 10 Jahren abbezahlt. Im schlimmsten Fall hätte ich es nicht so schnell abbezahlt, wir würden uns trennen und ich eh ausziehen und zurück in die Heimat gehen.
Andererseits kann ich auch ein wenig verstehen, das er sich so eine Immobilie nicht unbedingt allein ans Bein binden will, auch wenn er die finanziellen Möglichkeiten hat.
Was haltet Ihr von solchen Konstellationen? Ich meine, sowas muss Paare doch sehr oft beschäftigen, vorallen wenn Einkommen und Vermögen unterschiedlich sind.
Wie regelt man sowas? Was habt Ihr für Erfahrungen oder Regelungen? Mag mir jemand vielleicht dazu was schreiben? Vielen Dank vorab schonmal!!!!!
Sonnigen Frühlingsanfang an alle!!
Antworten
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20.03.2014, 15:40
Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
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20.03.2014, 16:35
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Hallo,
in dieser Situation ist natürlich viel zu bedenken. Vielleicht ist es der richtige Zeitpunkt etwas gemeinsames aufzubauen?!
Aber das ist natürlich eine ganz individuelle Angelegenheit mit vielen möglichen Varianten, die man auch rechtlich absichern kann.
Würde dein Partner wenn du dich nicht beteiligst "deine" Hälfte" finanzieren und du dann den Kredit mit abzahlen? Oder würden für dich weiterhin nur die Nebenkosten anfallen?
Dann könntest du das Geld sparen und für deine Absicherung anlegen.
Wenn du aber mit abbezahlst, ohne Eigentümer (Grundbuch) zu werden, hättest du im Fall einer Trennung nichts.
Wäre evtl. denkbar, deine Eigentumswohnung zu verkaufen und den Erlös als Beteiligung in das gemeinsame Haus zu investieren? Dann aber auch als Miteigentümerin.
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20.03.2014, 16:44Inaktiver User
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Ein Ungleichgewicht besteht aus meiner Sicht momentan: Du wohnst mietfrei in einem Haus, für das Dein Freund irgendwann mal bezahlt hat.
Wenn Du eine Hypothek abbezahlen müsstest würdest du quasi wieder "Miete" zahlen. Die Frage ist natürlich, wie ihr es finanziell ausgleicht, falls Du wegen Eures gemeinsamen Kindes nur halbtags arbeitest und dadurch weniger verdienst. Da böte sich ja auch die Möglichkeit, dass er die Hypothekenkosten bis zur Höhe Deines Verdienstausfalls übernimmst.
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20.03.2014, 16:58Inaktiver User
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Findest du nicht, dass du ein "schlechtes Geschäft" machst, wenn du die nächsten Jahre nur die Nebenkosten zahlst und er sein Geld in das Haus investiert? Angenommen, ihr trennt euch in 15 Jahren, hat er mit dem Haus eine super Altersabsicherung, du hingegen hast nichts.
Wenn ihr schon zusammen lebt, eine Familie gründet und ein neues Haus kaufen wollt, würde ich dir raten, das zusammen zu machen. Auch wenn du während der Elternzeit und möglicherweise auch danach noch Einkommenseinbußen haben wirst. Dann muss er eben einen Großteil der Kosten alleine wuppen. Habt ihr darüber noch nicht gesprochen, wie das dann laufen wird?
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20.03.2014, 16:59
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Also wenn er das Haus allein kaufen würde, müsste er trotzdem keinen Kredit aufnehmen. Er könnte auch ein ganzes Haus komplett bezahlen.
Dann würden, so denke ich, für mich weiterhin nur die Nebenkosten anfallen.
Ein Abbezahlen seines Eigentums würde entfallen, weil er ja selbst auch nichts abzahlen müsste.
Natürlich wäre es denkbar meine Eigentumswohnung zu verkaufen. Nur ist diese noch nicht abbezahlt. D.h. ich müsste eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen und könnte mit dem Erlös keine Haushälfte bezahlen. Ohne Kredit bei mir, auch wenn ein ein kleinerer Kredit, ginge es nicht.
Außer Frage steht natürlich, das ich ohne Miteigentümerschaft keinen Cent in das Haus stecken würde.
Also wenn ich was dazuzahle, bin ich auch mit im Boot. Das ist uns beiden klar.Geändert von FrauSnuggles (20.03.2014 um 17:06 Uhr)
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20.03.2014, 17:05
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Natürlich reden wir darüber bzw. beginnen darüber zu reden. Da ich ja jetzt schwanger bin, wird es natürlich auch wieder zum Thema.
Meine Altersabsicherung ist gesichert denn ich habe noch eine andere, abbezahlte Eigentumswohnung und ein Mehrfamilienhaus, auf dem meine 80-j. Mutter zu ihren Lebzeiten den Nießbrauch hat.
Das ist also weniger das Thema bzw meine Sorge. Diesbezüglich fühle ich mich auf der sicheren Seite.
Ich fürchte halt mehr die finanzielle Belastung in der näheren Zukunft, sprich während Elternzeit und eventueller Arbeitszeitverkürzung in den ersten 2-3 Jahren.
Da ich bisher finanziell immer sehr unabhängig war, graust es mir ein wenig bei dem Gedanken, mich an ein Haus zu binden, dicke Schulden dafür zu machen während mein Partner komplett schuldenfrei aus dem Hauskauf rausgeht.
