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  1. User Info Menu

    Elternzeit im Lebenslauf

    Da ich mit jedem Suchmaschinenergebnis nur verwirrter werden, habe ich mich jetzt angemeldet, um meine Frage hier zu stellen, denn ich sah, dass hier im Forum auch die ein oder andere personalverantwortliche Person unterwegs ist.

    Also:
    Ich habe vor kurzem einen Arbeitsvertrag unterschrieben und trete die Stelle in Kürze an. Im Lebenslauf habe ich in der Bewerbung die Elternzeiten nach meinen zwei Schwangerschaften nicht angegeben und habe mir darüber vorher auch gar keine Gedanken gemacht. Bei beiden Firmen war in vor und auch nach der Elternzeit beschäftigt, so dass mir persönlich gar nicht in den Sinn kam, hier eine “künstliche Lücke” einzubauen.

    Nun sprach ich darüber vor wenigen Tagen mit einer Bekannten und sie sagte, ich hätte diese Ausfallzeiten angeben müssen und das Verschweigen der Elternzeit sei - sofern es herauskommt - ein Grund für eine fristlose Kündigung! Tja, nun lese ich im Netz tatsächlich an vielen Stellen (es gibt auch ein paar wenige Gegenstimmen), man solle die EZ auf jeden Fall angeben. Zu fristlosen Kündigungen konnte ich dagegen nichts Verbindliches finden.

    Unabhängig davon, dass ich bislang meine Angaben nicht als Lüge empfand, da ich während meiner EZ im engen Kontakt zum jeweiligen Arbeitgeber und den Kollegen stand und mich immer als Teil der Firma fühlte, ergibt sich die Frage, ob man dazu eine generelle Aussage treffen kann.

    Fakt ist, dass beide Elternzeiten schon einige Jahre her und die Kinder zwar nicht aus dem Haus, aber immerhin schon lange in der Schule sind.
    Bei beiden Arbeitgebern habe ich mehrere Jahre (knapp 7 und 4,5) gearbeitet, ich hatte in beiden Fällen damals zwei Jahre EZ eingereicht, habe allerdings (auch in beiden Fällen) bereits nach einem knappen Jahr wieder in Teilzeit begonnen zu arbeiten.
    Schon da wird es irgendwie lächerlich, denn wenn ich schreibe “Elternzeit von… bis…” müsste ich wahrheitsgemäß zwei Jahre angeben, obwohl ich nur 11 Monate zu Hause war. Eine Beschäftigung während der Elternzeit ist ja auch nichts Ungewöhnliches. Ich kenne viele Frauen, die sich erstmal aufgrund ungewisser Betreuungsaussichten die zwei Jahre EZ gesichert haben und dann früher an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind.

    Nun verstehe ich zwar den Ansatz, man würde damit eine gewisse Berufserfahrung vortäuschen, die gar nicht vorhanden ist, aber so richtig überzeugt mich das auch nicht. Ein Freund von mir war zehn Monate krank und in Reha, das gibt er ja auch nicht im Lebenslauf an. Und mein Mann wurde nach seiner letzten Eigenkündigung für sechs Monate freigestellt, da er zur Konkurrenz ging. Auch der lacht mich aus, wenn ich ihn frage, ob er die Zeit der Freistellung im Lebenslauf separat erwähnt. Die Frage, ob er seinen Teil der Elternzeit im Lebenslauf erwähnt hat, erübrigt sich damit wahrscheinlich auch. Hat er natürlich nicht.

    Meine Kinder habe ich natürlich im Bewerbungsprozess nicht verschwiegen, wir haben darüber kurz im Vorstellungsgespräch geredet. Und wäre ich nach Elternzeiten gefragt worden, hätte ich selbstverständlich davon erzählt, da ich ja gar nichts bewusst verschweigen wollte.
    Meine Arbeitszeugnisse weisen die Elternzeit auch nicht gesondert aus. Dort steht sinngemäß “Frau XYZ war seit dem 01.01.20XX in unserem Unternehmen als ABC beschäftigt.”, also auch für meine ehemaligen Arbeitgeber war ich unterbrechungsfrei beschäftigt.

