Hallo,
habe mich extra hier angemeldet, um über mein Problem sprechen zu können. Ich weiß nicht mehr weiter. Es geht um meinen Freund, der selbstständig ist und somit in einer PKV nur versichert werden kann. Er hatte vor vier Jahren eine Krebserkrankung, es erfolgte eine Operation ohne Nachbehandlung (Strahlen- oder Chemotherapie). Ich weiß nicht, was ihn geritten hat, nach vier Monaten die PKV zu wechseln. Die Beiträge waren besonders in der alten Versicherung recht hoch, vielleicht war das der Grund. Er geriet an einen Versicherungsmakler, der mit ihm den Anmeldebogen durchging. Seine Krankheit gab er an, der Makler meinte nur, das sieht doch gut aus und da kommt bestimmt nichts mehr. Er ließ die Krankheit weg, Mein Partner unterschrieb und der Tarif war entsprechend niedrig. Ich wusste das alles nicht. Erst durch einen Zufall kam das ans Tageslicht. Seine Nachsorgeuntersuchungen hat er dann aus eigener Tasche bezahlt. Er hätte zum Jahresende kündigen können, hab aber zu der Zeit nicht an einen Wechsel gedacht. D.h. er ist noch ein weiteres Jahr in dem Vertrag. Ich kann schon nachts nicht mehr schlafen bei dem Gedanken, dass er einen Rückfall hat und dann? Eine Therapie kann er aus eigener Tasche nicht bezahlen. Was ist dann? Und vor allem wie kommt er da wieder raus? Ich habe schon das Internet auf den Kopf gestellt, bin aber genauso schlau wie vorher. Im übrigen hab ich eine Mordswut auf meinen Freund. Wir wollten heiraten, aber das will ich jetzt erstmal nicht mehr. Dann müsste ich vielleicht sogar für ihn im Ernstfall bezahlen oder mich beteiligen. Ich finde das Ganze unmöglich! Wie kann eine Schadensbegrenzung jetzt aussehen?
Es wäre sehr hilfreich, hier Antworten zu bekommen.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 36
Thema: Falsche Angaben bei der PKV
-
06.01.2015, 16:22Inaktiver User
Falsche Angaben bei der PKV
-
06.01.2015, 17:43
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Du kannst da eigentlich nicht viel machen außer Daumen drücken, dass so ein Rückfall nicht eintritt!
Mir ist nur Folgendes bekannt: Im schlimmsten Fall prüft die Krankenkasse im Falle einer erneuten Erkrankung nochmal seine Vorgeschichte. Wenn dann rauskommt, dass er was verschwiegen hat, berechnen sie den Beitrag, den er mit der Erkrankung in der Vorgeschichte hätte bezahlen sollen, nochmal neu und verlangen dann die Differenz zwischen dem bisher gezahlten Beitrag und dem neuberechneten Beitrag rückwirkend ab Versicherungsbeginn, also im Fall Deines Freundes 3,5 Jahre oder so? Das kann dann schon richtig teuer werden
Wenn man diese Differenz dann bezahlt hat, übernimmt die PKV auch wieder die Behandlungskosten.
Dein Freund wird sicherlich seine Gründe haben, warum er das verschwiegen hat, oder sich hat einreden lassen, dass man das nicht erwähnen braucht (wobei wir hier nicht von einem Schnupfen, sondern von Krebs reden!). Viele Versicherungen nehmen Personen mit derartigen Erkrankungen in der Vorgeschichte erst gar nicht auf oder wenn, zu einem sehr hohen Preis.
Egal, wie man es dreht und wendet, es kann teuer werden. Um aus so einem Schlamassel wieder rauszukommen, empfehle ich dringend, dass dein Freund sich eine versicherungspflichtige Beschäftigung zulegt und in die GKV zurückkommt. Damit wären Eure Sorgen und Ängste quasi wie weggeblasen. Er kann sich nach einer Weile dann ja auch wieder hauptberuflich selbstständig machen und dann aber eben nicht wieder privat, sondern freiwillig gesetzlich versichern.
Ich kann Deine Ängste und Sorgen sehr gut nachvollziehen! War selbst 14 Jahre lang privat versichert, wusste teilweise nicht, wie ich die ständig steigenden Beiträge bezahlen soll, und bin von dieser Last nun seit fast einem Jahr befreit
Geändert von Confused_27 (06.01.2015 um 17:57 Uhr)
-
06.01.2015, 17:51Inaktiver User
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Er war ja vorher versichert, hat auch die OP bezahlt bekommen. Wäre er in der alten Versicherung geblieben, wäre doch auch der Tarif nicht erhöht worden. Ich versteh ihn überhaupt nicht. Sicherlich kämen bei einer Nachzahlung so um die 10 000 € rum, das kann er nicht bezahlen. Er will jetzt Ende des Jahres die Versicherung wechseln und dann bei der neuen die Krankheit angeben. Wenn er bis dahin keinen Rückfall bekommt! Aber im Leben passieren eben die unglaublichsten Sachen, man weiß nicht passiert und ich leide sehr unter der Belastung. Das ist für mich Stress pur. Egal was er macht, alles geht ungewiss aus. Das ist so ein Mist!
