Da ich zum Jahresende gekündigt wurde, befinde ich mich mal wieder mittem im zermürbenden Bewerbungsmarathon. Mein Lebenslauf an sich ist sicherlich nicht das, was man sich erträumt. Zeitarbeit, befristete Jobs, lange Zeit selbständig, Weiterbildungsphasen und nun nach zehn Monaten die Kündigung.
Ein paar Vorstelungsgespräche hatte ich bereits, und immer war ein Gesprächspunkt, dass ich in mehreren Branchen immer nur eine verhältnismäßig kurze Zeit war. Während ich es nicht so übel finde, dass ich branchenmäßig keinen "Tunnelblick" habe, sondern vielfältige Erfahrungen sammeln und immer dazu lernen konnte, scheint das für die Geschäftsführungen doch immer ein Kritikpunkt zu sein.
Ein weiterer Punkt ist, dass ich vor meiner jetzigen Stelle eine branchenbezogene Weiterbildung mit knapp 900 Unterrichtsstunden absolviert habe, es aber eben keine Ausbildung mit IHK-Abschluss war. Auch hier wurde ziemlich naserümpfend reagiert.
Kann mir jemand erklären, was solche Kritik soll? Schließlich hat man mich zum Gespräch eingeladen und zumindest erstes generelles Interesse bekundet, *obwohl* ich keinen Traumlebenslauf habe. Es geht um keine höhere Position, sondern um reine Büroarbeit ohne Führungsaufgaben.
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Thema: Kritik am Werdegang
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04.12.2017, 20:29
Kritik am Werdegang
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04.12.2017, 21:45Inaktiver User
AW: Kritik am Werdegang
Das kannst Du doch dann genau so verkaufen.
Das kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht weiß, was das für eine Ausbildung war. Wenn in der Branche aber IHK-Abschlüsse üblich/verpflichtend sind, wäre es besser, einen zu machen. Könntest Du das vielleicht noch nachholen?Ein weiterer Punkt ist, dass ich vor meiner jetzigen Stelle eine branchenbezogene Weiterbildung mit knapp 900 Unterrichtsstunden absolviert habe, es aber eben keine Ausbildung mit IHK-Abschluss war. Auch hier wurde ziemlich naserümpfend reagiert.
Wie gesagt, die wollen schauen, wie Du Dich verkaufst. Wenn Du bei solchen Rückfragen "wacklig" wirst, könntest Du daran arbeiten, vielleicht mit fremder Hilfe.Kann mir jemand erklären, was solche Kritik soll? Schließlich hat man mich zum Gespräch eingeladen und zumindest erstes generelles Interesse bekundet, *obwohl* ich keinen Traumlebenslauf habe. Es geht um keine höhere Position, sondern um reine Büroarbeit ohne Führungsaufgaben.
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05.12.2017, 11:30
AW: Kritik am Werdegang
Deinen Lebenslauf kannst du leider nicht mehr ändern. Da du ja zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wirst, scheint die Unternehmen das ja im ersten Ansatz nicht zu stören. Vielleicht soll die Kritik eine Art Stresstest sein. Ich würde mir eine Antwort überlegen, die du das nächste Mal vorbringen kannst.
(Von einem nicht idealen Lebenslauf kann ich übrigens ein Lied singen: mit diversen befristeten Jobs im öffentlichen Dienst, in der freien Wirtschaft und in Zeitarbeitsunternehmen, einer Ausbildung und einem Studium und jetzt habe ich es auch noch gewagt ein Kind zu bekommen. Nach Elternzeit bin ich jetzt wieder mal auf Jobsuche.)
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05.12.2017, 13:17Inaktiver User
AW: Kritik am Werdegang
Ruhig bleiben und deutlich machen, dass es ist wie es ist und Du Dich für gut qualifiziert und kompetent hältst. Lass Dich nicht in einen Rechtfertigungsmodus navigieren - ich würde eine freundliche Gelassenheit an den Tag legen und ansonsten das Gespräch auf andere Aspekte lenken.
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05.12.2017, 17:26Inaktiver User
AW: Kritik am Werdegang
In dieser schnelllebigen, ziemlich oberflächlichen Zeit ist es doch merkwürdig, dass von einem potentiellen Bewerber erwartet wird, irgendwo zig Jahre ausgeharrt, anstatt hier und da mal Frischluft geatmet zu haben. In einem Betrieb etliche Jahre abzuhocken ist nicht immer von Vorteil. Wer nicht gerade ein chronischer Jobhopper ist, kann durchaus neuen Input gewinnen und das im nächsten Betrieb einbringen.
Ich würde das von Dir oben Erwähnte selbstbewusst im Gespräch einfließen lassen. Was zunächst negativ erscheinen mag, kann durchaus auch etwas Positives haben. Manchmal wird auch nur gecheckt, wie überzeugt ein Bewerber von sich ist bzw. wie leicht er sich verunsichern lässt.
Abgesehen davon, DEN für sich passenden Job bzw. Arbeitgeber zu finden, ist schwierig, aber möglich. Außer dem eigentlich oft gleichen Auswahlraster zu entsprechen spielt Sympathie und Übereinstimmung auch eine große Rolle. Betriebe die Dich aufgrund Deiner og. Gründe aussortieren, würden möglicherweise eh nicht zu Dir passen.
Nur Mut !
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05.12.2017, 17:57
AW: Kritik am Werdegang
Ich denke auch, dass dein Lebenslauf kein Ausschlusskriterium für die Arbeitgeber ist - denn sonst hätten sie dich nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen.
Aber sie wollen wissen, wie du es begründest und zB ob du dich schnell angegriffen fühlst oder ob du souverän mit der Situation umgeben kannst - und mir scheint, daran könnte es hapern.
Ich würde dir empfehlen such dir jemanden aus deinem Freudenskreis, mit dem du ein solches Bewerbungsgespräch mal durchspielst und der dir ehrliches feedback gibt, wie du rüber kommst - wenn du niemand geeigneten hast, überlege dir einen Coach aufzusuchen.
Wir haben auch eine Mitarbeiterin mit - sagen wir mal - unglücklichem Lebenslauf. Aber sie ist eine absolut ruhige, integere und in sich ruhende Person - und genau so jemanden haben wir damals gesucht und in ihr gefunden. Und natürlich haben wir sie auch auf die Merkwürdigkeiten im Lebenslauf angesprochen und sie hat sich nicht angegriffen gefühlt, sie hat sich nicht verteidigt, sondern einfach und nachvollziehbar erzählt, wie es dazu kam.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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05.12.2017, 20:48Inaktiver User
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06.12.2017, 09:59
AW: Kritik am Werdegang
Streiche das Wort "Kritik" - vor allem in deinem Kopf! - und ersetze es durch "Nachfragen". Wenn Du diese Fragen von vorneherein negativ besetzt, reagierst du auch wahrscheinlich entsprechend, du gehst in den Rechtfertigungsmodus. Du hast in Deinem Eröffnungsbeitrag schon selber sehr schön argumentiert, warum das eben keine negativen Punkte sind, sondern positive Aspekte haben "keinen Tunnelblick".
Betonen würde ich eventuell, dass Du jetzt genügend unterschiedliche Erfahrungen gesammelt hast und an einer längerfristigen Beschäftigung interessiert bist. Natürlich wollen Firmen nicht jemanden ggf. aufwändig einarbeiten, der dann nach 2 Jahren wieder geht.Islabonita
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