Ich ärgere mich seit Monaten wirklich schwarz.
Aus privaten Gründen möchte ich mich beruflich (und örtlich) verändern.
Ich finde zahlreiche interessante Stellen in dieser Grosstadt, okay, ich habe sowohl einen akademischen technischen als auch einen akademischen wirtschaftlichen Abschluss und gut 10 Jahre Berufserfahrung, sowie zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen.
Aber die Unternehmen scheinen keinen wirklichen Mangel zu haben. Ich bewerbe mich und bekomme max. eine Bestätigung. Sollte sich ein Unternehmen überhaupt dazu bequemen einen Ansprechpartner zu nennen, oft gibt es das gar nicht mehr und ist auch so gewollt, rufe ich an - alle sind sehr aufgeschlossen und interessiert - und das wars.
Man/Frau hört einfach gar nichts mehr. Die Stellen sind weiterhin ausgeschrieben, es vergehen Wochen und Monate. Manchmal hake ich nach (wo es geht telefonsich) und erhalte die Auskunft "die Fachabteilung hat noch nicht entschieden", auf Mails kommen gar keine Antwort.
In meiner Verzweiflung habe ich einen Coach aufgesucht, besser gesagt zwei, die meine Unterlagen checkten und voll auf zufrieden bzw. begeistert waren.
Gleichzeitig bestätigten sie mir, das Unternehmen bzgl. Bewerber einfach keinerlei Unternehmenskultur mehr haben.
Dann kann es ja so dringend nicht sein denk ich mir und mach halt meinen (wirklich guten) Job hier weiter, wenn mich auch meine Fernbeziehung anödet.
Wenn Unternehmen so mit Ihren potentiellen Mitarbeitern umgehen, hab ich schon gar keine Lust mehr auf solche Unternehmen.
So, musste mal raus!
Gruß Bine
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Thema: Unternehmenskultur
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29.09.2008, 11:26
Unternehmenskultur
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29.09.2008, 12:06
AW: Unternehmenskultur
Will nicht lästern, aber das bestätigt meine Meinung über Bewerbungsprozesse in Deutschland. Bei uns in Spanien geht sowas in kürzester Zeit über die Bühne, und das wo sonst hier alles lahm läuft. Es werden aber viele Jobvermittler contracted (oder wie sagt man nochmal...). Einladungen gibt es meistens innerhalb der ersten Woche. Es gibt allerdings kaum Absagen. Hört man innerhalb von 4 Wochen (oder schon noch 1-2 Wochen )nix, ist es normalerweise erledigt. Trotzdem vieeel besser. In Deutschland hatte ich schon mal nach 9 Monaten eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. *gähn* Wäre ja alles nicht so schlimm, aber wenn man arbeitslos ist, hängt man ggf. monatelang unnötig zu Hause rum. Hier hatte ich in 3 Wochen Bewerbungsphase nen qualifizierten Job. Die kurzen Kündigungsfristen sehe ich eher als Vorteil. Habe auch keine Angst vor langer Arbeitslosigkeit, obwohl es hier kein HartzIV gibt, da ich mir sicher bin, immer schnell was zu finden, auch wenn es schlecht bezahlt wird (und das wird es hier meistens).
Ach so, wir haben eine coole Jobseite hier, die bestimmt 80% der AG hier nutzen. Da bewirbt man sich online und sieht dann im Status, wie weit die Bewerbung ist und wo man steht. Rot ist raus, gelb ist interessant, aber noch im Process, grün, es folgt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Diese Status sind sehr hilfreich und werden oft am ersten Tag schon von AG seite genutzt.
Geändert von Alemanita (29.09.2008 um 12:10 Uhr)
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29.09.2008, 15:11
AW: Unternehmenskultur
Wow, so wie in Spanien will ich es auch haben!! Ich habe keinen Bock mehr rumzusitzen und mich monatelang blöde anzubiedern. Die Luft ist raus! Wenn es doch bei uns eine derartige Plattform gäbe

Ich bin nach meinem Studiumsende (Juli) am Bewerbungen schreiben und erhalte nur schleppend Antworten. Außer ich bin gleich aus dem Rennen, da ist eine Absage in 1-2 Wochen normal. Aber hängt man im "na ja, vielleicht"-Stapel rum, dann muss man anrufen, damit die Unternehmen sich zu einer Absage durchringen können. Begründung dort ist immer: "Sie haben keine Berufserfahrung." Ach, das hätten sie aber auch sofort sehen können. Für mich heisst das: Wenn nach Monaten nieeemand auf deren Stelle passt, laden sie Anfänger wie mich ein.
Jetzt war ich gerade auf einem Vorstellungsgespräch für eine Aushilfsstelle, weil eine Festanstellung bei denen wiederum ohne Berufserfahrung nichts wird. Warum ich mir das antue? Weil es ein renomiertes Unternehmen ist, ich das Geld brauche und ich die Jobaufgaben interessant finde. "Vielleicht tut sich im Laufe der Aushilfstätigkeit ja eine freie Stelle für Sie auf." kam dann übrigens auch noch.
