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    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Danke agathe für die Links, das ist interessant. Ich meinte das mit dem nach oben heiraten aber eher bezogen auf Status bzw. Verdienst. Dass Bildungsabschlüsse äquivalent sind, sehe ich durchaus, aber ich kenne kaum ein Paar, wo sie mehr oder auch nur gleich viel verdient als er, und selbst wenn es vor den Kindern mal so war, nach den Kindern ging sie in TZ, und er machte weiter Karriere.

    Zu der ganzen Problematik mit Kinderbetreuungszeiten, Reisen, Randzeiten etc: ja, da ist in Deutschland noch viel zu tun, aber auch hier: warum ist das immer nur das Problem der Mütter? Es wäre in vielen Fällen für Frauen viel mehr möglich, wenn die Väter sich in die Kinderbetreuung gleich einbrächten, aber das passiert nicht. Und wo der Staat keine Kinderbetreuung organisiert, muss man eben privat nachrüsten, das geht auch ohne Oma. Kostet Geld, ja, aber wenn man beruflich vorankommen will, dann lohnt sich das unterm Strich.

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    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Danke agathe für die Links, das ist interessant. Ich meinte das mit dem nach oben heiraten aber eher bezogen auf Status bzw. Verdienst. Dass Bildungsabschlüsse äquivalent sind, sehe ich durchaus, aber ich kenne kaum ein Paar, wo sie mehr oder auch nur gleich viel verdient als er, und selbst wenn es vor den Kindern mal so war, nach den Kindern ging sie in TZ, und er machte weiter Karriere.

    Zu der ganzen Problematik mit Kinderbetreuungszeiten, Reisen, Randzeiten etc: ja, da ist in Deutschland noch viel zu tun, aber auch hier: warum ist das immer nur das Problem der Mütter? Es wäre in vielen Fällen für Frauen viel mehr möglich, wenn die Väter sich in die Kinderbetreuung gleich einbrächten, aber das passiert nicht. Und wo der Staat keine Kinderbetreuung organisiert, muss man eben privat nachrüsten, das geht auch ohne Oma. Kostet Geld, ja, aber wenn man beruflich vorankommen will, dann lohnt sich das unterm Strich.
    Wie meinst du das denn mit dem “Nachrüsten”?
    Tagesmütter waren und sind hier ähnlich überlaufen wie die Kitas. Auch, weil man das Kind dort - nach Absprache - auch mal um 6 Uhr bringen oder um 18:30 Uhr abholen kann. Es ist aber sicher auch nie die reguläre Betreuungszeit und ich kenne niemanden, der das gerne macht, sondern meist sind es dann alleinerziehende Mütter, die z.B. in der Pflege arbeiten und gar keine andere Möglichkeit haben.

    Blieben noch Au Pairs, die aber vermutlich die Ausnahme großzügig wohnender Besserverdiener sind. Dafür reicht es nicht, genug zu verdienen, sondern man muss das Au Pair auch unterbringen können.

    Ich kenne ehrlich gesagt kein anderes Konzept, als das Aufteilen untereinander und/oder die Einbeziehung der Großeltern. Eine steile Karriere für beide Elternteile ohne große externe Hilfe ist meines Erachtens so gut wie unmöglich, denn in der Regel muss man dafür jederzeit bereit sein, die Extrameile zu gehen. Ansonsten geht sie nämlich ein anderer, während du gerade versuchst, telefonisch irgendeinen entfernten Bekannten zu erreichen, der bereit wäre, dein Kind aus der Kita abzuholen, weil dein Mann gerade beruflich in London ist und hoffst, dass die Kita dem ihm Fremden das Kind überhaupt aushändigt, schließlich steht sein Name nicht auf der Liste, die du vor acht Monaten ausgefüllt hast.
    Ganz zu schweigen davon, dass du dich dann auch noch schäbig fühlst.

    Frag mal Kita-Erzieher, wie viele Kinder gebracht werden, nachdem ihnen Fiebersaft eingeflößt wurde und wie viele, die morgens schon gebrochen haben und die Eltern das verschweigen. Da ist es dann völlig egal, wer hier dann bei der Arbeit früher wieder geht oder sich kindkrank meldet - derjenige wird in den meisten Firmen nicht die nächste Beförderung bekommen.

    Klar können sich auch Väter mehr beteiligen. Aber dann werden eben sie ebenfalls mehr von den negativen Auswirkungen betroffen sein und der ausbleibende berufliche Erfolg verteilt sich nur gerechter.

    An sich ist es da eine völlig rationale und vernünftige Entscheidung, nicht zwei Verdienende einem mittleren Risiko auszusetzen, sondern der Person mit dem ohnehin schon höheren Risiko (meist die Frau, die durch Mutterschutz und Stillzeit in der Regel ohnehin immer mindestens sechs Monate raus ist) einen geringeren Part zu geben, um dem anderen maximale Absicherung und maximalen Gestaltungsspielraum zu sichern.

    Richtig ätzend wird es dann bei einer Trennung, wo es keine Rolle mehr spielt, wer hier wem den Rücken freigehalten hat. Und natürlich dann, wenn beide berufliche Ambitionen haben und sich daran aufreiben.

