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    Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen, beitragsfrei stellen, behalten?

    Guten Abend zusammen :)

    Vorab zu mir: Ich bin 28 Jahre alt, in Finanzdingen bisher immer sehr ahnungslos und leider auch uninteressiert gewesen und habe mir nun aber vor ein paar Wochen vorgenommen, mich endlich einmal damit zu beschäftigen. Dabei bin ich über ein Altersvorsorgeprodukt gestolpert, welches ich vor Jahren mal bei einem Versicherungsvertreter abgeschlossen habe und über das ich mir seitdem nicht mehr viele Gedanken gemacht habe. Und um ganz ehrlich zu sein, weiß ich auch gar nicht wirklich was ich da überhaupt abgeschlossen habe.

    Es handelt sich dabei um die Signal Iduna Global Garant Invest Siggi Flexible Rente. Dort zahle ich seit Januar 2015 monatlich 150,00 € Beitrag, mit Ausnahme einer Beitragspause von einem Jahr, weil ich das Geld anderweitig brauchte. Im Februar 2018 habe ich mir außerdem 2.600,00 € Vertragsguthaben aus dem selben Grund auszahlen lassen. Rentenbeginn ist planmäßig der 01.01.2059.

    Nachdem ich hier so einiges gelesen habe zu privaten Rentenversicherungen und dass diese oft weniger dem Versicherungsnehmer nützen als viel mehr der Versicherung, würde ich nun gerne irgendwie beurteilen ob ich da was "gutes" abgeschlossen habe oder es lieber jetzt noch kündigen sollte bevor ich noch mehr Geld dort reinschieße und das Geld lieber für ETF oder etwas anderes nutzen sollte.
    Mir ist vor allem wichtig, dass ich am Ende mindestens auch mein investiertes Geld zurückbekomme (wobei ich es dann ja auch einfach auf dem Tagesgeldkonto belassen könnte..). Im Versicherungsschein ist von einer monatlichen Garantierente von 257,72 € bzw. einer einmaligen Kapitalleistung von 79.200,00 € (100 % des eingezahlten Guthabens) die Rede, in den letzten beiden Vertragsauskünften aus 2020 und 2019 nur noch von monatlich 97,36 € bzw. einmalig 38,66 % des Guthabens, warum auch immer. Da kommen aber ja noch die zugeteilten Überschüsse und die Fondswerte drauf (?), aber garantiert sind die Beträge diesbezüglich ja auch nicht. Ich steige da wirklich nicht durch.
    Laut dem Nachtrag zum Versicherungsschein nach dem Auszahlen der 2.600,00 € würde ich bei Kündigung oder Beitragsfreistellung aber noch bis 2040 leer ausgehen, was mir aber auch etwas lang vorkommt..

    Wahrscheinlich wäre es das sinnvollste bei der Versicherung oder dem Vertreter nachzufragen, aber aufgrund meiner völligen Ahnungslosigkeit befürchte ich, dass die mir alles erzählen könnten und ich wäre am Ende trotzdem nicht klüger..

    Ich wäre also sehr dankbar für Ratschläge, wie ich beurteilen soll ob es sich lohnt, die Versicherung zu halten.
    Ich habe auch schon überlegt, sobald es pandemiebedingt wieder möglich ist, einen Beratungstermin bei der Verbraucherzentrale zu vereinbaren, hat jemand Erfahrungswerte ob das sein Geld wert ist?

    Liebe Grüße

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    AW: Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen, beitragsfrei stellen, behalten?

    Das Problem dieser Tarife sind die Kosten, die einen großen Teil der Rendite auffressen. Statt dieser Versicherung eine andere abzuschließen, halte ich nicht für sinnvoll, denn in diesem Vertrag sind die Vertriebskosten bezahlt, bei einem neuen mußt Du sie erneut bezahlen.

    Ohne den Vetrag und den Tarif zu kennen, tendiere ich dazu, diesen Vertrag beitragsfrei zu stellen (nicht kündigen !) und die verfügbare Rate in einen ETF Sparplan zu stecken. Aber auch dieser sollte sorgfältig unter Kostengesichtspunkten ausgewählt werden.
    Be yourself no matter what they say (Sting).

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    AW: Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen, beitragsfrei stellen, behalten?