Als ich vor genau einem Jahr nach einer Praktikumsstelle während des Studiums suchte waren schwupps-di-wupps innerhalb kürzester Zeit Termine zu Einladungsgesprächen im Postkasten. Feste Stellen gibt es in meinem Fachgebiet en masse, aber ALLE wollen Berufserfahrung. Daher finde ich es sehr traurig und absolut unverständlich, wenn die Unternehmen Arbeitnehmer/innen wie Dich Bine, genauso hängen lassen. Wo sie doch derartige Bewerber suchen?!?! Ich bin verwirrt
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29.09.2008, 16:35
AW: Unternehmenskultur
Lueni,
ganz ehrlich. Ich und nicht nur ich, mein ganzen Umfeld ist total verwirrt. Selbst mein jetziger Chef sagt, das er es nicht fassen kann. Er ist froh, wenn ich (noch) bleibe. Er kennt natürlich meine Gründe und versteht diese auch.
Ich frage mich nur, warum klappt es nicht? Warum bekommt man nicht mal eine Antwort.
Ohne mich hier selbst zu loben, ich bin top ausgebildet, beherrsche ne Menge, sowohl technisch in Bereichen, die gerade "schwer in" sind (Energiemanagement, Energielösungen, Entwicklung usw.) ebenso wie kaufmännische Dinge (Controlling, Budgetierung und Co)
Überall wo ich jemanden erreiche sagt man mir: "Wow, Sie können ja ne Menge vor und nachweisen - ein idealer Bewerber"
Und dann? Nix, einfach gar nix. Man hört und sieht nie wieder etwas.
Wie gesagt, ich hab keine Not und bin echt froh darüber, wenn man aber noch Not dazu hat - dann "Gute Nacht".
@Lueni, irgendwann klappt es schon. Was oder wo suchst du denn?
Gern auch per PN.
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29.09.2008, 16:47
AW: Unternehmenskultur
Manche Firmen schreiben nur deswegen Stellen aus, weil sie interessant wirken wollen nach dem Motto "wir brauchen SOOO viele Leute" - einstellen tun sie dann doch niemanden. Ich regte mich auch darüber auf und habe mich dann einfach selbstnädig gemacht.
Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
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29.09.2008, 21:03
AW: Unternehmenskultur
@akademikerin
Ich gewinne auch immer mehr den Eindruck, das man einfach mal Stellen ausschreibt und mal schaut, was passiert.
Große Arbeit scheint man sich oft nicht zu machen, schade um die viele Mühe, die man sich macht.
Aber egal, ich geb nicht auf, eine wirklich Betroffene bin ich ja nicht und darüber wirklich froh!
Gruß Bine
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29.09.2008, 21:07
AW: Unternehmenskultur
Mach es doch andersrum. Setz DU eine Anzeige in die Zeitung, ws und wo du suchst - auch durchaus mit dem Nachsatz "nur ernstgemeinte Zuschriften"... Alternative: KOntaktier Personalberater in deiner Zielstadt, sollen sie dir was suchen.
Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
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30.09.2008, 08:59
AW: Unternehmenskultur
Mir ist aufgefallen, dass viele Firmen Anzeigen im Dauerauftrag schalten und glaube dabei nicht, dass da noch oder wieder jemand gesucht wird, sondern dass das ein Dauerangebot war, das man nutzen wollte. Mir fiel bei der Jobsuche öfter auf, dass immer sonntags ne Anzeige mit neuem Datum aber gleichem Text stand, obwohl ich noch in der Bewerbungsphase war und sonst nichts entschieden. Auf mich macht das einen schlechten Eindruck, vor allem, wenn ständig für dieselbe Stelle gesucht wird. Und wenn ich so sagte. Sie suchen ja oft jemanden, und es heisst, ja wir exandieren, aber es sieht gar nicht nach Expansion aus. Na ja, dann bin ich höchst alarmiert. Fiel mir sehr bei einem 5-Manns-Betrieb auf, der das ganze Jahr Anzeigen schaltet. Ich war höchst alarmiert und beim VG bestätigte sich das Ganz schon mit den schlechten Arbeitsbedingungen (ein Glück offen mit nicht mal 1000 Euro wird Höchsteinsatz open-end täglich erwartet, in der Normalphase reguläre 48 Stunden-Woche usw....)
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30.09.2008, 10:09
AW: Unternehmenskultur
Hallo!
Bevor man (ich) irgendetwas bewerte, stellt man (ich) erst mal die üblichen Fragen:
Seit wann bewirbst Du Dich?
Auf welche Art von Stellen?
In welcher Region?
In welcher Branche?
Mit welcher Art von Qualifikation? Welcher Studienabschluss? Welches Fach?
Initiativ? Auf Anzeigen?
Mit welchen konkreten Ergebnissen? Wieviele Vorstellungsgespräche? Wieviele Absagen? Wieviele Bewerbungen in Warteposition?
Grüße
skam"So ist es besser, Genossenes zu bereuen als zu bereuen, dass man nicht genossen habe." (Casanova)
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30.09.2008, 11:38
AW: Unternehmenskultur
Hallo Skam,
So sehr ins Detail möchte ich öffentlich nicht gehen.
Nur soviel, ich bewerbe mich aktiv
- seit Mai
- hauptsächlich auf ausgeschriebene Stellen
- Region: Bayern bzw. angerenzendes Ausland
- Branche: Energie, Metall, Elektro
- Abschlüsse: Dipl-Ing. Energietechnik + Dipl-Kffr.
- Ergebnisse von 42 Bewerbungen: 3 Gespräche, 2 Absagen und alles andere OFFEN, einfach KEINE Antwort, z.T. Eingangsbestätigung.
Wenn Dich näheres interessiert, schick ich es als PN.
Gruß Bine


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