Es betrifft mich nicht, aber wegen der Diskussionen um den "aufgehübschten" Lebenslauf von Frau Hinz, der SPD-Bundestagsabgeordneten, die Abitur und Jurastudium vorgetäscht bzw. erfunden hat, hab ich mal geguckt:
Es gibt eine ganze Reihe von Abgeordneten ohne Ausbildung oder Studium:
"Jeder vierte Politiker wäre ohne seine Abgeordnetenbezüge arbeitslos. Denn viele Politiker haben keinen Beruf erlernt." Die Zahl hat mich dann doch überrascht, ich wusste nur, dass es um die 150 Juristen im Bundestag sind.
Geschönte Lebensläufe: Haufenweise Politiker ohne Berufsausbildung - Maras Welt - In erster Linie Aufklärung!
Die FAZ hat sich 2013 damit beschäftigt:
Ein Makel im Lebenslauf: Deutsche Spitzenpolitiker verschleiern ihre Studienabbrüche - Inland - FAZ
Viele schreiben einfach "Studium Fach X", was ja nicht ganz verkehrt ist, der Nebensatz Diplom/Examen wasauchimmer fehlt halt.
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21.07.2016, 16:58
Studienabbruch verkaufen/verschleiern
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21.07.2016, 18:40Inaktiver User
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
So ein Quatsch, warum soll man arbeitslos sein, nur weil man keinen Studienabschluss hat?
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21.07.2016, 18:49
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
hier ein Überblick aus welchen Bereichen die Mitglieder des Bundestages herkommen.
Und hier die Statistik des Bundestages
Es kommen 30 % aller Abgeordneten aus dem Öffentlichen Dienst.
Im wesentlichen repräsentieren die Abgeordneten schon die Mehrheit des Wählervolkes. Am schwierigsten haben es die Selbständigen, die kaum beide Berufe miteinander verknüpfen können. Für die Menschen aus dem ÖD und aus den Organisationen ist bei einem Ausscheiden der ursprüngliche Arbeitsplatz gesichert.Geändert von Opelius (21.07.2016 um 19:00 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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21.07.2016, 18:50
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
Dann müssten ja alle Studienabbrecher arbeitslos sein und im Umkehrschluss jeder, der eine abgeschlossene Berufsausbildung hat eine Arbeitsstelle haben.
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21.07.2016, 19:23
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
Das wird ja nirgendwo behauptet.
"Jeder und alle", allgemeingültige Regeln sind glaube ich nicht möglich.
Aber Menschen ohne Abschluß haben es bekanntlich schwieriger, einen Arbeitsplatz zu finden:
"Jüngere Menschen ohne berufsqualifizierenden Abschluss sind häufiger arbeitslos, seltener in Vollzeit beschäftigt und geringer entlohnt als Fachkräfte. Von den in Deutschland lebenden Jüngeren hat gut jeder Fünfte keinen Berufsabschluss - aber nur jeder neunte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. "
Infoplattform Publikationsdetails | IAB
Unter diesen Bedingungen finde ich es erstaunlich, dass im Bundestag so viele Menschen ohne Abschluss untergekommen sind.
Und ich frage mich, wie man damit in Berwerbungen umgehen kann.
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21.07.2016, 19:39
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
Natürlich nicht. Das wurde aber in der zitierten Stelle aus dem Artikel für Abgeordnete behauptet.
Ja, und?Aber Menschen ohne Abschluß haben es bekanntlich schwieriger, einen Arbeitsplatz zu finden:
"Jüngere Menschen ohne berufsqualifizierenden Abschluss sind häufiger arbeitslos, seltener in Vollzeit beschäftigt und geringer entlohnt als Fachkräfte. Von den in Deutschland lebenden Jüngeren hat gut jeder Fünfte keinen Berufsabschluss - aber nur jeder neunte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. "
Infoplattform Publikationsdetails | IAB
"Untergekommen": das sind hochdotierte und begehrte Arbeitsstellen für die man sich einer internen und externen Wahl stellen muss. Du bekommst ja nicht einfach so ein Abgeordnetenmandat.Unter diesen Bedingungen finde ich es erstaunlich, dass im Bundestag so viele Menschen ohne Abschluss untergekommen sind.
Was heißt denn unter diesen Bedingungen: was verknüpft Du damit? D.h. einen Studienabschluss verknüpfst Du mit bestimmten Erwartungen. Oft ist ein Studienabschluss auch nicht gleichbedeutend mit einer Berufsausbildung. i.S.v. determiniert, was damit in der Arbeitswelt angefangen werden kann.
Das ist der Studienabschluss doch nur Beweis, dass man das Studium geschafft als formalen Abschluss.
Offen natürlich.Und ich frage mich, wie man damit in Berwerbungen umgehen kann.
Bewerbungen für was? Eine Arbeitsstelle für die es zwingend notwendig ist einen bestimmten Berufsabschluss zu haben?
Oder um eine Arbeitsstelle bei der es wichtig ist, die Aufgaben bewältigen zu können bei der es nicht notwendig ist einen ganz bestimmten Berufsabschluss zu haben.
