Liebes Forum,
vielleicht habt Ihr einen Rat:
Ich bin derzeit in der Endphase der Promotion und nebenbei am Bewerben im Öffentlichen Dienst. Neulich hatte ich ein Vorstellungsgespräch von über 1,5h mit anschließenden Tests. Die Leute waren supernett, alles lief prima und ich wurde kurz danach zum 2. Gespräch mit dem Amtschef eingeladen mit den Worten "wir freuen uns auf Sie".
Leider lief das 2. Gespräch gar nicht gut. Der Amtschef fragte mich sehr unwirsch ausschließlich finanzpolitische Dinge, die mit dem Job nichts zu tun haben und zu denen man selbst als interessierter und aufmerksamer Zeitungsleser kein vertieftes Detailwissen haben konnte. (Und das, nachdem er mich eingangs gefragt hatte, ob ich mich in dem Bereich beruflich auch schon mal bewegt hätte und ich dies verneint hatte.)
Anfangs dachte ich, das würde ein Stressinterview, aber im Laufe des Gesprächs wurde mir klar, dass er krampfhaft nach Schwachstellen und Ablehnungsgründen suchte (z.B. fragte er, was ich denn mit meinen ganzen Talenten anfangen würde und ließ mir keine Zeit zum Antworten. Dann kam er auf meinen sehr guten Abischnitt zu sprechen und sagte, er habe sein Abi gerade so geschafft damals.)
Es war ansonsten die reinste Selbstbeweihräucherung des Amtschefs - ich war ganz irritiert.
Fachlich bin ich für die Stelle top qualifiziert.
Vermutlich hatte er schon jemanden anderes für die Stelle vorgesehen - anders kann ich mir das nicht erklären.
Ich warte nun auf die Absage. Aber es kommt seit über 3 Wochen nichts. Obwohl man mir sagte, dass man sich rasch entscheiden werde.
Natürlich bewerbe ich mich weiter und habe auch noch andere Gespräche laufen.
Trotzdem frage ich mich: Ist es nicht so, dass die Personalabteilung, wenn sie sich auf einen Bewerber festgelegt und dieser den Vertrag unterschrieben hat, den anderen absagt?
Ich bin noch immer total irritiert.
LG
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 28
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01.12.2011, 16:57
Katastrophales Gespräch und keine Reaktion
Geändert von happybear (01.12.2011 um 18:26 Uhr)
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01.12.2011, 17:09
AW: Katastrophales Gespräch und keine Reaktion
Warum rufst du nicht an und fragst nach? Dann weißt du Bescheid.
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01.12.2011, 17:09Inaktiver User
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01.12.2011, 17:10
AW: Katastrophales Gespräch und keine Reaktion
Es gibt halt keine Garantie, dass Amtsleiter nicht auch mal Idioten sein können. Ich an deiner Stelle würde mich fragen, ob ich unter diesem Chef arbeiten wollte.
Ne, ehrlich, ich würde die Bewerbung zurückziehen.
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01.12.2011, 17:22
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01.12.2011, 19:39
AW: Katastrophales Gespräch und keine Reaktion
Danke für Eurer Beiträge!

@Frank13: Ja, sicher - so jemanden möchte ich nicht als Chef haben.
Das 2. Gespräch war so dermaßen unfair.
Die Bewerbung möchte ich eigentlich nur deshalb nicht zurückziehen, weil mich die "offizielle" Begründung der Absage interessiert...Geändert von happybear (01.12.2011 um 19:45 Uhr)
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01.12.2011, 20:03
AW: Katastrophales Gespräch und keine Reaktion
Weiß man, was hinter den Kulissen läuft?
Gibt schließlich auch Frauenbeauftragte, Personalrat etc. Die ihren lieben Amtschef kennen.
Und wissen, dass er sich gedanklich noch im 19. Jahrhundert befindet...
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01.12.2011, 20:14Inaktiver User
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01.12.2011, 20:21Inaktiver User
AW: Katastrophales Gespräch und keine Reaktion
Hallo Happybear,
in einer Behörde ist es nicht ungewöhnlich, dass die Absagen erst nach Wochen geschrieben werden - zuerst will man wahrscheinlich die Entscheidung "in trockenen Tüchern" haben, und da es häufig mehrere Gremien zu beteiligen gibt, kann das schon mal dauern...
also, nach meiner Einschätzung sollst du es nicht werden, sonst hätte man dich schon längst angerufen. Ich finde es aber legitim, wenn du nachfragst, am besten bei der Personalabteilung (die sicherlich auch dabei war). Feedback ist ein schwieriges Thema, da würde ich nicht zuviel drauf setzen... und wenn jemand schon vorher ausgewählt war oder irgendwas anderes gegen dich sprach, wirst du es wohl kaum ehrlich erzählt bekommen...
hake es lieber ab!
LG Birke
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01.12.2011, 21:15
AW: Katastrophales Gespräch und keine Reaktion
Ja, klar, das stimmt schon - vermutlich wird nur eine nichtssagende Floskel im Absageschreiben stehen.
Ich spekuliere auch nicht auf eine Zusage - im Gegenteil, ich fand das 2. Gespräch so abstoßend und unfreundlich, dass ich dort für diesen Chef gar nicht arbeiten will. (Schade, die anderen Mitarbeiter fand ich nämlich echt sympathisch.) Ich würde daher sowieso absagen. Ich fand es sehr schockierend, derart unwirsch "weggebügelt" zu werden.
Danke für Euer Feedback!
Geändert von happybear (02.12.2011 um 12:13 Uhr)


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