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  1. Registriert seit
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    Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    Hallo,

    ich habe ein interessantes Stellenangebot in der Nähe meiner Familie entdeckt. Derzeit wohne ich ca. 7 Stunden von zu Hause entfernt.

    Die Stelle wäre exakt dieselbe wie meine jetzige, was natürlich insofern von Vorteil ist, als dass ich die entsprechende Erfahrung mitbringe.

    Ich weiß allerdings nicht, was ich im Anschreiben bzw. im späteren eventuellen Vorstellungsgespräch als Grund für mein Interesse bzw. meinen Um-/Wegzug angeben könnte.

    Denn um mal eine andere Posterin aus einem anderen Thread zu zitieren: "Man sollte ja immer einen positiven Grund nennen warum man sich ausgerechnet bei einer Firma bewirbt, aber "weil das ja eine so tolle Firma ist und man dort in genau der Rolle schon immer mal arbeiten wollte" geht in meinem Fall natuerlich nicht."

    "Neue Herausforderung" trifft den Kern in meinem Fall ja nun ebenfalls nicht wirklich, da es eben exakt dieselbe Stelle wäre (mal abgesehen davon, dass diese Formulierung wohl sowieso ziemlich platt und abgedroschen ist ).

    Die Wahrheit ist nunmal schlicht und einfach: wäre die Stelle nicht in der Nähe meiner Familie, würde ich mich auch nicht bewerben. Oder anders formuliert: es gibt auch noch andere ähnliche Stellenangebote in ganz Deutschland, aber bei denen habe ich kein Interesse mich zu bewerben, weil diese eben so weit entfernt von meiner Familie sind. Dann kann ich nämlich auch gleich hier bleiben.

    Ich habe mir deshalb überlegt, einfach bei der Wahrheit zu bleiben und die Nähe zu meiner Familie als Grund für genau diese Stelle bei "genau diesem Arbeitgeber" anzugeben. Ein Vorteil wäre hier, dass der Arbeitgeber dadurch bereits langfristiges Interesse bzw. Bleibepotenzial erkennen könnte (die Stelle ist unbefristet ausgeschrieben).

    Welche Formulierung könnte ich dafür verwenden?

    Der Nachteil wäre, dass es als einziger Grund so "berufsunspezifisch" ist, also wie reines privates Interesse klingt - und ob das wiederum so gut beim Arbeitgeber ankommt?

    Vielleicht mache ich mir ja auch unnötige Gedanken, aber ich bin schon einige Jahre aus dem Bewerbungsprozess heraus. Deshalb vorab schonmal vielen Dank für euren Input.
    Geändert von carisi (25.11.2017 um 18:37 Uhr)

  2. Avatar von Opelius
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    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    Ich würde schon die "neue Herausforderung" irgendwie begründen. Und ganz nebenbei erwähnen, dass Du gerne wieder in Deine Heimat möchtest. Kommt bei Lokalpatrioten unter den Arbeitgebern immer gut an.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    Zitat Zitat von carisi Beitrag anzeigen
    Ich habe mir deshalb überlegt, einfach bei der Wahrheit zu bleiben und die Nähe zu meiner Familie als Grund für genau diese Stelle bei "genau diesem Arbeitgeber" anzugeben.
    Das ist ein guter Grund für den Wechsel, den kannst du selbstverständlich auch angeben. Davon unabhängig bleibt dann die Frage offen, warum genau du dich bei Schmidt und Söhne bewirbst. „Weil ich mich jetzt in Stadt XY bei allem bewerbe, was nicht bei drei auf dem Baum ist“ ist tatsächlich nicht so dolle. Verbinde doch das eine mit dem andern und sage, dass du den Anlass den Ortswechsels nutzen willst, um deine hervorragenden Kenntnisse im Bereich XY (die genau in der Stellenanzeige gefordert werden) anzuwenden und weiter auszubauen.

  4. Moderation Avatar von Islabonita
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    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich würde schon die "neue Herausforderung" irgendwie begründen. Und ganz nebenbei erwähnen, dass Du gerne wieder in Deine Heimat möchtest. Kommt bei Lokalpatrioten unter den Arbeitgebern immer gut an.
    "Neue Herausforderung" ist mittlerweile sehr abgegriffen, diese Formulierung würde ich sowieso nicht mehr verwenden. Blue Velvets Ansatz finde ich sehr gut.
    Islabonita

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    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    Hallo liebe Foristen,

    danke für eure Tipps, ich habe mich an der Formulierung von BlueVelvet06 orientiert und habe gestern einen Anruf erhalten, dass man mich zum Vorstellungsgespräch einladen möchte - meine 1. Bewerbung nach zig Jahren also gleich ein Volltreffer - deshalb ein riesiges Danke an dieser Stelle.

    Zwei Fragen:

    1. Ich müsste nun nach 1 - 2 kurzfristigen Urlaubstagen fragen, weiß allerdings nicht, wie kurzfristig das möglich ist (wir sind derzeit etwas unterbesetzt). Hätten die Personalchefs der potenziellen neuen Stelle Verständnis, wenn ich erst in 1 - 2 Wochen zum Vorstellungsgespräch kommen könnte? Ich muss immerhin sieben Stunden anreisen, das erledigt man nicht am späten Nachmittag nach Dienstschluss oder gar an einem Tag.

