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  1. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In manchen Unternehmen, ja. In Bereichen oder Branchen weniger. Vollzeit sind 40 Stunden, 35 Stunden würde ich (in Abgrenzung zu den durchschnittlichen / üblichen 20,x Stunden bei Teilzeit) als vollzeitnahe Teilzeit bezeichnen.
    Ich wechsle gerade von einem 40h-Vollzeit-Unternehmen zu 35h Vollzeit. Den Tätigkeitsbereich ändere ich nicht, ich bin recht spezialisiert, aber eher bezüglich des Wie, so dass ich den Job eigentlich in diversen Firmen ausüben kann, er aber tendenziell selten ist. Folglich war bei mir von 35-42h Vollzeit schon alles dabei und falls ich nochmal wechseln sollte, hoffe ich nicht, dass mein hypothetischer nächster Arbeitgeber mit 40h-Woche die 35h Vollzeit für eine anzugebende Minderleistung hält.

    Ich bin erstaunt, dass es anscheinend im Einzelfall so schwierig sein soll, die Berufserfahrung so anzugeben, dass man nicht durch Auslassungen einen falschen Eindruck erweckt, vielleicht sogar absichtlich. Ist jemand 8 Jahre bei einem Unternehmen beschäftigt und bewirbt sich auf einen Job, der ausdrücklich umfangreiche Erfahrungen aus diesem Job verlangt, wäre es dann wirklich berechtigt, einfach nur die 8 Jahre anzugeben, auch wenn man in der Zeit wegen Schwangerschaften (ich denke an das manchmal beliebte Arbeitsverbot) und anschließenden Elternzeiten tatsächlich nur 2,5 bis 3 Jahre den Job verantwortlich ausgeübt hat?

    Irgendwie erinnert mich diese ganze Diskussion an jemanden …
    Okay, was soll diese Andeutung und wie soll ich sie verstehen?

    Ich habe keine Probleme, meine Berufserfahrung anzugeben. Beziehungsweise ich hatte sie nie, bis ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ich die Elternzeit möglicherweise hätte angeben sollen/dürfen/müssen.

    Nun aber nicht genug dessen, es scheint sich hier sogar herauszukristallisieren, dass manche es sogar für erforderlich halten, eine Art Lebenslauffahrtenbuch zu führen, in dem sie punktgenau angeben, wann sie genau wie viele Stunden beschäftigt waren.

    Was also daran so schwer sein soll? Sieht man ja gerade, denn wenn es einfach wäre, dürfte es kaum so viele verschiedene Meinungen dazu geben.

  2. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und woher weiß der Arbeitgeber dann, ob ich von vier Jahren dreieinhalb mit 10h und sechs Monate mit 35h beschäftigt war?

    Das liest sich bei dir zwar alles erstmal ganz nett, sobald man aber genauer drüber nachdenkt, wird das ganze Prozedere eigentlich nur verschlimmbessert und aufgeblasen, ohne dann im Detail wirklich mehr Informationen zu transportieren.
    Wir waren aber doch bei: in der Bewerbung sollten „wahrheitsgemäße Angaben“ sein. Du bist näher an der Wahrheit, wenn du schreibst „Tätigkeit von bis in TZ“, als wenn du den Anschein erweckst, du wärst in der Zeit VZ tätig gewesen. Ob das für den AG relevant ist oder nicht, kann er ja erst entscheiden, wenn er die Fakten kennt.

  3. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Doch, es spricht etwas dagegen, und auch das ist bereits mehrfach genannt worden: Der Inhalt der Bewerbung zeigt die Aufgaben und Leistungen, nicht den Arbeitsumfang.
    Die Bewerbung enthält aber doch in Deutschland einen chronologischen Lebenslauf. Der sollte unabhängig von den Kompetenzen und Meriten erst mal „wahrheitsgemäß“‘sein und sich an dem orientieren, was tatsächlich passiert ist.

  4. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Deshalb verstehe ich ja nach wie vor nicht, warum Elternzeit zu 95% Frauensache ist. Da müssen die Frauen mal dran arbeiten - im wahrsten Sinne des Wortes. Sonst ist es eben weiter genau diese Schublade.
    Ob da nun "die Frauen" daran arbeiten müssen oder nicht (auch) die Männer, sei mal dahingestellt. Oder ob vielleicht vernünftige Betreuungsmöglichkeiten das A und O sind. Du zeigst jedenfalls sehr schön wieder einmal, welche Hürden im Job Frauen nehmen müssen, Männer aber nicht. Womit sich der Status quo verfestigt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Naja, Arbeitnehmer ist dann ja erst mal „weg“, und gerade bei Frauen immer noch sehr häufig mit unklarer Perspektive, da sehr viele Variablen auftauchen. Männer sind da nach meiner Erfahrung geradliniger. Wenn die sagen: „ich mache jetzt 6 Monate Elternzeit, und dann komme ich wieder“, ist das in aller Regel auch so. Bei Frauen weiß man das dagegen nie so genau.
    Und angesichts solcher Ressentiments sollte man auch noch so dumm sein, den Arbeitgeber noch drauf zu stoßen, dass man als Frau zu dieser unzuverlässigen Sorte Mensch gehört, wo man ja wirklich verdammt vorsichtig sein muss, und im Zweifel dann doch lieber einen Mann nimmt?