-
06.01.2015, 17:56Inaktiver User
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Nur mal nebenbei, Dein Fraund kann sich als Selbstständiger auch freiwillig in der GKV versichern. Da staffelt sich der Beitrag nach dem Einkommen.
Wäre ich Dein Freund, würde ich mich mit der Versicherung in Verbindung setzen und mitteilen, mir sei bei Einsicht in die Antragsunterlagen aufgefallen, dass ihr Vertreter Herr XY die von mir gemachten Angaben bezüglich ... nicht berücksichtigt und deshalb nicht eingetragen hat, so dass ich diesbezüglich um Korrektur bitte bzw. um Kenntnisnahme.
Den Rest erledigt dann die Versicherung schon. Vermutlich werden Arztauskünfte eingeholt, eventuell wird er aufgrund der Vorerkrankung sogar von der PKV abgelehnt werden, mindestens jedoch einen erhöhten Beitrag leisten müssen. Sofern er abgelehnt wird, muss seine letzte GKV, bei der irgendwann vorher einmal versichert war, ihn aufnehmen.
Ich wundere mich, dass allein Du Dir Sorgen machst und nicht Dein Partner. Warum kommt er nicht in die Gänge, warum musst Du das Internet durchforsten, warum kümmert er sich nicht? Hat er keine Angst? Gibt es Anzeichen für einen erneuten Krankheitsausbruch?
-
06.01.2015, 18:04Inaktiver User
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Er ist nicht mehr jung und über 55. Da kann er nicht mehr in die gesetzliche, wenn er nicht in den letzten 5 Jahren wenigstens tageweise gesetzlich versichert war.
Ich persönlich würde es so machen, wie du es vorschlägst und mich direkt an die Versicherung wenden. Aber er riskiert einen Rauswurf! Und es ist tatsächlich so, dass er bisher keine Angst hatte. Vor allem in dem Alter! Mir sind jetzt ernsthafte Zweifel an ihm gekommen. Wie kann man so leichtsinnig sein? Das beschäftigt mich die ganze Zeit!
-
06.01.2015, 18:05
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Kann er eben leider nicht. In der PKV steckt er erstmal fest. Er kommt da nur raus, wenn er ein versicherungspflichtiges Verhältnis eingeht. Erst wenn er wieder eine Weile gesetzlich versichert ist, kann er bei einer Selbstständigkeit aussuchen, ob er freiwillig gesetzlich versichert bleiben möchte oder sich privat versichert.
Ob nur Carola sich einen Kopf darüber macht, können wir nicht sagen. Vielleicht belastet das ihren Freund ja auch, aber er sagt es so nicht, da er weiß, dass er Mist gebaut hat. Das kann einem ganz schön unangenehm sein.
Auch finde ich den Vorschlag, sich selbst bei der Versicherung zu melden und quasi zu beichten nicht sonderlich erstrebenswert. Denen ist es Wurst, ob der Versicherungsvertreter einen Fehler gemacht hat. Der Versicherungsnehmer setzt seine Unterschrift darunter und bestätigt damit, dass alle Angaben richtig sind und nichts verschwiegen wurde.Geändert von Confused_27 (06.01.2015 um 18:15 Uhr)
-
06.01.2015, 18:11
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Nach 5 Jahren gilt er als geheilt, will sagen, die Zeichen stehen gut, dass keine Nacherkrankung auftritt. Bis dahin muss er halt seine Arztrechnungen diesbezüglich selbst bezahlen. Chemo- oder Bestrahlung geht doch sowieso nicht? Welche Therapien befürchtest du denn?
Ich rate, zu kündigen, wenn es geht und bei der neuen Krankenkasse richtige Angaben zu machen. Dazwischen: Alles selbst bezahlen.
Moderatorin im Forum
Trennung und Scheidung,
Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
Über das Kennenlernen
Reine Familiensache
-
06.01.2015, 18:12
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Über 55? Na dann gestaltet sich die Sache durchaus noch etwas schwieriger. Ich glaube, dann funktioniert es sowieso nur noch über die Familienversicherung, aber Ihr seid ja nicht verheiratet, also fällt das auch weg

Wenn Ihr Euch das nicht leisten könnt, wieso wollt Ihr das der Versicherung denn melden? Da wird doch alles noch schlimmer!
Ich kann mir wirklich nur vorstellen, dass Dein Freund Geldnot hatte und deshalb so einen Unfug gemacht hat. Ich denke, dass Ihr die Daumen drücken solltet, dass dieses Jahr nichts weiter passiert, und Euch in ein paar Monaten schonmal wegen einer neuen Versicherung umschauen solltet.
-
06.01.2015, 18:14
-
06.01.2015, 18:16Inaktiver User
AW: Falsche Angaben bei der PKV
Meine Antwort bezog sich lediglich auf die pauschale Aussage: "... der selbstständig ist und somit in einer PKV nur versichert werden kann."
Vielen Dank, dass Du mir Fragen beantworten möchtest, die ich der TE gestellt habe.
Wie ich sehe, hat sie sich ja schon dazu geäußert.
Ich bin mir sicher, dass die TE bzw. ihr Freund das tun, was sie für richtig halten - nicht Du oder ich.


Zitieren