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    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Wir haben zwei Babysitterinnen, die verteilt an drei Tagen die Woche die Kinder abholen. Einen Tag mache ich, einen mein Mann. Kranktage macht der, bei dem es besser passt. Ja, die ganz große Karriere ist so nicht drin, aber wir haben uns beide kontinuierlich immer weiter entwickelt, uns abwechselnd den Rücken freigehalten und so durchaus nennenswerte Karriere gemacht. Ist anstrengend, aber geht.

    Ich mag es einfach nicht, wenn immer behauptet wird, Frauen können nicht mehr arbeiten, obwohl sie es ja so gerne wollten. Wer will, findet Wege! Wer nicht will, völlig okay. Aber dann sollte man es auch so benennen.

    Und wo diese „Risikoverteilung“ innerhalb der Partnerschaft hinführt, sieht man in dem leidigen Thema Altersarmut der Frauen. „Kinder sind ein Armutsrisiko“….aber nur für Frauen. Neh, verteilt das Risiko auch mit auf die Männer. Dann tut sich was!!

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    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Marillenschnaps Beitrag anzeigen
    An sich ist es da eine völlig rationale und vernünftige Entscheidung, nicht zwei Verdienende einem mittleren Risiko auszusetzen, sondern der Person mit dem ohnehin schon höheren Risiko (meist die Frau, die durch Mutterschutz und Stillzeit in der Regel ohnehin immer mindestens sechs Monate raus ist) einen geringeren Part zu geben, um dem anderen maximale Absicherung und maximalen Gestaltungsspielraum zu sichern.
    Mit dieser Aussage zementierst du aber wunderbar den Status quo. Und genau das ist doch der Grund, warum sich nichts ändert. Für mich waren Kinder nie Prio 1, aber wenn das so gewesen wäre, dann hätte ich Herrn Thrace garantiert keinen roten Karriere-Teppich ausgelegt. Da bin ich ganz bei huppsi. Ich habe mich immer gefragt, wo denn die Buggy-Straße von München nach Berlin ist, um mal für vernünftige Betreuungszeiten der KiTas zu demonstrieren. Nix für ungut, aber wenn ein paar Schulkinder es schaffen, so was wie Fridays for Future auf die Beine zu stellen - wo ist denn da „Mondays for parents“? Ich persönlich engagiere mich da nicht, denn ich habe nun mal keine Kinder, aber wundern darf ich mich trotzdem.
    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

    Life is better at the finish line. (unbekannter Sportler)

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    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Ich mag es einfach nicht, wenn immer behauptet wird, Frauen können nicht mehr arbeiten, obwohl sie es ja so gerne wollten. Wer will, findet Wege! Wer nicht will, völlig okay. Aber dann sollte man es auch so benennen.
    Und ich mag es nicht, wenn Menschen aus eher privilegierten Lebensumständen daraus ableiten, dass dies für andere ebenso gilt.

    Mir selbst könnte das eigentlich egal sein, weil mich das Thema maximal am Rande betrifft. Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis, mir ständig selbst auf die Schulter zu klopfen, weil ich weiß, dass eine Menge davon einfach nur eine gehörige Portion Glück ist und war.

    Ich gönne dir wirklich von Herzen, wenn ihr das alles so organisiert bekommt. Gleichzeitig sei dir bewusst, dass es zwei, drei unglückliche Umstände geben könnte, die das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringen. Und da liegt eben nicht immer nur alles am Wollen und am Ehrgeiz, sondern auch an den Rahmenbedingungen.

    Der Mann meiner besten Freundin wurde letztes Jahr an einen anderen Standort versetzt, 300 Km entfernt. Beide stehen seitdem kurz vor dem Kollaps und nun hat sie ihre Stunden reduziert. Es ging einfach nicht mehr. Da ist es Hohn, zu unterstellen, man hätte sich einfach nur nicht genug angestrengt.

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    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Mit dieser Aussage zementierst du aber wunderbar den Status quo. Und genau das ist doch der Grund, warum sich nichts ändert. Für mich waren Kinder nie Prio 1, aber wenn das so gewesen wäre, dann hätte ich Herrn Thrace garantiert keinen roten Karriere-Teppich ausgelegt. Da bin ich ganz bei huppsi. Ich habe mich immer gefragt, wo denn die Buggy-Straße von München nach Berlin ist, um mal für vernünftige Betreuungszeiten der KiTas zu demonstrieren. Nix für ungut, aber wenn ein paar Schulkinder es schaffen, so was wie Fridays for Future auf die Beine zu stellen - wo ist denn da „Mondays for parents“? Ich persönlich engagiere mich da nicht, denn ich habe nun mal keine Kinder, aber wundern darf ich mich trotzdem.
    Klar darfst du dich wundern.

    Ich hoffe, du demonstrierst auch konsequent für alles, was dich in deinem Leben so stört.

    Den roten Karriereteppich… Polemik scheint deine Stärke zu sein.

    Und wenn dein Partner zurücksteckt, um dir berufliche Entfaltung mit oder trotz Kind zu ermöglichen, rollt er dir dann auch den roten Karriereteppich aus?

  7. Moderation

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    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zur Erinnerung: wie der Titel schon sagt, geht es um Elternzeit im Lebenslauf.

    Wenn Ihr generell das Thema Elternzeit diskutieren wollt, dann macht doch bitte einen separaten Strang in einem geeigneten Forum auf.

    die Moderation
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    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

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    Hedwig Dohm

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