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir waren aber doch bei: in der Bewerbung sollten „wahrheitsgemäße Angaben“ sein. Du bist näher an der Wahrheit, wenn du schreibst „Tätigkeit von bis in TZ“, als wenn du den Anschein erweckst, du wärst in der Zeit VZ tätig gewesen. Ob das für den AG relevant ist oder nicht, kann er ja erst entscheiden, wenn er die Fakten kennt.
    Auch bei anderen Darstellungsformen in den Bewerbungsunterlagen entscheidet man qua gesundem Menschenverstand, was für den AG relevant sein dürfte und schreibt nicht einfach mal auf Verdacht alles Mögliche rein, weil er dann ja selbst entscheiden kann, was für ihn relevant ist.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  5. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir waren aber doch bei: in der Bewerbung sollten „wahrheitsgemäße Angaben“ sein. Du bist näher an der Wahrheit, wenn du schreibst „Tätigkeit von bis in TZ“, als wenn du den Anschein erweckst, du wärst in der Zeit VZ tätig gewesen. Ob das für den AG relevant ist oder nicht, kann er ja erst entscheiden, wenn er die Fakten kennt.
    Warum bin ich „näher an der Wahrheit“, wenn ich die Teilzeit ergänze? Was ist denn „die Wahrheit“?

    Die Wahrheit ist, dass ich bestimmte Tätigkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt habe.

    Wenn ich beispielsweise von 2012 bis 2015 bestimmte, benannte Projekte geleitet, das Warenlager aufgeräumt, Einkaufsbedingungen verhandelt oder Akten gelocht und abgelegt habe, dann ist das die Wahrheit. Ganz unabhängig davon, ob ich das 30 oder 40 Stunden die Woche gemacht habe.
    Und wenn das dann noch im Arbeitszeugnis mit dem Zusatz bestätigt wird, ich hätte das zur vollsten Zufriedenheit und mit großem Erfolg gemacht, dann sehe ich da ehrlich gesagt die Unwahrheit nicht, die du implizierst.

    Ich glaube, ich stehe da einfach auf dem Schlauch. Ein Vertriebler, dass jahrelang mit Erfolg diverse Großkundenaufträge während seiner 30h-Woche reingeholt hat, der sagt die Unwahrheit, wenn er die Teilzeit unerwähnt lässt? Schmälert die denn sein Talent oder hat sie Aussagekraft bezüglich seiner Fähigkeiten?

  6. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warum bin ich „näher an der Wahrheit“, wenn ich die Teilzeit ergänze? Was ist denn „die Wahrheit“?

    Die Wahrheit ist, dass ich bestimmte Tätigkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt habe.

    Wenn ich beispielsweise von 2012 bis 2015 bestimmte, benannte Projekte geleitet, das Warenlager aufgeräumt, Einkaufsbedingungen verhandelt oder Akten gelocht und abgelegt habe, dann ist das die Wahrheit. Ganz unabhängig davon, ob ich das 30 oder 40 Stunden die Woche gemacht habe.
    Und wenn das dann noch im Arbeitszeugnis mit dem Zusatz bestätigt wird, ich hätte das zur vollsten Zufriedenheit und mit großem Erfolg gemacht, dann sehe ich da ehrlich gesagt die Unwahrheit nicht, die du implizierst.

    Ich glaube, ich stehe da einfach auf dem Schlauch. Ein Vertriebler, dass jahrelang mit Erfolg diverse Großkundenaufträge während seiner 30h-Woche reingeholt hat, der sagt die Unwahrheit, wenn er die Teilzeit unerwähnt lässt? Schmälert die denn sein Talent oder hat sie Aussagekraft bezüglich seiner Fähigkeiten?
    Naja, aber irgendwie hat dich das Thema doch getriggert, sonst hättest du den Strang nicht aufmacht. Du hast Dinge nicht angegeben und fragst dich jetzt, was das heißt. Wenn das alles so glasklar wäre, hättest du den Gedanken ja nicht. Du würdest aber umgekehrt nicht darauf herumdenken, wenn du einfach aufgeschrieben hättest, wie es war - von da bis da warst du in Elternzeit. Letztlich gibt es bei Bewerbungen kaum ein „richtig“ oder „falsch“, sondern nur „für“ oder „gegen“ den Kandidaten. Aus welchen Gründen auch immer.