Da ist doch immer der Sinn dahinter gefragt: es kann Sinn machen einen bestimmten Berufsabschluss zu verlangen, muss es aber nicht.
Du kannst das noch weiterführen: Dürfen dann nur z.B. ausgebildete Juristen ein Bundestagsmandat haben, aber Naturwissenschaftler oder Übersetzer nicht?
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21.07.2016, 19:52
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
Eben - um so erstaunlicher, dass Menschen ohne Berufs- oder Studienabschluss deutlich häufiger arbeitslos sind als andere, aber in einem hochbezahltem Bereich wie dem Bundestag landen können.
Ja. Eine Berufsausbildung kann einen weit besser auf eine Tätigkeit vorbereiten als ein Studium, das kommt immer darauf an, worum es geht.
Es gibt ja kaum noch/nur wenige Tätigkeiten in Deutschland, an die man ohne Abschluß rankommt.
Das wäre ja weder verfassungsgemäss noch irgendwie sinnvoll.
Frau Hinz hat ja behauptet, Juristin zu sein und ist damit zehn Jahre lang durchgekommen. Das schlägt in der Presse gerade verhältnismässig hohe Wellen, obwohl es im Bundestag eine hohe Anzahl von Menschen ohne formale Qualifikationen gibt.
Sie hat ja anscheinend ihr Bundestagsmandat unauffällig genug ausgeübt und ist wiedergewählt worden.
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21.07.2016, 20:05
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
Statt erstaunlich, ist es für mich eher ein Hinweis darauf, dass dort ganz andere Qualitäten und Eigenschaften gefragt sind.
Eben, das kann man so allgemein nicht sagen.Ja. Eine Berufsausbildung kann einen weit besser auf eine Tätigkeit vorbereiten als ein Studium, das kommt immer darauf an, worum es geht.
Ist das so schlimm? Es ist doch ein gutes Zeichen einer Gesellschaft viele Arbeitsplätze zu haben für die eine Ausbildung wünschenswert ist.Es gibt ja kaum noch/nur wenige Tätigkeiten in Deutschland, an die man ohne Abschluß rankommt.
Auch Studienabbrecher, die nicht Politiker werden, bekommen eine Arbeit aufgrund der von ihnen gemachten Erfahrung.
Genau, das ist ja mein Punkt, zu hinterfragen, wozu ein Abschluss notwendig ist.Das wäre ja weder verfassungsgemäss noch irgendwie sinnvoll.
Gute Noten müssen auch nicht per se sinnvoll sein, um eine bestimmte Ausbildung überhaupt beginnen zu können, sondern sind oft einfach ein Kriterium, um überhaupt eine Auswahl treffen zu können.
Es schlägt hohe Wellen, weil sie gelogen hat, und nicht weil sie es geschafft hat ohne Berufsausbildung ihr Mandat auszuüben.Frau Hinz hat ja behauptet, Juristin zu sein und ist damit zehn Jahre lang durchgekommen. Das schlägt in der Presse gerade verhältnismässig hohe Wellen, obwohl es im Bundestag eine hohe Anzahl von Menschen ohne formale Qualifikationen gibt.
Das "durchgekommen" bezieht sich ja vermutlich mehr auf "sie ist mit der Lüge durchgekommen, das hat niemand aufgedeckt", und nicht durchgekommen, die Aufgaben bewältigt und geschafft, obwohl sie keine Berufsausbildung hat.
Was ja wiederum ein Beweis dafür ist, dass eine formale Qualifikation nicht notwendig ist für bestimmte Tätigkeiten.Sie hat ja anscheinend ihr Bundestagsmandat unauffällig genug ausgeübt und ist wiedergewählt worden.
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21.07.2016, 20:08Inaktiver User
AW: Studienabbruch verkaufen/verschleiern
Das Problem bei Frau Hinz ist ja nicht, dass sie kein Abitur, keinen Berufsabschluss und kein Studium hat.
Das Problem ist, dass sie ihre Parteikolleg*innen und die Wähler*innen krass belogen hat hinsichtlich ihres Werdegangs. Wenn sie da lügt, was soll/kann man ihr denn glauben?
Und bzgl. all der "unqualifizierten" Leute im Bundestag: viele kommen während des Studiums in die Parteien, steigen da auf, werden "hoch gewählt" und das Studium tritt in den Hintergrund. Während der Tätigkeit in bezahlter Politik (also Landtag und Bundestag) ist häufig überhaupt keine Zeit mehr, ein Studium zuende zu bringen und die Exmatrikulation ist der logische Schritt - man ist in eine Art Berufstätigkeit eingetreten, Berufspolitiker*in eben.
Ich selbst halte nicht viel davon und sehe die lebenspraktische Begrenztheit dieser Kreissaal-Hörsaal-Plenarsaal-Karrierist*innen in meiner Partei.
Aber mit Scheitern im Studium und deswegen Abbruch oder Keinbockhaltung etc. hat das wenig zu tun.
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21.07.2016, 20:25Inaktiver User


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