+ Antworten
Seite 3 von 111 ErsteErste 123451353103 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 1108
  1. Avatar von Paraplumeau
    Registriert seit
    03.11.2014
    Beiträge
    9.276

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Zitat Zitat von Avocado_Diaboli Beitrag anzeigen
    Sag mal, geht´s noch?! Mäßige dich mal ein wenig im Ton.
    Es gibt ja erst 64 Beiträge und wenn man sorgfältig liest, gibt es wohl enorme zwischenmenschliche Probleme zusätzlich zu den Problemen, die mit der eigentlichen Arbeit zusammenhängen.
    Vermutlich also eher insgesamt kein berufsbedingtes Problem.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  2. Moderation
    Registriert seit
    09.09.2003
    Beiträge
    6.207

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Zitat Zitat von AE90 Beitrag anzeigen
    Ach, du meinst miese Jobs für Mindestlohn? Ja, davon gibt's einige. Soll mich das jetzt irgendwie aufbauen?

    Wie soll ich diese Demütigung dieses gottverfluchten Bewerbungsprozesses ertragen? Ich verstehe inzwischen Frauen die lieber zig Kinder kriegen oder sich einen Typen suchen der sie aushält. Für diese scheiß Arbeitswelt braucht man Nerven aus Stahl. Und das als extrem gut qualifizierte Person.
    Wie soll man sowas aushalten? WIE?
    Nein, ich meine überhaupt nicht den Mindestlohnsektor. Wie kommst du darauf? Ich meine nur, dass die meisten Jobs nicht daraus bestehen, jeden Vormittag die Welt zu retten und jeden Nachmittag dafür eine Medaille zu bekommen.

    Sondern eben auch daraus, mal ein paar Monate langweiligen Schreibtischkram zu machen.

    Der Bewerbungsprozess ist nervig, das stimmt. Demütigendes habe ich dabei aber nie erlebt.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  3. Avatar von TrishaTT
    Registriert seit
    19.02.2016
    Beiträge
    1.121

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Wenn du schon als ersten Job nach dem Studium nur was a) befristetes und b) fachfremdes bekommst, dann kann dein Studium nicht gefragt sein, sorry.

    Oder du bewirbst dich falsch / auf die falschen Stellen.
    Wenn wir Narben haben, heißt es, dass die Wunden verheilt sind

    (Thomas D.)

  4. Avatar von Carolly
    Registriert seit
    10.07.2003
    Beiträge
    13.296

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Sag mal, erwartest du dass man dir mit deinen tollen Qualifikationen einen roten Teppich ausrollt? Koennte es sein dass man erstmal sehen will was du draufhast und ob du das noetige Durchsetzungsvermoegen hast? Wie haettest du die alte Stelle eigentlich verbessern koennen, z.B. einen Code schreiben mit dem man die Dateneingabe automatisieren kann, usw.

  5. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    33.189

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Zitat Zitat von AE90 Beitrag anzeigen
    Was soll ich tun, außer diese elendigen Bewerbungen schreiben und frustriert sein.
    Du hast einen Job sachgrundbefristet gehabt, und beim zweiten (vielleicht aus Unerfahrenheit, weil du nicht richtig einschätzen konntest, was an dem Job "dran" war, vielleicht auch unvermeidlich) ins Klo gegriffen.

    Das ist jetzt noch keine Serie. Dazu brauchst du zwei oder drei Mal das gleiche Problem.

    Ein schlechter Job hinterläßt Spuren. Man traut sich nicht mehr, vertraut sich nicht mehr, zweifelt an allem, ist nervös wie ein langschwänzige Katze in einem Zimmer voller Schaukelstühle, und hat komische Vorstellungen davon entwickelt, was normal oder angemessen ist. Wenn der Job so schlecht war, daß du davon in (wenn ich dich richtig verstehe) wenige Monaten körperlich krank geworden bist, kannst du davon ausgehen, daß auch was im Kopf hängengeblieben ist.

    Natürlich muß ein neuer Job her, damit Geld ins Haus kommt. Es führt also kein Weg am Bewerbungen schreiben vorbei, und das ist mühsam, wenn man gerade eine echt miese Zeit hatte, denn Zweifel kann man beim Bewerben so gar nicht gebrauchen. Es wird auch kein Weg am Geldverdienen vorbeiführen. Ob du besser einen fachfremden Job machen solltet, der dich nicht mental oder emotional belastet und dir erlaubt, wieder auf "Normalbetrieb" zu kommen, oder ob du unbedingt etwas brauchst, was zum Lebenslauf paßt, auch wenn es ein kostspieliges Provisorium ist, hängt davon ab, wie lange du aus dem letzten Job schon raus bist, und natürlich davon, was du kriegen kannst. Würde Zeitarbeit dir vielleicht im Kopf helfen, weil du immer sagen kannst, "Brotjob, Provisorium, eher wie Kellnern als wie Beruf?"

