@Promethea:
Ist dir das wirklich passiert? Unglaublich. Der Bewerber scheint ja überhaupt keine Ahnung von Umgangsformen zu haben. Das erscheint mir der wirklich größte Schnitzer aus dem Thread hier zu sein, weil er ja elementarste Defizite offenbart.
Im Vorstellungsgespräch geduzt zu werden fände ich allerdings auch sehr merkwürdig. (Ok, ich war bei meinem ersten "richtigen" Vorstellungsgespräch auch schon Ende 20.)
Viele Grüße!
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25.01.2014, 20:13
AW: Klassische Patzer im Bewerbungsgespräch?
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25.01.2014, 21:20
AW: Klassische Patzer im Bewerbungsgespräch?
Vor meinem letzten Vorstellungsgespraech sagte die Personalabteilung mir dass der Transport vom Hotel zum Buero normalerweise rund 20 Minuten dauernt. Das Hotel meinte dasselbe. Den Verkehr gut kennend verliess das Hotel 80 Minuten vorher - und war trotzdem rund 45 Minuten zu spaet.
Als ich merkte das wird nichts mehr habe ich angerufen und die Personalabteilung hat alle Gespraeche umgeplant und regelmaessig nachgefragt wo ich sei. Irgendeine Behoerde hatte spontan den einzigen Zugangskreisel aus meiner Richtung in das Gebiet (und ein paar andere) gesperrt und das Taxi musste einen Umweg fahren und hing im Rest vom Morgenverkehr fest der ueber eine einzige Strasse geleitet wurde. Den Job bekam ich.
Wie unter bestimmten Umstaenden zu spaet kommen negativ ausgelegt werden kann verstehe ich nicht. Meiner Meinung nach geht es um fachliche Faehigkeiten und ein Passen ins Team, und nichts anderes. Klar, sowas ist ein interessanter Test dadrueber wie jemand mit ungeplanten stressigen Situationen umgeht, aber kategorisch sagen, sowas wird nicht vergeben verstehe ich einfach nicht.
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25.01.2014, 22:24
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25.01.2014, 23:57
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26.01.2014, 02:15
AW: Klassische Patzer im Bewerbungsgespräch?
Jaja, ich hatte das mit dem Duzen auch mal... ein Bewerber, der das Gespräch ganz gut hingebogen hatte und dann zum Probearbeiten geladen wurde. Zum Probearbeiten erschien er dermaßen übel nach Schweiß riechend (also, morgens...nicht nach einem langen harten ungewohnten Arbeitstag), dass ich schon nicht so ganz sicher war, ob man den jetzt wirklich mit zum Kundendienst schicken kann.
Und so 10 Minuten vor dem regulären Feierabend sprach ich dann zum Gesellen: "Na, wollt ihr jetzt Feierabend machen?" und der probearbeitende potentielle Azubi antwortete ungebeten: "Wenn DU jetzt nichts mehr für uns hast..."
Ich war komplett fassungslos und fragte nochmal nach, was er gesagt hatte. Hätte ja sein können, dass ich mich geirrt habe.
Nein. Er wiederholte den Satz auch nochmal sehr liebevoll.
Und ich kanns nicht ab, wenn man mir irgendwelche wilden Stories erzählt.
Beispiel: potentieller Azubi sagt, er hätte ja eigentlich schon einen Ausbildungsplatz bei Firma XY sicher gehabt, aaaaber...der böse, böse Chef... *labersülz`*...
Zwei Tage später, auch wieder beim Probearbeiten (nach einem Telefonat mit dem Chef von Fa. XY) habe ich mir die Geschichte nochmal erzählen lassen.
Dann habe ich gesagt, "Okay, ich sage Ihnen jetzt mal, dass ich vor viiiieeelen Jahren mit dem Inhaber von Fa. XY in derselben Meisterprüfung war. Mögen Sie die Geschichte jetzt vielleicht nochmal überdenken?"
Dann gab es tatsächlich eine völlig generierte Version.
Im letzten Durchgang hatte ich einen, der hat sein Schülerpraktikum bei einer Altenpflegeeinrichtung gemacht. Dann hat er seinen Bufdi bei derselben Einrichtung gemacht. Danach hat er ein FSJ bei derselben Einrichtung gemacht. Daraufhin hat er seine Ausbildung bei derselben Altenpflegeeinrichtung gemacht.
Diese hatte er ein halbes Jahr vor Ende geschmissen mit der Begründung, er hätte gemerkt, dass der Beruf nichts für ihn wäre.
Dazu habe ich ihm direkt gesagt, ich hielte dies für unglaubwürdig.