    2. Aus meiner (bisherigen) Erfahrung heraus war es immer so, dass sobald eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erfolgte, die Sache eigentlich so gut wie "geritzt" war und das Vorstellungsgespräch nur eine Formalität war. Ich könnte mir also gut vorstellen, dass ich möglicherweise wirklich genommen werde.

    Jetzt, wo es also tatsächlich in greifbare Nähe rückt, treten bei mir Zweifel und Fragen auf: soll ich hier wirklich alles abbrechen? Unbefristete Position aufgeben und nochmal Probezeit? Woher weiß ich, dass es bei der neuen Stelle nicht ähnlich stressig und chaotisch wird (auch einer der Gründe, warum ich hier weg möchte). Mein Gedanke war allerdings, hätte ich meine Familie in der Nähe, kann ich mit dieser als Rückhalt, als Säule im Privatleben, sicher auch besser mit extremem Stress und Arbeitsanfall umgehen.

    Ich möchte andererseits aber wirklich ungern vom Regen in die Traufe kommen - wie kann ich im Vorstellungsgespräch möglichst unauffällig und elegant etwas über den Ablauf und die (personellen) Strukturen herausfinden, ohne dass ich zu offensichtlich nach dem "Arbeitsanfall- und Stresslevel" frage?

    Danke.

  6. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    Das freut mich ja gleich doppelt.

    zu 1: klar wird er Verständnis haben, aber vielleicht gibt es einen internen zeitlichen Plan. Den kennt ja nun niemand. Da hilft nur freundlich fragen. Aber vielleicht bekommst du ja kurzfristig frei.

    zu 2: kann sein, aber ich glaube es eher nicht. Ein erstes Vorstellungsgespräch ist ein erstes Vorstellungsgespräch (diese Logik ), in der Regel macht man je eins mit mehreren Bewerbern, dann wird ausgesiebt und dann erfolgt das zweite Gespräch. Das ist so die übliche Vorgehensweise, kann aber auch gut sein, dass die es anders handhaben. Aber üblich ist es keinesfalls, dass "die Sache so gut wie geritzt ist", da gehst du von falschen Voraussetzungen aus.

    Wegen der Zweifel: das ist ganz normal. Es gibt dann auch noch die "Kaufreue" nachdem alles fest gemacht wurde, kannst du dich schon mal darauf einstellen. Stelle halt Fragen, mit denen du rausfinden kannst, wie chaotisch es zugeht. Das ist durchaus legitim. Es ist ja fürs Unternehmen auch wichtig, eine möglichst hohe Paßgenauigkeit hin zu bekommen. Wenn es ein sehr verdichteter Arbeitsplatz in einer Hochleistungsbranche ist, bist du da fehl am Platze, falls du eher einen ruhigen Job suchst. Das kann man sagen und/oder erfragen - muss dann aber auch damit leben, dass man nicht genommen wird - aber würdest du ihn denn dann noch wollen? Doch eher nicht. Einen Tod wirst du sterben müssen. Gleiches gilt für "was, jetzt noch mal Probezeit, wo ich doch einen unbefristeten Job habe" - du kannst den Kuchen nicht gleichzeitig behalten und aufessen.

  7. Inaktiver User

    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    Wie es genau im Betrieb läuft sage ich Bewerbern nie.... warum auch? Dafür ist ja die Probezeit!

    Ob das erste Gespräch schon das endgültige ist weiß niemand! Bei mir war es immer so dass ich mit einer Zusage aus dem Gespräch ging üblich ist das aber nicht!!

    Drücke dir die Daumen

  8. Avatar von ereS
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    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    carisi
    kannst du das gespraech evtl. auf einen montag legen ?
    sonntags anreisen, montag morgen das gespraech, den tag zur heimreise nutzen und dienstag wieder arbeiten gehen


  9. Registriert seit
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    AW: Jobwechsel/Umzug hauptsächlich wg Nähe zu Familie - im Anschreiben erwähnen?

    In meiner Branche ist es nicht unueblich ein Erstgespraech per Skype/Telekonferenz abzuhalten, gerade wenn Bewerber nicht vor Ort wohnen. Du koenntest ja anbieten, dass, falls es doch ganz schnell sein muss, das Erstgespraech ueber Skype stattfindet, da Du aufgrund hohen Arbeitspensums vor Datum X nicht frei nehmen kannst.

    Der Vorschlag mit Montag, bzw Freitag oder vor/nach einem Feiertag, ist auch immer gut: ist auch weniger auffaellig dem aktuellen Arbeitgeber gegenueber, da man ja zumeist seinen regulaeren Urlaub auch 'maximierend' benutzt :)

    Wegen fester Stelle und Probezeit: na ja, kommt wohl sicher auf Deinen Leidensdruck beim aktuellen AG an. Wenn Du sicher bist, dass Du da raus willst, dann musst Du in den sauren Apfel beissen :) Kennst Du denn jemanden, der beim 'neuen AG' arbeitet oder gearbeitet hat? Vielleicht kannst Du Dich ja mal in der alten Heimat umhoeren? Je nachdem wie gross die Stadt ist, weiss man ja schon wer die schlechten Arbeitgeber sind.... Restrisiko von wegen skurillem Abteilungsleiter oder Kollegen bleiben immer und koennen einem auch beim einstmals 'perfektem' AG nachtraeglich beschert werden :-S

    Viel Glueck schon mal!

    SarahMiller
    "Warum soll ich nicht beim Gehen" -
    sprach er "in die Ferne sehen?
    Schön ist es auch anderswo,
    und hier bin ich sowieso."

    Wilhelm Busch

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