    Vielleicht kommt dir das im Moment dramatischer vor als es ist? (Nicht das Geld, aber die Erfolglosigkeit.) Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben? Wie weit hast du dein Netz ausgeworfen? Kam überhaupt etwas an Rückmeldung, oder immer nur ein "nö, nicht" oder komplettes Schweigen im Walde?

    Jeder kann sagen, daß er ehrgeizig und gut ist. Gelingt es dir, das in dem engen Rahmen einer Bewerbung zu vermitteln?
    Versuch mal, dir einen etwas kundigeren Blick von außen auf die Situation geben zu lassen, als ein Forum es kann:
    - Wirfst du dein Netz richtig?
    - Ist deine Bewerbung/Lebenslauf verbesserungsfähig?
    - Wenn in deiner Branche eine Onlinerpräsenz ratsam ist, hast du eine? Ist die gut?
    - Würde dir ein professioneller gut-Zureder (also Coaching) helfen?
    - Bist du so krank, daß du im Moment gar nichts versuchen solltest? (Sprich mit deinem Arzt.)
    - Kennst du Leute, die dir weiterhelfen können? Wenn dir viele sehr Erfahrene bestätigt haben, daß du gut bist, ist das doch eine Ressource, auf die du zugreifen kannst.
    - Finde etwas, daß dich definiert und dich gut und wertvoll macht was nicht "berufliche Anerkennung" ist. Auf einem Bein kann man nicht stehen.

    Und: Glaub nicht jeden Mist, der dir mit "ach, ist doch alles so toll, mit deinem Hintergrund hast du doch die Super-Auswahl, du mußt einen Job finden, für den du brennst" und all dem anderen neumodischen Kram erzählt wird. Das ist die Textversion von Instagram-Urlaubsbildern, oder einfach Dummfug, das sind die Illusionen, die keiner braucht und die trotzdem schmerzt, zu verlieren.

    Frustriert zu sein, wenn einen keiner will und man wiederholt nicht kriegt, was man möchte, ist normal. Wäre komisch, wenn man es nicht wäre. Aber man muß nicht noch ein modernes Legendarium draufsetzen. Strukturiere deine Tage, so daß auch Zeit und Gelegenheit für Sachen ist, die dir Erfolgserlebnisse verschaffen oder dir einfach Freude machen. Wenn du so aufgebürstet und defensiv wie du jetzt rüberkommst versuchst, dich erfolgreich zu verkaufen, hast du schlechte Karten, und ja, das ist eine Zwickmühle, da ein Effekt den anderen verstärkt. Eine andere Quelle von Energie und Willenskraft kann diese Zwickmühle brechen.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  6. Registriert seit
    20.05.2016
    Beiträge
    2.289

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Zitat Zitat von AE90 Beitrag anzeigen
    . Für diese scheiß Arbeitswelt braucht man Nerven aus Stahl. Und das als extrem gut qualifizierte Person.
    Wie soll man sowas aushalten? WIE?
    Das Leben ist leider kein Ponyhof. Wenn du das alles so furchtbar findest, dann mach dich selbständig. Das meine ich nicht ironisch, sondern ganz ernst. Geh mal zu einer Start-Up-Veranstaltung und lass dich inspirieren. Seed-Kapital liegt im Moment auf der Straße.

    Im Übrigen braucht man, um im Arbeitsleben erfolgreich zu sein, mehr als nur gute Qualifikationen. Frustrationstoleranz gehört auch dazu.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)


  7. Registriert seit
    23.11.2018
    Beiträge
    2.253

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    AE - hast du dich schon bei der arbeitsagentur beraten lassen?
    unabhängig vom berufsstatus kannst du dort ein gespräch vereinbaren, vielleicht gibt es dann denkansätze, die du umsetzen könntest.
    einen versuch ist es wert.
    ich drück dir die daumen.
    es gibt so menschen, wenn du da mit kopfschütteln anfängst, endet das in einem schleudertrauma.

    alle elf minuten geht mir jemand tierisch auf den geist.
    ich backpfeife jetzt!


  8. Registriert seit
    09.07.2012
    Beiträge
    2.820

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Ich schließe mich Kara an: mache Dich selbständig, dann kannst Du Deine Aufgaben und Dein Arbeitsumfeld so gestalten, wie Du es willst und musst Dich keinem demütigendem Bewerbungsverfahren unterziehen.