    Zitat Zitat von Svenni92 Beitrag anzeigen
    Nachdem ich hier so einiges gelesen habe zu privaten Rentenversicherungen und dass diese oft weniger dem Versicherungsnehmer nützen als viel mehr der Versicherung, würde ich nun gerne irgendwie beurteilen ob ich da was "gutes" abgeschlossen habe oder es lieber jetzt noch kündigen sollte bevor ich noch mehr Geld dort reinschieße und das Geld lieber für ETF oder etwas anderes nutzen sollte.
    Hallo Svenni92,
    dein Versicherungsprodukt gibt es mit so unterschiedlichen Bausteinen, dass man unmöglich eine Antwort finden kann, die jeder Produktvariante gerecht wird. Sprich, selbst wenn jemand hier im Forum dieselbe Rentenversicherung abgeschlossen hat mit demselben monatlichen Beitrag, kann am Ende der Laufzeit ein ganz anderer Betrag stehen, weil sich derjenige vielleicht für weniger Betragsgarantie und einen progressiveren Fonds entschieden hat.
    Zitat Zitat von Svenni92 Beitrag anzeigen
    Mir ist vor allem wichtig, dass ich am Ende mindestens auch mein investiertes Geld zurückbekomme (wobei ich es dann ja auch einfach auf dem Tagesgeldkonto belassen könnte..).
    Ich bin durchaus hier im Forum dafür bekannt offensiv für ETFs zu werben, allerdings wenn du eine „Beitragsgarantie“ willst, dann scheiden ETFs für dich aus. Ich kann dir zwar erzählen, dass es in der Vergangenheit noch nie ein Minus gegeben hat, wenn man in einen marktbreiten Index investiert hat und das über mehr als 15 Jahre durchgehalten hat, aber ganz klar, das ist keine Garantie. Und ja, ein Investment in ETFs beinhaltet Schwankungen. Da kann es dir passieren, dass du im dritten oder fünften Jahr deiner Beitragszahlungen plötzlich wegen Kurssturz im Minus bist. Das kann man entweder aushalten oder man ist kein Kandidat für ETFs.

    Zu bedenken ist auch immer, wie viel „Arbeit“ du bereit bist in das Thema zu investieren. Wenn du einen ETF-Sparplan hast, ist das zwar lange Zeit sehr pflegeleicht , aber spätestens ein paar Jahre vor dem geplanten Rentenbezug muss man den Markt im Auge behalten und eventuell frühzeitig Anteile verkaufen, wenn man aufs Geld angewiesen ist. Dann kommt es auch immer darauf an, wie sehr man großen Summen widerstehen kann. 150 Euro auf 38 Jahre in einem gebührengünstigem ETF mit 5 Prozent Rendite ergibt ca 180.000 Euro nach dieser Zeit. Nicht jeder kann solchen Reichtümern widerstehen, wenn man nur einen Mausklick (=verkaufen) von solchen Reichtümern entfernt ist.

    Wenn du dir nicht über den Weg traust, aber eine garantierte Rentenaufstockung brauchst und dir dabei null Arbeit machen willst, dann plädiere ich dafür deine Rentenversicherung zu behalten. Sie ist per se nicht schlecht. Es sollte dir nur klar sein, dass eine Geldgarantie direkt auf die Rendite Auswirkungen hat, ebenso wie das sich nicht kümmern. Das kostet dich über die Jahre wahrscheinlich mehr als nur 10.000 Euro Gewinn. Dennoch kann es der richtige Weg für dich sein, nicht jeder ist für die direkte Wertpapieranlage geeignet. Was auf jeden Fall gut ist: Du hast beschlossen, für die Zukunft vorzusorgen und das ist schon mal ein wichtiger und richtiger Schritt. Früh damit anfangen hilft auch immer.

    Ich würde an deiner Stelle die Vertragsunterlagen rauskramen und den Prospekt, sofern du den noch hast und versuchen das Produkt zu verstehen. Wenn das nicht klappt, rufe ruhig den Berater an. Der kann dir für seine Provision, die er bekommt, locker nochmal erklären, welche Bausteine des Vertrags du genommen hast. Wenn du dann erneut ein gutes Gefühl hast, dann ist es das Richtige für dich. Wenn du mehr Risiko ertragen kann, dann komm ins Anlageforum rüber, wo ETFs schon oft ein Thema waren.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen, beitragsfrei stellen, behalten?

    Vielen lieben Dank für die Rückmeldungen!

    Da hab ich mich nicht ganz klar ausgedrückt glaube ich. Grundsätzlich bin ich durchaus bereit für eine höhere potenzielle Rendite auch Verluste hinzunehmen bzw. auszusitzen. Ich habe zwar noch nie was mit der Börse zu tun gehabt, hab mich aber in den letzten Wochen eingelesen und schätze mich durchaus so ein, dass ich das "mental" schaffen würde.
    Sollte ich mich dafür entscheiden die Rentenversicherung bestehen zu lassen würde ich wohl außerdem trotzdem ein Depot eröffnen und mit einem Teil meiner restlichen verfügbaren Sparrate anfangen zu investieren, da hat sich mir eben nur die Frage gestellt ob es sich mehr lohnt die 150,00 € dafür zu nehmen oder sie weiter in der Versicherung zu belassen. Deshalb die Aussage, dass mir die Beitragsgarantie in dem Fall wichtig ist, denn wenn ich jetzt schon absehen könnte, dass ich am Ende definitiv draufgezahlt habe, würde ich den jetzigen Verlust in Kauf nehmen und sie kündigen oder einfrieren, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wenn ich zumindest ca. +/- 0 rausgehen würde, würde ich sie bestehen lassen und einfach als schlecht verzinstes Sparkonto ansehen, welches mir am Ende aber immerhin sicher ist und parallel dazu das Depot als etwas risikoreichere Vorsorge betreiben.