Dann bekam ich eine ähnlich unglaubwürdige Story aufgetischt...plötzlich gab es in der Schule ein halbes Jahr vor Abschluß Probleme mit einem einzelnen Lehrer. Und sein Arbeitsberater hatte ihm angeblich gesagt, Variante 1 würde sich besser anhören, er solle von den Problemen mit dem Lehrer besser nichts sagen.
Ich habe mir dann mein persönliches Teilchen gedacht und das wars.
Die Chancen wären besser gewesen, hätte er mir erzählt, dass er soundso Mist gebaut hätte oder was auch immer.
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26.01.2014, 08:46
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26.01.2014, 08:51Inaktiver User
AW: Klassische Patzer im Bewerbungsgespräch?
Da gab es noch eine Menge Telefonzellen. Oder man ging halt kurz in ein Geschäft oder Lokal und fragte kurz nach dem Telefon (gegen kleines Entgelt).
Wirklich wahr, es gab ein Überleben und eine problemlose Kommunikation auch vor dem Handy.
Im Stau, wenn wirklich gar nix mehr geht und alles steht, kann man durchaus kurz aussteigen und Vor- oder Hintermann fragen, ob man vllt. kurz das Telefon...?
Die Argumentation erinnert mich ein bisschen an "ich konnte nicht kommen, weiß nicht wo das ist und mein Navi ist kaputt" ...
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26.01.2014, 10:30
AW: Klassische Patzer im Bewerbungsgespräch?
Naja, da habe ich aber Verständnis für.
Was ich noch kenne: NIE NIE NIE UNTER GAR KEINEN UMSTÄNDEN schlecht über den Vorbetrieb oder die Schule reden, NIE NIE NIE die Schuld für Lücken/Brüche jemand anderem geben.
So. Nun nehmen wir an, ic breche kurz vor Ende eine Ausbildung ab, die mir eigentlich Spaß macht, weil
-irgendein Lehrer mich sexuell belästigt
-offen rassistisch ist und sich das in der Notengebung zeigt
- ich in der Berufsschulklasse soweit gemobbt werde, dass das langsam gefährlich wird
- .... such Dir was aus.
Nichts davon könnte ich im Vorstellungsgespräch sagen, ohne die Schuld auf jemand anders zu schieben. Das aber darf ich nicht.
Was mache ich? Was der Mensch bei Dir gemacht hat. Eine andere Möglichkeit als mir irgendwas auszudenken habe ich ja kaum.
Du selbst gehst ja auch direkt davon aus, dass ER was ausgefressen hat.
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26.01.2014, 10:33
AW: Klassische Patzer im Bewerbungsgespräch?
Auf der Autobahn oder im steckengebliebenen Zug? Nein, wenn einem sowas 1995 passiert ist, dann war man halt einfach nicht erreichbar.
Mein Handy kam vor kurzem an, vorher hatte ich fast 4 Jahre keines, ich weiß auch heute noch wie das geht.
Im Stau ja, im stockenden Verkehr?Im Stau, wenn wirklich gar nix mehr geht und alles steht, kann man durchaus kurz aussteigen und Vor- oder Hintermann fragen, ob man vllt. kurz das Telefon...?
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26.01.2014, 10:49
AW: Klassische Patzer im Bewerbungsgespräch?
- Der junge Mann wog geschätzte 130 Kilo, ich dachte da nicht an sexuelle Belästigung
- Die Zeugnisse waren absolut in Ordnung
- Laut seiner Aussage wurde er ganz und gar nicht gemobbt, die Mitschüler waren völlig okay - die Frage kam bei mir (auch angesichts von Punkt 1) nämlich auch auf.
Ja, du hast sicherlich recht, dass die meisten Menschen sich dann irgendwas ausdenken. Aber wenn das komplett unglaubwürdig ist, macht das die Angelegenheit nicht besser. Zumal nicht ER gekündigt hatte, sondern es einen Aufhebungsvertrag gab, was bei mir die Idee nährte, dass irgendwas vorgefallen war, man dem Knaben aber trotzdem keine Steine in den Weg schmeißen wollte.
Letztlich kann aber ich persönlich besser mit jemandem leben, der mir sagt, da ist einfach das und das blöd gelaufen. Dann kann ich sagen, gut, war Lehrgeld, zweite Chance. Nochmal denselben Mist macht der nicht. Mit Geschichten, die in sich nicht schlüssig sind, kann ich eher nicht umgehen.
Aber so geht einfach jede Bewerbung auch mit sehr viel persönlicher Affinität einher, was auch richtig ist, man soll ja danach möglichst jeden Tag gut miteinander klarkommen.



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