    Bei meiner Recherche bin ich auch auf eine weitere Sache gestoßen. Da ging es um Lücken im Lebenslauf und als Beispiele wurden eben Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Sabbatical und ein abgebrochenes Studium angeführt. Letzteres kann ich auch “vorweisen”, habe das aber auch nie als Lücke empfunden. Das gebe ich im Lebenslauf mit dem Zeitraum an und habe eben keinen Abschluss. Fertig.

    Irgendwie bin ich offenbar ziemlich unbedarft an die Sache herangegangen und bin gerade selbst erstaunt, wie kompliziert das alles ist (oder gemacht wird?). Wichtig wäre mir nur, ob mir daraus nun irgendein Nachteil entstehen könnte oder ob ich weiterhin gut schlafen kann.

    Auf eure Meinungen bin ich gespannt.

  2. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Ziemlich langer Text für eine einfache Frage.

    Ich halte es für unproblematisch, die Elternzeiten wegzulassen, Du hattest ja in der Zeit immer noch ein Arbeitsverhältnis. Man würde auch nicht angeben, dass man vor ein paar Jahren mal länger krank war.

    Ausnahme wäre für mich, wenn Du zum Beispiel von vier Jahren Beschäftigung bei einem Arbeitgeber drei Jahre in Elternzeit warst - das würde die Dauer der Berufserfahrung nach meinem Empfinden deutlich verwässern.

  3. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ziemlich langer Text für eine einfache Frage.
    Jupp, ich gebe dir für den ersten Teil Recht, für den zweiten bin ich nicht so sicher.

    Wenn so etwas eine fristlose Kündigung rechtfertigen könnte, wäre das meines Erachtens keine einfache Frage des persönlichen Empfindens.

    Mein Gefühl deckt sich ja mit deinem, aber das Gefühl allein bietet keine rechtliche Sicherheit.

    Ich hatte gehofft, dass jemand sich mit so etwas schon mal beschäftigt hat oder eine Einschätzung aus der Praxis geben kann.

    Lang deshalb, weil ich die Problematik und Widersprüchlichkeit darlegen wollte, die sich für mich ergibt.

    Ansonsten kommt die Antwort „Gib die EZ doch einfach an.“ und fertig. So ähnlich ist der Grundtenor im Netz, wenn man danach sucht.

    Wie man mit der Tatsache umgeht, dass jemand auch während der Elternzeit arbeiten kann oder damit, warum eine lange Krankheit dann nicht angegeben werden muss, das beantwortet niemand.

  4. Moderation

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    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Ich hatte in meinem letzten Bewerbungsprozess eine Outplacement-Beratung an der Seite, der Lebenslauf wurde demnach von Profis geprüft. Elternzeit und Teilzeit wurden innerhalb einer Anstellung nicht genannt. Ich war dort angestellt und fertig.

    Eine fristlose Kündigung käme dann in Frage, wenn ein grober Vertrauensbruch besteht. Das wäre, wenn du dich mit einer Erfahrung schmückst, die nicht so stattgefunden hat. Also zum Beispiel: "Während meiner Tätigkeit als IT-Leiterin wurde SAP eingeführt" - und tatsächlich warst du während dieser Einführung vier Jahre in Elternzeit.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  5. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Das wäre, wenn du dich mit einer Erfahrung schmückst, die nicht so stattgefunden hat. Also zum Beispiel: "Während meiner Tätigkeit als IT-Leiterin wurde SAP eingeführt" - und tatsächlich warst du während dieser Einführung vier Jahre in Elternzeit.
    Ja, auch ein gutes Beispiel.

  6. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Ich hatte in meinem letzten Bewerbungsprozess eine Outplacement-Beratung an der Seite, der Lebenslauf wurde demnach von Profis geprüft. Elternzeit und Teilzeit wurden innerhalb einer Anstellung nicht genannt. Ich war dort angestellt und fertig.

    Eine fristlose Kündigung käme dann in Frage, wenn ein grober Vertrauensbruch besteht. Das wäre, wenn du dich mit einer Erfahrung schmückst, die nicht so stattgefunden hat. Also zum Beispiel: "Während meiner Tätigkeit als IT-Leiterin wurde SAP eingeführt" - und tatsächlich warst du während dieser Einführung vier Jahre in Elternzeit.
    Super, das hilft mir und ist nachvollziehbar.

    Meine Qualifikationen und Tätigkeitsbereiche sind ja auch in den Arbeitszeugnissen genannt, da habe ich natürlich nichts dazugedichtet.