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20.03.2014, 17:08
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Welches Ungleichgewicht meinst du? Es ist oft so, dass es in einer Partnerschaft sehr unterschiedliches Vermögen oder Einkommen gibt. Aber warum sollte daraus ein Problem werden? Du solltest deine finanzielle Belastung so legen, dass dir auch weiterhin Geld zur Verfügung steht und du nicht bei deinem Freund vorstellig werden musst, wenn du mal ein Kleid kaufen willst. Auch über die Zeit, wenn du wegen Kind ein/einige Jahre aussetzt muss geredet werden, aber dafür kann man doch Lösungen finden. Dass man gemeinsame Unternehmungen so plant, dass es für jeden bezahlbar ist, halte ich auch für selbstverständlich.
Trennungen kommen vor. Es ist jedoch nicht sinnvoll alles auf eine hypothetische Trennung zu optimieren. Häuser können einvernehmlich verkauft werden, es kann auch bereits vorab notariell geregelt werden, wie im Trennungsfall die Verkaufsoptionen oder Auszahlungsmodalitäten sind, wenn ein Partner das Haus halten möchte. Da ihr beide Eigentum habt und er zudem noch ein Kind aus erster Partnerschaft, wäre ein Ehe- und Erbvertrag sowieso empfehlenswert.
Sofern genügend Mietinteressenten in eurer Stadt vorhanden sind, würde ich mir um die ETW keine großen Gedanken machen. Klar gibt es immer ein Restrisiko, aber ich gehe doch stark davon aus, dass dir bei einem Mietausfall durch Mietnomaden dein Freund und zukünftiger Mann zur Seite stehen würde, zumal das Geld vorhanden ist. Ich finde also die Voraussetzungen für eine weitere Verschuldung also immer noch gut.
Was würdest du denn alternativ mit deinem Geld machen, das du nicht in die Haushälfte stecken willst? Wenn du jetzt Tagegeldkonto sagst, wo du später wegen Inflation und Steuer weniger rausbekommst als du reinsteckst, finde ich diese Alternative nicht prickelnd."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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20.03.2014, 17:32
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Hm, diesen Teil habe ich erst gelesen, nachdem ich meinen Text abgeschickt habe. Du hast also schon jede Menge Immobilienbesitz und müsstest nicht zwangsläufig in Betongold investieren. Dir ist finanzielle Freizügigkeit wichtiger, um Spielraum zu haben, wenn du erst später wieder in die Arbeit zurück willst oder vielleicht bis zum Rentenbeginn nur noch Teilzeit arbeiten willst. Kann ich verstehen.
Andererseits, nur mit Nebenkosten zahlen, kannst du dich gerechterweise nicht aus der Haussache rausnehmen. Ein Haus muss instandgehalten werden, das geht vom kaputten Wasserhahn bis hin zur Badrenovierung nach 20 Jahren, einer neuen Heizung, Hausanstrich und und. Damit kannst du doch deinen Partner nicht allein lassen und sagen, ich zahle nur Lebensmittel, Strom, Heizung und Wasser. Das wäre ja ein Verlustgeschäft für deinen Partner; ein Vermieter kassiert immerhin Miete für diese Aufwendungen. Wenn du dich also an einer vernünftig kalkulierten Instandhaltungsrücklage beteiligst, dann fände ich das schon deutlich gerechter."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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20.03.2014, 17:36
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
Das ist ein guter Hinweis!
Abgesehen von der besseren Geldanlage der "gespartem Miete" wäre mir persönlich der gemeinsame Gedanke, bzw. ein Haus das euch beiden gehört wichtig.
Es muss ja vielleicht auch nicht 50:50 sein, sondern du investierst nur einen Anteil im Rahmen deiner Möglichkeiten?
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20.03.2014, 18:01
AW: Haus als Paar gemeinsam kaufen oder lieber nicht....
An deiner Stelle würde ich kein Haus kaufen. Obwohl ich sonst sehr dafür bin, gemeinsamen Immobilienbesitz aufzubauen. Mein Ex und ich haben auch eine gemeinsame Wohnung.
Aber du hast schon genug Immobilienbesitz. Ein Eigenheim ist sowieso nicht besonders rentabel, Mehrfamilienhäuser bringen mehr ein. Und du hast kein freies Kapital herumliegen.
Deine momentane Situation ist außerdem ungünstig für noch eine Immobilie. Du hast schon eine Hypothek, dein Einkommen sinkt. Ich weiß ja nicht, um welchen Ort es geht, aber in vielen beliebten Städten droht eine Immobilienblase. Wenn die Zinsen mal steigen, kann die auch platzen. Wie in Spanien, den USA ...
Warum mietet ihr euch nicht einfach ein passendes Haus und dein Partner legt sein Geld woanders an und vermietet das alte Haus? Dann bleibt ihr flexibel und könnt, sollten es Fünflinge werden ;-) oder noch mehr Kinder kommen, bei Bedarf weiterziehen.
Oder wie wäre es mit einem Anbau? Falls der Garten genug Platz bietet. Sowohl meine Großeltern als auch ein Onkel haben so für mehr Platz gesorgt. Könnt ihr Platzreserven auf dem Dachboden oder im Keller ausbauen?
Wenn du jetzt mal egoistisch denkst, lässt du es, wie es ist. Bleibt einfach in seinem Haus, schön mietfrei für dich. Du wirst durch das Kind sowieso schon finanziell zurückstecken, begrenze den finanziellen "Schaden". Vielleicht könnt ihr die eine oder andere Ecke entrümpeln und Platz freimachen? Es ist erstaunlich, mit wie wenig Platz man hinkommt, wenn man nicht soviel Zeug hat. Ich sehe das immer in der Ferienwohnung. Hier haben wir 100 qm, dort 24. Wir fühlen uns wohl, hier wie dort. Zu zweit. Nur ist dort viel weniger Zeug. Man braucht viel weniger als man denkt.


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