    Außerdem fühle ich mich einfach besser dabei, eigenständig in etwas flexibles wie einen Sparplan zu investieren und den Verlauf jederzeit beobachten und beeinflussen zu können, als Monat für Monat in irgendeine Versicherung Geld zu schießen ohne wirklich zu wissen was damit passiert.

    Aber was das angeht hast du natürlich Recht, der erste Schritt ist zu versuchen, die Versicherung zu verstehen. Darum bemühe ich mich nun erstmal weiter und traue mich ggf. dann vielleicht auch, dort nochmal nachzufragen ;)

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    AW: Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen, beitragsfrei stellen, behalten?

    Zitat Zitat von Svenni92 Beitrag anzeigen
    Da hab ich mich nicht ganz klar ausgedrückt glaube ich. Grundsätzlich bin ich durchaus bereit für eine höhere potenzielle Rendite auch Verluste hinzunehmen bzw. auszusitzen. Ich habe zwar noch nie was mit der Börse zu tun gehabt, hab mich aber in den letzten Wochen eingelesen und schätze mich durchaus so ein, dass ich das "mental" schaffen würde.
    Ah, also doch ein potentieller Wertpapierkandidat. Du brauchst Zeit, aber dieser Anlagehorizont ist in deinem jungen Alter definitiv gegeben und du brauchst Nerven. Dazu ist es nicht mal nötig Verluste hinzunehmen, sondern einfach nur die Nervenruhe zu besitzen in turbulenten Zeiten einfach stillzuhalten und gar nichts zu tun. Der Sturm zieht vorüber, früher oder später und man hat auf diese Weise keinen Cent Verlust gemacht. Wenn du dir das zutraust, kannst du in ETFs investieren.

    Zitat Zitat von Svenni92 Beitrag anzeigen
    Sollte ich mich dafür entscheiden die Rentenversicherung bestehen zu lassen würde ich wohl außerdem trotzdem ein Depot eröffnen und mit einem Teil meiner restlichen verfügbaren Sparrate anfangen zu investieren, da hat sich mir eben nur die Frage gestellt ob es sich mehr lohnt die 150,00 € dafür zu nehmen oder sie weiter in der Versicherung zu belassen
    Eine Versicherung in den frühen Jahren zu kündigen ist meist keine Freude, da die Kosten für den Vertragsabschluss auf die ersten fünf Jahre verteilt wird. Der Betrag müsste als Rückkaufswert aber in den Vertragsunterlagen stehen. Dazu kommen oft noch Gebühren für den Verwaltungsaufwand dazu. Beitragsfrei stellen hat auch Bedingungen. Wenn du nicht mindestens einen Schwellenwert von X Euro erreicht hast, ist das gar nicht möglich. Denn die Gebühren für die Vertragsverwaltung gehen weiter vom Guthaben weg und würden irgendwann den Gegenwert deines Guthabens aufzehren. Das müsste alles in deinen Unterlagen stehen oder dein Berater sagt es dir. Der wird dich dann überzeugen wollen am Ball zu bleiben, denn dein Geld ist schließlich auch sein Geld.

    Ich würde an deiner Stelle, wenn du mit den Schwankungen der Börse gut leben kannst, auf jeden Fall zusätzlich einen ETF-Sparplan aufsetzen. Dein Anlagehorizont, die maximale Flexibilität und die Renditeaussichten sprechen einfach dafür. Ob du dafür dein Engagement in deiner privaten Rentenversicherung mit Verlust (?) aufgibst, stilllegst oder eventuell den monatlichen Beitrag verringern kannst, kannst nur du nach dem Vorlegen von Zahlen entscheiden. Vielleicht lässt sich dein Vertrag durch das Wechseln der besparten Fonds dynamischer gestalten und du kannst ihn als sicheren Baustein deiner Altersvorsorge fortführen? Dann hättest du in der Zukunft deine gesetzliche Rente, eine niedrige, aber garantierte Versichertenrente und die Rendite deines künftigen Wertpapiersparplans als Sahnehäubchen obendrauf.
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    (John D. Rockefeller)

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