  7. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Ob da nun "die Frauen" daran arbeiten müssen oder nicht (auch) die Männer, sei mal dahingestellt. Oder ob vielleicht vernünftige Betreuungsmöglichkeiten das A und O sind. Du zeigst jedenfalls sehr schön wieder einmal, welche Hürden im Job Frauen nehmen müssen, Männer aber nicht. Womit sich der Status quo verfestigt. .
    Der Status verfestigt sich doch überwiegend deshalb, weil so wenig Männer mehr als 2 Monate Elternzeit nehmen, obwohl die Instrumente dafür schon seit Jahren vorhanden sind. An dieser Situation sind die Frauen aber doch nicht unbeteiligt, sondern sie nehmen das eben hin - warum auch immer.

  8. Inaktiver User

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Naja, Arbeitnehmer ist dann ja erst mal „weg“, und gerade bei Frauen immer noch sehr häufig mit unklarer Perspektive, da sehr viele Variablen auftauchen. Männer sind da nach meiner Erfahrung geradliniger. Wenn die sagen: „ich mache jetzt 6 Monate Elternzeit, und dann komme ich wieder“, ist das in aller Regel auch so. Bei Frauen weiß man das dagegen nie so genau.
    Oh, das lese ich jetzt erst richtig.

    Ich habe gerade eher den Eindruck, deine Forderung nach vermeintlich wahrheitsgemäßen Angaben bezüglich des Arbeitszeitmodells (wie ich dazu stehe, habe ich ja gerade erklärt: ich sehe da keine nicht wahrheitsgemäße Angabe, sondern einfach gar keine) könnte etwas damit zu tun haben, dass du Vorurteile gegenüber berufstätigen Frauen hast und dir selbst wünscht, möglichst viele Indizien zu erhalten, um die vermeintlichen Non-Performer unter ihnen direkt aussortieren zu können.

    Damit würde sich mir auch erklären, warumdu bei bei Krankheiten oder bezahlten Freistellungen andere Maßstäbe ansetzt, denn so wie ich es gerade verstehe, würde dir das deiner Meinung nach keine in deinem Weltbild relevanten Informationen über einen Bewerber liefern.

    Wenn aber alles in einen Lebenslauf soll, dann müsste doch folgerichtig wirklich alles rein - also Krankheiten, andere Ausfallzeiten, die genaue Wochenstundenzahl, Informationen zu Mobile Office Anteilen und eine genauere Aufschlüsselung, was zu welchen Anteilen gemacht wurde. Oder ist es nicht ein Unterschied, ob ich 30 h wichtige Projekte vorantreibe oder bei einer 40h-Woche 20 Stunden Ablage mache und lediglich die anderen 20 h vergleichbar wichtige Projekte betreue wie die TZ-Kraft?

    Hier von „Wahrheit“ zu sprechen, halte ich übrigens für einen rhetorischen Schachzug. Denn eine Wahrheit ist objektiv und für alle gültig. Du generalisiert die Anforderungen an einen Lebenslauf aufgrund eigener Präferenzen und begründest es mit der Unterstellung, alles andere sei dann unwahr, ergo eine Lüge. Das ist schon eine perfide Argumentationstaktik, denn eine Nichtangabe ist erstmal keine Lüge, wenn die Angabe nicht explizit gefordert oder allgemeiner Konsens ist.

    Ehrlicher fänd ich es, wenn du schriebest, du würdest dir derartige Angaben im CV wünschen.

  9. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Naja, aber irgendwie hat dich das Thema doch getriggert, sonst hättest du den Strang nicht aufmacht. Du hast Dinge nicht angegeben und fragst dich jetzt, was das heißt. Wenn das alles so glasklar wäre, hättest du den Gedanken ja nicht. Du würdest aber umgekehrt nicht darauf herumdenken, wenn du einfach aufgeschrieben hättest, wie es war - von da bis da warst du in Elternzeit.
    Letzteres wage ich zu bezweifeln. Auch wenn man etwas im Lebenslauf aufgeführt hat, kann man ins Zweifel kommen, wenn da plötzlich wer aus dem Gebüsch käme mit der Aussage "aber das hättest du doch nieeee schreiben dürfen".

    Letztlich gibt es bei Bewerbungen kaum ein „richtig“ oder „falsch“, sondern nur „für“ oder „gegen“ den Kandidaten.
    Genau. Und als Frau das Thema Kinder und alles, was mit Ihnen zusammenhängt, zu betonen, ist latent problematisch, weil es einem eher nachteilig angerechnet wird.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  10. User Info Menu

    AW: Elternzeit im Lebenslauf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Status verfestigt sich doch überwiegend deshalb, weil so wenig Männer mehr als 2 Monate Elternzeit nehmen, obwohl die Instrumente dafür schon seit Jahren vorhanden sind. An dieser Situation sind die Frauen aber doch nicht unbeteiligt, sondern sie nehmen das eben hin - warum auch immer.
    Oh, da fallen mir einige Gründe ein:
    Männer, die mehr als 2 Monate Elternzeit machen wollen, gibt es nicht genug für alle Frauen, die das gerne hätten.
    Das Kind aussetzen oder ins Heim stecken ist keine Option.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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