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  1. Registriert seit
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    Desillusionierung Berufsanfang

    Ich werde hier wohl Dauergast hallo zusammen,

    Ich bin inzwischen richtig frustriert. Ich habe einen guten Abschluss in einem guten Fach (nicht Orientalistik oder so, wobei das heutzutage vielleicht nicht das schlechteste wäre...), habe in meinem ersten Job schon sehr relevante Erfahrungen sammeln können. Dieser war jedoch sachgrundbefristet. Ich habe den riesigen Fehler gemacht und den aktuellen Job gewählt, den ich nun gekündigt habe, da er mich buchstäblich krank macht, Schlafstörungen, Schmerzen, entgegen dem, als was er verkauft wurde, ist es ein reiner Dateneingabejob, ich gleiche stundenlang Daten ab, das macht mich verrückt. Ich habe extrem wenig zu tun, langweile mich, bin frustriert, über die Kündigung bin ich erleichtert. Das nur als Vorgeschichte, dass ich geschafft habe, aus mehreren Angeboten das Schlechteste zu wählen.
    Ich bin nun unfassbar frustriert vom Jobmarkt. Klar, diejenigen,die Jahrzehnte im Beruf sind, werden jetzt damit kommen, dass niemand auf eine Absolventin gewartet hat - aber solche Weisheiten finde ich fast bösartig und nicht hilfreich.

    Was soll ich tun, außer diese elendigen Bewerbungen schreiben und frustriert sein. Das hätte ich nicht erwartet. Wieder kellnern gehen? Geld brauche ich ja. Oder ist das der Overkill für meinen Lebenslauf. Ich bin unfassbar unglücklich und deprimiert. Wofür habe ich studiert, war und bin mit Leidenschaft dabei (ich liebe mein Fach!) um am Ende arbeitslos zu vegetieren. Und das Schlimme ist, ich will was leisten. Aber man lässt mich nicht. Ich weine ständig und bin so unglücklich.
    Elendige Grüße
    Eine junge Fachkraft (wenn ich noch einmal Fachkräfte Mangel höre kotze ich)

    Das allerschlimmste ist, dass ich gut und motiviert bin. Aber man lässt mich nicht. Ich bin wirklich traurig. Und hilflos. Ich bin gut in meinem Fach. Das haben mir viele sehr Erfahrene bestätigt. Und ich bin ehrgeizig und leidenschaftlich dabei. Aber offenbar interessiert das keinen. Langsam verfalle ich in Selbstmitleid. Kann mich bitte jemand aufbauen.


  2. Registriert seit
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Hallo erstmal...

    du hast also gekündigt OHNE einen neuen Job zu haben?

    Heulen nutzt ja nun gar nichts - reiß dich zusammen und schreib Bewerbungen. Mehr geht nicht. Tu was für dich in der Zwischenzeit...


    Und nächstes Mal erst einen neuen Job finden und dann kündigen - wer finanziert dich jetzt?


  3. Registriert seit
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Ja, weil er mich kaputt gemacht hat.
    Jemand wie mich in einen Boreout Job zu setzen ist wie Folter. Mir ist klar dass das die wenigsten verstehen könne, ach wie geil, 8 Stunden rumsitzen für 1 Stunde Arbeit bezahlt werden, aber ich hatte kein Einzelbüro und den Kollegen zusehen wie sie in Arbeit ertrinken während ich Däumchen drehe hat mich böse und sehr frustriert gemacht. Ich habe mir das gut überlegt. Es war keine Kurzschlussreaktion. Zumal der Job fachfremd war, sodass er nicht mal auf dem Papier als relevante Berufserfahrung durchgegangen wäre.
    Mehr Aufgaben hätte es nicht gegeben, Gespräch mit Chef hatte ich erfolglos.
    Die Kündigung war richtig. Ich fühle mich seit Wochen wieder etwas besser.

    Ich habe einiges angespart. Ich kann problemlos mehrere Monate ohne Job sein finanziell, ohne dass ich Geld vom Amt bräuchte.


  4. Registriert seit
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Gut....

    nur wenn der Job fachfremd ist.... wieso hast du ihn angenommen?

    Klar ist nichts tun langweilig - ich könnte so auch nicht arbeiten. Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell etwas neues findest und etwas, dass dir Spaß macht.

    Du zahlst auch deine KK selbst?


  5. Registriert seit
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Weil er mir als super Herausforderung verkauft wurde und interessant klang. Ich seh ja ein, dass es ein Fehler war.

    Ja, zahle KK selbst.
    Danke.


  6. Registriert seit
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Ich glaube, dein Problem ist wirklich nur die Desilllusionierung. Du hast dir den Berufsstart komplett anders vorgestellt, vermutlich war der Job tatsächlich, sorry, ein Griff ins Klo, aber das passiert. Kein Wunder, niemand hat eine Kristallkugel.

    Ausser Bewerbungen schreiben bleibt tatsächlich nichts übrig. Zeitarbeitsfirmen abklappern, viele machen nicht nur Zeitarbeit sondern auch Personalvermittlung.

