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    Pflegezusatzversicherung

    In den letzten Tagen ist durch die Medien gegangen, dass die privaten Pflegezusatzversicherungen teilweise recht drastisch die monatlichen Beiträge erhöht haben. In Einzelfällen sogar um 100 % (von 83 € auf 184 €).

    Das hat mich zum Nachdenken gebracht, ob so eine Versicherung - mal von den genannten Beitragserhöhungen abgesehen - nicht sinnvoll wäre.

    Die eigene Rente + Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung können ja meist gar nicht die anfallenden Pflegekosten abdecken, wenn man doch später mal ins Heim muss.

    Empfohlen wurde z. B. in Marktcheck vom SWR, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, die ab einer bestimmten Pflegestufe (ich glaube, es war Pflegestufe 3) einen gewissen Pflegetagessatz auszahlt. Egal, ob man sich im Heim befindet oder zu Hause. Man kann dann diesen Betrag frei verwenden für anfallende Pflegekosten.

    Habt Ihr Euch auch schon mal mit dem Thema befasst oder eine solche Versicherung abgeschlossen oder seid Ihr durch zu pflegende Angehörige mit der Thematik befasst? Mich schreckt es schon ein bissl zu wissen, dass man zum Sozialfall werden könnte im hohen Alter, weil die Ersparnisse für die Pflege draufgegangen sind und jetzt das Sozialamt einspringen muss und nur noch ein Taschengeld von 115 € oder so ähnlich verbleibt. Davon kann man ja keine Sprünge machen. Und sich finanziell nackig machen im Alter ist irgendwie entwürdigend. Da fände ich eine Versicherung, von der man z. B. um die 40 € als Pflegetagessatz ausgezahlt erhält schon eine Erleichterung.

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Ich hatte mal darüber nachgedacht, kam aber wieder davon ab. Ich habe keine Angehörigen, die mich pflegen bzw in irgendeiner Art und Weise damit belastet werden könnten, insofern werde ich im Fall eines Pflegeheims so oder so auf Staatskosten angewiesen sein. Und dann ist es mir in den Punkt auch egal, ob der Staat viel oder wenig für meine Unterbringung wird aufbringen dürfen.

    Ich arbeite von jeher Vollzeit und werde das bis zur Rente wohl auch weitermachen, die zu erwartende Rente nebst betrieblicher Altersvorsorge und Ersparnissen wird für ein normales, selbstbestimmtes Leben wohl ausreichen. Ist es mit der Selbstbestimmung weitgehend vorbei und mein Geld reicht nimmer, habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn dann der Staat ran darf.

    In einer Pflegezusatzversicherung für mich sehe ich keinen Mehrwert - zumindest keinen, der monatlich 83, 184 oder sonstige Euros verschlingen würde.

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Ich habe eine, aber nach der letzten Erhöhung bin ich relativ unzufrieden. Mein Betrag ist von monatlich 90,40 Euro auf 113,42 Euro angehoben worden, angefangen habe ich vor 5 Jahren mit 54,56 Euro.

    Nun gibt es ungezählte Tarifvarianten, ich habe mein Augenmerk auf eine hohe Auszahlung bei Heimaufenthalten gelegt. Mein Mann hat eine, die bei häuslicher Pflege ihren finanziellen Schwerpunkt hat. Reine Zahlenvergleiche bringen daher gar nichts, weil man die die Leistungen einzeln bei häuslicher und stationärer Pflege und zusätzlich den Auszahlungsbetrag bei den einzelnen Pflegestufen vergleichen muss.

    Ich bin mittlerweile sehr unschlüssig, ob mir mein Vertrag gefällt. 1360 Euro pro Jahr, das sind über 27000 Euro in 20 Jahren ohne Preiserhöhung, wo keiner weiß ob die mal brauche. Andererseits habe ich Visionen von einem gepflegten Seniorenstift mit Alpenblick und Spa, wo die Suite 5000 Euro im Monat kostet. Das muss ja irgendwie bezahlt werden.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Solange ich nicht pflegebedürftig werden würde, würde meine Rente + Zusatzrente aus dem ÖD auch zum Leben reichen. Allerdings tun dann Beiträge für die Pflegezusatzversicherung doch schon weh, wenn die sich im 100er oder vielleicht sogar später 200er Bereich monatlich bewegen.