    Übrigens finde ich es spannend, dass Profis ebenfalls Elternzeit und Teilzeit unerwähnt lassen.

    Ich habe den Eindruck, dass Frauen hier (mal wieder?) viel härter mit sich ins Gericht gehen und dazu neigen, ihre Leistungen irgendwie zu relativieren.

    Wie gesagt, meine Mann käme nicht im Traum auf die Idee, seine Elternzeit, eine Reduzierung der Arbeitszeit oder die bezahlte Freistellung gesondert zu erwähnen. Er war als dies und jenes von dann bis dann beschäftig und aus.

    Mich wundert nur, dass im Internet der Grundtenor zu sein scheint, die Elternzeit unbedingt wahrheitsgemäß anzugeben. Erst daraus entsteht doch überhaupt das Gefühl, dass man hier etwas ganz Selbstverständliches nennen und sich ein Stück weit dafür rechtfertigen muss. Und dann wundert man sich über den Gender Pay Gap…
    Geändert von Marillenschnaps (07.06.2021 um 19:44 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Sehen ich genauso. 4 Jahre in Firma und davon 3 in Elternzeit ok, aber mit deinem Daten nö. Bei Teilzeit bin ich gespalten, 10 Stunden ist halt nicht Vollzeit. Meine 75% habe ich anfangs erwähnt, wo jeder meinte bloß nicht. Lass dich nicht verrückt machen....

  8. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Alemanita Beitrag anzeigen
    Bei Teilzeit bin ich gespalten, 10 Stunden ist halt nicht Vollzeit. Meine 75% habe ich anfangs erwähnt, wo jeder meinte bloß nicht. Lass dich nicht verrückt machen....
    Die Frage ist ja auch hier wieder: Wieviel wäre dann „zu wenig“, um es unerwähnt zu lassen?

    35h sind Teilzeit, wenn regulär 40h gearbeitet wird, im nächsten Unternehmen ist die gleiche Stundenzahl tariflich als Vollzeit definiert.

    Entscheidend ist ja dann, was man verpflichtend angeben muss, um nicht später Gefahr zu laufen, eine fristlose Kündigung wegen Täuschung zu kassieren.

    Eindeutig scheint das jedenfalls nicht zu sein. Aber gleichzeitig hoffe ich auch mal, dass sich in den seltensten Fällen daraus ein reales Problem ergibt. Wenn der Arbeitnehmer Erfahrung suggeriert, die er nicht hat, sollte das ja in der Probezeit auffallen und da braucht es keine Winkelzüge, um fristlos zu kündigen, sondern man kann sich auch sauber trennen.

    Ein wenig Unklarheit/Rechtsunsicherheit lässt sich aber nicht leugnen.

  9. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Eindeutig gibt’s da nicht, das kommt auf den Einzelfall an. Ich halte eine fristlose Kündigung für sehr unwahrscheinlich, würde aber auch nicht unterschätzen, was für Auswirkungen ein gestörtes Vertrauensverhältnis haben kann und wäre vorsichtig damit, welchen Anschein ich erwecke.
    Ich kenne beispielsweise eine Frau, die in mehr als 10 Jahren keine anderthalb Jahre an tatsächlicher Arbeitszeit hatte. Wer sie einstellt, weil sie den Eindruck erweckt, in ihrem Bereich über mehr als 10 Jahre Erfahrung zu verfügen und das dann später rausfindet (und dafür reicht die Probezeit längst nicht immer) der wäre wohl enttäuscht und das hätte sicher auch Konsequenzen. Vielleicht nicht in Form einer Kündigung, mag sein, aber Auswirkungen hätte es sicher.
    So schade, dass man erst jetzt herausgefunden hat, dass Fußballspiele
    während einer Pandemie völlig ungefährlich sind.
    Man hätte den gesamten Kultursektor retten können,
    wenn man bloß Theater und Konzerthäuser rechtzeitig mit Fußbällen versorgt hätte.

  10. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Marillenschnaps, bevor Du Dich jetzt ständig nervös umblickst in der Erwartung, dass Du vom Wachdienst hinausgeführt wirst - sprich es halt an. Du wirst ja sicherlich noch Unterlagen einreichen und vielleicht einen Personalbogen ausfüllen müssen. Da würde ich mich mal blöd stellen und ganz unbedarft fragen, ob man eigentlich auch für irgendwas die Elternzeiten angeben muss.

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