    Du hast gekündigt, ohne etwas Neues zu haben - wenn der Job dich krank macht, dann war das richtig.
    Ich glaube ja nun nicht, dass ein Kellnerjob der totale Overkill für den Lebenslauf ist. Es nützt ja nichts, wenn deine Ersparnisse aufgebraucht sind und du noch nichts Neues gefunden hast musst du irgendwo Geld verdienen. Oder möchtest du mit einem perfekten CV langsam verhungern?

    Der Arbeitsmarkt wartet auf niemanden, das ist nicht bösartig, sondern einfach realistisch. Und obwohl es tatsächlich einen Fachkräftemangel gibt, gilt das nicht an jedem Ort für jeden Beruf im gleichen Maß. Bundesweit bewerben wäre noch etwas, was die Sache beschleunigen kann.

    Edit : Ich sehe gerade, dass du Zeitarbeit ablehnst. Gut, kann man machen, schränkt die Möglichkeiten aber noch weiter ein.

  7. Inaktiver User

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Liebe AE90,

    auch angesichts Deines letzten Strangs erschiene es mir hilfreich, wenn Du Dein Studienfach nennen würdest. Damit könntest Du bessere Einschätzungen von Praxiserfahrenen bekommen.

    Über einen Satz von Dir stolpere ich:

    Zitat Zitat von AE90 Beitrag anzeigen
    und den Kollegen zusehen wie sie in Arbeit ertrinken während ich Däumchen drehe hat mich böse und sehr frustriert gemacht.
    Meine Erfahrung ist hier genau die umgekehrte:
    Wann immer es Situationen gibt, wo einer wenig zu tun hat, während die Kollegen in Arbeit ertrinken, eröffnet sich damit eine tolle Chance, gerade für NeueinsteigerInnen: Ich habe in solchen Situationen mich weder weiter vor mich hin gelangweilt noch dem nächstbesten Kollegen Arbeit abgenommen, sondern geschaut, wer was macht und was davon mir am besten gefällt oder mich am meisten interessiert, und dann gezielt dort Unterstützung angeboten.
    Der große Vorteil dabei für mich war, dass ich damit weg davon kam, mir Aufgaben zuteilen zu lassen und mir stattdessen meine Aufgaben aussuchen konnte.

    Kannst Du diesen Ansatz nachvollziehen?


  8. Registriert seit
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Sasapi,

    ich glaube, die Zeitarbeit kann ich nicht mehr so ablehnend sehen in meiner Lage...aber in meinem Bereich gibt es sie eben zu wenig. Bundesweit bewerben geht nicht, da ich örtlich gebunden bin. Es ist aber eine sehr sehr große Stadt. D.h. es müsste schon Möglichkeiten geben.

    Galah,

    Die Anonymität :( per Pn vielleicht.
    Dein Vorschlag ist gut, aber funktioniert hier nicht. Die Kollegen sind sehr tief drin, Chef will auch nicht dass ich ihnen was abnehme, ich soll bei meinem Bereich bleiben. Das Thema ist jetzt eh durch. Ich muss nach vorn schauen.


    Am meisten macht mich fertig, dass ich was leisten kann und will, aber niemand mich lässt. Das demütigt mich so und frustriert mich.

  9. Moderation
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Als ein Mensch, der Routineaufgaben hasst wie die Pest, sage ich dir: Finde einen Weg, damit umzugehen. Wenn dich Frustration und Routine nach wenigen Monaten schon krank machen, fehlt dir eine Strategie dafür.

    Jeder Job bringt langweilige Aufgaben mit sich. Meist sieht man erst nach geraumer Zeit, was die eigene Arbeit wert ist. Wenn du es nicht schaffst, lang genug durchzuhalten, wirst du dieses Gefühl nirgends erleben.

    Manchmal hilft eine klare Zeiteinteilung. Manchmal hilft es, sich nette Aufgaben für zwischendurch zu suchen (die gibt es überall). Manchmal hilft es, sich intensiv mit den Hintergründen zu befassen: warum ist genau diese Dateneingabe wichtig, wie zahlt sie in die Strategie ein?

    Auch in deinem nächsten Job, egal wann er kommt und wie er aussieht, wirst du an diesen Punkt kommen. Achte darauf, dass du dann die passende Strategie dafür hast.

    Ja, doch, die Welt wartet auf junge Leute, die tüchtig sind und arbeiten wollen! Die Welt braucht sie dringend! Nur sieht diese Arbeit nicht immer so aus, wie man sich das erträumt.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"


  10. Registriert seit
    22.12.2018
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    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Ja, doch, die Welt wartet auf junge Leute, die tüchtig sind und arbeiten wollen! Die Welt braucht sie dringend! Nur sieht diese Arbeit nicht immer so aus, wie man sich das erträumt.
    Ach, du meinst miese Jobs für Mindestlohn? Ja, davon gibt's einige. Soll mich das jetzt irgendwie aufbauen?

    Wie soll ich diese Demütigung dieses gottverfluchten Bewerbungsprozesses ertragen? Ich verstehe inzwischen Frauen die lieber zig Kinder kriegen oder sich einen Typen suchen der sie aushält. Für diese scheiß Arbeitswelt braucht man Nerven aus Stahl. Und das als extrem gut qualifizierte Person.
    Wie soll man sowas aushalten? WIE?

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