    Allerdings wirst Du sehen, dass auch in der Selbständigkeit viel Zeit für nicht so tolle Aufgaben drauf geht. Auch Akquise hat etwas von bewerben und sich selbst verkaufen.

    Du hörst Dich für mich nach einem erstaunlichen Maß an Selbstüberschätzung an. Für beruflichen Erfolg ist nicht nur eine gute Ausbildung und eine gute Qualifikation maßgeblich. Die soft skills sind wahrscheinlich noch wichtiger. Wichtig ist Durchhaltevermögen und Durchsetzungsfähigkeit; beides geht nur mit einer ausgeprägten Frustrationstoleranz.
    Da scheint es bei Dir ziemlich zu hapern.

    Zum Thema Qualifikation gehört nach meiner Auffassung auch das Aussuchen des passenden Arbeitsplatzes, das Erkennen, welche Aufgabe und welches Umfeld passend ist. Und wenn wir ehrlich sind, haben die meisten von uns am Anfang mal kräftig ins Klo gegriffen. Ich könnte da auch Geschichten erzählen.


  9. Registriert seit
    19.12.2013
    Beiträge
    172

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Ich glaube auch, dass hier mehr Frustrationstoleranz nötig ist. Ich bin 34 Jahre alt und nach meinem Studium mit 26 Jahren in den Beruf eingestiegen. Mein erster Job war die Hölle. Ich musste ihn annehmen, weil mein Berufsfeld sehr überschwemmt ist, trotz sehr guten Abschlusses und zahlreicher Praktika und Praxiserfahrungen insgesamt wurde ich nicht genommen, da immer Leute bevorzugt wurden, die bereits 1,2 Jahre Berufserfahrung hatten. Also habe ich einen Job in einem Unternehmen angenommen, in dem von Mobbing bis hin zu 13 Stunden Tagen alles dabei war. Ich hatte schon nach der ersten Woche Bauchschmerzen vor der Arbeit und habe abends oft zuhause geweint. Ich habe dennoch durchgehalten und mich aus dem Job heraus beworben - solange, bis es nach 1 Jahr dann endlich mit einer top Stelle geklappt hat. Ich hätte diese nicht bekommen, wenn ich vorher gekündigt hatte und dementsprechend aus der Arbeitslosigkeit heraus gesucht hätte, es wurde deutlich, dass nur Bewerber mit bestehendem Arbeitsverhältnis in Frage kamen, da das einfach zunächst attraktiver ist, wenn jemand sucht, obwohl er etwas hat, als wenn jemand etwas finden muss, weil er arbeitslos ist. Ich arbeite nun seit 7 Jahren auf meiner unbefristeten Stelle, super Bezahlung, inhaltlich das was ich will, abwechslungsreich, viele Benefits wie Gleitzeit, Freizeitausgleich und tarifgebunden, da öffentlicher Dienst. Mich hat mein Job davor auch krank gemacht, ich hatte Magenprobleme, Kopfschmerzen usw. Aber es war richtig, solange durchzuhalten bis das richtige Angebot kam.


  10. Registriert seit
    22.12.2018
    Beiträge
    532

    AW: Desillusionierung Berufsanfang

    Danke für eure Beiträge.

    Nach Prüfung durch Bekannte hat sich rausgestellt, dass die Anschreiben wohl zu lang waren... oh mann, wer hätte gedacht dass das so ein Problem darstellt.
    Wildwusel, insbesondere danke dir für deinen lieben Beitrag. Es ist schön, dass manche ohne Vorwürfe zu machen verstehen, dass meine Lage sehr unschön ist und ich Zuspruch statt Vorwürfe brauche.

    Lucienne, ob es so empfehlenswert ist, sich krank machen zu lassen, das lass ich mal so dahinstehen. Nicht jeder kann so was ab. Mich würde das in die Klinik bringen. Ich plane auch weitere Karriereschritte, ich muss nur noch etwas Zeit überbrücken.
    Ja, mein Fach ist nicht so gesucht wie KI oder Ingenieure oder was auch immer, aber auch kein Anglistik/Germanistik. Ich muss es wohl mit dem kürzeren Anschreiben versuchen. Selbstständigkeit ist auf lange Sicht angedacht :)

    ICH empfinde den Bewerbungsprozess als Demütigung. Als drum Betteln dass einen jemand wahrnimmt, obwohl man gut ist und gern was leisten will.

    Der erste Job, nun, er war sehr attraktiv, daher hab ich die Befristung akzeptiert. Befristungen sind heute leider recht verbreitet. Auch in IT usw. Nein, habe keine IT studiert.
    Der zweite, also aktuelle, klassischer Fehlgriff.

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •