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    verwirrt Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Guten Abend liebes Forum,

    ich befinde mich in der Vorbereitung auf mein erstes Vorstellungsgespräch nach dem Studium. In diesem Zusammenhang kommen grundsätzliche Fragen zutage.

    Ich habe ein Jura-Studium zuvor abgebrochen, relativ spät, im 7. Semester trotz guter Noten (bei Jura folgt ja auf das 1. Staatsexamen, noch Referendariat und 2. Staatsexamen, dh es wäre nicht nur noch 1 Jahr gewesen bis zum Abschluss). Ich frage mich, wie auf Nachfragen im Vorstellungsgespräch damit umgehe.

    Da die Erklärung reichlich intim ist und ich auch Angst habe, dass mir TRänen kommen, was ich um jeden Preis verhindern möchte, wollte ich Euch befragen, wie Ihr damit umgehen würdet.

    Hintergrund, ich wollte mich auf Kriminologie spezialisieren. Dann wurde ich vergewaltigt und habe in der Folgezeit mitbekommen, dass nicht immer Recht und Gerechtigkeit einander entspricht (dieser Satz liest sich so pathetisch, aber wenn jemand schon einmal solch eine Situation durchgemacht hat, weiß er vielleicht, wie tiefgreifend solch ein Gefühl sein kann...)

    Ich konnte daher, trotz guter Noten nicht weiter studieren, habe abgebrochen und damit die finanzielle Unterstützung meiner Eltern verloren, und 2 Jahre gejobbt, bis ich soweit wieder auf den Beinen war, dieses Studium anzufangen. Dieses Studium habe ich mit sehr viel arbeiten finanziert und habe es sehr gut abgeschlossen, wenn auch nicht in Regelstudienzeit, was einerseits aufgrund des Arbeitens war und andererseits, ist während des 2. Studiums eine schwere chronische Erkrankung ausgebrochen.

    Nun frage ich mich, wie ich, diese Situation darstelle. Einerseits will ich möglichst authentisch sein, dennoch professionell und nicht zu weinen beginnen. Ich will aber auch nicht sagen, dass ich es aufgrund schlechter Noten aufgegeben habe, da ich dem Bereich in dem ich mich bewerbe, meine juristischen Grundkenntnisse gut einbringen kann und daher ungern verschweigen würde.

    Die chronische Erkrankung ist, da inzwischen Schwerbehinderung vorliegt und ich mich im Öffentlichen Dienst bewerbe, bekannt, diese jedoch als Grund anzuführen widerstrebt mir auch, da diese erst zeitlich danach kam...

    Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen!

    Liebe Grüße

  2. gesperrt

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    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Ersteinmal: das tut mir sehr leid, was dir passiert ist. Respekt, dass du das andere Studium so gut durchgezogen hast und Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss. Ich würde einfach sagen, dass du das Studium aus persönlichen Gründen trotz guter Leistungen abbrechen musstest. Wenn sie dann nachfragen, haben sie kein Taktgefühl und du kannst sagen, dass du darüber nicht sprechen möchtest. Lügen bringt nichts. das kommt nachher irgendwie doch raus, wenn du einen grund erfindest und außerdem erkennen das geübte Personaler unter Umständen. Du wirst nervös, etc... Viel Erfolg!

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    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Kannst du das ganze nicht etwas neutraler schildern?
    Also z.B. du bist Opfer eines Verbrechens geworden, im Zuge des Verfahrens wurden dein Vertrauen in die Justiz erschüttert und du hast dich deshalb gegen den Abschluss des Studiums entschieden, weil du mit dieser Erfahrung damit nicht mehr glücklich geworden wärst.
    Und wenn dann jemand wirklich so neugierig ist und fragt, was dir den passiert sei (was ich eigentlich nicht glaube, dass das jemand machen wird), dann kannst du immer noch sagen, dass das etwas sehr persönliches ist und du darüber nicht reden möchtest. Da ist meiner Meinung nach nichts dabei und das sollte auch niemand negativ auslegen, der ein klein wenig Taktgefühl hat.