    Aber Heimkosten kann ich mit eigenen Einkünften niemals abdecken. Ersparnisse sind auch nicht unendlich. Ich finde es z. B. nicht prickelnd, wenn ich mir vorstelle, inkontinent zu sein und mir jede Windel vorrechnen lassen zu müssen, weil die Krankenkasse nur 2, 3 oder 4 pro Tag genehmigt, die schließlich 1 l Urin (oder wieviel auch immer) aufnehmen können. Das ist heute schon leider Realität. Dann würde ich mir solche Dinge gern lieber vom eigenen Geld gönnen können oder gewisse Pflegeprodukte, die es nicht im Ein-Euro-Shop gibt, oder mal ne Tafel Schokolade. Wenn man von Grundsicherung leben müsste, wäre solcher "Luxus" unter Umständen gar nicht mehr vom Taschengeld bezahlbar, weil alles für nicht rezeptpflichtige, selbst zu zahlende Medikamente drauf geht oder man auch mal Frisör oder Fußpflege in Anspruch nehmen muss. Ab und zu brauchts ja auch mal ne neue Bux oder anderes.

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Nocturna , Dich hatte ich tatsächlich im Kopf, so als Pflegezusatzversicherte .

    Andererseits sind die eingezahlten 27.000 Teuro ruckzuck für Pflegekosten aufgebraucht, wahrscheinlich noch nicht mal in einem Jahr.

    Oder sie sind weg, weil man gar kein Pflegefall wird und das Geld nicht braucht.

    Ich denke für mich übrigens auch immer an so Seniorenstifte im gepflegten Ambiente ...

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen
    Andererseits sind die eingezahlten 27.000 Teuro ruckzuck für Pflegekosten aufgebraucht, wahrscheinlich noch nicht mal in einem Jahr.
    Allerdings. Ich habe einen Tagespflegegeld von 70 Euro im Vertrag. Die kommen prozentual von Pflegestufe 1-5 in häuslicher, teilstationärer und vollstationärer Pflege zur Auszahlung. Zuhause sind die Zuschüsse eher gering. Ich glaube aber nicht der Typ zu sein, der sich zuhause mit Pflegestufe 3 abmüht, zumal man den Kopf schon fast unterm Arm haben muss um Pflegestufe 3 zu bekommen. Das sehe ich an meiner Mutter, die Stufe 2 hat und nur noch grenzwertig in ihrer Wohnung bleiben kann. Außerdem setzt eine Pflege zuhause viel Organisation voraus, jemand muss sich kümmern, denn in den hohen Pflegestufen kann man das nicht mehr selbst. Mein Sohn wird das sicher nicht übernehmen, also setze ich aufs Pflegeheim.

    Im Pflegeheim gibt es ab Stufe 2 den vollen Tagessatz, 2100 Euro im Monat. Das reicht selbst bei heutigen Pflegeheimen nicht mehr im vollen Umfang für die Eigenbeteiligung. Das nächste Pflegeheim hier, normaler Standard, hatte schon vor 2 Jahren, als ich mich das letzte Mal erkundigte, eine Zuzahlung von, ich finde die Unterlagen gerade nicht, ca 2300 Euro egal in welcher Pflegestufe. Was das in 20 Jahren dann kosten wird? ….

    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen
    Ich denke für mich übrigens auch immer an so Seniorenstifte im gepflegten Ambiente ...
    Tja, ob es sowas überhaupt gibt? Prospektmaterial ist geduldig. Die Wirklichkeit wird wahrscheinlich anders ausschauen. Ich habe keine Ahnung. Den Vertrag lasse ich weiterlaufen und schaue wie sich der Beitrag entwickelt. Einen neuen Vertrag mit 57 Jahren abzuschließen ist sinnlos, denn in den 5 Jahren ist ein neuer Risikofaktor (Osteoponie) dazugekommen. Da bekommt man nichts mehr zu akzeptablen Bedingungen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Ich fahre täglich an so nem gepflegten Seniorenstift vorbei, von draußen siehts zumindest gediegen und fast nach Luxus aus - wie es drinnen ist, weiß ich natürlich auch nicht. Wenn man Glück hat, guckt man auf den Neckar und die Hausberge der Stadt.