  4. Inaktiver User

    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Zitat Zitat von Slipperman Beitrag anzeigen
    Kannst du das ganze nicht etwas neutraler schildern?
    Also z.B. du bist Opfer eines Verbrechens geworden, im Zuge des Verfahrens wurden dein Vertrauen in die Justiz erschüttert und du hast dich deshalb gegen den Abschluss des Studiums entschieden, weil du mit dieser Erfahrung damit nicht mehr glücklich geworden wärst.
    Sag doch "jemand Dir sehr nahe stehendes" .... ansonsten finde ich die Erklärung gut und sie entspricht ja auch den Tatsachen.

  5. Inaktiver User

    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Zitat Zitat von Slipperman Beitrag anzeigen
    Also z.B. du bist Opfer eines Verbrechens geworden, im Zuge des Verfahrens wurden dein Vertrauen in die Justiz erschüttert und du hast dich deshalb gegen den Abschluss des Studiums entschieden, weil du mit dieser Erfahrung damit nicht mehr glücklich geworden wärst.
    Ich finde das auch noch zu persönlich - das man mal Opfer eines Verbrechens wurde, geht niemand Wildfremden etwas an.

    @Fruchthauch,
    ich würde doch die chronische Erkrankung anführen - warum widerstrebt Dir das, wenn die bei der Einstellung eh bekannt ist ? Wann genau die ausgebrochen ist, wissen Deine Gesprächspartner nicht, und Du hast damit eine hervorragende Erklärung für den Studienabbruch an der Hand.

    Manchmal muß man die Wahrheit halt ein bißschen biegen, wenn man sich nicht völlig "nackig" machen will.

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    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Ich finde, dass du trotz all dem Unrecht, dass dir widerfahren ist, eine starke tolle Frau bist! Nicht viele hätten den Mut und die Kraft gehabt, nach diesem Vorfall ihr geplantes, und fast vollendetes Studium abzubrechen und etwas Neues anzufangen. Hut ab davor! Schade finde ich, dass dich deine Eltern danach leider nicht mehr unterstützt haben (wäre für mich als zweifache Mutter unvorstellbar!) und dadurch dein Weg länger geworden ist. Aber egal, du hast es aus eigener Kraft geschafft. Und so wirst du dieses Vorstellungsgespräch auch schaffen, da bin ich sicher. Die Schilderung von @ Slipperman finde ich auch gut. Nimm vorher was zur Beruhigung, Baldrian oder ähnliches, und bitte auf alle Fälle nicht Lügen und sagen, dass du das erste Studium wegen schlechter Noten abgebrochen hast oder wegen der Erkrankung. Du weißt ja, Lügen haben kurze Beine. Ich wünsche dir auf alle Fälle für dieses Gespräch und deine Zukunft alles Gute und viel Glück.

  7. Inaktiver User

    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Guten Morgen, FruchtHauch !

    Mir ist das auch passiert und da ich Folgeschäden habe, die den Umgang mit mir nicht immer einfach machen, erkläre ich, wenn ich erstmals auf Jemanden treffe, der diese Schäden zwangsläufig bemerken wird, immer : " Mir wurde Gewalt angetan." und benenne dann eben die Konsequenzen daraus.

    Für mich hat es sich so bewährt, weil dann mein Gegenüber weiß, daß da tatsächlich etwas nicht so ist wie bei anderen Menschen, aber gleichzeitig der Raum für Spekulationen eher kleiner geworden ist, sprich: Die Gerüchteküche kocht weniger heftig, weil jeder weiß, was Sache ist.

    Was genau passiert ist - also, ob sexuelle Gewalt oder ein Überfall oder was auch immer -, behalte ich für mich, das geht nun wirklich niemanden etwas an !

    In Deinem Fall würde ich vermutlich sagen: " Mir wurde Gewalt angetan und da ich mir nicht vorstellen kann, daß ich, sollte ich je mit einem ähnlichen Fall konfrontiert werden, wirklich so objektiv sein könnte, wie Justitia es von mir erwartet, habe ich mich beruflich neu orientiert, verfüge aber selbstverständlich dennoch über juristische Grundkenntnisse, die ich in meinem neuen Tätigkeitsbereich gerne einbringen werde."


    Dir von Herzen alles Liebe,
    laß' Dich nicht unterkriegen !





    verschwiegen

  8. gesperrt

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    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Die Angabe der chronischen Krankheit als einen Grund für den Studienabbruch ist nicht plausibel. Dann hättest du ja nach der Pause weiterstudieren können anstatt ein neue s Studium anzufangen. Ich würde auch nicht Einzelheiten wie Opfer eines Verbrechens geworden nennen. das geht niemanden etwas an. Vor allem die Aussage, man habe befürchtet, nicht mehr neutral sein zu können, ist nicht geeignet. Hast du dich schon aml irgendwo zu Bewerbungen beraten lassen? ich habe vom Arbeitsamt ein Coaching bekommen. Bei so etwas könntest du nachfragen. Ich denke, die beste Möglichkeit wäre es, zu sagen, dass dud as Studium aus persönlichen/privaten gründen abbrechen musstest und dich dann für ein anderes Fach entschieden hast. Was das war, geht niemanden was an. In diesem fall gilt: Reden ist silber, schweigen ist Gold. Ale personaler wollte ich so etwas gar nicht wissen, weil ich befürchten würde, ich könnte aus Mitleid davon beeinflusst werden zugunsten des Bewerbers.

  9. Inaktiver User

    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Zitat Zitat von Catlover81 Beitrag anzeigen
    Die Angabe der chronischen Krankheit als einen Grund für den Studienabbruch ist nicht plausibel. Dann hättest du ja nach der Pause weiterstudieren können anstatt ein neue s Studium anzufangen.
    Sehe ich nicht so - eine Krankheit kann ja dazu führen, das man sich einem bestimmten Beruf psychisch oder physisch nicht mehr gewachsen fühlt.
    Ein Stück weit ist das bei der TE ja sogar der Fall, wenn auch nicht durch die chronische Krankheit, sondern durch das Trauma bedingt.

    Ale personaler wollte ich so etwas gar nicht wissen, weil ich befürchten würde, ich könnte aus Mitleid davon beeinflusst werden zugunsten des Bewerbers.
    Das finde ich einen wichtigen Aspekt ! Das kann schnell so ein Gschmäckle bekommen .....

  10. Moderation

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    AW: Sehr persönliche Gründe für Bruch im Lebenslauf - wie darstellen?

    Die Art der chronischen Erkrankung wird dem AG vermutlich bekannt sein - und mir fällt im Moment keine Krankheit ein, die einen daran hindern würde Jura zu studieren, aber dann etwas anderes plus nebenher noch intensiv zu arbeiten. Ich denke diese Lüge würde durchschaut und gibt viel Spielraum für Spekulationen.

    Und ich schließe aus der Art der Bewerbung, dass die TE nicht anschließend ein medizinischen Fach studiert hat, um zB Forschung gegen diese Erkrankung zu betreiben.



    Es ist keine leichte Antwort und wie so oft im Bewerbungsverlauf, was bei der einen Stelle gut funktioniert, kann bei der anderen scheitern. Es gibt keinen Königsweg.


    Ich selbst würde aber auch so nahe wie möglich an der Wahrheit bleiben, ohne ins Detail zu gehen. Denn Lügen fliegen zu leicht auf und machen dann einen richtig schlechten Eindruck.

    Ich würde ganz selbstbewusst die guten Scheine aus dem Jurastudium vorlegen, damit klar ist, dass du eben nicht wegen Faulheit oder schlechter Noten abgebrochen hast. Darüberhinaus würde ich kein Wort darüber verlieren.


    WENN du nach dem Gründen gefragt wirst, würde ich sagen: "Es gab schwerwiegende persönliche Gründe." Und dann freundlich gucken und schweigen.

    Genau das würde ich vorher mit Freunden üben. Stellt einfach die Situation eines Bewerbungsgespräches nach und übe die wichtigsten Situationen und Gesprächsalternativen.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
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