    Du hast Dich ja schon mit den Häusern und Preisen befasst, soweit bin ich noch lange nicht. Zumal ich, wenn mein Mann und ich in Rente sind, wieder mit ihm in meine norddt. Heimat gehe.

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Meine Schwiegermutter lebt seit nun 6 Jahren in einer privaten Seniorenresidenz im Ruhrgebiet.
    Eine besondere Aussicht hat sie dort zwar nicht, aber ansonsten gibt es schon ein paar Dinge, die den Aufenthalt dort angenehm machen.
    Das Haus hat beispielsweise eine eigene Küche, so dass individuelle Essenswünsche erfüllt werden können und es gibt viele und langjährige Mitarbeiter, die die Bewohner und ihre Gewohnheiten kennen und darauf eingehen.

    Aber es ist auch teuer und ich habe mir damals zum ersten Mal auch Gedanken über mein eigenes Alter gemacht und dann eben auch eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen.

    Ich zahle dafür monatlich gut 100 Euro. Mir ist es aber wichtig, auch für den worst case vorzusorgen, damit die Kinder nicht für mich zahlen müssen.

    Allerdings ging vorige Tage eine Meldung durch die Presse, dass die Zuzahlkosten limitiert werden sollen, man im Pflegefall also max. für einen bestimmten Zeitraum zuzahlen muss und die Kosten danach vom Staat übernommen werden sollen.
    Dann hätte ich die letzten Jahre quasi umsonst bezahlt.

    Da muss man jetzt wohl abwarten.

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Ich habe mir nach dem Tod meiner Mutter letztes Jahr auch Gedanken gemacht. Eine Pflegeversicherng war vom Preis her für mich nicht machbar. Zudem plagen mich mit fast 57 auch schon einige Zipperlein und ich habe zwei Kinder im Studium, die ich noch unterstütze.

    Diesen „Pflegeriester“ habe ich abgeschlossen, da bekommt man im Monat 5€ Zuschuss vom Staat. Kosten weiß,ich nicht mehr, unter 50€ im Monat. Da kommt aber auch wenig bei raus.

    Ich habe ihn wieder aufgelöst.

    Den Plan von Spahn höre ich auch voll Hoffnung. (Wird den Versicherungen aber nicht gefallen)

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    AW: Pflegezusatzversicherung

    Zitat Zitat von Ichwillnicht Beitrag anzeigen

    Den Plan von Spahn höre ich auch voll Hoffnung. (Wird den Versicherungen aber nicht gefallen)
    Das hört sich in der Tat hoffnungsvoll an. Was draus wird, kann man später sehen.

    Vor 20 Jahren habe ich mich mit dem Thema der Pflegezusatzversicherung befasst. Man schließt immer einen Versicherungsbetrag über einen bestimmten Tagessatz ab. Damals wäre ein Tagessatz von 30 DM absolut ausreichend gewesen. Der Betrag würde heute gerade noch für den täglichen persönlichen Bedarf* ausreichen, aber keineswegs den immensen Selbstbehalt der sog. Hotelkosten abdecken.

    Vor wenigen Jahren kamen zwei ehrwürdige Männer von einer Selbsthilfegruppe zu uns zu Besuch und schwärmten von einer Versicherung, die bei einem Unfall, z.B. Sturz bei der Hausarbeit die gesamten Kosten einer Haushaltshilfe und einer Pflegekraft bis zur Gesundung abdecken würde. Aber, das stand dann in den drei Seiten Kleingedrucktes, nur einmal, dann sei der Vertrag beendet.

    Bis etwa der Jahrtausendwende war das große Geschäft aller Versicherungen die Kapitallebensversicherungen. Für beide Seiten ein attraktives Geschäft. Lohnt sich aber für Verbraucher nicht mehr, denn die Versicherungen können den Garantiezins nicht mehr halten und der Auszahlungsbetrag wird noch einmal besteuert.

    Jetzt ist das große Geschäft die Zusatzpflegeversicherung in immer neuen farbigen Varianten - mit ungewissen Ausgang des Kunden.

    Ergänzung:
    der persönliche Bedarf umfasst Körperpflegemittel, Zahnreinigung, Inkontinenzhilfen wie Windeln, Friseur, Fußpflege und Maniküre (was Fingernägelschneiden meint) und nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie Imodium.
    Geändert von Opelius (12.10.2020 um 07:15 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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